September 2017: Premiere des Musicals „Fieke“ in Zarizyno bei Moskau

September 2017: Premiere des Musicals „Fieke“ in Zarizyno bei Moskau

Johanna Elisabeth von Anhalt-Zerbst: „Die Zeit diktiert ihre Interessen“

Annegret Mainzer, Zerbst

Am 16. September d.J. fand im Park von Zarizyno bei Moskau das vom Internationalen Verband Deutsche Kutur (IVDK) organisierte Festival der Balltraditionen zur Zeit von Zarin Katharina II. statt.

Besondere Programmpunkte dieses herbstlichen Freiluftfestivals bildeten u.a. öffentliche Tanzlektionen, in denen Interessierte jeglichen Alters sich in Etiketten und Tänzen zur Zeit des Barock ausprobieren konnten, und auch nicht unerwähnt sollten die professionellen akrobatisch choreografierten Vorführungen mit gefährlich klingenden Degen a la les trois mousquetaires bleiben.

                

Doch den absoluten Höhepunkt des diesjährigen Open-Air-Festivals in Zarizyno stellte die Premiere des Musicals Fieke dar, das die Frage >Wie wurde aus der kleinen Fieke die große Katharina?< thematisiert. Bereits einige Zeit zuvor war die Musicalpremiere in verschiedenen sozialen Netzwerken und deutschen sowie russischen Medien angekündigt worden.

Besucher auch aus Zerbst/ Anhalt

Auch Annegret Mainzer und Dirk Herrmann von Katharina-und Schlossverein in Zerbst/Anhalt, die im Rahmen des 3. Großen Katharinaballs in Moskau weilten, waren unter den zahlreichen Zuschauern im Park von Zarizyno. Noch vor Vorstellungsbeginn trafen sie auf Elena Eliseeva und Ivan Zolotuchin, die kindlichen Darsteller von Fieke und Peter. Die zwei jungen Darsteller ließen sich auch nicht lange zu einem gemeinsamen Foto mit den Gästen aus der deutschen Heimat von Katharina II. bitten.

v.l.n.r.: Dirk Herrmann, Elena Eliseeva, Ivan Zolotuchin, Annegret Mainzer

Zahlreiche Besucher– jung wie alt- standen erwartungsvoll und dicht gedrängt sowie mit Kameras und Smartphones bestückt an der Bühne, um interessiert das Musical Fieke zu verfolgen.

Sehr ausdrucksstark und effektvoll – die Musik. Imposant, gewaltig und markant – die Stimmen. Groß und typisch russisch-pathetisch – die Worte. Praktikabel-tanzbar – die Kostüme. Spartanisch und transparent – das Bühnenbild.

Jedoch, unvergesslich und bleibend – der Eindruck!

Die Darstellerinnen und Darsteller

Die in Alma-Ata geborene und im klassischen Gesang ausgebildete Schauspielerin Irina Lindt mit deutschen Wurzeln, Regisseurin des Musicals Fieke und Darstellerin von Zarin Elisabeth Petrowna, ist in der Moskauer und russischen Theater-und Filmlandschaft keine Unbekannte. Ihre Stimmgewalt füllt würdevoll den Bühnenraum aus, wie es sich für eine Zarin gebührt.

            

Eine weitere Darstellerin im Musical Fieke ist Anna Bagmet, die die Rolle der ehrgeizigen und geltungsbedürftigen Fürstin Johanna Elisabeth von Anhalt-Zerbst verkörpert. All ihre Gestik und Mimik, ihr voller Stimmeinsatz auf der Bühne überzeugten die Zuschauer vom Streben der Zerbster Fürstin nach Höherem, von ihren hochfliegenden Plänen für ihre Tochter Fieke. „Die Zeit diktiert ihre Interessen“ („Время диктует свои интересы“) – so rechtfertigt Johanna Elisabeth alias Anna Bagmet im Musical Fieke ihr Handeln. Zweifelsfrei brilliert die theater-und filmerfahrene Anna Bagmet in der Rolle der Mutter der Zerbster Fürstentochter Fieke.

             

Das Pendant dazu bildet Fürst Christian August von Anhalt-Zerbst, Vater von Fieke, dargestellt von Alexander Kolzov. Sehr ergreifend und überzeugend die Szene des Abschiednehmens von Tochter Fieke. Sein fein nuancierter Stimmeinsatz, seine pointengenaue Gestik und Mimik in dieser Szene zeugen von Alexander Kolzovs hohem Empathievermögen. Auch Anna Glaube, Darstellerin der vierzehnjährigen Fieke, wirkte auf der Bühne mit all ihrem jugendlichen Übermut und Abschiedsschmerz sehr glaubwürdig.

                                     

Das Zusammenspiel der Solistinnen und Solisten mit den Damen und Herren vom Ballett des Moskauer Musicaltheaters war erstklassig professionell und harmonisch.

Mit einem Koffer voller unauslöschlicher positiver Eindrücke und Ideen für das Jahr 2018 fuhren Annegret Mainzer und Dirk Herrmann zurück nach Zerbst/Anhalt. Und vielleicht macht das Musical Fieke in naher Zukunft auf dem Hof des Schlosses Zerbst halt?

Zerbst, den 05.Oktober 2017

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Jahreshauptversammlung beim Internationalen Förderverein „Katharina II.“ Zerbst e.V. – Годовое собрание Международного исторического общества «Екатерина II“

Jahreshauptversammlung beim Internationalen Förderverein „Katharina II.“ Zerbst e.V. 

Годовое собрание Международного исторического общества «Екатерина II“

Annegret Mainzer, Zerbst

Am 08. April diesen Jahres lud der Internationale Förderverein „Katharina II.“ Zerbst e.V zu seiner alljährlichen Jahreshauptversammlung ein.

8 апреля с.г. состоялось годовое отчетное собрание Международного исторического общества «Екатерина II» г. Цербст.

Nicht nur Vereinsmitglieder wie der Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann, der Hallenser Publizist Dr. Michael Pantenius und Vereinsgründer und Ehrenmitglied Wladimir Teslenko, auch Vertreter der Partnervereine wie des Zerbster Schlossvereins und der Internationalen Fasch Gesellschaft waren dieser Einladung gefolgt.

Среди гостей были не только члены общества как Андреас Диттманн, мэр г. Цербст/ Ангальт, д-р Михаэл Пантениус, публицист из г. Галле, и Владимир Тесленко, основатель и почетный член Екатериниснкого общества, но и представители паpтнерских ассоциаций как, например, Общества «Замок Цербст» и Международного общества им. « И.Ф.Фаша».

Neben den Rechenschaftsberichten der Vereinsvorsitzenden, der Schatzmeisterin und des Kassenprüfers sowie der Vorstellung des Jahresarbeitsplanes 2017 standen in diesem Jahr auch Vorstandswahlen auf der Tagesordnung.

Повестка дня включала в себя следующие вопросы: отчет председателя правления о деятельности 2016 г., бухгальтерский отчет, отчет ревизионной комиссии, ознакомление с программой 2017 г. и избрание членов правления.

Tatyana Nindel, Vorstandsvorsitzende, konnte in ihrer Rechenschaftslegung, die sie mithilfe einer Powerpointpräsentation illustrierte, auf ein ereignis- und arbeitsreiches Jahr 2016 zurückblicken.

Оглядываясь на истекший отчетный период, Татьяна Ниндель, председатель правления общества, в своем отчете отметила, что 2016 год был насыщен рядом важных для общества событий.

Ein erster Höhepunkt im Jahr 2016 war ohne Zweifel die erste Wiederbegegnung zwischen Katharina II. und Zar Peter III. seit etwa 255 Jahren im Zerbster Gebäude der Sparkasse Anhalt-Bittelfeld im Rahmen der 51. Zerbster Kulturfesttage. Gemeinsam mit dem Zarenverein aus Kiel hatte der Katharinaverein eine Ausstellung und einen Vortrag über die Persönlichkeit von Zar Peter III. organisiert. „Dem Kieler Zarenverein in Zerbst eine Plattform zu geben, war bei uns im Vorstand nicht unumstritten“, bekannte Tatyana Nindel. Doch man habe durch die Zusammenarbeit mit dem Kieler Zarenverein zahlreiche neue historische Fakten über den oft in der Geschichtsschreibung stiefmütterlich behandelten Zaren Peter III. erfahren, die man bis dato anders gesehen hat, führte sie weiter aus.

Несомненно, одной из первых кульминацией 2016 года стала встреча императрицы Екатерины II с императором Петром III, с последней встречи которых прошло 255 лет, в Цербстском здании сберкассы Ангальт-Биттерфельд в рамках 51 Цербстского фестиваля культуры. Члены Екатерининского общества вместе с членами Кильского царского общества организовали выставку и лекцию о личности императора Петра III. „Дать Кильскому царскому обществу шанс выступить в Цербсте, – это был довольно спорный вопрос среди членов правления“, признала она. Но, благодаря этим мероприятиям они узнали много новых интерсных фактов об этом императоре, продолжала она свой рассказ.

https://zerbstergazette.wordpress.com/2016/02/17/erstmalige-begegnung-zwischen-katharina-ii-und-peter-iii-in-zerbster-sparkasse/

Des Weiteren erinnerte die Vereinsvorsitzende in ihrem Jahresbericht an den im März 2016 in Kooperation mit der Kreisvolkshochschule am Standort Zerbst/ Anhalt und anderen Vereinen organisierten multikulturellen Frauentreff. Ein Ziel des Katharinavereins sei es, so Tatyana Nindel, die Neu-Zerbster, u.a. Flüchtlinge mit der historischen Seite von Zerbst bekannt zu machen. Einige Vereinsmitglieder engagieren sich auch als Familienpaten in der Zerbster Flüchtlingshilfe.

https://zerbstergazette.wordpress.com/2016/03/21/mulitkultureller-frauentreff-in-zerbst-voneinander-lernen-miteinander-leben/

В дальнейшем Татьяна Ниндель напомнила о том, что в марте 2016 г. была организована встреча с женщинами-беженцами, живущими в Цербсте/ Ангальт. Это мероприятие было организовано в тесном сотрудничестве с другими Цербстскими обществами и институтами. Среди членов Екатерининского общества ряд женщин, которые активно поддерживают семьи беженцев. «Ознакомиться их с историей нашего города, это также одна из наших целей», сказала она.

Unvergesslich für die Vereinsmitglieder auch, führt die Vorsitzende weiter aus, der 29. April 2016 im Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur in Berlin. Dank der Initiative der Ehrenmitglieder Wladimir Teslenko (Zerbst) und Jurij Korolkov (Moskau) konnten gleich zwei Ausstellungen im Berliner Russischen Haus der Wissenschaften und Kultur im Beisein von Wladimir M. Grinin, Außerordentlicher und Bevollmächtigter Botschafter Russland in Deutschland, eröffnet werden.

https://zerbstergazette.wordpress.com/2016/04/30/ausstellungen-bieten-einladung-zum-rendevous-mit-russland-zwischenstation-zerbst-anhalt/

Незабываемым событием для членов Екатерининского общества стал 29 апреля прошлого года. В этот день в Русском Доме науки и культуры в Берлине они благодаря инициативе почетных членов Владимира Тесленко и Юрия Королькова могли открыть одновремнно две выставки. На торжественном открытии присутствовал Владимир М. Гринин, Чрезвычайный и Полномочный посол Росссии в Германии.

Sehr erfolgreich wurde im Sommer 2016 der Russische Abend, gestaltet vom Ensemble Trio Shoshana, mit feinster Klezmermusik und einem dreigängigen russischen Menü durchgeführt. Schnell waren die Karten ausverkauft und die Vorsitzende versprach, dass es 2018 eine Fortsetzung geben wird.

Летом 2016 г. был проведен так называемый Русский Вечер c исполнением традициионной народной музыкой восточноевропейских евреев в стиле клезмера. Выступил ансамбль «Трио Шошана». Кроме того, гости в этот вечер познакомились с русской национальной кухней.

https://zerbstergazette.wordpress.com/2016/07/24/wodka-pelmeni-borschtsch-froehliche-musik-alles-was-zum-russischen-abend-gehoert/

Ein anderer bedeutender Meilenstein im Jahr 2016 war die Teilnahme einer Zerbster Delegation mit Bürgermeister Andreas Dittmann an der Spitze und den Vereinsmitgliedern Olga Tidde und Annegret Mainzer sowie der Zerbster Prinzessin Esther Sophie Enke am 2. Großen Katharinaball im Großen Palast von Zarizyno bei Moskau. Außerdem übernahm Yurij Korolkov auf dem ball die Rolle des Botschafters des Katharinavereins.

Еще одной важной вехой в 2016 г. было участие Цербстской делегации в 2. Большом Екатерининском Балу в Большом дворце музея-заповедника «Царицыно» в Москве. В состав делегации входили члены общества Андреас Диттманн, Ольга Тидде, Аннегрет Майнцер и избранная в 2015 г. Цербстская принцесса София Эстер Энке. Кроме того, Юрий Королков выступил в качестве посла Екатерининского общества на балу.

https://zerbstergazette.wordpress.com/2016/09/29/grosser-katharinenball-bei-moskau-roter-teppich-ballroben-sektpyramiden-und-ehrengaeste-aus-zerbst-anhalt/

Das Zerbster Schloss war im Sommer 2016 auch Treffpunkt der Deutschen aus Russland, die ihre Heimat in Sachsen-Anhalt gefunden haben. Den Abschluss ihrer Kulturwoche bildete ein Gala-Konzert im Katharina-Saal der Zerbster Stadthalle, das Vereinsmitglied Olga Tidde als Zarin Katharina II. moderierte.

Olga Tidde als Katharina II.

Летом прошлого года в Цербстском замке встретились немцы из России, живущие в Саксонии-Ангальт. Их неделя культуры была завершена Гала-концертом в Екатерининском зале городского холла г. Цербст/ Ангальт. Ольга Тидде, член Екатерининского общества, выступала ведущей Гала-концерта.

https://russianhalthistory.wordpress.com/2016/07/03/zerbst-anhalt-mit-katharina-denkmal-und-schloss-treffpunkt-fuer-deutsche-aus-russland/

Auch die Lesung mit dem Autor der ersten Katharina-Biografien in der DDR-Zeit Jan von Flocken anlässlich des 220. Todestages von Katharina II. im November 2016 blieb nicht unerwähnt.

По поводу 220-летия со дня смерти Екатерины II в ноябре 2016 г. состоялось в Цербсте чтение с историком и автором Ян фон Флокен, автор первой биографии Екатерины II, изданной в ГДРровские времена.

https://femininpower.wordpress.com/2016/11/13/jan-von-flocken-koenigin-luise-muss-man-lieben-katharina-ii-verehren/

Alle vom Katharinaverein im Jahr 2016 durchgeführten Veranstaltungen an dieser Stelle zu nennen, würde den Rahmen der Berichterstattung sprengen.

Перчислить все организованные Екатерининским обществом мероприятия 2016 г. — это выходило бы за пределы данной статьи.

Im anschließenden Finanzbericht wurden Ein- und Ausgaben dargelegt. Zum anderen erfuhren die Vollversammlung, dass der Verein zurzeit 102 Mitglieder zählt. Auch der Bericht des Kassenprüfers war zufriedenstellend, sodass „ein sorgsamer und verantwortungsvoller Umgang mit den anvertrauten Geldern konstatiert und die Entlastung des Vorstandes empfohlen werden konnte. Im weiteren Verlauf erfolgte die einstimmige Entlastung des Vorstandes.

Из бухгальтерского отчета и из отчета ревизионной комиссии члены общества узнали, что число членов общества достигло 102 человек. Подводя итоги проверки финансово-хозяйственной деятельности Екатерининского общества ревизионная комиссия считала работу правления удовлетворительной и просила собрание утвердить настоящий акт. В ходе собрания члены общества единогласно утвердили отчет правления и финансовые отчеты.

Die Wahl des neuen Vorstandes stand ebenfalls auf der Tagesordnung. Laut Satzung mussten 7 Vorstandsmitglieder gewählt werden. Vorgeschlagen wurden 8 Kandidaten. Die Vollversammlung hat wie folgt gewählt:

Tatyana Nindel – Vorsitzende

Johanna Lüdecke- stellvertretende Vorsitzende

Ilona Pflug – Schatzmeisterin

Monika Friedrich – Schriftführerin

Ursula Böttge – Kinder-u. Jugendarbeit/ Veranstaltungen

Annegret Mainzer – Presse- u. Öffentlichkeitsarbeit/ Auslandsverbindungen

Silke Hoffmann – Wirtschaftskontakte

Außerdem wurde Frau Marlies Kellpinski zum Kassenprüfer gewählt.

Für die Durchführung verschiedener Aufgaben auf internationaler Ebene wird вer Vorstand demnächst Yurij Kоrolkov berufen.

Повестка дня включала в себя избрание членов правления общества. В соответствии с уставом общества состав правления состоит из 7 действительных членов. Были 8 предложений. Собрание избрало следующим образом:

Татьяна Ниндель — председатель

Иоганна Людеке — зампредседатель

Илона Пфлуг — казначей

Моника Фридрих — секретарь

Урзула Беттге – отвечает за работу с детьми и молодежью и за организацию мероприятий

Аннгерт Майнцер — пресс-бюро/ отвечает за международные связи

Сильке Хоффманн — отвечает за контакт с предпринимателями

Кроме того, Марлиз Келльпинский была избрана членом Ревизионной комиссии.

В ближайщее будущее члены правления будут назначен Юрия Королькова членом с особенными заданиями на международном уровне.

Zwei langjährige Mitglieder – Marlies Kellpinski und Frau Reina Steffen – wurden an diesem Abend aus dem Vorstand verabschiedet. Frau Reina  Steffen wurde nach einstimmigen Beschluss der anwesenden Mitglieder die Ehrenmitgliedschaft im Katharina-Verein zuerkannt.

В этот вечер члены Екатерининского общества поблагодарили Марлиз Келльпинский и Рейна Штеффен за свою активную работу в правлении в прошедших годах. Рейна Штеффен была назначена почетным членом Екатерининского общества.

Auch Bürgermeister Andreas Dittmann dankte allen Mitgliedern des Katharinavereins für ihr Engagement und bekannte: „Ohne Sie, ohne Ihr ständiges Treiben gäbe es keine Sammlung Katharina II., kein Katharina-Denkmal in Zerbst.“ Lobend hob er die aktuelle Unterstützung, die die Stadt Zerbst/ Anhalt bei der Organisation des ersten deutsch-russischen Katharina-Forums 2017 am 1. Juni in Zerbst erfährt, hervor.

Цербстский мэр Андреас Диттманн поблагодарил также всех членов Екатерининского общества и признал: «Без вашей постоянной активной работы мы не могли бы открыть Екатерининский музей или памятник Екатерине II в Цербсте.» Он говорил также о поддержке со стороны общества в связи с организацией германо-российского Екатерининского форума- 2017 г., который будет проходить 01 июня с.г в г. Цербст/ Ангальт.

Über das Veranstaltungsprogramm 2017 des Katharina-Vereins kann man sich auf folgender website informieren:

С программой Екатерининского общества в 2017 г. можно ознакомиться на следующем веб-сайте:

http://www.ifv-katharinaii.de/de/aktuelles/veranstaltungsplan

Zerbst, den 08. April 2017

Премьерный показ картины «Первая встреча в Эйтинском замке» на родине Екатерины II

Премьерный показ картины «Первая встреча в Эйтинском замке»

на родине Екатерины II

Аннегрет Майнцер, Цербст

На картине «Первая встреча в Эйтинском замке», написанной кистью талантливого русского художника Елены Орловой-Афиногеновой, изображено первое рандеву принцессы Софии Августы Фредерики Ангальт-Цербст-Дорнбургской лет десяти и её будущего супруга герцога Карла Петра Ульриха Гольштейн-Готторпского, которому в то время было только 11 лет. Они впервые встречались в 1739 году в замке Эйтин.

На данной картине очевидно, что гуляющие по парку взрослые совершенно не обращают внимание на нарядно одетых детей, стоящих на переднем плане. Именно эти дети вошли в европейскую историю как императрица Екатерина II и император Петр III.

Поворачиваясь спиной к девочке и мальчику, кажется, что взрослые дворяне заняты только своими делами, потому что они в то время были склонены рассматривать несовершеннолетних принцесс и принцев как шахматные фигуры, которые они двигали ради своих политических, династических и личных целей и получали от этого выгоду. Вследствие того самые главные персонажи картины «Первая встреча в Эйтинском замке», т.е. ангальт-цербстская принцесса и гольштейнский герцог, стоят на шахматной доске.

Смотря на картину «Первая встреча в Эйтинском замке», мы сразу понимаем, что самым любимым жанром Елены Орловой-Афиногеновой является натюрморт. Её картина «Первая встреча в Эйтинском замке» отличается тонкой проработкой многих деталей: на роскошно причесанных париках одетых по последней моде дам мы увидим цветы, птиц, бабочек, длинные перья. Елена Орлова-Афиногенова даже не забыла о таких аксессуарах дворянства того времени, как например, веер, зонт и трость.

Только принцесса-девочка София изображена без парика, со своими длинными натуральными волосами. Ее украшения также скромны: белые жемчужные серьги, брошь с камеей и она держит в руке розовую розу. Она одета в платье розового цвета с белым тонким кружевом. С открытым добрым лицом, ангальт-цербстская принцесса смотрит на молодого герцога, который встречает ее, потупив глаза, как будто бы он не при делах. Хотя молодой герцог ещё в детском возрасте, он одет как взрослый, например, у него парик. В своих мемуарах императрица Екатерина II пишет, что в то время все его наставники и придворные требовали от него, вести себя как взрослый. В тот момент дети ещё не знают, что их ждет несчастливый брак, непростая судьба.

  

Картина «Первая встреча в Эйтинском замке» переносит нас в первую половину 18 века, когда люди не думали ни о черно-белых, ни о цветных фотографиях, поэтому самой главной основой художественной работы Елены ОрловойАфиногеновой в первую очередь являлась мемуарная литература того времени. Кроме того, она несколько раз посещала замок Эйтин, который изображен на фоне парка данной картины. Созданию картины «Первая встреча в Эйтинском замке» Елена ОрловаАфиногенова посвятила более шести месяцев.

Во время публичных презентаций картины «Первая встреча в Эйтинском замке» в Цербсте/ Ангальт и Магдебурге, т. е. на родине императрицы Екатерины II, Елена Орлова-Афиногенова поблагодарила всех за поддержку, оказанную ей во время создания картины. Ее слова благодарности в первую очередь адресованы владельцам арт-галереи fabra arsТатьяне и Фред Ниндель. 

Среди гостей вернисажей были также члены Международного исторического общества «Екатерина II» г. Цербст/ Ангальт, которые с энтузиазмом и гордостью смотрели на представленную картину. Уже в 2014 году состоялась персональная выставка Елены Орловой-Афиногеновой в Цербстском замке. Города Цербст/ Ангальт и Пушкин/ Санкт Петербург, где живет Елена Орлова-Афиногенова, являются городами-побратимами. С лета 2015 г. портрет «Принцесса Фике», написанный Еленой Орловой-Афиногеновой, украшает Екатерининский музей, открытый в 1995 году в г. Цербст/ Ангальт.

Елена Орлова-Афиногенова и Татьяна Ниндель

 

Персональная выставка под названием «Встречи» с произведениями Елены ОрловойАфиногеновой открылась 17 марта с.г. в Магдебургской арт-галерее fabra ars. Среди выставленных картин также картина «Первая встреча в Эйтинском замке». Данная выставка продлится с 17 марта по 16 апреля 2017 года.

russianhalthistory встречает художника и галериста

Цербст, 19 марта 2017 г.

Russland ist anders – Deutschland auch

Russland ist anders – Deutschland auch

Über das Forum „Russland – Feind oder Partner? Unsere Beziehungen zur Großmacht im Osten“ in Magdeburg

Annegret Mainzer, Zerbst

Seit dem Jahr 2008 organisiert die Stadtverwaltung Magdeburg unter dem Titel Wissenschaft und Gesellschaft Vorträge und Diskussionsforen zu jeweils aktuell politischen Themen. So konnten im Jahr 2009 der deutsche Astronaut Thomas Reiter und 2013 die Nobelpreisträgerin Prof. Christiane Nüsslein-Volhard in der Ottostadt an der Elbe begrüßt werden.

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In diesem Jahr lud Magdeburg zu einem öffentlichen Forum zur Fragestellung Russland – Feind oder Partner? Unsere Beziehungen zur Großmacht im Osten ein. Kompetente Fachleute hatten die Organisatoren auf das Podium in der voll besetzten Johanniskirche gebeten: Matthias Platzeck, Vorsitzender des Deutsch-Russischen Forums e.V., Klaus Olbricht, Präsident der IHK Magdeburg, Professorin Gudrun Goes, Slawistin und Kulturwissenschaftlerin an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, sowie Bernd Großheim, ehemaliger ARD-Korrespondent in Moskau. Die Moderation des Forums lag in den bewährten Händen der seit drei Jahren in Moskau lebenden TV-Journalistin Kerstin Palzer.

Den diplomatischen Faden wieder aufnehmen

Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper begrüßte die zahlreichen Besucher, unter denen auch einige Zerbster mit ihrem Bürgermeister Andreas Dittmann waren. In seiner Begrüßung erinnerte Magdeburgs OB einerseits an die Zeit des Kalten Krieges, andererseits auch an die allgemeine Freude über die deutsche Wiedervereinigung, aber bezugnehmend auf das Heute mahnte er, den abgerissenen diplomatischen Faden zwischen Europa und Russland wieder aufzunehmen, miteinander zu reden und nicht nur darüber nachzudenken, wie NATO-Truppen am schnellsten ins Baltikum verlegt werden können, was seitens des Publikums mit lautem Beifall honoriert wurde.

Die Basis für die sich anschließende Diskussion boten einleitende Ausführungen von Matthias Platzeck. Gleich zu Beginn kündigte er an, wenig darüber zu sagen, was die russische Regierung falsch gemacht habe, denn Kritik an Russland stelle zurzeit keine Marktlücke dar. Im gleichen Atemzug verwies er auch darauf, dass er nicht alles, was in Russland passiere, gutheiße.

Eine differierende Russlandrezeption in Ost und West

Anhand der von Oktober 2016–Januar 2017 auf der Burg Hohenzollern gezeigten Ausstellung 300 Jahre Beziehungen Romanow & Hohenzollern unterstrich Platzeck die jahrhundertlange tiefe Verbundenheit von Deutschen und Russen. Seiner Meinung nach seien europäische Kunst und Kultur nicht möglich gewesen ohne den mannigfaltigen Einfluss aus dem Osten. Des Weiteren führte er dem Auditorium vor Augen, dass bei uns die Wahrnehmungen Russlands differieren: Auf der einen Seite verklären wir Russland, sprechen von der sogenannten russischen Seele und Spiritualität, auf der anderen Seite assoziieren wir mit Russland – Kälte, Sibirien, das Barbarische, wo das Individuum nichts gilt. Auch in Ost- und Westdeutschland gibt es eine sich unterscheidende Russlandrezeption, oft verstünden die Westdeutschen nicht, weshalb die Ostdeutschen Sympathien für Russland hegten, obwohl sie 40 Jahre lang unter sowjetischer Besatzung leben mussten.

Matthias Platzeck, Vorsitzender des Deutsch-Russischen Forums e.V.
Matthias Platzeck, Vorsitzender des Deutsch-Russischen Forums e.V.

Russland ist anders, Deutschland auch

Matthias Platzeck unternahm den nicht einfachen Versuch zu erklären, warum Präsident Wladimir Putin unter seinen Landleuten enormen Rückhalt und Unterstützung findet, was manchen Europäer verwundern mag. Dabei erinnerte der Redner an die 90er Jahre, an den Zerfall der Sowjetunion, der nach seinen Worten einen wilden ungezügelten Kapitalismus in Russland hervorbrachte, in dessen Folge einige Wenige sehr reich wurden, die man heute die Oligarchen nennt. Erst als Putin Jelzin als Präsident ablöste, gab es in Russland eine wirkliche Chance für die Wiederherstellung einer sicheren und stabilen Staatlichkeit. Für die Russen bedeute Wladimir Putin Sicherheit und Stabilität, so Platzeck. Und so passten unsere westeuropäischen Maßstäbe nicht immer, setzte Platzeck sein Russland-Plädoyer fort, wofür es zustimmenden Applaus gab. Nach Meinung Platzecks seien folgende 5 Aspekte zu bedenken, wenn man über die heutigen Beziehungen zwischen Europa und Russland diskutiere: Der zuerst zu nennende Aspekt sei unser Triumphalismus, denn nach der Wiedervereinigung hätten wir zu sehr die Wir-haben-gewonnen-Mentalität herausgekehrt und Russland dabei an den Rand gedrängt. Des Weiteren gebe es strukturelle Fehler in der Vermittlung unseres Wertsystems, zu oft belehrten wir mit erhobenem Zeigefinger, führt Platzeck weiter aus. Auch in unserer Gedenk- bzw. Erinnerungsmatrix sollten wir sensibler werden. Während es z.B. aus Anlass des 70. Jahrestages zur Landung alliierter Streitkräfte in der Normandie offizielle Feierlichkeiten gab, wurde des 75. Jahrestages des Überfalls Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion nicht gedacht, auch nicht seitens der Bundesregierung. Das werde auch in Russland wahrgenommen, so Platzeck. Die Aspekte vier und fünf betrafen die Ukraine-Krise und die Sanktionen. Laut Platzeck könnten sie nicht bewertet werden, ohne die Vorgeschichte zu bewerten. Hierbei seien gravierende Fehler unterlaufen und auch er habe keine Lösung für die gegenwärtige Situation parat.

Abschließend bezog Matthias Platzeck sich auf Wladimir Putins Rede vor dem Bundestag im Jahr 2001, als dieser einen Platz für sein Land in der europäischen Sicherheitsarchitektur auf gleicher Augenhöhe einforderte. Zudem riet Matthias Platzeck zu einem Blick in die Geschichtsbücher. – Lang anhaltender und anerkennender Beifall dafür in der Magdeburger Johanniskirche.

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Russlands Identitätssuche bereits abgeschlossen?

In der sich anschließenden Diskussion zeigte sich, dass die Teilnehmer persönlich wie beruflich in unterschiedlichen Bereichen mit Russland in Berührung kommen. Während Politiker und Geschäftsleute wie Platzeck und Olbricht zum Beweis oder zum Widerlegen der einen oder anderen These aktuelle Zahlen aus der Wirtschaft parat haben, beruft sich die Kulturwissenschaftlerin Goes auf Dostojewski, Gogol, Leibniz und Peter I.. Die in Russland arbeitenden Medienvertreter Palzer und Großheim bereicherten die Diskussion mit persönlichen Erlebnissen vor Ort. Somit wurde eine Vielfalt von Aspekten ins Spiel gebracht.

Laut Platzeck war Russland erst in der kommunistischen Klammer und finde sich jetzt wieder in der Klammer der russisch-orthodoxen Kirche. Dem widersprach Prof. Goes. Sie meinte, Russlands Identitätsfindung sei noch nicht abgeschlossen.

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Sanktionen und Gegensanktionen- wer leidet darunter?

Von Kerstin Palzer nach den gegenwärtigen Beziehungen zwischen Sachsen-Anhalt und Russland befragt, antwortete IHK-Präsident Olbricht kurz: „Es könnte besser laufen.“ Seiner Ansicht nach würden nur die einfachen Leute in Russland darunter leiden. Und man solle sich bewusst machen, dass es für Russland auf der Welt noch andere Handelspartner gebe, nicht nur Europa., führte der IHK-Präsident weiter aus. Trotz des zurzeit rauen Klimas zwischen Europa und Russland halte man in Magdeburg an der Fortsetzung guter Kontakte nach Samara und Togliatti fest, so Olbricht. Der ehemalige ARD-Korrespondent in Moskau Großheim hielt nach eigenen Beobachtungen dagegen, dass die einfachen Menschen weniger von den Sanktionen, jedoch mehr von den Gegensanktionen betroffen seien, da u.a. das Angebot an Käse, Obst und Gemüse sich verringerte und demzufolge eine Preissteigerung nach sich zog. Laut Großheim würden die Begriffe Sanktionen und Gegensanktionen oft von deutschen Medien in einem Atemzug genannt.

Allerdings trat während der Diskussion klar zutage, dass die derzeitige durch Sanktionen und Gegensanktionen ausgelöste schwierige Situation für Russland eine Chance in sich birgt, die auch bereits zum Teil genutzt wird. Konkret gesagt, momentan erfährt die Landwirtschaft in Russland einen Aufschwung und Investitionen, Das Land nutzt eigene Ressourcen. Und wer weiß, ob bei Aufhebung von Sanktionen und Gegensanktionen die Handelsbeziehungen so weiter geführt werden können wie vorher?

Auch das Thema einer möglichen teilweisen Visafreiheit u.a. für den Studentenaustausch kam zur Sprache. Visafreiheit in verschiedenen Bereichen entkrampfe vieles, darin waren sich alle Diskussionsteilnehmer einig.

Fazit des Abends: Viele Probleme in den zurzeit schwierigen Beziehungen zwischen Europa und Russland wurden konkret angesprochen, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Zahlreiche Erklärungsversuche abgegeben und anhand von Beispielen aus dem Leben illustriert, jedoch keine konkrete Lösung angeboten, außer den Appell an alle, Russland nicht außen vor zu lassen, sondern über Kontakte aller Art, miteinander zu reden und die Verbindungen zu halten. Denn Deutschland und ganz Europa brauchen Russland, um den künftigen Frieden zu gewährleisten.

Einladung zum KATHARINA-FORUM 2017

Deutsch-Russischer Wirtschaftsdialog des Landes Sachsen-Anhalt in Zerbst/Anhalt – Heimatstadt Katharinas der Großen vom 31.05. bis 01.06.2017

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 Zerbst, den 24.Februar 2017

 

Zum Tod von Dimitrij Romanowitsch Romanow – So bescheiden wie er lebte, so leise war sein Tod

Zum Tod von Dimitrij Romanowitsch Romanow – So bescheiden wie er lebte, so leise war sein Tod

Zum Tod des Ururururenkels von Katharina II.

Annegret Mainzer

Der Blätterwald der Yellow Press ist voll von skandalösen Geschichten und Geschichtchen aus Adelshäusern, ungeachtet dessen, ob diese noch regierend oder nicht mehr regierend sind. Mal sind es die Windsors, mal die Grimaldis oder die jungen Royals Skandinaviens, der Niederlande oder Spaniens, die für Schlagzeilen sorgen. Doch wie sieht eigentlich das Leben der Nachfahren der einst im Russischen Reich mächtigen Romanows aus, deren Herrschaft mit der Erschießung der Familie des letzten Zaren ein so blutiges Ende fand?

Am 31. Dezember 2016 verstarb in Kopenhagen Dimitrij Romanowitsch Romanow, Ururururenkel von Zarin Katharina II., geborene Prinzessin von Amhalt-Zerbst, und somit entstammte er der von Zar Paul I. begründeten männlichen Linie der russischen Zarenfamilie. Von der Mehrzahl der in aller Welt verstreut lebenden Nachkommen der Romanows wurde Dimitrij Romanowitsch Romanow als Familienoberhaupt anerkannt.

Geboren wurde Dimitrij Romanowitsch Romanow am 17. Mai 1926 im französischen Cap d`Ántibes als Sohn von dem 1896 bei St. Petersburg geborenen Fürsten Roman Petrowitsch (1978) und dessen Gattin Gräfin Praskowja Dimitrijewna Scheremetjewa (1910-1980).

Die Familie lebte ab 1936 in Rom und 1946 ging Dimitrij Romanowitsch nach Ägypten, wo er eine Mechanikerlehre in den Fordwerken in Alexandria absolvierte. Aufgrund seiner Mehrsprachigkeit avancierte er etwas später zum Manager beim Automobilverkauf. Wieder nach Italien zurückgekehrt, war er ab 1952 in einem Reisebüro tätig. 1960 übersiedelte er nach Dänemark, wo er im Jahr zuvor die Tochter eines dänischen Kaufmanns geehelicht hatte. In Dänemark machte Dimitrij Romanowitsch Romanow erfolgreich Bankkarriere und ging 1993 in Pension.

Obwohl Dimitrij Romanowitsch Romanow nicht in Russland geboren, fühlte er sich der Heimat seiner Vorfahren eng verbunden. Seit 1979 war er Mitglied der Romanov Family Association. Außerdem gehörte er zu dem1993 von sieben Romanowfürsten gegründeten Romanov Fond für Russland. Und im Jahr 2006 übernahm er die Leitung des 2006 gegründeten Prince Dimitry Romanov Charity Fond. Diese Stiftungen unterstützen vor allem Hospitäler, Kinder- und Seniorenheime in Russland. Des Öfteren reiste er nach Russland.

Des Weiteren machte sich Dimitrij Romanowitsch Romanow einen Namen als Historiker und Publizist, dabei in erster Linie als Autor von phaleristischen Fachbüchern, die Ordenskunde des Russischen Reiches und Montenegros betreffend. Die Großmutter von Dimitrij Romanowitsch Romanow war Prinzessin Militza von Montenegro (1866-1951).

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Dimitrij Romanowitsch Romanow war auch aktiv beteiligt an der 1996 stattgefundenen Beisetzung der Gebeine der letzten Zarenfamilie in der Peter und Paul Festung in Sankt Petersburg. Einen großen Anteil hatte er ebenfalls an der Überführung des Sarges der Zarin Maria Fjodorowna, Mutter von Zar Nikolai II., von Kopenhagen nach St. Petersburg im Jahr 2006. Dank seiner Bemühungen konnte Maria Fjodorowna an der Seite ihres Gatten ,des Zaren Alexander III. in der Peter und Paul Festung beigesetzt werden.

Die Bemühungen von Dimitrij Romanowitsch Romanow, dort in Russland zu helfen, wo Hilfe am nötigsten ist, fand in höchsten Regierungskreisen Russlands Anerkennung. Noch im Oktober 2016 reiste Dimitrij Romanowitsch Romanow mit seiner zweiten Ehefrau nach Russland und wurde dort mit dem Alexander Newski Orden, einer hohen staatlichen Auszeichnung, für seine Verdienste um die Verbreitung der Kenntnisse über das historische und kulturelle Erbe Russlands im Ausland geehrt. So ist es nur folgerichtig, dass der russische Präsident Wladimir Putin in seiner Kondolenz schreibt, dass Dimitrij Romanowitsch ein treuer Patriot Russlands gewesen sei, der sein Leben lang stets in geistiger Verbindung mit seinem Vaterland gestanden habe. Russland sei stolz auf solche Landsleute im Ausland, heißt es im Kondolenzschreiben weiter.

Im Jahr 2003 informierte ich in meiner Eigenschaft als Vorsitzende des Internationalen Fördervereins Katharina II. Zerbst e.V, Dimitij Romanowitsch Romanow über die Aktivitäten rund um Katharina II. in Zerbst/ Anhalt. In einem Antwortschreiben begrüßte er die Aufarbeitung der deutsch-russischen Geschichte in Zerbst und wünschte weiterhin Erfolg.

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Am 10. Januar 2017 findet in der Kopenhagener Alexander Newski Kirche der Trauergottesdienst für Dimitrij Romanowitsch Romanow statt.

Zerbst, den 08. Januar 2017

 

Die ungewöhnliche Reise einer Katharina-Statue: Moskau- Jerewan- Moskau

Die ungewöhnliche Reise einer Katharina-Statue: Moskau- Jerewan- Moskau

Annegret Mainzer, Zerbst

Am 06. November 1896 stellten die Moskauer eine aus Carrara- Marmor angefertigte Statue der Zarin Katharina II., einer geborenen Prinzessin von Anhalt-Zerbst, in der Großen Halle der Moskauer Stadt- Duma, d.h. des Moskauer Stadtparlaments auf. Dies geschah in Anwesenheit der Mitglieder der kaiserlichen Familie Russlands. Einen adäquaten Beschluss zur Aufstellung der Zarin-Statue hatte das Moskauer Stadtparlament schon ein Jahr zuvor gefasst. Geschaffen wurde die Statue vom bekannten russischen Bildhauer Alexander Michailowitsch Opekuschin (1838-1923), der auch am Petersburger Denkmal für Zarin Katharina II. mitgearbeitet hatte.

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Nach 1917 brachte man die Statue ins Depot des Museums der Schönen Künste. Die neuen Machthaber Russlands beabsichtigten, den „kaiserlichen“ Marmor für die Anfertigung von ca. hundert neuen Büsten führender Kommunisten zu nutzen.

Später gelangte die Statue ins Atelier des Bildhauers Sergei Dimitrijewitsch Merkurow (1881-1952). Dieser wiederum fürchtete um die Sicherheit der Statue und sorgte deshalb dafür, dass sie Anfang der 50-er Jahre nach Jerewan, der Hauptstadt Armeniens, überführt werden konnte. Merkurow hatte sie seinem Freund Mark Wladimirowitsch Grigorjan (1900- 1978), seinerzeit Stadtarchitekt von Jerewan, übergeben. In Jerewan „schlummerte“ die Statue auf dem Hof des armenischen Nationalmuseums.

Im Jahr 2003 hatte die armenische Regierung beschlossen, die restaurierte Statue Katharinas II. Russland, d.h. nach Moskau zurückzugeben. Die Statue wiegt ohne Sockel 4,2 t und ist 2,85 m hoch.

Anfang 2006 war in der russischen Presse zu lesen, dass die aus Armenien zurückgekehrte Statue Katharinas II. auf dem Territorium des musealen Naturreservats Zarizyno aufgestellt werden soll. Kurz zuvor war die Statue im würdigen Rahmen im Großen Saal der Moskauer Tretjakow- Galerie von Armen Sambatjatin, dem Botschafter Armeniens in Russland, an Juri Luschkow, den damaligen Oberbürgermeister Moskaus, übergeben worden.

Das ist für uns alle ein freudiges Ereignis. Wir bekommen eine Skulptur eines unserer führendsten Bildhauer  Alexander Opekuschin zurück“, so seinerzeit Juri Luschkow, der noch darauf verwies, dass die Statue noch einige Zeit in der Tretjakow- Galerie verbleiben müsse, bevor sie im damals noch nicht fertiggestellten Palais von Zarizyno aufgestellt werde. Zarizyno war auch einst auf Anregung Katharinas II. errichtet worden. „Wir werden Katharina dann im zentralen Saal aufstellen, den wir Katharina- Saal nennen werden.“, so Luschkow.

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Zarizyno befindet sich südöstlich von Moskau. Im 16. Jahrhundert war dieser Ort noch ein Dorf mit dem Namen Bogorodskoje. Besitzerin dieses Dorfes war Zarin Irina Godunowa, Gattin von Zar Fjodor Iwanowitsch. Im Jahr 1712 schenkte Zar Peter I. den Flecken Bogorodskoje dem moldauischen Fürsten D. Kantemir. Bogorodskoje wurde 1775 von Zarin Katharina II. aufgekauft und von nun an Zarizyno genannt. Am Bau des Großen Palastes waren die Architekten Wassili Iwanowitsch Baschenow (1737-1788) und Matwei Fjodorowitsch Kasakow (1738- 1812)beteiligt. Mit dem Tod Katharinas II. wurden weitere Bautätigkeiten im Zarizyno eingestellt und ruhten bis zum Jahre 1803.

Im Jahr 2007 konnte die Restaurierung des Schloss- und Parkensembles Zarizyno abgeschlossen werden.

Alexander Michailowitsch Opekuschin (1838- 1923)

Der aus dem Gouvernement Jaroslawl stammende Bildhauer Alexander Michailowitsch Opekuschin erhielt seine künstlerisch-handwerklichen Unterweisungen in der Petersburger Werkstatt von Professor David Iwanowitsch Jensen (1816-1902). Anschließend besuchte Opekuschin die Kaiserliche Akademie der Künste, wo er für seine Arbeiten, zu denen auch die Skulptur Amor und Psyche gehörte, verschiedene Auszeichnungen bekam. Für die Anfertigung einer Büste des Grafen Schuwalow und seine Mitarbeit am Petersburger Denkmal für Katharina II. wurde Opekuschin in die Meisterklasse der Akademie aufgenommen. Der Titel Akademiker wurde ihm für die Anfertigung der Büste des Zarejewitsches Nikolai Alexandrowitsch und der Statue Peters I. zuerkannt. In den ersten Jahren seines Wirkens war Opekuschin vorrangig mit ornamentalen Stuckarbeiten in und an Petersburger Gebäuden befasst und zählte zu den engsten und wichtigsten Mitarbeitern des Bildhauers und Malers Michail Ossipowitsch Mikeschin (1835-1896), dem Schöpfer des Denkmals für Katharina die Große in St. Petersburg. Im Jahr 1882 präsentierte Opekuschin auf der Allrussischen Industrieausstellung gemeinsam mit Mikeschin und dem Architekten Dimitri Nikolajewitsch Tschitschagow (1835-1894) zwei Skulpturenensembles: Die Wolga und Das Erdöl. Weiterhin fertigte Opekuschin das Denkmal für Alexander II., das 1898 an der Südmauer des Moskauer Kremls aufgestellt wurde. Zu den Werken Opekuschins zählt ebenfalls das Denkmal für Alexander III., das man im Jahre 1912 neben der Christi-Erlöser-Kathedrale in Moskau eingeweiht hatte. Keines dieser zwei letzt genannten Denkmale ist erhalten geblieben. Denkmale, die ebenfalls von Opekuschin stammen, sind u.a. das Puschkin-Denkmal in Moskau, aber auch die Puschkin- Denkmale in St. Petersburg sowie in Kischinjow und das Lermontow – Denkmal in Pjatigorsk.

Quellen:

1.Mehling, M.: Moskau.Knaurs Kulturführer. München, 1990

2. Хатчатуров, С.: Спасенную статую Екатерины II вернули Москве,

http://www.vremya.ru/2006/10/10/143733.html 27.01.2006

3. Catherine the Great’s Statue returns to Moscow from Yerewan

http://www.pravdareport.com/news/science/08-10-2003/52993-0/ 09.11.2003

4.Katharina die Grosse wieder in Moskau, http://russlandonline.ru/mainmore 09.11.2003

5.Памятник Екатерине II, возвращенный Москве Арменией, будет установлен в Царицынo

http://monarhist-spb.narod.ru/Archives_news/2006/01-2006/23-01-2006-1.htm 26.01.2007

6.Опекушин, Александр Михайлович,

http://hrono.ru/biograf/bio_o/opekushin_am.php 11.04.2007

7.Российское монархическое движение. Информационный бюллетень №35, февраль 2006, стр. 15

8.http://www.museum.ru/N25145 27.10.2016

9.http://encspb.ru/object/2804030509?lc=ru 26.10.2016

10.https://rg.ru/2006/01/24/ekaterina.html 27.10.2016

Zerbst, den 16.November 2016

Chor „Heiliger Wladimir“ aus Moskau mit gesungenen Gebeten in Zerbst

Chor „Heiliger Wladimir“ aus Moskau mit gesungenen Gebeten in Zerbst

von Annegret Mainzer, Zerbst

Immer des Sommers geht der seit 1993 bestehende Moskauer Männerchor Heiliger Wladimir unter Leitung und Dirigat von Nikolai Boglewski auf Deutschlandtournee, um einerseits den deutschen Musikinteressierten mit geistlichen und weltlichen A-capella-Gesängen aus Russland zu erfreuen und um andererseits Geld zur Unterstützung des Moskauer Wladimir-Kinderkrankenhauses zu sammeln.

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So konnte der Zerbster Kantor Tobias Eger am diesjährigen dritten Augustsonntag zum wiederholten Male den Moskauer Männerchor Heiliger Wladimir in der Hof-und Stiftskirche St. Bartholomäi zu Zerbst/Anhalt begrüßen. Die Moderation des Konzertes lag in den bewährten Händen von Dr. Heinz Wehmeyer, der Projekte der Deutsch-Russländischen Gesellschaft mit Sitz in Lutherstadt-Wittenberg betreut.

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In der ersten Konzerthälfte thematisierte der Chor Heiliger Wladimir musikalisch das Thema der Taufe in der orthodoxen Kirche. Einführend erläuterte Dr. Wehmeyer, worin sich die Taufzeremonie in der russisch-orthodoxen Kirche von der in den Kirchen des christlichen Abendlandes unterscheidet. So sang der Chor mit vollem Stimmeinsatz eine der Gottesmutter bzw. der Gottesgebärerin – Богородица – gewidmete Hymne.

Darauf folgte Der große Lobgesang, der den zwei heilig gesprochenen Mönchen Savati und Zosima gewidmet ist. Savati und Zosima haben auf der Insel Solovki ein Kloster gegründet und erlangten auch als Heiler Bekanntheit. Den großen Lobgesang, ein gesungenes Gebet, boten die sechs Chorsänger sehr einfühlsam als Bittgesang dar: Herr, erbarme dich unser, Herr zu dir kommen sie, Herr vergiss uns nicht.

In seiner Moderation machte Dr. Wehmeyer darauf aufmerksam, dass in der orthodoxen Kirche Taufen in sogenannten kleinen Taufkirchen mit dreimaligem Unterwassertauchen des Täuflings stattfinden. Am Morgen nach der Taufe kann der Täufling am Abendmahl teilnehmen. Es erklang nun als Vorbereitung auf das Abendmahl die Cherubim- Hymne Gnade des Herrn.

Die Tenor-, Bariton -und Bassstimmen der Chorsänger ließen anschließend sehr harmonisch den an die heilige Anastasia erinnernden Gesang Würdig ist ertönen. Der geistliche Teil des Konzerts fand seinen Abschluss in dem Lied Herr, du bist meine Erleuchtung.

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Aber auch der zweite Teil des Konzerts, d.h. der volksliedhafte Teil war geprägt von tiefer Gläubigkeit der Russen. Die 12 Räuber, aus der Feder von Nekrasov, wurden sehr gefühlvoll vom Bariton Valerie zu Gehör gebracht. Darauf folgten das Lied Auf der heiligen Erde und eine Kosakenromanze.

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Eine zum Greifen nahe Stille erfüllte den Kirchenraum von St. Bartholomäi, als der Tenor Lew Krasowitzki das laut Dr. Wehmeyer wohl schönste russische Lied Eintönig tönt das Glöckchen sang. Dieses Solo honorierte das Zerbster Publikum mit viel Beifall.

Gänsehautgefühl rief auch der Tenor Eugen Ung mit seiner erhabenen und gefühlsbetonten Interpretation des Liedes Sag mir, wo die Blumen sind, wo sind sie geblieben… in deutscher Sprache hervor.

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Eine musikalisch Mahnung des Chores an die Politiker unserer Tage. Vollkommen in seinen Bann zog Tenor Lew Krasowitzki das Zerbster Publikum mit seiner feinbesaiteten und malerischen Darbietung des hoffnungsspendenden Wolgaliedes des Zarejewitschs Alexej, das einst von Franz Lehar komponiert wurde.

Es steht ein Soldat am Wolgastrand,
Hält Wache für sein Vaterland.
In dunkler Nacht allein und fern
Es leuchtet ihm kein Mond, kein Stern.!

..

Hast du dort oben vergessen auf mich?
Es sehnt doch mein Herz auch nach Liebe sich.
Du hast im Himmel viel Engel bei dir! Schick doch einen davon auch zu mir .         

DSCN3487Chorleiter Nikolai Boglewski und Dr. Heinz Wehmeyer entließen die Zerbster nicht, ohne dass sie darauf hinwiesen, dass das Moskauer Wladimir-Kinderkrankenhaus von Dr. Carl Andreas Rauchfuss, dem bedeutendsten Kinderarzt Russlands im 19. Jahrhundert konzipiert worden war. Dr. Rauchfuss war der Sohn eines Zerbster Schneidermeisters gewesen.

Zerbst freut sich jetzt schon auf das Konzert des Chores Heiliger Wladmir im August 2017.

Zerbst, den 22. August 2016   Annegret Mainzer