Rückkehr eines Gemäldes von Lucas Cranach dem Jüngeren nach Zerbst/ Anhalt – Возвращение картины Лукаса Кранаха Младшего в Цербст/ Ангальт

Rückkehr eines Gemäldes von Lucas Cranach dem Jüngeren nach Zerbst/ Anhalt
Возвращение картины Лукаса Кранаха Младшего в

Цербст/ Ангальт

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Etwa um 1565 fertigte der namhafte aus Wittenberg stammende Maler Lucas Cranach der Jüngere (1515- 1586) das Gemälde „ Gnadenstuhl mit den Fürsten Joachim und Wolfgang von Anhalt“, das bis Mitte der fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts seinen Platz in der Hof- und Stiftskirche St. Bartholomäi zu Zerbst/ Anhalt hatte. Im Herbst 2015 beging die Gemeinde von St. Bartholomäi 800 Jahre der Altarweihe.

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Около в 1565 г. родившийся в Виттенберге художник- живописец Лукас Кранах Младшийй (1515- 1586) создал картину «Святая Тройца с князьями Иоахим и Вольфганг Ангальтскими». До середины 50-х годов эта картина находилась в Цербстском придворном соборе Св. Варфоломея. Община Св. Варфоломея осенью 2015 г. отметила 800- летие освящение своего алтаря.

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In den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts kam das stark beschädigte Gemälde auf Anraten eines Cranach- Experten nach Halle in das dortige damalige Institut für Denkmalpflege, dem Vorläufer des heutigen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie (LDA). Dort wurde mit einer teilweisen Restaurierung begonnen.

В 50-х годах по совету экспертам эта серьезно поврежденная картина была перевезена в город Галле, в тогдашний Институт охраны памятников истории и культуры, где началась частичная реставрация.

Dann folgte eine Zeit der Stagnation. Die Restaurierungsarbeiten am Cranach- Gemälde aus Zerbst kamen zum Stillstand, da einerseits die Kirchengemeinde St. Bartholomäi nicht „drängelte“ und andererseits die Restauratoren in Halle infolge der Zerstörung durch die Bombardements im Zweiten Weltkrieg eine Vielzahl von Kunstwerken zu restaurieren hatten.

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Затем последовал период стагнации. Восстановление картины Кранаха из Цербста остановилось, потому что, с одной стороны община Св. Варфоломея не „затолкала“, а с другой стороны, реставраторы в Галле вследствие разрушений, вызванных бомбардировками во время Второй мировой войны должны были реставрировать большое количество произведений искусства.

Schlussendlich wurde die Restaurierung des Zerbster Cranach- Gemäldes im Jahr 2015 vollendet, im Jahr des 500. Geburtstages von seinem Schöpfer Lucas Cranach dem Jüngeren. Am 14. Dezember 2015 erfolgte in der Hof- und Stiftskirche St. Bartholomäi zu Zerbst/ Anhalt öffentlich die feierliche Präsentation und Rückkehr des Gemäldes „ Gnadenstuhl mit den Fürsten Joachim und Wolfgang von Anhalt“. Diesem festlichen Akt wohnten bei Stephan Dorgerloh (SPD), Kultusminister des Landes Sachsen- Anhalt, der Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann, der Landtagsabgeordnete Dietmar Krause (CDU) sowie Vertreter der evangelischen Kirche in Anhalt.

Kultusminister Stephan Dorgerloh
Kultusminister Stephan Dorgerloh

В конце концов реставрация Цербстской картины Кранаха была завершена в 2015 г., когда отметят 500-летие со дня рождения Лукаса кранаха Младшего. 14 декабря 2015 г. состоялась публичная торжественная презентация реставрированной картины « Святая Тройца с князьями Иоахим и Вольфганг Ангальтскими» в придворном соборе Св. Варфоломея в Цербсте/ Ангальт. В этом торжестве приняли участие Стефан Доргерло (СДПГ), министр по вопросам культуры в федеральной земле Саксонии- Ангальт. Среди гостей были также Андреас Диттманн, мэр г. Цербст/ Ангальт, Дитмар Краузе (ХДС), депутат парламента Саксонии- Ангальт и деятели и члены евангелической церкви в Ангальте.

Bürgermeister Andreas Dittmann
Bürgermeister Andreas Dittmann
Albrecht Lindemann, Pfarrer zu St. Bartholomäi in Zerbst/ Anhalt
Albrecht Lindemann, Pfarrer zu St. Bartholomäi in Zerbst/ Anhalt                

 

Kreisoberpfarrer Jürgen Tobies
Kreisoberpfarrer Jürgen Tobies

Über die Historie der Restaurierungsarbeiten und die damit verbundenen Schwierigkeiten informierten sehr detailliert Frau Dr. Karoline Danz vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäolgie in Halle und die Restauratorin Grit Jemrich. Letztere berichtete von den verschiedenen Übermalungen, so auch davon, dass 1853 der Hofmaler Heinrich Beck (1788- 1875) das Bild veränderte.

Dr. Karoline Danz. Denkmalpflegerin
Dr. Karoline Danz. Denkmalpflegerin

Об истории реставрационных работ и о связанных с этими проблемах рассказывали очень подробно Др. Каролине Данц, сотрудник Института охраны памятников истории и культуры в г. Галле и Грит Емрих, которая реставрировала эту картину. Грит Емрих рассказала также о том, что эта картина была закрашена, напр. в 1853 г. придворный художник Генрих Бек (1788- 1875) изменил её.

Restauratorin Grit Jemrich
Restauratorin Grit Jemrich

In seinem Grußwort betonte Kultusminister Dorgerloh, dass Wittenberg Cranachstadt sei und Anhalt – Cranachland. Ihn begeistert sehr, dass das Zerbster Cranach- Gemälde die verschiedenen Schichten, die verschiedenen Zeiten zeige und vor allem, wo gemalt und kräftig eingegriffen wurde. „ Cranach malte die Reformation“, so der Kultusminister.

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В своей вступительной речи министр подчеркнул, что город Виттенберг является городом Кранаха, а Ангальт является регионом Кранаха. Для него очень интересно, что картина Кранаха из Цербста показывает различные слои и различные времена. По его мнению можно чувствовать, где было что-то изменено. «Кранах изображал Реформацию», говорил министр.

Alle weiteren Redner betonten ebenfalls die Bedeutung des restaurierten Gemäldes für die Gemeinde von St. Bartholomäi, so verwies Kreisoberpfarrer Jürgen Tobies, dass das Cranach- Gemälde ein Bild gelebten Glaubens in Zeiten von Religionskriegen darstelle. Bürgermeister Andreas Dittmann forderte eine Rückbesinnugn auf die eigene Geschichte, um verantwortungsbewusster für das Morgen zu handeln.

Die Restaurierung des Cranach- Gemäldes wurde dank einer Finanzierung durch das Land Sachsen- Anhalt und durch weitere Sponsoren ermöglicht.

Все другие выступающие указали на значение реставрированной картины для общины Св. Варфоломея. По мнению пастора Юрген Тобис картина Кранаха является изображением живой веры во времена религиозных войн.

Реставрация картины Кранаха стало возможно благодаря финансовой поддержке со стороны федеральной земли Саксонии- Ангальт и других спонсоров.

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Der Wittenberger Johann Georg Leutmann ( Leitmann) – Feinmachaniker und Glasschleiffer an der St. Petersbuger Akademie der Wissenschaften

 Der Wittenberger Johann Georg Leutmann ( Leitmann) – Feinmachaniker und Glasschleiffer

an der St. Petersbuger Akademie der Wissenschaften

Newa zwischen Winterpalast und Akademie der Wissenschaften St. Petersburg um 1753, von Makhayev/ Kachalov
Newa zwischen Winterpalast und Akademie der Wissenschaften St. Petersburg um 1753, von Makhayev/ Kachalov

Zu den aus dem heutigen mitteldeutschen Raum stammenden Lehrkräften, die an der Petersburger Akademie der Wissenschaften und Universität wirkten, gehörte der gelehrte und vielseitig interessierte Glasschleiffer und Feinmechaniker Johann Georg Leutmann (Leitmann) (*1667) aus Wittenberg. Er hatte an der heimatlichen Universität auf Drängen seiner Eltern in erster Linie Theologie belegt, betrieb aber zugleich das Studium der Mathematik, Physik und Medizin. Nach dem Abschluss des Studiums wirkte er als Pastor im wenige Kilometer benachbarten Dabrun, wo er sich eine eigene mechanische Werkstatt einrichtete. Bereits zu jener Zeit verfasste er ein Buch über die Grundlagen der Heiztechnik und seine darin niedergeschriebenen Erkenntnisse gelten bis zum heutigen Tag: Leutmann forderte eine effektive Heizanlage bei möglichst geringem Verbrauch von Brennstoffen.

Witttenberg- Marktplatz, Geburtsstadt von Leutmann
Witttenberg- Marktplatz, Geburtsstadt von Leutmann

Auch im Jahr 1718 erschien seine erste Publikation über Uhren, die sogar das Interesse des russischen Zaren Peter I. (1672- 1725)weckte, der, wie allgemein bekannt, sich sehr für die Naturwissenschaften begeisterte.

Bereits 1711 hatte Zar Peter I. Wittenberg besucht
Bereits 1711 hatte Zar Peter I. Wittenberg besucht

Auf Einladung des Zaren kam Leitmann endlich im Jahr 1726 nach Petersburg, wo er als Professor für Mechanik und Optik an der Akademie lehrte. Die Übersiedlung Leitmanns nach Petersburg verzögerte sich auch deshalb, da er mit der russischen Seite für ihn vorteilhafte Bedingungen aushandeln wollte. Auch an seiner neuen Wirkungsstätte widmete er sich dem eigenhändigen Bau verschiedener Apparaturen und publizierte über Messinstrumente, Pumpen, Mikroskope, Ferngläser und Gewehre. Seine neusten Apparaturen präsentierte er stets auf den Zusammenkünften seiner Kollegen an der Wissenschaftlichen Akademie.

1733 wurde er nach Moskau an den dortigen Münzhof gerufen, wo er an der Lösung eines material- technischen Problems mitarbeitete. 1736 verstarb Leutmann in St. Petersburg. 1738 wurden Leutmanns Neue Anmerckungen vom Glasschleiffen von der Akademie der Wissenschaften herausgegeben.

Verwendete Quellen und Literatur:
1. Erik Amburger Datenbank online
2. http://www.supress-redaktion.de/artikel.php?cat=1&id=3709 25.04.2015
3.http://www.supress-redaktion.de/artikel.php?cat=1&id=3709 25.04.2015 (Informationen von Dr. Bernhard
Huber Deutsche Gesellschaft für Chronometrie, Bibliothek)
4.http://dic.academic.ru/dic.nsf/enc_biography/ 25.04.2015

Carl G. A. Eckers: Jüterborg- Zerbst- Wittenberg- Berlin- Mitau- Dorpat- Goldingen- Riga

Carl G. A. Eckers: Jüterborg- Zerbst- Wittenberg- Berlin- Mitau- Dorpat- Goldingen- Riga

Annegret Mainzer, Zerbst

Gymnasium Francisceum in Zerbst/ Anhalt

Carl Gustav Alexander Eckers, 1811 im Kloster Zinna bei Jüterbog geboren, hatte das Gymnasium in Zerbst besucht und Theologie in Wittenberg sowie Philosophie bei Hegel in Berlin studiert, bevor er 1836 nach Mitau ging, um dort als Hauslehrer zu arbeiten.

Schlosskirche mit Luther- Thesen in Wittenberg

1839 war er wissenschaftlicher Lehrer an der Kreisschule in Goldingen. Von 1841 bis 1864 lehrte er die deutsche Sprache und Literatur am Gouvernements Gymnasium in Riga. In den Rigaischen Stadtblättern vom 09.07.1841findet Eckers als „Oberlehrer am Rigaschen Gymnasium“ Erwähnung.

Außerdem war Eckers Mitbegründer des Naturforschervereins zu Riga. Eckers hielt unter anderem Vorlesungen für das interessierte Rigaer Publikum. So wird in den Rigaischen Stadtblättern vom 24.02.1843 zu „Vorlesungen für das gebildete Publikum“ in die St. Johannis-Gildestube eingeladen. Dort hielt am 02. 03.1843 Eckers eine Vorlesung zum Thema Die Hauptmomente der Entwicklung der Dichtung von Klopstock bis Göthe. Die Rigaischen Stadtblätter vom 28.06.1844 vermelden, dass Eckers anlässlich Entlassungsfeier der Abiturienten des Rigaer Gymnasiums einen wissenschaftlichen Vortrag zum Thema Ueber das, was gegenwärtig der poetischen National-Literatur der Deutschen Noth thut.

Am 07.06.1845 vermelden die Rigaischen Stadtblätter: „Der Ober-Lehrer des hiesigen Gymnasiums Eckers ist in dem Range eines Titulair-Raths bestätigt worden.“. Eine weitere Beförderung vermeldet das Blatt am 31.07.1847: „Nach Ausdienung der gesetzlichen Jahre ist vom Titulair-Rath zum Collegien-assessor befördert: der ältere Lehrer am hiesigen Gymnasium Eckers.“.

Sein 25-jähriges Berufsleben am Rigaer Gouvernements-Gymnasium ist in den Rigaischen Stadtblättern vom 12.112.1864 erwähnt: „Am Sonntag, den 8 November, beging Herr Collgien-Rath G. Eckers Oberlehrer der deutschen Sprache und Literatur am hiesigen Gouv.-Gymnasium, das Fest seiner 25jährigen amtlichen Wirksamkeit an der genannten Anstalt. Schon am Abend vorher hatten ihm die Schüler des Gymnasiums mit einem Ständchen beim Scheine farbiger Laternen überrascht.“. Seine Entlassung zum 31. 12.1864 ist in den Rigaischen Stadtblättern vom 04.02.1865 bekannt gegeben.

Eckers muss sich neben seiner Lehrtätigkeit auch für den Tierschutz eingesetzt haben, denn den Rigaischen Stadtblättern vom 25.09.1869 ist zu entnehmen, dass er Präsident des Rigar Tierschutzvereins war: „Vom 2. bis 5. August d. J. ist zu Zürich ein internationaler Thierschutz-Congreß abgehalten worden, auf dem auch der Rigaer Thierschutz-Verein durch seinen Präsidenten, den dim. Oberlehrer des Gouv.-Gymnasiums, Hrn. Collegien-Rath Eckers vertreten war.“.

In den Rigaischen Stadtblättern vom 02.06.1843 ist die Heirat des „Oberlehrer am Rigaischen Gymnasio Karl Gustav Alexander Eckers mit Elisabeth Wilhelmine Kruhseangezeigt. Ihre 1846 in Riga geborene Tochter Olga (†1890) war mit dem aus Riga stammenden Chemiker Carl Nikolai Seuberlich (1847-1924) verheiratet.

Eckers verstarb 1889 in Riga, wie in der Libauer Zeitung vom 28.08.1889 und in der Düna-Zeitung vom 14.08.1889 sowie in den Rigaischen Stadtblättern vom 17.08.1889 angezeigt.

Verwendete Literatur:
1. Beiträge zur Geschichte der Esthländischen Ritter- und Domschule:Einladungsschrift zu der 550jährigen
Jubelfeier der Domschule zu Reval am 19. und 20. Juni1869, Reval, 1869; S. 912. Zur Geschichte des Gouvernements- Gymnasiums in Riga, Riga,1888; S. 7
3. Woldemar, C.: Zur Geschichte und Statistik der Gelehrten- und Schulanstalten des Kaiserlich Russischen
Ministeriums der Volksaufklärung, St. Petersburg, 1865; S. 136
4. Baltisches Biographisches Lexikon digital
5. Gottzmann, C.L., Hörner, P.: Lexikon der deutschsprachigen Literatur des Baltikums und St. Petersburg, Berlin,
2007; S. 387
6. BBLd [letzter Zugriff 10.04.2020]

7. Erik Amburger Datenbank online [letzter Zugriff 10.04.2020]