Zerbst/ Anhalt mit Katharina- Denkmal und Schloss – Treffpunkt für Deutsche aus Russland

Zerbst/ Anhalt mit Katharina- Denkmal und Schloss – Treffpunkt für Deutsche aus Russland

von Annegret Mainzer, Zerbst

Im heutigen Zerbst/ Anhalt können Geschichtsinteressierte sich einerseits im Museum der Stadt sowie in den dortigen evangelischen Kirchen über die Reformation informieren und andererseits in der Sammlung Katharina II. und im Schloss auf den Spuren der russischen Zarin Katharina der Großen, einer geborenen Prinzessin von Anhalt-Zerbst, wandeln.

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Am ersten Juliwochenende strömten nun mehr als 200 Deutsche aus Russland, die sich im Bundesland Sachsen-Anhalt niedergelassen haben, busweise nach Zerbst/ Anhalt. Im Rahmen der laufenden Deutsch-Russischen Kulturwoche in Sachsen-Anhalt hatte der Förderverein Deutsche aus Russland Sachsen-Anhalt e.V. mit seiner Vorsitzenden Olga Ebert nach Zerbst/ Anhalt zu einem Vereinsforum „Russlanddeutsche in der neuen Heimat“ eingeladen. Neben der Besichtigung des Zerbster Schlosses und Stadtführungen standen eine Jugendkonferenz sowie ein Gala-Konzert auf der Agenda des ereignisreichen Tages.

Jugendkonferenz „ 20 Jahre Jugendarbeit- 20 Jahre Brückenbau“

Hauptinitiatoren der Jugendkonferenz, die unter dem Motto „20 Jahre Jugendarbeit-20 Jahre Brückenbau“ stand, waren der seit dem Jahr 2008 bestehende Jugend-und Studentenring der Deutschen aus Russland e.V. (JSDR) sowie der Internationale Verband der deutschen Kultur, Russische Förderation (IVDK), der die Interessen von etwa 700 000 Deutschen in Russland wahrnimmt.

Per Video wurde zu Anfang ein an die Konferenzteilnehmer gerichtetes Grußwort des Bundestagsabgeordneten Dr. Christoph Bergner (CDU), ehemals Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten.

Im Anschluss daran stellte Julia Iwakin, Vorsitzende des JSDR, die Ziele und Tätigkeitsbereiche dieser Organisation vor, aber auch das bisher Erreichte. Vor allem betonte sie die Internationalität der Arbeit des JSDR, die auf den verschiedenen kommunalen Partnerschaften zwischen deutschen und russischen Städten oder Organisationen beruht. Der JSDR leistet, so Julia Iwakin, ebenfalls politische aufklärungs- und Bildungsarbeit nicht nur für Kinder und Jugendliche, auch für Erwachsene, gibt in Form von thematischen Workshops und Seminaren wertvolle Hilfestellung bei der Integration der Deutschen aus Russland in das gesellschaftliche Leben ihrer neuen Wahlheimat Deutschland. Einen wesentlichen Bestandteil der Arbeit des JSDR bilden die Sommercamps, die sowohl in Deutschland wie auch in Russland für Kinder und Jugendliche durchgeführt werden und zur sprachlichen Förderung der Teilnehmer dienen, so Julia Iwakin.

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Angereist aus Moskau, richtete Katharina Martynova, die beim IDVK in Moskau für förderale Programme verantwortlich ist, ein Grußwort an die Konferenzteilnehmer. In ihren Ausführungen verwies sie ebenfalls darauf, dass der internationale Aspekt ihrer Verbandsarbeit Priorität besitzt. Dabei verwies Katharina Martynova auf die in diesem Frühjahr erfolgte Eröffnung des DeutschRussischen Hauses mit Kultur- und Geschäftszentrum in Omsk sowie auf das Deutsch-Russische Jahr des Jugendaustausches 2016/17. Nach Meinung von Katharina Martynova setze zwar jede mitwirkende Partnerorganisation ihre speziellen Prioritäten, doch die Zusammenarbeit sei für alle unerlässlich.

Julia Iwakin
Julia Iwakin
Katharina Martynova
Katharina Martynova

Danach berichtete Irina Pintschuk, die Koordinatorin der Sprach- und Bildungsprogramme des IDVK, über die Durchführung von Sprachcamps für Kinder und Jugendliche. Die Vorbereitung, Organisation und Durchführung der ethnokulturellen Sprachlager bedeute für die ca. 170 Mitarbeiter Arbeit rund um das ganze Jahr., ist nicht nur auf den Zeitraum ihrer Durchführung begrenzt. Sie stellte auch den typischen Tagesablauf eines Sprachcamps vor und betonte, dass alle sehr darum bemüht seien, Sprache und Kultur anders als im schulischen Unterricht zu vermitteln. Sport und Kreativität sowie Neugier der Teilnehmer finden hier Eingang bzw. Berücksichtigung im pädagogischen Konzept. Des weiteren zeichnete Irina Pintschuk die verschiedenen Möglichkeiten auf, um am Sprachcamp teilnehmen zu können. Viele langjährige Freundschaften zwischen den Campteilnehmern aus Russland und Deutschland seien auch schon entstanden, so Irina Pintschuk. Videosequenzen mit Aussagen der Campteilnehmer bestätigten das Gesagte.

Gala-Konzert im Katharina-Saal der Zerbster Stadthalle

Am späteren Nachmittag füllte sich der Katharina-Saal der Zerbster Stadthalle, gekommen waren auch Andreas Dittmann, der Zerbster Bürgermesiter, sowie Vorstandsmitglieder des seit 1992 in Zerbst agierenden Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V.

Begrüßt wurden die Gäste von Olga Ebert, der Vorsitzenden der Fördervereins der Deutschen aus Russland in Sachsen-Anhalt e.V. sowie vom Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann, der sich mit einem Grußwort an die Anwesenden wandte. Er nannte Zerbst/ Anhalt den idealen Kreuzungspunkt für deutsch- russische Begegnungen, gerade in einer Zeit, in der die Regierenden unserer beiden Länder sich sprachlos gegenüberstehen. Des Weiteren nahm er Bezug auf das Motto der Jugendkonferenz „20 Jahre Jugendarbeit- 20 Jahre Brückenbau“ ,denn das Brückenbauen solle doch dazu beitragen, die diesen Zustand der Sprachlosigkeit so schnell wie möglich zu beenden, so das Zerbster Stadtoberhaupt. Viel mehr, mahnte Andreas Dittmann, solle man sich auf das konzentrieren, was Deutsche und Russen jahrhundertelang verband und verbindet, ohne jedoch die Zeit, in der sie sich nicht verstanden, zu vergessen.

Olga Ebert und Andreas Dittmann
Olga Ebert und Andreas Dittmann

Im Anschluss entboten noch Katharina Martynova vom IVDK, Russische Förderation, und Julia Iwakin vom JSDR ihre Grußworte und dankten für die Möglichkeit, im Katharina-Saal der Zerbster Stadthalle diese Veranstaltung durchführen zu können.

Genug der Reden und Konferenzen!“, appellierte Zarin Katharina II., dargestellt von Olga Tidde, Vorstandsmitglied des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V. und übernahm souverän die Moderation des angekündigten und lang erwarteten Gala-Konzertes.

Olga Tidde als Katharina II.
Olga Tidde als Katharina II.

Feuerwerk künstlerischer Talente

Das zweistündige Gala-Konzert erwies sich als eine qualitativ hochwertiges Feuerwerk künstlerischer, vorwiegend gesanglicher und tänzerischer Talente, wobei es nicht immer leicht fiel, Profis und Hobbykünstler zu unterscheiden. Deutsches und russisches Kulturgut in Form von Liedern, Tänzen und Märchen von Künstlerinnen und Künstlern jeglichen Alters wurde dargeboten.

Tanzgruppe "Saltatio Burgus"
Tanzgruppe „Saltatio Burgus“
Nathalia Kraubner aus St. Petersburg
Nathalia Kraubner aus St. Petersburg

Die Sängerinnen und Sänger, die Tänzerinnen und Tänzer, die auftraten, leben und arbeiten zurzeit zum größten Teil in Sachsen-Anhalt, u.a. in Magdeburg, Weißenfels, Hettstedt und Halle. Angereist waren aber auch eine Tanzgruppe aus Waren/ Müritz sowie die Sängerin Nathalia Kraubner aus Sankt Petersburg.

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Zu Gehör bekam das Publikum u.a. Ich bete an die Macht der Liebe von D. Bortnjansky, Evergreens wie In der Nacht ist der Mensch nicht gern allein aus dem Film Die Frau meiner Träume sowie bekannte deutsche und russische Volkslieder und auch Songs, von den Sängern selbst geschrieben.

Während die Dessauer Tanzgruppe Saltatio Burgus höfische Tänze der Renaissance und des Frühbarock darbot, zeigte die Tanzgruppe aus Mecklenburg, dass ihr Repertoire Walzer, Reigen und flottere Tänze jüngerer Zeitrechnung umfasst.

Ein Highlight des Gala-Konzertes stellte die Erzählung des von Zarin Katharina II. selbst verfassten Märchens vom Zarejewitsch Chlor dar. Mit angenehmer Stimme und in sicherer freier Rede erzählte die professionell ausgebildete und derzeit in Leipzig lebende Schauspielerin und Tänzerin Mareike Greb von den möglichen Irrwegen im Leben. Mareike Greb präsentierte trotz einiger technischer Probleme ihre Liebe zum historischen Tanz. Auch die elfjährige Sängerin Daniela begeisterte das Publikum mit ihrer Natürlichkeit und ihren Liedern, in denen u.a. die für den kalten russischen Winter unerlässlichen Walenki, d.h. Filzstiefel besungen werden.

Daniela
Daniela
Mareike Greb
Mareike Greb

Des Weiteren präsentierte eine einst in Magadan und Minsk engagierte Sopranistin, die zurzeit in Magdeburg beheimatet ist, musikalische Perlen aus der Welt der leichten Operette, so u.a. die bekannte Arie Mein Herr Marquis der Adele aus Die Fledermaus.

Nach dem zweistündigen Kulturmarathon bekamen alle teilnehmenden Künstler eine Dankesurkunde aus den Händen von Olga Ebert und natürlich fast nicht enden wollenden Applaus sowie Bravo- Rufe aus dem Publikum.

Das Publikum war noch nicht müde und nahm das Angebot der Tanzgruppe Saltatio Burgus wahr, die einen Crash- Workshop in Sachsen Barocktanz anbot. Moderiert wurde dieser eloquent von der Tanz-Expertin Mareike Greb.

Fazit des Tages:

Der erste Julisonnabend 2016 rund um Zerbster Schloss und Zerbster Stadthalle bewies wieder einmal mehr: Deutsche aus Russland sind auf der einen Seite eine wahre Bereicherung für Deutschland und auf der anderen Seite wirkliche Brückenbauer in der Verbesserung des gegenseitigen Verständnisses zwischen Deutschen und Russen. Und gerade deshalb hätte ich mir gewünscht, dass mehr einheimische Deutsche im Vorfeld von diesen Veranstaltungen erfahren und somit die Möglichkeit erhalten hätten, diese zu besuchen, gemeinsam mit den Deutschen aus Russland, die vielleicht ganz in ihrer Nachbarschaft wohnen, ins Gespräch zu kommen. Vielleicht ist es den Organisatoren bei einer ihrer kommenden Events möglich, diese offener zu bewerben.

zerbstergazette traf in der Stadthalle die russische Historikerin und Katharina-Biografin Olga Eliseeva
zerbstergazette traf in der Stadthalle die russische Historikerin und Katharina-Biografin Olga Eliseeva

Zerbst, den 03. Juli 2016

 

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Professor Hermann Schmalz aus dem heutigen Zerbst/ Anhalt lehrte im einstigen Dorpat

Professor Hermann Schmalz aus dem heutigen Zerbst/ Anhalt lehrte im einstigen Dorpat

Hermann Schmalz, geboren 1807 in Bonitz bei Zerbst in Anhalt hatte in Königsberg (heute: Kaliningrad/ Russland) studiert, wo er nachweislich des 1829 gegründeten Corps Littuania Königsberg, einer Burschenschaftsvereinigung, angehörte.

Herrmann Schmalz hatte das Gut Kassen bei Pillkallen (heute: Dobrowolsk/ Russland)) im damaligen Regierungsbezirk Gumbinnen (heute: Gussew/ Russland) geerbt.

Er lehrte von 1834- 37 an der Universität Dorpat (heute: Tartu/ Estland) Landwirtschaftslehre, befasste sich neben seiner Lehr- und Forschungstätigkeit auch mit journalistischen und schriftstellerischen Arbeiten. So erschien 1837 in Dorpat seine Schrift Die Zuckerfabrication aus Runkelrüben in besonderer Erwägung für Russland als Einladungsschrift zur Stiftungsfeier der Landwirtschaftlichen Lehranstalt zu Altkusthof, an der Schmalz lehrte und den Posten des Inspektors bekleidete.

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Hermann Schmalz betätigte sich ebenfalls politisch. Er war Landrat des Kreises Pillkallen in Ostpreußen. Zudem war Hermann Schmalz von 1867- 1870 Mitglied des Norddeutschen Reichstages und bis 1879 Mitglied des Deutschen Reichstages. Dabei vertrat er den von 1808- 1945 existierenden ostpreußischen Wahlkreis Regierungsbezirk Gumbinnen 2. Heutzutage gehört der größte Teil dieses ehemaligen Wahlkreises zum heutigen Kalinigrader Gebiet (Russland) und der südliche Teil zur heutigen polnischen Wojewodschaft Ermland-Masuren. Einzug in den Deutschen Reichstag hielt Hermann Schmalz mit 62,17 % der Wählerstimmen und vertrat stets die Konservativen.

Nach seinem Tode im Jahre 1879 übernahm der Rittergutsbesitzer Albert von Sperber (1836- 1889) das Abgeordnetenmandat.

Das Interesse von Hermann Schmalz an journalistischer Tätigkeit äußerte sich in seiner Mitarbeit an der Herausgabe einer kulturell geprägten Zeitschrift Der Refraktor. Ein Centralblatt Deutschen Lebens in Russland. In der ersten Ausgabe, die am 2 Mai des Jahres 1836 erschien, wandte sich Schmalz in seinem Leitartikel An das Publikum und legte auf Seite 3 die Idee seines Blattes wie folgt dar:

Keine Anarchie, keine Gesetzlosigkeit wird der Refraktor sich zu Schulden kommen lassen. Die drei Kepplerschen Regeln des Universums, die Regeln der Wahrheit, des Rechtes und des Schönen werden ihm immer heilig sein (…) nie zum Persönlichen hinabsteigen, nie Partei nehmen, verletzen oder kränken, sondern überall will er aufbauen (…) anregen und erhalten …“

An dieser Zeitschrift arbeitete Schmalz gemeinsam mit dem deutsch- baltischen Dichter Carl Friedrich von der Borg (1794- 1848), der als Jurist und Kanzleidirektor der Universität Dorpat seinen Lebensunterhalt bestritt, aber auch russische Literatur übersetzte.

Ab 1846 war Hermann Schmalz Herausgeber der 1727 gegründeten St. Petersburger Zeitung. Dort führte Schmalz  während seiner Amtszeit das ständige Feuilleton ein.

Verwendete Literatur und Quellen

Eichhorn, C.: Die Geschichte der „St. Petersburger Zeitung“ 1727- 1902, St. Petersburg, 1902

erb.nlib.ee 26.08.2013

www.reichstag-abgeordnetendatenbank.de 26.08.2013

www.utlib.ee 26.08.2013

 

Musiker aus Anhalt in der Stadtkapelle von Reval in der Mitte des 19. Jahrhunderts – Музыканты, родом из Ангальта, в городском оркестре в Ревеле в середине 19 века

Musiker aus Anhalt in der Stadtkapelle von Reval in der Mitte des 19. Jahrhunderts – Музыканты, родом из Ангальта, в городском оркестре в Ревеле в середине 19 века

 

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Denkmale für Friedrich Schneider und Wilhem Müller in Dessau

Der bei Zittau geborene deutsche Komponist und Organist Johann Christian Friedrich Schneider (1756- 1853) war von 1822- 1853 Herzoglich- Anhaltisch- Dessauischer Hofkapellmeister. Sein Bruder Johann Gottlob Schneider (1789- 1864) war ab 1825 Organist an der von 1739 bis 1755 erbauten barocken Katholischen Hofkirche in Dresden. Diese Stelle hatte er bis zu seinem Tode inne.

Родившийся недалеко от города Циттау немецкий комрозитор и органист Иоганн Христиан Фридрих Шнайдер (1756- 1853) был с 1822 по 1853 гг. придворным капельмейстером у герцога Ангальт- Дессауского. Его брат Иоганн Готтлоб Шнайдер (1789- 1864) с 1825 г. был органистом в католическом замковом соборе в Дрездене, который был построен с 1739 по 1755 гг. в стиле барокко. Он занимал этот пост до самой смерти.

Katholische Schloss- und Hofkirche Dresden
Katholische Schloss- und Hofkirche Dresden

Zudem leitete Johann Gottlob Schneider die vom aus Böhmen stammenden Königlich- sächsischen Hoforganisten Franz Anton Dreyssig (1774- 1815) im Jahr 1807 ins Lebens gerufene ins Leben gerufene Dreyssig´sche Singakademie. Unter Johann Gottlob Schneiders Leitung erlebte die Dreyssig´sche Singakademie zu Dresden ihre Blütezeit.

Кроме того Иоганн Готтлоб Шнайдер руководил Дрезденской певческой академией, которая в 1807 г. была основана придворным органистом Франц Антон Дрейссиг (1774- 1815), который был родом из Богемии. Те годы, стоявшие под руководством Иоганна Готтлоба Шнайдера, были расцвет Дрезденской певческой академии.

Grabstätte Dreyssigs in Dresden
Grabstätte Dreyssigs in Dresden

Gemeinsam mit dem seinerzeit bekannten Dessauer Dichter Wilhelm Müller (1797- 1827) begründete Johann Christian Friedrich Schneider die Dessauer Liedertafel. Schneider führte in Dessau auch Abonnementkonzerte ein. Außerdem versuchte Schneider Musikfeste zu etablieren, z.B. 1825 in Magdeburg, 1827 in Zerbst und 1838 in Wittenberg.

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Вместе с известным в то время поэтом Вильгельм Мюллер (1797- 1827) из г. Дессау Иоганн Христиан Фридрих Шнайдер оновал Дессауский Лидертафель (немецкое мужское хоровое любительское сообщество). В г. Дессау Шнайдер учредил концерты по абонементу и кроме того, Шнайдер организовал музыкальные фестивали, напр. в 1825 г. а Магдебурге, в 1827 г. в Цербсте и в 1838 г. в Виттенберге.

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Aus Schneiders zweiter Ehe gingen acht Kinder hervor, unter ihnen war sein in Leipzig geborener Sohn Bernhard Schneider (1819- 1898). Vor seiner Anstellung in Dessau war Schneider sen. in Leipzig tätig, u.a. am dortigen Stadttheater und als Organist an der Thomaskirche.

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                                                                    Grabstätte von Wilhelm Müller in Dessau

От второго брака у Шнайдера родилось восемь детей, среди них был его родившийся в Лейпциге сын Бернард Шнайдер (1819- 1898). До его переезда в Дессау Шнайдер Старший жил в Лейпциге, где он работал в театре и органистом в соборе Св. Томаса.

Bernhard Schneider kehrte der anhaltischen Wirkungsstätte seines Vaters den Rücken und wanderte 1848 ins Russische Reich aus, wo er sich zunächst als Musiklehrer bei einem russischen Fürsten seinen Lebensunterhalt verdiente.
Außerdem gehörte Bernhard Schneider zu den zehn Musikern aus Mitteldeutschland, d.h. aus den heutigen Bundesländern Sachsen- Anhalt, Sachsen und Thüringen, die Mitte des 19. Jahrhunderts in die Stadtkapelle von Reval (heute: Tallinn/ Estland) aufgenommen wurden.

Бернард Шнайдер покинул Ангальт и в 1848 г. он переехал в Российскую Империю, где он работал репетитором и учителем в семье русского князья.
Кроме того он принадлежал к числу тех музыкантов, которые были из Средней Германии, т. е. из нынешних федеральных земель Саксония- Ангальт, Саксонии и Тюрингии и которые в середине 19 века входили в состав городского оркестра Ревеля (ныне: Таллин/ Эстония).

Im Jahr 1851 wurde diese Stadtkapelle von August Friedrich Krüger (1810- 1883), seinerzeit Stadtmusikdirektor von Reval, ausschließlich mit gut ausgebildeten professionellen Musikern aus dem heutigen Mitteldeutschland besetzt.

В 1851 г. Август Фридрих Крюгер (1810- 1883), музыкальный директор г. Ревеля, выбрал для этого городского оркестра исключительно хорошо обученных профессиональных музыкантов из Средней Германии.

Zu diesen Auserwählten gehörte nicht nur Bernhard Schneider, sondern auch der ebenfalls aus Dessau stammende Bernhard Lorenz, vermutlich ein Nachfahre einer der im 1851 herausgegebenen Staats- und Adreßhandbuch für die Herzogthümer Anhalt- Dessau und Anhalt- Köthen aufgeführten Kammermusiker Adolf Lorenz, Gustav Lorenz, Johann Karl Lorenz und Friedrich August Lorenz. Die beiden Letztgenannten waren sogar Inhaber der Kaiserlich- königlichen Russischen Kriegsgedenkmünze für 1812.
In dieser Stadtkapelle von Reval spielte außer Schneider und Lorenz auch ihr Landsmann Wilhelm Leps, ein aus Coswig in Anhalt stammender Posaunist.

К этим избранным принадлежал не только Бернард Шнайдер, но и его соотетчественник Бернард Лоренц из Дессау, который, наверное, был потомком одного из следующих придворных камерных музыкантов Адольф Лоренц, Густав Лоренц, Иоганн Карл Лоренц и Фридрих Август Лоренц, которые перечислены в адресной книге герцогств Ангальт- Дессау и Ангальт- Кётен для 1851 года.
Тромбонист Вильгельм Лепс, родом из ангальтского города Косвиг, был также членом уже упомянутого оркестра г. Ревеля.

Zuletzt war Bernhard Schneider Musikdirektor in Paluev. Wenig ist über sein Privatleben in Erfahrung zu bringen. Im Jahr 1860 ehelichte er in Smolensk nach evangelisch- lutherischem Ritus die damals neunzehnjährige Bertha Emilie Wohtzech, gebürtig aus Riga, wo er zeitweise tätig war. Seine Frau verdiente sich ihren Lebensunterhalt als Gouvernante. Bernhard Schneider verstarb in Riga.

Берард Шнайдер работал также музыкальным директором в Палуеве. До сих пор мало известно об его личной жизни. В 1860 г. он в Смоленске женился на 19- летней Эимлии Берте Вотцех, родом из Риги, которая работала гувернанткой. Бернард Шнайдер умер в Риге.

Verwendete Literatur:
Erik Amburger Datenbank (online)
forum.ahnenforschung.net 08.04.2013
Koch; K.-P.: Deutsche Musiker in Estland einschließlich dem nördlichen Livland https://www.gko.uni-leipzig.de/fileadmin/user_upload/musikwissenschaft/pdf_allgemein/arbeitsgemeinschaft/Heft15/Heft_15_Koch1Estland.pdf 06.02.2016
Lenz, W.v.: Beethoven eine Kunststudie, Cassel, 1855
Melchert, J.F. (Hg.): Staats- und Adreßhandbuch für die Herzogthümer Anhalt- Dessau und Anhalt- Köthen, Dessau, 1851
Schüler- Verzeichnis des Revalschen Gouvernements- Gymnasiums bearb. v. H. Hradetzky, Reval, 1931
Seemann, Th. (Hg.): Geschichte der Dreyssig´schen Singakademie in Dresden, Dresden, 1882
Vallaste, T.: Die maßgeblichen Musikdirektoren und Musiklehrer in Reval (Tallinn) im 19. Jahrhundert http://www.dspace.utlib.ee 30.08.2011
http://www.findcity.de 06.01.2015

Rückkehr eines Gemäldes von Lucas Cranach dem Jüngeren nach Zerbst/ Anhalt – Возвращение картины Лукаса Кранаха Младшего в Цербст/ Ангальт

Rückkehr eines Gemäldes von Lucas Cranach dem Jüngeren nach Zerbst/ Anhalt
Возвращение картины Лукаса Кранаха Младшего в

Цербст/ Ангальт

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Etwa um 1565 fertigte der namhafte aus Wittenberg stammende Maler Lucas Cranach der Jüngere (1515- 1586) das Gemälde „ Gnadenstuhl mit den Fürsten Joachim und Wolfgang von Anhalt“, das bis Mitte der fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts seinen Platz in der Hof- und Stiftskirche St. Bartholomäi zu Zerbst/ Anhalt hatte. Im Herbst 2015 beging die Gemeinde von St. Bartholomäi 800 Jahre der Altarweihe.

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Около в 1565 г. родившийся в Виттенберге художник- живописец Лукас Кранах Младшийй (1515- 1586) создал картину «Святая Тройца с князьями Иоахим и Вольфганг Ангальтскими». До середины 50-х годов эта картина находилась в Цербстском придворном соборе Св. Варфоломея. Община Св. Варфоломея осенью 2015 г. отметила 800- летие освящение своего алтаря.

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In den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts kam das stark beschädigte Gemälde auf Anraten eines Cranach- Experten nach Halle in das dortige damalige Institut für Denkmalpflege, dem Vorläufer des heutigen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie (LDA). Dort wurde mit einer teilweisen Restaurierung begonnen.

В 50-х годах по совету экспертам эта серьезно поврежденная картина была перевезена в город Галле, в тогдашний Институт охраны памятников истории и культуры, где началась частичная реставрация.

Dann folgte eine Zeit der Stagnation. Die Restaurierungsarbeiten am Cranach- Gemälde aus Zerbst kamen zum Stillstand, da einerseits die Kirchengemeinde St. Bartholomäi nicht „drängelte“ und andererseits die Restauratoren in Halle infolge der Zerstörung durch die Bombardements im Zweiten Weltkrieg eine Vielzahl von Kunstwerken zu restaurieren hatten.

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Затем последовал период стагнации. Восстановление картины Кранаха из Цербста остановилось, потому что, с одной стороны община Св. Варфоломея не „затолкала“, а с другой стороны, реставраторы в Галле вследствие разрушений, вызванных бомбардировками во время Второй мировой войны должны были реставрировать большое количество произведений искусства.

Schlussendlich wurde die Restaurierung des Zerbster Cranach- Gemäldes im Jahr 2015 vollendet, im Jahr des 500. Geburtstages von seinem Schöpfer Lucas Cranach dem Jüngeren. Am 14. Dezember 2015 erfolgte in der Hof- und Stiftskirche St. Bartholomäi zu Zerbst/ Anhalt öffentlich die feierliche Präsentation und Rückkehr des Gemäldes „ Gnadenstuhl mit den Fürsten Joachim und Wolfgang von Anhalt“. Diesem festlichen Akt wohnten bei Stephan Dorgerloh (SPD), Kultusminister des Landes Sachsen- Anhalt, der Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann, der Landtagsabgeordnete Dietmar Krause (CDU) sowie Vertreter der evangelischen Kirche in Anhalt.

Kultusminister Stephan Dorgerloh
Kultusminister Stephan Dorgerloh

В конце концов реставрация Цербстской картины Кранаха была завершена в 2015 г., когда отметят 500-летие со дня рождения Лукаса кранаха Младшего. 14 декабря 2015 г. состоялась публичная торжественная презентация реставрированной картины « Святая Тройца с князьями Иоахим и Вольфганг Ангальтскими» в придворном соборе Св. Варфоломея в Цербсте/ Ангальт. В этом торжестве приняли участие Стефан Доргерло (СДПГ), министр по вопросам культуры в федеральной земле Саксонии- Ангальт. Среди гостей были также Андреас Диттманн, мэр г. Цербст/ Ангальт, Дитмар Краузе (ХДС), депутат парламента Саксонии- Ангальт и деятели и члены евангелической церкви в Ангальте.

Bürgermeister Andreas Dittmann
Bürgermeister Andreas Dittmann
Albrecht Lindemann, Pfarrer zu St. Bartholomäi in Zerbst/ Anhalt
Albrecht Lindemann, Pfarrer zu St. Bartholomäi in Zerbst/ Anhalt                

 

Kreisoberpfarrer Jürgen Tobies
Kreisoberpfarrer Jürgen Tobies

Über die Historie der Restaurierungsarbeiten und die damit verbundenen Schwierigkeiten informierten sehr detailliert Frau Dr. Karoline Danz vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäolgie in Halle und die Restauratorin Grit Jemrich. Letztere berichtete von den verschiedenen Übermalungen, so auch davon, dass 1853 der Hofmaler Heinrich Beck (1788- 1875) das Bild veränderte.

Dr. Karoline Danz. Denkmalpflegerin
Dr. Karoline Danz. Denkmalpflegerin

Об истории реставрационных работ и о связанных с этими проблемах рассказывали очень подробно Др. Каролине Данц, сотрудник Института охраны памятников истории и культуры в г. Галле и Грит Емрих, которая реставрировала эту картину. Грит Емрих рассказала также о том, что эта картина была закрашена, напр. в 1853 г. придворный художник Генрих Бек (1788- 1875) изменил её.

Restauratorin Grit Jemrich
Restauratorin Grit Jemrich

In seinem Grußwort betonte Kultusminister Dorgerloh, dass Wittenberg Cranachstadt sei und Anhalt – Cranachland. Ihn begeistert sehr, dass das Zerbster Cranach- Gemälde die verschiedenen Schichten, die verschiedenen Zeiten zeige und vor allem, wo gemalt und kräftig eingegriffen wurde. „ Cranach malte die Reformation“, so der Kultusminister.

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В своей вступительной речи министр подчеркнул, что город Виттенберг является городом Кранаха, а Ангальт является регионом Кранаха. Для него очень интересно, что картина Кранаха из Цербста показывает различные слои и различные времена. По его мнению можно чувствовать, где было что-то изменено. «Кранах изображал Реформацию», говорил министр.

Alle weiteren Redner betonten ebenfalls die Bedeutung des restaurierten Gemäldes für die Gemeinde von St. Bartholomäi, so verwies Kreisoberpfarrer Jürgen Tobies, dass das Cranach- Gemälde ein Bild gelebten Glaubens in Zeiten von Religionskriegen darstelle. Bürgermeister Andreas Dittmann forderte eine Rückbesinnugn auf die eigene Geschichte, um verantwortungsbewusster für das Morgen zu handeln.

Die Restaurierung des Cranach- Gemäldes wurde dank einer Finanzierung durch das Land Sachsen- Anhalt und durch weitere Sponsoren ermöglicht.

Все другие выступающие указали на значение реставрированной картины для общины Св. Варфоломея. По мнению пастора Юрген Тобис картина Кранаха является изображением живой веры во времена религиозных войн.

Реставрация картины Кранаха стало возможно благодаря финансовой поддержке со стороны федеральной земли Саксонии- Ангальт и других спонсоров.

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Der Hauptmann, der das Mädchen rettete – Капитан, кoторый спас девушку

Der Hauptmann, der das Mädchen rettete – Капитан, кoторый спас девушку

Sowjetisch- Ukrainisch- Magdeburger Geschichte – Совестско- украинско- магдебургская история

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Am 13. März 1969 spielte die 4- jährige Kathrin Lehmann unbeaufsichtigt am Fenster in der 5. Etage in der damaligen Wilhelm- Pieck- Allee im Zentrum der ostdeutschen Stadt Magdeburg, die heutige Hauptstadt des Bundeslandes Sachsen- Anhalt.
Als das Mädchen dann wirklich 22 m in die Tiefe fiel, wurde sie vom vorübergehenden Igor Belikow, seinerzeit Oberst sowjetischen Streitkräfte in der damaligen DDR, aufgefangen.

13 марта 1969 г. четырехлетняя Катрин Леманн играла без присмортра у открытого окна на шестом этаже жилого дома, находящиегося в центре восточногерманского города Магдебург, который ныне является административным центорм федерльной земли Саксонии- Ангальт.
Когда девушка упала 22 м в глубину, Игорь Беликов, в то время капитан советских ВВС в тогдашней ГДР, ловил её при помощи своей шинели.

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Igor Belikow, geboren 1941 in Charkow in der heutigen Ukraine, war seit 1960 Jagdflieger bei den sowjetischen Luftstreitkräften, die in der nicht weit von Magdeburg gelegenen Stadt Zerbst stationiert waren. An diesem 13. März 1969 war er in Magdeburg aufgrund eines Arztbesuches und war somit zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Blickauf den heutigen Zerbster Flugplatz
Blickauf den heutigen Zerbster Flugplatz

Игорь Беликов, который родился в Харкове в 1941 году, служил с 1960 года летчиком- истребителем советских ВВС в соседнем городе Цербст. В тот 13 марта 1969 года он приехал в Магдебург для медосмотра. Таким образом Игорь Беликов был в нужное время в нужное место.

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1970 kehrte Igor Belikow in die Sowjetunion zurück, wo er die Fliegerakademie Juri Gagarin absolvierte und weitere Einsätze in auf der Krim, im Kaukasus und Afghanistan.
Aufgrund seiner heldenhaften Rettungstat wurde Iwan Belikow 1977 Ehrenbürger der Stadt Magdeburg. Ihm zu Ehren steht heute im Stadtzentrum ein vom in Sachsen- Anhalt geborenen Bildhauer Heinrich Apel (*1935) gefertigtes Bronzedenkmal.

С 1970 года Игорь Беликов служил в СССЗ, где он стал выпускником авиационной акдемии им. Юрий Гагарина. Потом Беликов служил в Афганистане, Крыму и на Кавказе.
В 1977 году Игорь Беликов из- за своего геройского поступка был назначен почётным гражданином города Магдебурга. В его честь ныне в городском центре находится бронзовый памятник, сделанный скульптором Генрих Апель, который в 1935 году родился в Саксонии- Ангальте.

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Der Bildhauer Heinrich Apel fertigte für die Stadt Magdeburg auch den Faunbrunnen in der Leiterstraße an.
Скульптор Генрих Апель является также автором так называемого Фонтана Фавна в городе Магдебурге.

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Doch zurück zu Igor Belikow: Der unvergessene Held von Magdeburg, verstarb im Frühjahr 2015.

Возвращаемся к Игорю Беликову: Незабываемый герой города Магдебурга умер весной 2015 года.

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Regionalgruppe „ Anhalt- Zerbst“ des Vereins für Anhaltische Landeskunde gegründet – Основана региональная группа «Ангальт- Цербст» Союза краеведения Ангальта

Regionalgruppe „ Anhalt- Zerbst“ des Vereins für Anhaltische Landeskunde gegründet
Основана региональная группа «Ангальт- Цербст» Союза краеведения Ангальта

Der Verein für Anhaltische Landeskunde wurde im Jahr 1990 neu gegründet. Er führt die Arbeit des 1875 gegründeten Vereins für Anhaltische Geschichte und Altertumskunde und des 1890 geschaffenen Vereins für Anhaltische Landeskunde fort.
Die Mitglieder des heutigen Vereins für Anhaltische Landeskunde betreiben Forschungen über das historische Gebiet Anhalts. Die Forschungsgebiete sind sehr breit gefächert, dazu gehören historische Geografie, Denkmalpflege, Numismatik, Archäologie, Wirtschaftsgeschichte usw.
Außerdem ist der Verein für Anhaltische Landeskunde Herausgeber verschiedener wissenschaftlicher Publikationen und organisiert u.a. wissenschaftliche Kolloquien. In den anhaltischen Regionen Köthen, Dessau und Bernburg existieren bereits regionale Gruppen des Vereins für Anhaltische Landeskunde.

http://www.val-anhalt.de/

Союз краеведения Ангальта был снова основан в 1990 году. Он является преемником основанного в 1875 году Общества истории Ангальта и созданного в 1890 году Союза Краеведения Ангальта.
Члены нынешнего Союза краеведения Ангальта занимаются исследованиями о исторической территрории Ангальта. Они интенсивно занимаются истрической географией, сохранением памятников, нумизматикой, археологией и историей экономики итд.
Кроме того Союз краеведения Ангальта издает научные публикации и организует научные коллоквиумы. В ангальтских регионах Кётен, Дессау и Бернбург были уже созданы региональные группы Союза краеведения Ангальта.

Stadthalle Zerbst городской холл в Цербсте/ Ангальт
Stadthalle Zerbst- городской холл в Цербсте/ Ангальт

Am 26. September 2015 wurde in der Stadthalle zu Zerbst/Anhalt die Regionalgruppe Anhalt- Zerbst des Vereins für Anhaltische Landeskunde gegründet. Anwesend waren Prof. Dr. Herrmann Seeber, Vorsitzender des Vereins für Anhaltische Landeskunde, und Andreas Dittmann, Bürgermeister der Stadt Zerbst/ Anhalt, der auch ein Grußwort sprach.

Prof. Dr. Seeber
                     Prof. Dr. Seeber

26 сентября 2015 года в городском холле г. Цербст/ Ангальт была основана региональная группа «Ангальт- Цербст» Союза краеведения Ангальта. Присутствовали также Проф. Др. Херрманн Сеебер, председатель Союза краеведения Ангальта, и г- н Андреас Диттманн, мэр г. Цербст/ Ангальт, который выступал с приветственным словом.

Bürgermeister Andreas Dittmann
             Bürgermeister Andreas Dittmann

Danach hielt Frau Dr. Ulla Jablonowksi, Ehrenvorsitzende des Vereins für Anhaltische Landeskunde, einen informativen Vortrag zum Thema Die letzten Lebensjahre des Fürsten Wolfgang in Zerbst (1564- 1566).

Dr. Ulla Jablonowski
                         Dr. Ulla Jablonowski

После этого выступал г- жа Др. Улла Яблоновский, почетный председатель Союза краеведения Ангальта, с докладом на тему «Последние жизненные годы князя Вольфганга в Цербсте (1564- 1566)».

Zum Abschluss besichtigten die Teilnehmer der Gründungsversammlung die einstige Hof- und Stiftskirche St. Bartholomäi, die im Jahr 2015 ihr 800-jähriges Bestehen begeht.

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Наконец, члены учредительного собрания осмотрели бывшую придворную церковь Св. Варфоломея, которая в 2015 г. отмечает своё 800- летие.

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Zerbst, den 26-09-2015               Annegret Mainzer

Цербст, 26 сентября 2015 г.      Аннегрет Майнцер

Handwerker und Unternehmer aus Anhalt im Zarenreich

Handwerker und Unternehmer aus Anhalt im Zarenreich

Seit eh und je steht deutsche Handwerksarbeit in aller Welt hoch im Kurs und gilt als Garant für eine hohe Qualität der Produkte. Im Ausland assoziiert man den Begriff des deutschen Handwerks mit Attributen wie Fleiß, Zuverlässigkeit und Solidität.
Solides Handwerk wussten bereits Zar Peter I. und Zarin Katharina II. zu schätzen und holten deshalb niederländische und vor allem deutsche Handwerker ins Russische Reich. Schon 1790 hatten sich in St. Petersburg 210 Schneider, 77 Bäcker, 59 Sattler, 13 Dreher, 17 Uhrmacher und 19 Schornsteinfeger deutscher Herkunft niedergelassen. Im Jahr 1868 waren 25 % aller Petersburger Bäcker deutschsprachig.
Unter ihnen war auch der 1799 in Bernburg geborene Bäckermeister Johann Andreas Erfurt, der ab 1856 sogar Hofbäcker war.

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                             Innungszeichen der Bäcker, die bis heute noch in Zerbst/ Anhalt erhalten

Nicht nur in urbanen Zentren wie St. Petersburg und Moskau waren deutsche Handwerker ansässig, auch in großer Anzahl im Baltikum. So habe ich mich entschlossen, der Frage nachzugehen, welche Handwerker und Unternehmer aus Anhalt im Zarenreich tätig waren.

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