Zerbst/Anhalt/Bitterfeld-Wolfen: 75 Jahre nach Kriegsende: Glocke und Lauf für den Frieden

Zerbst/Anhalt/Bitterfeld-Wolfen: 75 Jahre nach Kriegsende: Glocke und Lauf für den Frieden

Annegret Mainzer, Zerbst

Der 2019 in Bitterfeld-Wolfen gegründete Verein „Zukunft-Frieden e.V.“ beabsichtigte, im Herbst 2020 einen internationalen Friedenslauf: Zerbst/Anhalt-St.Petersburg durchzuführen. Eine Reihe organisatorischer Hindernisse war bereits überwunden, einige noch in der Schwebe bzw. in Vorbereitung, doch der Ausbruch des Coronavirus und seine Auswirkungen haben die ambitionierten Läufer veranlasst, ihren Grenzen überschreitenden Lauf auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Diese freie Zeit nutzt der Verein, um weiter auf seine Aktivitäten und sein Projekt aufmerksam zu machen. So auch durch die Aktion: Eine Glocke für den Frieden.

Friedensglocke

Friedensglocke für Botschafter der Russischen Förderation

Die bedingungslose Kapitulation Hitlerdeutschlands am 08. Mai vor 75 Jahren bedeutete ihrerzeit die Befreiung Europas vom nationalsozialistischer Gewaltherrschaft. Das war in Befreiungsakt von bis dato nie gekanntem Ausmaß in der Geschichte der Menschheit und das sollte gebührend gewürdigt werden“, meint Peter Junge, Vorsitzender des Vereins „Zukunft-Frieden e. V.“. Geplnt war, dass die Mitglieder des Vereins „Zukunft-Frieden e. V.“am 09. Mai d. J. dem Botschafter der Russischen Förderation in Deutschland, Herrn Sergei Netschajew, feierlich eine Friedensglocke überreichen, um somit auf ihren Katharina- beziehungsweise Friedenslauf 2020 von Zerbst/Anhalt nach St. Petersburg aufmerksam zu machen, der eigentlich am 05. September am Fuße des Denkmals für Katharina II. in Zerbst starten sollte. Wenn da nicht das Corona-Virus ausgebrochen wäre“ Ja, wenn…

Ohne Russland kein Friede in Europa

Mit diesem Friedenslauf wollen wir zeigen, dass es ohne Russland keinen Frieden, weder in Europa noch weltweit, geben kann“, so Vereinsvorsitzender Junge. Die Läufer um Peter Junge planen in diesem Herbst die 2600 km von Zerbst aus über Halle, entlang der Ostseeküste, durch die Hansestädte Polens und der Staaten im Baltikum bis nach St. Petersburg mit finalem Zieleinlauf in Puschkin, ehemals Zarskoje Selo und seit 1994 Partnerstadt von Zerbst/Anhalt, zu laufen.

Vorbereitungen auf Friedens- bzw. Katharinalauf werden fortgesetzt

Die Corona-Pandemie hat uns gezwungen, sowohl die Übergabe der Friedensglocke in der Russischen Botschaft wie auch den Friedenslauf auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Dennoch wollen wir, unser Projekt in die Tat umzusetzen, auch wenn zurzeit der genaue Zeitpunkt nicht vorhersagbar ist“,versichern die hoch motivierten Läufer. Denn, laut Peter Junge, habe der Verein für dieses Vorhaben bereits im Vorfeld Unterstützung in großem Maße erfahren, so auch von der Stadt Zerbst/Anhalt und dem dort agierenden Internationalen Förderverein „Katharina II.“ Zerbst e.V., von der Stadt Bitterfeld-Wolfen und der Glockengießerei in Lauchhammer. Außerdem sei auch von den Vereinsmitgliedern viel freie Zeit und Geld in die konkreten Lauf- und Reisevorbereitungen und in das vorbereitende Lauftraining investiert worden. Ein Aufgeben komme nicht infrage.

v.l.n.r.: A.Mainzer (Katharina-Verein), A. Dittmann (Bürgermeister Zerbst/A.), P. Junge

Doch in unseren Tagen gilt es für uns alle, ganz gleich, wo wir leben, und vor allem für uns Sportler, momentan andere Prioritäten zu setzen, jedoch nicht ohne den Erhalt des Friedens aus den Augen zu verlieren. So ist der 75 Jahre andauernde Friede in Europa ein Geschenk, das wir achten und dabei nicht vergessen sollten, wem wir es zu verdanken haben“, argumentieren Peter Junge und seine Mitstreiter.

Zerbst, 09.05.2020

Zum 291. Geburtstag von Zarin Katharina II. aus dem Hause Anhalt-Zerbst-Denkmale für eine deutsche Zarin

Zum 291. Geburtstag von Zarin Katharina II. aus dem Hause Anhalt-Zerbst

Denkmale für eine deutsche Zarin

Annegret Mainzer, Zerbst

Am 02. Mai vor 291 Jahren (lt. Gregorianischem Kalender) erblickte Prinzessin Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst im einstigen preußischen Garnisonsstädtchen Stettin (heute: Szczecin/Polen) das Licht der Welt.

In den Grundschulen unserer Einheitsgemeinde Zerbst/Anhalt lernt heutzutage jedes Kind, dass Prinzessin Sophie im Jahr 1744 ins Russische Reich reiste, um im Jahr darauf den russischen Thronfolger zu heiraten.

Prinzessin Sophie im dem Gemälde „Erste Begegnung auf Schloss Eutin“ v. E. Orlowa-Afinogenewa

Jede/r der an dem Arrangement dieser Ehe Beteiligten versprach sich ihrer/seinerzeit davon politische, dynastische und persönliche Vorteile: Preußenkönig Friedrich II. strebte größere Einflussnahme auf das politische Geschehen am Zarenhof an, Zarin Elisabeth Petrowna erwartete von der jungen Prinzessin Sophie zahlreiche Nachkommen, um die Dynastie der Romanows auf lange Zeit in Russland zu sichern und Fürstin Johanna Elisabeth von Anhalt-Zerbst, die Brautmutter, sah ihre Chance, aus dem provinziellen Leben in Stettin und Zerbst auszubrechen, um in der internationalen Politik mitmischen zu können, was ihr aber letztendlich misslang. Jedoch hatte niemand mit dem eigenen Willen, mit den persönlichen Zielvorstellungen von Prinzessin Sophie gerechnet. So kam es anders als gedacht.

Von der Zerbster Prinzessin Sophie zur Zarin Katharina II.

Gestählt durch die harte Schule der Intrigen, Machtspiele und Demütigungen am Zarenhof, die Prinzessin Sophie, nunmehr Großfürstin Katharina Alexejewna, 18 Jahre lang zu erdulden hatte, und mithilfe der Truppen der Grafen Orlow konnte sie im Jahre 1762 den russischen Thron besteigen und sich in der Himmelfahrtskirche im Moskauer Kreml zur Zarin Katharina II. krönen lassen.

Peter I. und Katharina II. – Leuchttürme der russischen Geschichte

Bereits kurze Zeit danach begann Katharina II. ihr lange Zeit im Voraus geplantes Reformwerk in die Tat umzusetzen. So wurden besser handhabbare Verwaltungsstrukturen geschaffen, ein staatliches Schule- und Gesundheitswesen eingerichtet, zahlreiche neue Städte entstanden nach westeuropäischem Vorbild, das Unternehmertum wurde gefördert. Mit ihren Reformen setzte Katharina II. das fort, was ihr Vorbild Zar Peter I. (1672-1725) vor ihr begonnen hatte.

Zar Peter I. und Zarin Katharina II. waren und sind die zwei Leuchttürme der russischen Geschichte, die auch von der sowjetischen Historiografie nicht totgeschwiegen werden konnten. Die Reformen Katharinas II., die nahezu alle Sphären des gesellschaftlichen Lebens berührten, haben Russland bis heute geprägt, sodass die Russen ihre Regierungszeit das Goldene Zeitalter nennen.

Dass Zarin Katharina II. als historische Persönlichkeit die Russen, insbesondere die Historiker und Künstler auch in unseren Tagen beschäftigt, davon zeugte 2019 die Ausstrahlung des Mehrteilers Katharina- der Aufstieg mit Marina Alexandrowa in der Hauptrolle im Fernsehkanal Rossija-1.

Katharina II. als mehrfache Stadtgründerin

In vielen Städten des einstigen Russischen Reiches gilt Zarin Katharina II. als Stadtgründerin. Unter ihr erhielten zahlreiche bis dato wenig entwickelte Landstriche eine Infrastruktur, die ein wirtschaftliches Aufblühen dieser Regionen ermöglichte. Der Bau von Kirchen, gleich ob orthodoxe oder lutherische wurde oft von Katharina II. bezuschusst. So entwickelte sich mit der Zeit unter den Einwohnern dieser neu gebauten Städte eine gewisse Dankbarkeit gegenüber Katharina II., die sich darin äußerte, dass vielerorts Denkmale für sie errichtet wurden.

In den Ausgaben der Zerbster Volksstimme ab 1999 sowie im Zerbster Heimatkalender 2011 wurde zumeist von Annegret Mainzer sporadisch über die im ehemaligen Russischen Reich errichteten Denkmale für Katharina II. berichtet.

Berichte in der Zerbster Volksstimmeüber Denkmale für Katharina II. und Diskussionen darüber

15.10.1999 Dnjepropetrowsk (früher: Jekatherinoslaw)

23.10.1999 Krasnodar (früher: Jekatherinodar)

30.10.1999 St. Petersburg

14.11.2002 Noworschew

Katharina-Denkmal in Noworschew

24.11.2005 Irbit, Vilnius

einstiges Katharina-Denkmal in Vilnius

25.01.2006

21.06.2007} Simferopol

Katharina-Denkmal in Simferopol

12.06.2015

04.01.2008 Tiraspol, Odessa, Rostow a. Don, Wyschni Wolotschek

18.08.2008 Sewastopol

10.11.2010 Kropotkina, Krementschug, Syktywkar

09.09.2014 Iribit, Puschkin, Zarizyno

2014 Bogorodizk (früher: Baronsk)

Zerbster Heimatkalender 2011: Archangelskoje, Dnepropetrowsk, Irbit, Krasnodar, Marx, Morschansk, Moskau, Mytitschi, Bogorodizk, Noworschew, Odessa, Podolsk, Puschkin, Rostow a. Don, Sewastopol, Simferopol, Tiraspol, Twer, Vilnius, Wyschni Wolotschek, Wallhalla, Zerbst.

Annegret Mainzer am Katharina-Denkmal in Puschkin/ St. Petersburg

Aus gegebenen Anlass, nämlich des 291. Geburtstages von Zarin Katharina II. sollen an dieser Stelle weitere Denkmale, die ihr zu Ehren errichtet wurden, vorgestellt werden.

Wladikawkas

Im Jahr 2005 wurde in Wladikawkas ein Denkmal für Katharina II. aufgestellt. Warum in der Hauptstadt der russischen Republik Nordossetien-Alanien?

Wladikawkas (in deutscher Übersetzung: Beherrsche den Kaukasus) wurde 1784 per Ukas durch Katharina II. gegründet. Der Ausbau der Stadt erfolgte unter Leitung von Fürst Grigori Potjomkin, denn Wladikawkas sollte als Festung zum Schutz gegen die Überfälle kriegerischer kaukasischer Stämme dienen. 1799 wurde die bei Wladikawkas beginnende und nach Tblissi führende Georgische Heerstraße eröffnet. Nach der Angliederung Georgiens an das Russische Reich im jahr 1801 entstanden in Wladikawkas neue Stadtviertel, Kosaken wurden angesiedelt. Kurz gesagt: Handel und Wirtschaften gediehen. Wladikawkas entwickelte sich zu einer blühenden multikulturellen Stadt, in der Russen, Osseten, Armenier, Georgier und andere ethnische Gruppen lebten. Der Bau einer Sunnitischen Moschee (1908) in Wladikawkas ist beredtes Zeugnis der im Zarenreich praktizierten religiösen Toleranz.

Im Mai 2005 wurde am südlichen Stadtrand von Wladikawkas eine Allee des Ruhmes geschaffen. Bestandteil dieser Allee des Ruhmes ist eine Skulpturenkomposition mit dem Titel Katharina empfängt die Gesandten Ossetiens. Vor einem halbrunden Basrelief steht die Bronzeskulptur von Zarin Katharina II., ihr gegenüber – die ossetischen Gesandten, ihre Akkreditierungsurkunde überreichend. Auf dem Basrelief ist der Weg dargestellt, den die Gesandten von Ossetien nach St. Petersburg zurückgelegt hatten. Geschaffen wurde die Rotunde vom Bildhauer Sergei Pawlowitsch Sanakojew, der 1920 in Wladikawkas geboren wurde und dort 2002 verstarb.

Luga

Im Jahr 1777 wurde durch Katharina II. die Gründung der Stadt Luga bestimmt, gelegen im heutigen Leningrader Oblast (Gebiet). Den Bebauungsplan von Luga hatte Katharina II. ebenfalls persönlich abgesegnet. So gilt Katharina II. auch in Luga als Stadtgründerin.

Am 12. August 2017 wurde in Luga ein Denkmal für Zarin Katharina II. eingeweiht. Anlass dafür war der 240. Stadtgeburtstag.

Die bronzene Statue der Zarin steht auf einem achteckigen Podest. Die Zarin trägt den Krönungsmantel und hält in ihrer rechten Hand den Erlass zur Gründung von Luga. Dieses Denkmal für Katharina II. ist ein Werk des 1979 in Luga geborenen Bildhauers Artjom Wladimirowitsch Rytschkow und des Architekten Jewgeni Mironow. Rytschkow ist Absolvent der Kunstgewerbeakademie A.L. Stieglitz in St. Petersburg.

Võru in Estland

Über ein Denkmal für Katharina II. in der estnischen Stadt Võru (deutsch: Werro) können Sie sich informieren, wenn Sie den folgenden Link öffnen:

https://russianhalthistory.wordpress.com/2020/04/30/was-verbindet-anhalt-und-die-estnische-stadt-voru/

Weitere interessante Informationen über Denkmale, Büsten bzw. Statuen zu ehren von Zarin Katharina II. erhalten Sie auf folgenden Links:

Archangelskoje

Katharina-Tempel in Archangelskoje

https://russianhalthistory.wordpress.com/2015/02/22/archangelskoe-das-versaille-bei-moskau-%d0%b0%d1%80%d1%85%d0%b0%d0%bd%d0%b3%d0%b5%d0%bb%d1%8c%d1%81%d0%ba%d0%be%d0%b5-%d0%bf%d0%be%d0%b4%d0%bc%d0%be%d1%81%d0%ba%d0%be/

Wallhalla

Katharina II.- Büste in der Wallhalla

https://russianhalthistory.wordpress.com/2015/02/22/katharina-ii-unter-mannern-%d0%b5%d0%ba%d0%b0%d1%82%d0%b5%d1%80%d0%b8%d0%bd%d0%b0-ii-c%d1%80%d0%b5%d0%b4%d0%b8-%d0%bc%d1%83%d0%b6%d1%87%d0%b8%d0%bd-walhalla-in-regensburg-%d0%b2%d0%b0%d0%bb%d1%8c/

Bogorodizk

https://russianhalthistory.wordpress.com/2015/09/02/anhaltisch-russische-schnittpunkte-durch-katharina-ii-in-bogorodizk-wiederbelebt/

Zarizyno bei Moskau

Annegret Mainzer vor der Katharina-Statue in Zarizyno

https://russianhalthistory.wordpress.com/2016/11/16/die-ungewoehnliche-reise-einer-katharina-statue-moskau-jerewan-moskau/

Zerbst/Anhalt

https://russianhalthistory.wordpress.com/2014/07/27/%d0%bf%d0%b0%d0%bc%d1%8f%d1%82%d0%bd%d0%b8%d0%ba-%d0%b5%d0%ba%d0%b0%d1%82%d0%b5%d1%80%d0%b8%d0%bd%d0%b5-ii-denkmal-fur-katharina-ii/

Denkmal für Katharina II. in Zerbst/Anhalt

Zerbst, 01.05.2020

Zerbst/Anhalt: Regionale Geschichte aus weiblicher Sicht präsentiert

Zerbst/Anhalt: Regionale Geschichte aus weiblicher Sicht präsentiert

 Annegret Mainzer, Zerbst

Etwa 260 Gäste konnten die Mitglieder des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.v. am Nachmittag des 01. März im Katharina-Saal der Stadthalle Zerbst begrüßen. Im Rahmen der derzeit laufenden 55. Zerbster Kulturfesttage hatte der Internationale Förderverein „Katharina II.“ Zerbst e.v. zur Veranstaltung „Regionale Geschichte aus weiblicher Sicht – Frauenpersönlichkeiten aus verschiedenen Jahrhunderten stellen sich vor“ geladen, wobei der Fokus auf den aus Anhalt-Zerbst stammenden Frauen lag.

Alle vorgestellten Frauenpersönlichkeiten auf einen Blick

Dieser Nachmittag mit den historischen Frauenpersönlichkeiten aus Zerbst und Umgebung war eine sehr prägnante und volkstümliche Darbietung unserer regionalen Geschichte, eine andere Art informativer Geschichtsdarstellung“, fasste die Zerbster Besucherin Marlies Kellpinski ihre Eindrücke zusammen, nachdem sich 15 Frauen, die einst in Anhalt-Zerbst lebten und wirkten, vorgestellt hatten. Die Geschichte unserer Region werde unter anderem auf verschiedenen Plattformen im Internet dargestellt, aber Frauen stünden bisher dabei selten im Mittelpunkt, so hätten die Besucherinnen und Besucher viel Neues erfahren, fuhr Kellpinski fort.

Der Nachmittag mit vielem Neuen rund um Anhalt-Zerbster Frauen stellte das Resultat der Zusammenarbeit des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V. mit Frauen verschiedenen Alters, die zurzeit in der Region Anhalt-Zerbst lernen oder ihrer beruflichen Tätigkeit nachgehen und nicht unbedingt Vereinsmitglied sind.

Annegret Mainzer in der Rolle einer nach Russland ausgewanderten Zerbsterin begrüßt die Gäste

Wir sind erfreut und überwältigt zugleich von solch regem Interesse an diesem Thema“, begrüßte Annegret Mainzer vom Vorstand des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V. die zahlreich erschienen Gäste. Dafür war sie in die Rolle der Zerbsterin Friederika Augusta Winter geschlüpft, die 1767 an die Wolga ausgewandert war, wie ein Blick in die Erstsiedlerliste von Katharinastadt (heute: Marx/ Russland)belegt.

ABM-Maßnahmen befassten sich mit Zerbster Frauengeschichte

Die ehemalige Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Anhalt-Bitterfeld Ursula Böttge, ebenfalls vom Vorstand des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V. hatte an diesem Nachmittag die Funktion der Regisseurin übernommen. Sie informierte die Besucherinnen und Besucher im Vorfeld der Präsentation über die Entstehung dieses Projektes. „Im Jahr 1995 habe ich mich gefragt, wie viele Straßen in Zerbst nach Frauenpersönlichkeiten benannt sind. Das Resultat war sehr ernüchternd“, gestand Böttge.

Uta Böttge berichtet über die Entstehung des Projektes

Deshalb habe sie vor Jahren ABM-Projekte mit dem Ziel ins Leben gerufen, Näheres über Frauen in Anhalt-Zerbst zu erfahren. Ausstellungen seien organisiert worden, ein Geburtstagskalender und eine Broschüre herausgegeben, berichtete sie weiter. Und sie erinnerte daran, dass seit dem Jahr 2000 zur EXPO die Stadt Zerbst/Anhalt offiziell zu den „FrauenOrten“ Sachsen-Anhalts gehört. Für Schulklassen haben Böttge und ihre damaligen Mitstreiterinnen Spaziergänge rund um die Zerbster Stadtmauer organisiert, auf denen sich die historischen Frauenpersönlichkeiten zumeist an ihren Wirkungsstätten vorstellten.

Vielfalt an Anhalt-Zerbster Frauenpersönlichkeiten

So machten die Gäste am Sonntagnachmittag in der Stadthalle Zerbst Bekanntschaft mit einer lebensfrohen und naturverbundenen Nonne aus dem hiesigen Frauenkloster, dargestellt von Kerstin Bette. „Nein, immer mehr Abgaben. Diese Gier stets zu Lasten der Schwächeren…“, klagte die allen Zerbster Kindern bekannte Butterjungfer, alias Uta Thiele, und brandmarkte somit die Gier der Mächtigen an. Barbara Lamottke beschrieb eindrucksvoll das einerseits turbulente und andererseits leidvolle Leben der europaweit im 18. Jahrhundert bekannten Theaterprinzipalin Caroline Neuber, die mehrmals mit ihrer Truppe in Zerbst und sogar in St. Petersburg gastierte.

eine naturverbundene Zerbster Nonne                                                      
Zerbster Butterjungfer

Schauspielerin der Neuberschen Truppe

 

Zerbster Prinzessin und russische Zarin „angereist“

Besuch aus dem Zerbster Schloss und Russland war auch angereist. Während Prinzessin Friederike Auguste Sophie von Anhalt-Zerbst, dargestellt von Friederike Beck, mit ihrer jüngeren Schwester Elisabeth (Greta Mattke) gekommen war und von einem mysteriösen Brief der Zarin Elisabeth Petrowna aus Russland berichtete, bekannte die selbstbewusste Zarin Katharina II., alias Tatyana Nindel, dass sie unter einer liebenswürdigen Hülle gleichermaßen als Diplomatin, Heuchlerin und Erpresserin agiere, um sich gegen die täglichen Intrigen durchsetzen zu können.

 

Die Frauenfrage ist eine Erwerbsfrage

Die Frauenfrage ist eine Erwerbsfrage“, meinte die vielseitig gebildete Frauenrechtlerin Jenny Hirsch, gespielt von Manuela Schätzchen. Zu den Frauen, die sich wie Jenny Hirsch ihren Lebensunterhalt selbst verdienten, gehörten auch die auch wissenschaftlich tätige Zerbster Handelsgärtnerin Luise Corthum, dargestellt von Silke Beck, sowie die Zerbster Wasserjette, alias Anika Johannes. Die Wasserjette, ein echtes Zerbster Kind, zog mit ihrem Handwagen und Wasserkannen vor und erzählte salopp nach Zerbster Mundart von ihren Ärgernissen mit den Zerbster „Jören und Kerls“. Vom gelegentlichen Ärger mit den Jungen in ihrer Klasse wusste ebenfalls Ida Möhring zu erzählen, denn einige Male steckten ihre Zöpfe im Tintenfass. Ida Möhring, gespielt von Cherine Boutaba, besuchte als erstes Mädchen am Zerbster Gymnasium Francisceum.

Handelsgärtnerin Luise Corthum
Frauenrechtlerin Jenny Hirsch

Erinnerung an die Zerbster Trümmerfrauen

Astrid und Paula Klausnitzer erinnerten in ihrer dialogischen Szene an die körperlich schwere Arbeit der Zerbster Trümmerfrauen nach 1945, eine Zeit, die durch Zerstörung, Hunger, Krankheit und dem Mangel an zupackenden männlichen Arbeitskräften charakterisiert war.

Zerbster Wasserjette
Francisceerin Ida Möhring
Zerbster Trümmerfrau
Zerbster Trümmerfrau

Avantgardistinnen in ihren Berufen waren Dr. Berta von Scheven, die erste Ärztin im Landkreis, dargestellt von Ursula Böttge. Die Rolle der ersten in Anhalt ordinierten Pastorin Anneliese Salm übernahm Sabine Brauns und die von Dr. Käthe Lüderitz, der ersten Chirurgin im Zerbster Krankenhaus, – Silke Hoffmann.

erste Chirurgin im Zerbster Krankenhaus

erste in Anhalt ordinierte Pastorin

Dr. Inge Werner, die erste Direktorin am Zerbster Gymnasium Francisceum, berichtete selbst über ihren beruflichen Werdegang.

Dr. Inge Werner

Die musikalische Umrahmung der Spielszenen lag nach wohl bewährter Art in den Händen von Marina Drobyshevskaya.

Mit lang anhaltendem Applaus und viel Zustimmung dankte das Publikum den Darstellerinnen. Bei anschließender Kaffeetafel konnten die Gäste mit den Mitwirkenden und den Mitgliedern des des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V. ins Gespräch kommen und sich an einem Quiz rund um die vorgestellten Frauenpersönlichkeiten beteiligen.

Freude über Gewinn

Viele Gäste folgten aufmerksam den Spielszenen und konnten somit alle zehn Quizfragen richtig beantworten, sodass schlussendlich das Los entscheiden musste. Als Glücksfeen fungierten dabei Friedrike Beck, Cherine Butaba und Greta Mattke.

Gewinnerin Sigrid Wörlitz (li)

Über den Hauptpreis, einen Gutschein für zwei Personen für den Russischen Abend am 07. August im Zerbster Hotel-Restaurant von Rephuns Garten konnte sich Sigrid Wörlitz freuen. Herzlichen Glückwunsch!

Dank des des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V. an folgende Sponsoren und Unterstützer:

– Kreissparkasse Anhalt-Bitterfeld

– Stadtverwaltung Zerbst/Anhalt

– Team der Stadthalle Zerbst/Anhalt

– Team des Hotel-Restaurant von Rephuns Garten in Zerbst/Anhalt

– Katharina-Apotheke, Zerbst/Anhalt

– Schlosskonditorei Zerbst/Anhalt

– Musikschule „J.F. Fasch“ Zerbst/Anhalt

Zerbst, 04.03.2020

Zerbst/Bitterfeld: Friedenslauf: Zerbst/Anhalt – St. Petersburg verschoben auf 2021

Zerbst/Bitterfeld: Friedenslauf: Zerbst/Anhalt – St. Petersburg verschoben auf 2021

„Auch an unserer Arbeit, beziehungsweise unserem Vorhaben, geht die aktuelle Situation nicht spurlos vorbei. Es ist eine schwere Zeit für die Wirtschaft, für Familien, für das Gesundheitswesen, für alle Bereiche in unserem Leben. Diese gilt es nun, bestmöglich zu meistern und zu überstehen. Damit auch wir in unserem Verein und alle Unterstützer dies tun können, sehen der Vorstand und wir uns leider gezwungen, den Friedenslauf nach St. Petersburg  zu verschieben, und  zwar auf das Jahr 2021.  Diese Entscheidung ist für uns selbstverständlich, aber dennoch nicht leicht. „, heiß es dieser Tage aus dem Verein „Zukunft-Frieden“ Bitterfeld e. V. .

 

Zerbst/Bitterfeld: Friedenslauf 2020: Zerbst/Anhalt – St. Petersburg

Annegret Mainzer, Zerbst

Es gibt in Europa keine Stabilität und Sicherheit ohne Russland und schon gar nicht gegen Russland“ – darin waren sich die beiden Grandseigneurs der bundesdeutschen Politik einig, nämlich – Egon Bahr (1922-2015), SPD-Politiker und Mitgestalter der ab 1969 von Willy Brandt praktizierten Ost- und Deutschlandpolitik, und Hans-Dietrich Genscher (1927-2016), FDP-Politiker und von 1974-1992 Bundesaußenminister und Vizekanzler.

Dass ohne gute und freundschaftliche Beziehungen zu Russland der Friede nicht nur in Europa, auch auf der Welt am seidenen Faden hängt, dies haben die Mitglieder des 2019 gegründeten gemeinnützigen Vereins „Zukunft-Frieden“ Bitterfeld e. V. ebenfalls verinnerlicht und deshalb initiieren sie einen „Friedenslauf 2020: Zerbst/Anhalt – Sankt-Petersburg“, der am 5. September 2020 am Fuße des Denkmals für die russische Zarin Katharina II., eine geborene Prinzessin von Anhalt-Zerbst, im Zerbster Schlossgarten starten soll.

Katharina-Denkmal in Zerbst

Laufen für Stabilität in Europa und Freundschaft zu Russland

Die Stadt Zerbst/Anhalt und der Internationale Förderverein „Katharina II.“ Zerbst e. V. unterstützen dieses ambitionierte Vorhaben der engagierten Läufer. So erfolgten bereits Zusammenkünfte von Peter Junge, dem Vorsitzenden des Vereins „Zukunft-Frieden“ Bitterfeld e. V., und seinen Mitstreitern mit dem Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann und seiner Kulturamtsleiterin Antje Rohm sowie mit Annegret Mainzer und Ursula Böttge vom Vorstand des gemeinnützig tätigen Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e. V. .

Mitglieder des Biterfelder Sportvereins und des Katharina-Vereins in Zerbst

Wir als Sportler bilden weltweit die größte Interessengemeinschaft, die Menschen unterschiedlicher Weltanschauungen zusammenbringt, tragen eine große Verantwortung für die künftigen Generationen. Uns ist bewusst, dass Russland stets ein wichtiger Partner ist und bleiben wird, wollen wir in Frieden leben. Deshalb laufen wir in diesem Jahr gut 2600 km, sozusagen auf den Spuren Katharinas der Großen, von Zerbst nach St. Petersburg“, argumentiert Vereinsvorsitzender Peter Junge.

2600 km- Strecke von Zerbst bis St. Petersburg

Streckenverantwortlicher Wolfgang Nadler und seine Mannschaft sind die Strecke bis zur russischen Grenze bereits im Vorfeld abgefahren und haben Absprachen getroffen, Unterkünfte klar gemacht usw. .

Start wird in Zerbst/Anhalt sein, dann geht es über Halle, Magdeburg, Schwerin, Stralsund, weiter entlang der polnischen Ostseeküste bis nach Kaliningrad. Bei der Planung des weiteren Streckenverlaufs von Kaliningrad über Klaipeda, Riga, Tallinn bis nach Puschkin/St. Petersburg rechnen die Läufer auf die Unterstützung durch den Internationalen Förderverein „Katharina II.“ Zerbst e. V., der langjährige Kontakte ins Baltikum und nach Russland pflegt. „Zum anderen“, so Katharina-Vereinvorstandsmitglied Annegret Mainzer, „stehen wir derzeit in Verhandlungen mit der russischen Sängerin Lydia Nebaba und deren Tochter Lidia Valenta, ebenfalls Sängerin, die kürzlich sehr erfolgreich mit Tino Eisbrenner ein Konzert im Russischen Hau der Wissenschaften und Kultur in Berlin gab. Denn wir beabsichtigen am Vorabend des Starts zum Friedenslauf, also am 4. September 2020, in Zerbst ein Konzert mit russischem Kolorit zu organisieren.“

Übergabe der „Friedensglocke“ geplant

Des Weiteren möchten die engagierten Sportler um Peter Junge am 9. Mai anlässlich des 75. Jahrestages des Sieges über Hitlerdeutschland Sergej Netschajew, dem Botschafter der Russischen Förderation in Deutschland, ein Modell der „Friedensglocke“ überreichen, die die Läufer beim Zieleinlauf in Puschkin/St. Petersburg den offiziellen Vertretern der Stadt übergeben werden. Diese „Friedensglocke“ wird aus Patronenhülsen und Sportmedaillen in Lauchhammer gegossen werden. Außerdem ist geplant, an jedem größeren Etappenziel einen Apfelbaum zu pflanzen.

Läufer vor dem Training

Dass der Start des „Friedenslaufes 2020: Zerbst/Anhalt – Sankt-Petersburg“ am 5. September 2020 in Zerbst/Anhalt erfolgen solle, sei eine gute Sache, denn in diesem Jahr begehe die Stadt zwei eng mit der Historie der deutsch-russischen Beziehungen verbundene Jubiläen: 25-Jahre Sammlung Katharina II. und 10 Jahre Denkmal für Katharina II. in Zerbst/Anhalt, darin sind sich Bürgermeister Andreas Dittmann und die Damen vom Vorstand des Katharina-Vereins einig.

Wer Interesse hat, mit dem Verein „Zukunft-Frieden“ Bitterfeld e. V. zusammenzuarbeiten, den „Friedenslaufes 2020: Zerbst/Anhalt – Sankt-Petersburg“ auf die eine oder andere Weise zu unterstützen, der wende sich per E-Mail bitte an:

mspjunge@googlemail.com

oder

anne.mainzer@googlemail.com

oder über

https://www.facebook.com/Zukunftfrieden/

Zerbst, 28.01.2020

Eine Retrospektive: Das Zerbster Katharina-Jahr 2019

Eine Retrospektive: Das Zerbster Katharina-Jahr 2019

Annegret Mainzer, Zerbst

Das Jahr 2019 neigt sich unaufhaltsam seinem Ende zu. Mit Fug und Recht kann es als Katharina-Jahr in Zerbst/Anhalt bezeichnet werden, in dem sich Russen und Deutsche in der Heimatstadt Katharinas der Großen, nämlich in Zerbst/Anhalt, trafen und für die Festigung und den künftigen Ausbau der deutsch-russischen Beziehungen votierten. Außerdem jährt sich am 17. November der Todestag von Katharina II., einer geborenen Prinzessin von Anhalt-Zerbst,, zum 223. Male, es ist also an der Zeit, das Zerbster Katharina-Jahr 2019 Revue passieren zu lassen.

Aus Anlass des diesjährigen 290. Geburtstages von Katharina II. und des 25-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft zwischen Zerbst/Anhalt und Puschkin/ St. Petersburg wurde in Zerbst unter der Federführung von Bürgermeister Andreas Dittmann, des Ministeriums für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung Sachsen-Anhalts sowie auf Initiativen des Internationalen Fördervereines „Katharina II.“ Zerbst e.V. und des Fördervereins Schloss Zerbst e.V. und bei aktiver Mitwirkung von Anhalt-Zerbster Unternehmen eine Vielzahl von deutsch-russischen Begegnungen unterschiedlichen Formats ins Leben gerufen.

Das Zerbster Katharina-Jahr startete am 09. Januar, als sich die Abreise der jungen Prinzessin von Zerbst nach Russland zum 275. Male jährte. Deshalb zeigte der Katharina-Verein in der Zerbster Filiale der Sparkasse Anhalt-Bitterfeld eine Ausstellung über die Leistungen Katharinas der Großen in Russland. Die Mitglieder des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e. V. leisteten 2019 eine intensive aufklärerische, wertvolle pädagogische Arbeit in den hiesigen Grundschulen und Kitas. Somit stand die frühzeitige Nachwuchsgewinnung im Fokus ihrer diesjährigen Tätigkeit. Kostümiert als Prinzessin oder Prinz konnten die Jüngsten auf ihren Geburtstagspartys für Katharina II. erste barocke Tanzschritte erlernen und so manches Wissenswerte aus dem Leben einer Prinzessin erfahren. Den Zerbster Drittklässlern wurden im Rahmen ihres Sachunterrichts informative Führungen durch das Zerbster Schloss geboten.

In Kooperation mit dem Staatlichen Museumsreservat „Zarskoje Selo“ in unserer Partnerstadt Puschkin eröffnete der Schlossverein am 01. Juni im Zerbster Schloss die russisch-deutsche Sonderausstellung „Auf den Spuren Katharinas“. Anwesend waren auch Vertreter von Zarskoje Selo sowie der Botschaft der Russlands in Deutschland. In Vorbereitung dieser Ausstellung arbeiteten Schloss- und Katharina-Verein eng zusammen, vor allem die Übersetzungsarbeiten betreffend. Ende Juni hatte der Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann an den Feierlichkeiten anlässlich des Stadtgeburtstages von Puschkin/St. Petersburg teilgenommen. „Die Aufführung der Carmina Burana im Mariinsky Konzerthaus in St. Petersburg war dabei etwas ganz Besonderes“, erinnerte Dittmann sich.

Im September wurde in der Hof- und Stiftskirche St. Bartholomäi zu Zerbst die Fotoausstellung „Das deutsche Wolgagebiet. Eine unvollendete Fotogeschichte.“ eröffnet. Ihre Initiatoren sind der seit 1991 in und außerhalb von Russland agierende Internationale Verband der deutschen Kultur (IDVK) und die Moskauer Deutsche Zeitung, deren Herausgeberin Olga Martens zur Eröffnung in Zerbst sprach. Am Abend des 21. Septembers lud der Förderverein Schloss Zerbst e.V. zur 13. Schlossserenade unter dem Motto „Petersburger Serenade – ein Konzert für Katharina“ ein. Höhepunkte des Abends stellten zweifelsohne die Uraufführungen der Arie der Zerbster Prinzessin Sophie und der Ballmusik aus der Oper „Katharina- eine deutsche Zarin“ dar, an deren Vollendung zurzeit noch der Berliner Komponist Stefan Vinzberg arbeitet.

Stefan Vinzberg zur Zerbster Schlossserenade

Zum Großen Katharina-Ball luden am 29. Oktober die Stadt Zerbst und der IDVK erstmals nach Zerbst ein. Ein Ehrengast des Balls war Wladimir W. Omelnitzky, Chef der Verwaltung des Puschkiner Bezirks von St. Petersburg. Anlässlich unserer 25-jährigen Städtepartnerschaft überbrachte er die Grüße aus unserer Partnerstadt Puschkin und verwies auf den langjährigen Schüleraustausch zwischen dem Zerbster Gymnasium Francisceum und dem Gymnasium Nr. 406 in Puschkin: „Dieser Austausch bringt unsere Menschen näher und die Kinder sind unsere besten Diplomaten.“

Volksdiplomatie oder ziviler Ungehorsam – was ist das 2. Deutsch-Russische Katharina-Forum?“ – diese Frage stellte am Tag nach dem Katharina-Ball Bürgermeister Andreas Dittmann den Forumsteilnehmern. Etwa 160 Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Kultur, Wissenschaft Russlands und Deutschlands tauschten sich zwei Tage lang in Zerbst/Anhalt aus, um trotz bestehender Unstimmigkeiten zwischen der Europäischen Union und Russland bestehende Kooperationen zu intensivieren, neue zu starten.

Nicht nur die Zerbster luden in ihrem Katharina-Jahr in ihre Stadt ein, auch von außerhalb wurde Zerbst für würdig befunden, Austragungsort für verschiedene Veranstaltungen zu sein. So fand Anfang Juni die Eröffnung des Internationalen Diplomatenforums „Russland und Deutschland: Ein historisch-diplomatisches Erbe beider Länder“ im Schloss zu Zerbst/Anhalt, statt. Ende August konnte in Zerbst der Katharina-Verein 40 Mitglieder der „Gesellschaft zur Erforschung der russischen Villa“ mit Sitz in Moskau begrüßen. Die dort tätigen russischen Historiker, Kunsthistoriker, Museumsdirektoren, Archivare usw. hatten sich ganz bewusst für eine Reise nach Anhalt entschieden.

russische Historiker am Zerbster Denkmal für Katharina II.

Zahlreiche Zerbster und auch auswärtige Gäste konnten an den erwähnten Veranstaltungen teilnehmen. Welche Eindrücke haben sie aus Zerbst mitgenommen? Woran denken sie gern zurück?

russianhalthistory fragte nach:

Die vielen Katharina-Projekte in diesem Jahr in Zerbst hatten neben den Jubiläumsdaten Katharinas auch lokale Gründe- so die 25-jährige Städtepartnerschaft mit Puschkin/St.Petersburg. Für die Stadt selbst ist das 2. Katharina-Forum von herausragender Bedeutung, denn alle Teilnehmer waren sich darin einig, dass unsere Stadt aufgrund ihrer historischen Beziehungen über Katharina zu Russland ein prädestinierter Brückenschlag ist, gerade in diplomatisch schwierigen Zeiten“, blickt Bürgermeister Andreas Dittmann zurück. „Die vielen guten Gespräche und die tolle Resonanz zum Katharina-Forum haben Mut gemacht, diesen Weg weiter zu gehen. Was wir hier bewegen können, geht weit über das hinaus, was man gemeinhin einer kleinen Stadt wie unserer zutraut. Für mich ist das praktische Arbeit zur Verbesserung der bilateralen Beziehungen. Ich habe vor allem spüren können, dass es den Menschen egal ist, wie man offiziell in der EU oder in der NATO die Beziehungen zu Russland bewertet. Vor allem habe ich den Wunsch und den Willen für mehr Verständigung gespürt und das ist gut so“, resümiert er weiter. Des Weiteren stellten seine Reise nach Puschkin, die Ausstellung „Auf den Spuren Katharinas“ im gerade sanierten Corps de Logis des Schlosses sowie der Besuch seines Puschkiner Amtskollegen Wladimir Omelnitzky in Zerbst für ihn persönliche Höhepunkte des Zerbster Katharina-Jahres dar.

W. Omelnitzky (3.v.l.) zur Balleröffnung in Zerbst

Jana Reifarth vom Vorstand des Schlossvereins resümiert wie folgt: „Neben Katharina-Forum mit Ball und deutsch-russischer Sonderausstellung erinnere ich mich nachhaltig an eine Fortbildung für Russischlehrer/innen aus Sachsen-Anhalt, die ich im Juni mitgestaltete. Im September besuchten Russischklassen aus Calbe, Tangermünde und Genthin unsere zweisprachige Sonderausstellung im Schloss. Ausstellungsbegleitend hatte ich ein Quiz für sie vorbereitet, das Annegret Mainzer ins Russische übersetzte. So konnten die Klassen ihre Fremdsprachenkenntnisse praxisorientiert anwenden“.

Am Katharina-Ball und ~-Forum nahmen auch Mitglieder des Kieler Zarenvereins, der mit dem Katharina-Verein freundschaftlich zusammenarbeitet, teil. Darüber schreibt der Kieler Martin Schulz: „Geboten wurden zahlreiche Vorträge und Diskussionen mit regem Gedankenaustausch zwischen hochkarätigen Gästen. Gesellschaftlicher Höhepunkt war der Katharina-Ball, der beredtes Zeugnis von der Gastfreundschaft der Zerbster ablegte“. Zu den Baufortschritten im Zerbster Schloss meint Martin Schult: „Nicht zu Unrecht stand auch das Zerbster Schloss im Mittelpunkt, durch kluge vorläufige Renovierungsmaßnahmen als solches wieder erlebbar gemacht und die Ausstellungen zur Historie von hohem Informationswert. Gleiches gilt für die Hof- und Stiftskirche St. Bartholomäi mit der beeindruckenden Fotoausstellung über die Geschichte der Wolgadeutschen“.

Stefan Vinzberg, Komponist der bereits erwähnten Katharina-Oper und Teilnehmer sowohl am 1. wie auch am 2. Katharina-Forum, hat durch die deutsch-russischen Begegnungen in Zerbst Partner für sein musikalisches Katharina-Projekt gefunden. Gemeinsam mit der in Kaliningrad und Moskau arbeitenden russischen Designerin Inessa Koroleva wird Vinzberg ein Projekt erarbeiten, das uns den inneren Weg der Zerbster Prinzessin von Zerbst nach Moskau auf den Thron Russlands nachvollziehen lässt und es auf dem nächsten Forum präsentieren.

In den sozialen Netzwerken waren noch mehr derartige positive Äußerungen über die Katharina-Aktivitäten in Zerbst zu lesen. „Wir haben bald das Jahr 2019 hinter uns gebracht, jedoch keine Zeit zum Ausruhen, denn 2020 stehen wieder Jubiläen, die uns fordern, auf der Agenda, zum Beispiel, 275 Jahre Heirat von Katharina II. und Peter III., 25 Jahre Sammlung Katharina II. und 10 Jahre Katharina-Denkmal in Zerbst, 30 Jahre Städtepartnerschaft mit Jever und vielleicht ein 3. Katharina-Forum?“, blicken Tatyana Nindel und Annegret Mainzer vom Vorstand des Katharina-Vereins voraus.

Zerbst, den 15.11.2019

„Россия лучше своей репутации“ – 2ой германо-российский экономический Екатерининский форум прошел в Цербсте/Ангальт

«Россия лучше своей репутации» – 2ой германо-российский экономический Екатерининский форум прошел в Цербсте/Ангальт

Аннегрет Майнцер, Цербст

После успешнего проведения Большого Екатерининского Бала вечером 29 сентября, в Цербстском городском холле утром 30 сентября на том же месте прозвучал сигнал из Цербста во второй раз. В начале лета прошлого года заслуженный немецкий политик проф. Гюнтер Верхойген назвал 1ый германо-российский экономический Екатерининский форум сигналом из Цербста.

30 сентября и 01 октября с. г. Министерство экономики, науки и дигитализации федеральной земли Саксония-Ангальт и мэрия города Цербст/Ангальт пригласили принять участие в работе 2го германо-российского экономического Екатерининского форума, который прошел в том же здании, где в XVIII веке молодую Цербстскую принцессу, будущую российскую императрицу Екатерину Великую, научили ездить верхом. Более аутентичного места проведения форума невозможно себе и представить.

Екатерина Великая — это просто мурашки по коже

Д-р Юрген Уде, государственный секретарь в министерстве экономики, науки и дигитализации Саксонии-Ангальта, в своей приветственной речи сказал: «Екатерина Великая — это просто мурашки по коже».

«Екатерина Великая объединяет наши страны», — подтвердил Александр Смекалин, председатель правительства Ульяновской области.

Екатерининский форум — это вид народной дипломатии или гражданского неповиновения?


На правах хозяина Андреас Диттманн, мэр г. Цербст/Ангальт, приветствовал участников 2го Екатерининского форума.

Среди них были:

– д-р Юрген Уде, госсекретарь Министерства экономики, науки и дигитализации Саксонии-Ангальт;

Александр Смекалин, председатель правительства Ульяновской области;

Андрей Л. Вертлужских, депутат Государственной Думы Российской Федерации;

Олег Заремба, заместитель мэра г. Омск;

Хольгер Хевельманн, депутат парламента Саксонии-Ангальт;

Ян Эдо Альберс, мэр г. Йевер;

Ольга Федулова, ТПП г. Омск;

Хансюрген Оверштольц, президент Bosch Group Russia;

Маттиас Шепп, председатель правления Российско-германской внешнеторговой палаты;

Сергей Никитин, руководитель представительства ТПП России и Германии;

Павел Рубцов, заместитель руководителя Торгово-экономического бюро Посольства России

в Германии;

д-р Ютта Фолькнер, автор и журналист.

В работе 2го Екатерининского форума принял участие также Владимир В. Омельницкий, глава администрации Пушкинского района Санкт-Петеребурга. Побратимские отношения между городами Пушкин/Санкт-Петербург и Цербст/Ангальт установились в 1994 году.

Цербстский мэр Андреас Диттманн приветствует участников форума

В своем приветственном слове Цербстский мэр Андреас Диттманн сослался на Владимира Гринина, бывшего посла Российской Федерации в Германии, который возлагает большие надежды на народную дипломатию в данном внешнеполитическом кризисе между Евросоюзом и Россией.

По словам Андреаса Диттманна, Екатерининский форум можно считать видом народной дипломатии или гражданского неповиновения. «Для меня диалоги на нашем форуме являются самым лучшим выходом из кризиса, потому что обе наши страны срочно нуждаются в стабилизационных инициативах», — продолжил Диттманн свою речь.

Мэр отметил также важность поддержки при проведения форума со стороны министерства экономики, науки и дигитализации Саксонии-Ангальт и всех сотрудников в мэрии Цербста/Ангальт. Помимо того, он поблагодарил членов действующего с 1992 г. в Цербсте Международного исторического общества Екатерины II и общества Замок Цербст, основанного в 2003 году, за оказанную ему в подготовке форума поддержку.

Госсекретарь д-р Юрген Уде в своем приветствии передал всем участникам форума привет от министра проф. Армина Виллингманна. Одновременно он говорил о готовности министерства поддерживать такие формы германо-российского экономического диалога как Екатерининский форум в будущем. От имени министра Виллингманна он предложил поставить тему науки в фокус 3го Екатерининского форума.

Екатерининский форум — уникален в своем формате

Александр Смекалин, председатель правительства Ульяновской области, в первую очередь поблагодарил Андреаса Диттманна за инициативу проведения Екатерининского форума и за возможность принять участие в нем. По его мнению, Екатерининский форум — уникален в своем формате. Александр Смекалин в своей речи неоднократно указывал на аналогичные экономические структуры Ульяновской области и города Цербст/Ангальт. «Если мы вместе двигаемся вперед, мы можем многого достичь», — такими словами он закончил своё выступление.

Работу 2го германо-российского экономического Екатерининского форума в Цербсте вступительным словом под названием Бош в России: устойчивый успех несмотря на препятствия открыл Хансюрген Оверштольц, президент Bosch Group Russia. Фирма Бош еще с 1904 г. работает в России.

Россия — страна с большим потенциалом

Хансюрген Оверштольц, президент Bosch Group Russia

Оверштольц назвал Россию страной с большим потенциалом. Об этом свидетелсьвуют также принятые правительством Российской Федерации приоритетные национальные проекты, направленные на дальнейшее развитие здравоохранения, образования, культуры и т. д.

О филисофии компании Бош в России он сказал: «Мы не идем в другую страну, чтобы производить на экспорт. Мы производим для нужд местного рынка».

Оверштольц сообщил, что доля Европы в российской торговле составила 43%, это ок. 300 миллиардов долларов США. Но доля США в российской торговле — только 20 миллиардов долларов США. Это также объясняет, почему США в дискуссиях о санкциях ведут себя безжалостно по отношению к Европе.

Оверштольц указал также на препятствия для немецких предпринимателей в России. Важнейшей проблемой для них является небольшое количество средних предприятий. «И в России куча администраций», — предупредил он. Но по его мнению, в России есть и много плюсов, например, в последние годы там создали ряд сельскохозяйственных и промышленных парков, которые предлагают много возможностей для потенциалных инвесторов.

На вопрос о секрете многолетнего успеха компании Бош в России он ответил: «Существует не единственная гениальная мера, наш успех — это сумма всего, что мы делаем. В связи с этим ряд различных факторов играeт роль, например, это качество, особый способ общения с сотрудниками, наши меры и решения в условиях кризиса.»

панельная дискуссия

После вступительного слова Хансюргена Оверштольца и деловых знакомств прошла панельная дискуссия, в которой принимали участие Маттиас Шепп, председатель правления Российско-германской внешнеторговой палаты, Александр Смекалин, председатель правительства Ульяновской области, Сергей Никитин, руководитель представительства ТПП России и Германии, и Павел Рубцов, заместитель руководителя Торгово-экономического бюро Посольства России в Германии.

Отрывки из дискуссии:

Маттиас Шепп

«Россия лучше своей репутации.»

«Нам не нужно заново изобретать историю.»

«Конкуренты из Азии выходят на рыночные пробелы.»

«Наша сеть с россиянами уникальна. Этого не существует ни с США, ни с Китаем.»

«Русские очень хорошо решают проблемы, которые кажется, никто не может решить.»

Александр Смекалин

«Если кто-то не приходит на рынок, другой приходит.»

Сергей Никитин

«Несмотря на известные Вам стереотипы о немцах, русские также выполняют свои обязательства по доставке.»

Павел Рубцов

«Новые санкции в будущем не имеют основного влияния на нашу экономику.»

Екатерина Великая была бы очень довольна этим форумом

После горячей дискуссии Владимир Омельницкий, глава администрации Пушкинского района Санкт-Петербурга, отметил, что уровень Цербстского Екатерининского форума напоминает ему о Петербургском диалоге. По его мнению, Екатерина Великая, если она присутствовала бы на форуме, была бы им очень довольна.

Вечером все участники форума собрались в Цербстском замке на совместном приеме, организованном Министерством экономики, науки и дигитализации федеральной земли Саксония-Ангальт и мэрией города Цербст/Ангальт. В своем приветствии министр Армин Виллингманн утвердил готовность своего министерства к продолжению и дальнейшему развитию Екатерининского форума в будущем.

Второй день 2го Екатерининского форума обещал стать не менее насыщенным и интересным, чем первый.

Россия хочет мира и Германия того же

В своем приветственном слове к участникам форума Андрей Леонидович Вертлужских, депутат Государственной Думы Российской Федерации из Екатеринбурга, отметил: «Россия хочет мира и Германия того же. Екатерина Великая дала нашим странам прекрасную возможность эффективного сотрудничества.»

Андрей Л. Вертлужских, депутат ГосДумы РФ

Представьте, через 10 лет в Цербсте будет открыт 10ый Екатерининский форум!

В ходе своей речи он напомнил участникам форума, что через 10 лет будет отмечаться 300-летие со дня рождения Екатерины Великой. По этому поводу уже сегодня в Санкт-Петербурге начал работать оргкомитет. В связи с этим юбилеем в будущем Андрей Вертлужских развил смелое видение: «Представьте, через 10 лет в Цербсте будет открыт 10ый германо-российский Екатерининский форум!»

По его мнению, не достаточно, если Екатерининский форум работает раз в году, он предложил расширить форум, приглашая на встречи с космонавтами, на Екатерининские чтения с писателями и т. д.

Аннегрет Майнцер, автор статьи, и Андрей Л. Вертлужских на форуме

Олег Заремба, заместитель мэра г. Омск, в своей речи рассказал о положительном опыте в сотрудничестве города Омск с городом Барлебен под Магдебургом. Олег Заремба подчеркнул, что Екатерининский форум поддреживает диалог не только между немцами и русскими, но и между поколениями.

В ходе 2го рабочего дня Екатерининского форума были представлены стартапы и участники имели возможность принять участие в различных воркшопах:

– химическая промышленность и энергетика;

– медицинская техника и биотехнологии;

– цифровая трансформация;

– аграрная и пищевая промышленность;

– мастер-класс: правовые аспекты сотрудничества с российскими предприятиями.

В завершении 2го Екатерининского форума состоялась панельная дискуссия под названием Перспективы и сотрудничество. Участники дискуссии:

д-р Ютта Фолькнер, автор и журналист;

Ольга Федулова, ТПП г. Омск;

Аилика Ангаль-Цербстская, бюро Ангальт.

Ольга Федулова, ТПП г. Омск

В своем заключении Цербстский мэр Андреас Диттманн поблагодарил всех за их мужество посетить маленький Цербст/Ангальт. И он надеется заново приветствовать всех и еще больше заинтересованных на 3ем германо-российском экономическом Екатерининскои форуме в Цербсте/Ангальт.

Итоги:

  1.  Экономические санкции против России признали безполезными в Германии.
  2.  Несмотря на различные внешнеполитические дрязги, германо-российские отношения, особенно межрегиональные в областях эконимики, культуры, образования и науки, функционируют, и даже укрепляются.
  3.  Нельзя игнорировать негативные последствия санкций и антисанкций.
  4.  3ий германо-российский экономический Екатерининский форум состоится в Цербсте/Ангальт.
  5.  В связи с проведением 2го германо-российского экономического Екатерининского форума город Цербст/Ангальт нашел ряд новых партнеров.
  6.  Первые идеи для проведения 3го германо-российского экономического Екатерининского форума уже зародились в Цербсте/Ангальт.

Цербст, 5 октября 2019 г.

Замечание

Аннегрет Майнцер, автор данной статьи, – заместитель председателя Международного исторического общества Екатерина II в г. Цербст/Ангальт. Если Вы заинтересованы в установлении контакта со мной, вот  контактные данные:

E-Mail: anne.mainzer@googlemail.com

mobil Tel.: 0159 07675 312

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Впервые прошел Большой Екатерининский Бал в Цербсте/Ангальт

Впервые прошел Большой Екатерининский Бал в Цербсте/Ангальт

Директор Бала Ольга Мартенс: «Екатерина Великая была бы довольна этим Балом»

Аннегрет Майнцер, Цербст

29 сентября в стенах Екатерининского зала городского холла в Цербсте/Ангальт с успехом прошел Большой Екатерининский Бал.

Спустя 5 лет родилась идея проведения Большого Екатерининского Бала у членов действующего с 1991 г. в России Международного союза немецкой культурой (МСНК), являющегося крупнейшей общественной организацией немцев России.

По словам Ольги Мартенс, директора Бала и первого заместителя председателя МСНК, Большой Екатерининский Бал является масштабным культурно-просветительским проектом, поддержку которому оказывает Правительство Москвы.

Большой Екатерининский Бал проводится ежегодно с 2015 г. в залах Большого дворца музея-заповедника Царицыно под Москвой. Делегации мэрии города Цербста/Ангальт приняли участие в Больших Екатеринински Балах, проведенных в 2016, 2017 и 2018 годах.

Цербстская делегация в 2016 г. на Балу в Москве

В восточногерманском городе Цербсте/Ангальт, на Родине российской императрицы Екатерины Великой, в последние годы по инициативе основанного в 1992 г. Международного исторического общества Екатерина II развивалась традиция выбрать среди Цербстских учениц в возрасте 13 -16 лет принцессу Ангальт-Цербстскую. Уже две избранные принцессы Ангальт-Цербстские — Эстер Энке и Фридерике Бек — посетили Большой Екатерининский Бал в Москве – в 2016 и 2018 годах.

Большой Екатерининский Бал в конце сентября впервые прошел в Цербсте/Ангальт. Он был организован членами МСНК и Цербстской мэрией в тесном сотрудничестве с Международным историческим обществом Екатерина II.

В здании Цербстского городского холла, которое было построено в стиле барокко, в XVIII веке разместили манеж князей Ангальт-Цербстских, в котором молодую Цербстскую принцессу, позжую российскую императрицу, научили ездить верхом. Место для проведения Большого Екатерининского Бала в Цербсте не могло быть более аутентичным.

«290-летие со дня рождения Екаетрины Великой и 25-летие установления побратимских отношений между городами Цербст/Ангальт и Пушкин/Санкт-Петербург — это прекрасные причины для проведения Большого Екатерининского Бала в Цербсте», такими словами Андреас Диттманн, мэр Цербста/Ангальт, приветствовал гостей Бала.

мэр А. Диттманн и делегации из городов-побратимов Пушкина и Йевера

 

Среди почетных гостей Бала были его директор Ольга Мартенс, Генрих Мартенс, председатель МСНК и член Совета при Президенте Российской Федерации по межнациональным отношениям, Владимир Владимирович Омельницкий, глава администрации Пушкинского района Санкт-Петербурга, Андрей Леонидович Вертлужских, депутат Государственной Думы Российской Федерации и Ян Эдо Альберс, мэр города Йевера, явяющегося с 1990 г. городом-побратимым Цербста.

Ольга и Генрих Мартенс среди юных принцесс

На открытии Большого Екатерининского Бала в Цербсте Андреас Диттманн подчеркнул: «Мы очень рады тому, что в этом юбилейном году нам удалось привезти Большой Екатерининский Бал в Цербст».

официальное открытие

В церемонии открытия Бала приняла участие его директор Ольга Мартенс. По ее словам, маленькая Цербстская принцесса, которая совершила это длительное путешествие в Россию, была бы довольна этим Балом и этим пратнерством в Цербсте.

С приветственным словам к собравшимся гостям Бала обратился Владимир В. Омельницкий, глава администрации Пушкинского района Санкт-Петербурга. По его мнению, Цербст и Пушкин объединяет не только прошлое, не только история Екатерины Великой, но и нынешнее сотрудничество в сферах культуры и образования. Он в связи с этим указал на сотрудничество между Цербстской гимназией Франсисеум в Цербсте и гимназией № 406 в Пушкине. Школьники из Цербста приезжают в Пушкин, а из Пушкина — в Цербст. «Дети — это наши лучшие дипломаты», отметил Омельницкий.

В программу Большого Екатерининского Бала в Цербсте были включены выступления танцевальных коллективов: Дрезденский придворный танец (Dresdner Hoftanz e.V.), Танцевальный клуб г.Цербста (Tanzklub Zerbst e.V.). Белинская сопранистка Нателья Нежинская исполнила песню Джудитты из одноименной оперетты.

полонез

Под руководством танцмейстеров Анны Николаевной и Сергея Сосницкого из Москвы гости Бала исполнили вальс, полонез, аллеманду и другие танцы. Бал открылся торжественным полонезом с участием всех почетных гостей вечера.

На Балу в Цербсте прошла благотворительная лотерея. Все собранные средства были направлены на продолжение восстановления разрушенного 16 апреля 1945 г. Цербстский замок. Дирк Херрманн, председатель основанного в 2003 г. некоммерческого Общества Замок Цербст, поблагодарил организотороа лотереи за эту помощь.

Большой Екатерининский Бал — 2020 года ждет гостей в Москве 12 сентября!

Большой Екатерининский Бал в Цербсте прошел накануне 2 Германо-российского экономического Екатерининского Форума, который начал свою работу 30 сентября, в том же зале, где вечером 29 сентября прозвучали вальсы и польки.

Цербст, 03 октября 2019 г.

Триумфальное музыкальное возвращение Екатерины Великой на немецкую Родину

Триумфальное музыкальное возвращение Екатерины Великой на немецкую Родину

 

Аннегрет Майнцер, Цербст

21 сентября с. г. в родовом замке российской императрицы Екатерины Великой в г. Цербст/Ангальт прошел грандиозный концерт-бенефис под названием Петербургская серенада — концерт для императрицы Екатерины, приуроченный к 290-летию со дня рождения Екатерины Великой.

В связи с этим концертом собранные средства передали некоммерческому Обществу «Замок Цербст», чья цель состоится в восстановлении разрушенного в апреле 1945 г. Цербстского замка.

Гостей и музыкантов-художников приветствовал Дирк Херрманн, председатель Общества Замок Цербст. Среди гостей были Андреас Диттманн, мэр г. Цербст/Ангальт, и композитор Штефан Винцберг, который написал оперу Екатерина- немецкая императрица.

приветствие гостей

Ян Михаэль Хорстманн в этот вечер был не только главным дирижером Среднегерманского камерного оркестра г. Шенебек, он также выступил ведущим вечера.

Первое отделение концерта под названием Цербст началось с Йоганна Штрауса-сына, короля вальсов. Прозвучал его почти забытый в наши дни вальс У Эльбы, чья премьера прошла 28 ноября 1897 г. в Вене.

Была исполнена увертюра к сюиту, написанная немецким композитором Йоганном Фридрихом Фашом (1688-1758), который в 1722 г. был назначен придворным капельмейстером князя Ангальт-Цербстского.

Также прозвучала увертюра к оркестровому сюиту Москвичи, принадлежажая перу композитора Георга Филиппа Телеманна, родившегося в 1681 г. в Магдебурге. Кстати, его внук — Георг Михаэль Телеманн (*1748 г.) в 1773 г. был назначен музыкальным дирктором и кантором главного собора в Риге, где он умер в 1831 году.

Вернемся к концерту в Цербстском замке: Вне сомнения — одной из кульминаций концерта была премьера арии Цербстской принцессы Софии До конца моей жизни из оперы Екатерина- немецкая императрица Берлинского композитора Штефана Винцберга. Арию исполнила немецко-марроканская сопранистка Мириам Сабба. Она восхитила слушателей своим мастерством вокала.

сопранистка Мириам Сабба

Второе отделение вечернего концерта было посвящено городу Санкт-Петербургу. Прозвучали музыкальные шедевры итальянского оперного композитора Франческо Доменико Арайя (1709-1767/1771?), который был придворным капельмейстером при Елизавете Петровне (1709-1761). Арию из его оперы Сила любви и ненависти пела сопранистка Мириам Сабба.

Слушатели концерта в этот вечер пережили минуты волнения и радости — премьеру бальной музыки из опера Винцберга. Сочиняя бальную музыку, он подумал о бальном вечере в Цербстском замке, рассказал композитор Штефан Винцберг.

композитор Штефан Винцберг

Из оперы Антигона итальянского композитора Томмазо Траэтта (1727-1779) прозвучала ария Закончились мои мучения. Траэтта с 1769-1775 гг. был придворным капельмейстером при Екатерине Великой в Санкт-Петербурге.

Достойным завершением концерта в Цербстском замке стал известный вальс Прощание с Санкт-Петербургом, который Йоганн Штраус-сын написал в память о своих неоднократных гастролях в России. В связи с этим нельзя забыть о том, что он был дирижером известных в то время Павловских летних концертов на протяжении десять лет.

Все выбранные дирижером Я. М. Хорстманн музыкальные произведения для концерта в Цербстском замке были связаны с жизнью Екатерины Великой, с ее немецкой и русской родиной.

Мысль о долголетних мирных отношениях между немцами и русскими, вообще, прошла красной нитью через весь концерт.

Все — сопранистка, дирижер и ведущий и оркестр -, несомненно, на высоте. Время для слушателей пролетело незаметно, это объясняется не только великолепным исполнением описанных в статье музыкальных шедевров, но также живым красноречием ведущего.

Аннегрет Майнцер, автор данной статьи, и Штефан Винцберг

Цербст, 27 сентября 2019 г.

 

2й Екатерининский форум: Сигнал из Цербста звучит во второй раз!

2й Екатерининский Форум: Сигнал из Цербста звучит во второй раз!

Аннегрет Майнцер, Цербст

Весной 2018 года в восточногерманском городе Цербст/Ангальт успешно прошел 1й германо-российский экономический Екатерининский форум. Одним из главных докладчиков был заслуженный немецкий политик профессор Гюнтер Ферхойген, который назвал 1й Екатерининский форум «сигналом из Цербста».

https://russianhalthistory.wordpress.com/2018/06/06/signal-von-zerbst/

профессор Г. Ферхойген

https://russianhalthistory.wordpress.com/2018/06/03/prof-g-verheugen-nennen-sie-es-das-signal-von-zerbst/

30 сентября и 01 октября 2019 года в городе Цербст/Ангальт состоится 2й германо- российский экономический Екатерининский форум, т. е. сигнал из Цербста звучит во второй раз!

Германо-российский Екатерининский форум является экономическим диалогом, который инициирован городом Цербст/Ангальт и Министерством экономики, науки и цифровых технологий федеральной земли Саксония-Ангальт.

Главная цель форума состоит в установлении прямых контактов между русскими и немецкими предпринимателями и организациями и учреждениями разного рода – несмотря на нынешние непростые отношения между странами Евросоюза и Россией. Др. Рейнер Хазелофф, премьер-министр федеральной земли Саксония-Ангальт, выступает покровителем 2ого Германо-российского Екатерининского форума.

Основными темами форума 2019 года являются химическая промышленность, пищевая промышленность, медицинское оборудование, биотехнология, энергетика и цифровизация в областях науки и образования.

К участию в форуме приглашены также инициаторы инновационных стартапов из обеих стран. Таким образом, Екатерининский форум 2019 года поддерживает диалог не только между русскими и немцами, но и между поколениями.

На форуме ожидают делегации мэрии и торгово-промышленной палаты города Омск и области Ульяновск. Маттиас Шлепп, председатель правления российско-германской внешнеторговой палаты, принимает также участие в работе 2ого Екатерининского форума.

29 сентября 2019 года, накануне 2ого Екатерининского форума, по поводу 290-летия со дня рождения российской императрицы Екатерины Великой, урожденной принцессы Ангальт-Цербстской, впервые в городе Цербст/Ангальт состоится Большой Екатерининский Бал. Организаторами Бала являются мэрия города Цербст/Ангальт и Международный союз немецкой культуры в тесном сотрудничестве с Международным историческим обществом «Екатерина II», основанным в 1992 году в Цербсте.

делегация из Цербста на Большом Екатерининском Балу в Царицыно 2016 г.

Бал состоится в городском холле, т. е. в бывшем манеже князей Ангальт-Цербстских, где Цербстская принцесса, будущая Екатерина Великая, в 18 веке училась ездить верхом.

памятник Екатерине II перед Цербстским городским холлом

На Большом Екатерининском Балу в Цербсте ожидают выступление учениц и учеников Императорской школы русского балета города Пушкина/Ст. Петербург. К участию в названных мероприятиях, в Цербсте приглашены также представители городской администрации города Пушкина/Ст. Петербург на совместное празднование 25-летия установления побратимских отношений между городами Цербст/Ангальт и Пушкин/Ст. Петербург.

Для получения дальнейшей информации, пожалуйста, воспользуйтесь ссылками ниже:

https://www.stadt-zerbst.de/de/de.html

KATHARINA-FORUM

http://www.ifv-katharinaii.de/

https://www.schloss-zerbst-ev.de/

Цербст, 17 августа 2019 года

Schöpfer des Zerbster Katharina-Denkmals- Michail Perejaslawez- wurde 70

Schöpfer des Zerbster Katharina-Denkmals – Michail Perejaslawez – wurde 70

Tatyana Nindel, Annegret Mainzer, Zerbst

Am 9. Juli jährte sich zum neunten Mal der Tag der Enthüllung und Weihe des Zerbster Denkmals für Katharina die Große, eine geborene Prinzessin von Anhalt-Zerbst. Es ist zwar kein rundes Jubiläum, aber ein willkommener Anlass für den seit 1992 agierenden Internationalen Förderverein „Katharina II.“ Zerbst e.V. dieser Tage darauf aufmerksam zu machen, dass der aus Moskau stammende Bildhauer Professor Michail Perejaslawez, der das Katharina-Denkmal für Zerbst geschaffen hatte, am 30. März diesen Jahres seinen 70. Geburtstag beging.

Die Kontakte zwischen dem Katharinaverein und Michail Perejaslawez, initiiert und gefördert von Wladimir Teslenko, Vereinsgründer und Ehrenmitglied, reichen bis in die Mitte der 90er Jahre zurück.

Bereits 1995 hatte Perejaslawez eine Figur für die Sammlung Katharina II. auf der Zerbster Schlossfreiheit angefertigt. Zudem präsentierte er im darauffolgenden Jahr sein Modell für ein Katharina-Denkmal in Zerbst. Heftige Diskussionen füllten seinerzeit die Seiten der Zerbster Presse, das Aussehen und den Standort eines solchen Denkmals betreffend. Schlussendlich fügte sich alles zu einem guten Ende und alle Schwierigkeiten überwindend, wurde das von Michail Perejaslawez im Detail sehr filigran gearbeitete Denkmal für Katharina die Große am 9. Juli 2010 feierlich enthüllt und geweiht, begleitet von einem großen Medieninteresse, besonders von russischer Seite.

M. Perejaslawez zur Denkmalweihe in Zerbst

Michail Perejaslawez und sein Vater, der inzwischen 2018 verstorbene Maler Wladimir Perejaslawez, waren ebenfalls am Tag der Enthüllung in Zerbst zugegen. Michail Perejaslawez wurde zum Ehrenmitglied des Katharinavereins ernannt.

M. Perejaslawez trägt sich ins Goldene Buch der Stadt Zerbst ein

Einen großen Anteil daran, dass der Katharinaverein das Denkmalprojekt zu Ende führen konnte hatten seine Ehrenmitglieder – Wladimir Teslenko und Uwe Tschackert.

Ungeachtet seines Alters steht Professor Michail Perejaslawez noch voll im beruflichen Leben. Aktiv arbeitet er im Künstlerkollegium des Moskauer Studios der Militärkünstler namens Grekow, das dem russischen Verteidigungsministerium unterstellt ist und dessen künstlerische Leitung Perejaslawez in den Jahren 2008/2009 innehatte. Außerdem lehrt er an der Moskauer Kunstakademie namens Surikow.

Werke aus dem Atelier des mehrfach ausgezeichneten Bildhauers Michail Perejaslawez sind nicht nur in Zerbst und in den Metropolen Moskau und Sankt Petersburg zu sehen, auch in Irkutsk, Nowosibirsk, Tobolsk und Sewastopol.

Stolz machte den Künstler auch, dass er in den 90er Jahren beauftragt wurde, das Relief „Die Salbung Salomos zum König“ für die seinerzeit sich im Wiederaufbau befindliche Christ-Erlöserkirche in Moskau anzufertigen, die zu Sowjetzeiten abgerissen und an deren Stelle das Freibad „Moskwa“ gebaut wurde.

Im April diesen Jahres wurde in Jaroslawl im dortigen Museum für moderne Kunst eine Personalausstellung mit Werken von Perejaslawez eröffnet – ein weiteres Zeichen dafür, dass der Künstler nicht den Ruhestand, sondern eher den Unruhestand bevorzugt.

Der inzwischen in Zerbst nicht unbekannte Bildhauer Yaroslaw Borodin, ebenfalls Mitglied im Katharinaverein, reiste im Frühjahr nach Moskau und überbrachte dem Jubilar Michail Perejaslawez im Namen aller Vereinsmitglieder die herzlichsten Glückwünsche sowie eine Fotocollage zum Thema „M. Perejaslawez und die Katharinafreunde in Zerbst“.

M. Perejaslawez und J. Borodin in Moskau

Rückblickend meinte Michail Perejaslawez, dass der Tag der Weihe des Katharina-Denkmals in Zerbst wohl zu den beeindruckendsten Tagen seines Lebens zähle und für ihn unvergesslich sei.

Im kommenden Jahr steht das Katharina-Denkmal zehn Jahre im Zerbster Schlossgarten. Bereits dieser Tage machen sich die Vorstandsmitglieder des Katharinavereins Gedanken darüber, in welcher Form dieses Jubiläum würdig begangen werden kann.

Zerbst, 10.07.2019