Die Deutschen, die Russen, die deutsche Sprache und Russland

Die Deutschen, die Russen, die deutsche Sprache und Russland

Sprachenzentrum der Otto - von - Guericke Universität Magdeburg
Sprachenzentrum der Otto – von – Guericke Universität Magdeburg

Spricht man von den engen Beziehungen zwischen Deutschen und Russen, so denkt man an Zar Peter I.(1672- 1725), der deutsche und niederländische Fachleute ins Russische Reich holte, um sein Land an die wirtschaftlichen, technischen, wissenschaftlichen und kulturellen Entwicklungen Westeuropas anzupassen. Im gleichen Atemzug wird die aus dem Fürstentum Anhalt – Zerbst stammende Zarin Katharina II. (1729- 1796) genannt, denn kurze Zeit nach ihrer Thronbesteigung erließ sie ein Manifest, dass die Menschen in Westeuropa dazu aufforderte, sich im Russischen Reich niederzulassen. Vor allem auf ihre deutschen Landsleute hoffend, wollte die Zarin Russland europäisieren, dabei die von Russland eroberten, jedoch bis dato unwirtlichen Gebiete im Süden des Landes bewirtschaften, urbanisieren und nach außen absichern lassen. Weiterlesen

Collegienrat von Schardius in Petersburg

Collegienrat von Schardius in Petersburg

Collegienrat Schardius
Collegienrat Schardius

Im Zerbster Heimatkalender 1973 wird der „kaiserlich- russische Collegienrat Ritter Dr. von Schardius“erwähnt. Der Autor Hans Schulze, langjähriger Leiter der Historischen Bibliothek am Zerbster Francisceum ging in seinen damaligen Ausführungen weniger auf das Leben und Wirken von Dr. Schardius ein, sondern mehr auf die wissenschaftlichen Publikationen, die jener Dr. von Schardius regelmäßig nach Zerbst gesandt hatte. Heute bilden diese von der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften St. Petersburg herausgegebenen Schriften die Sammlung Schardiana. Das sind ca. 250 in deutscher, französischer, russischer, lateinischer und englischer Sprache verfasste wissenschaftliche Publikationen, die dank der Großzügigkeit von Schardius nach Zerbst kamen. Jeder dieser Schriften ist mit der Widmung „ Für das Herzogl. Francisceum (…) Schardius“ versehen. Die Schardiana umfasst nicht nur wissenschaftliche Schriften, sondern auch zahlreiche Siegelabdrücke von Gemmen und Glaspastenabdrücke von Kameen.
Bis vor kurzem waren die Biografie und die Tätigkeit von Schardius noch sehr lückenhaft erforscht. Anzumerken ist noch, dass Schardius in den wenigen Beiträgen über ihn unterschiedlich tituliert wird- Dr. von Schardius, von Schardius– im vorliegenden Beitrag wird auf jegliche Titel, die durchaus im Rahmen des Möglichen liegen, aber noch nicht belegt sind, verzichtet. Weiterlesen

Ein Jurist aus Anhalt – Köthen in Dorpat

Karl August Wilhelm Schröter – Ein Jurist aus Anhalt in Dorpat

Auch ein Jurist aus Anhalt lehrte an der Dorpater Universität. Die Rede ist von Karl August Wilhelm Schröter, der am 05. Mai 1789 in Köthen geboren wurde. Schröter erhielt seine Schulbildung in Köthen und an der Klosterschule in Zerbst. Von 1806- 1812 studierte Schröter Kameralwissenschaften, Philologie und Rechtsgelehrtheit an der Universität Leipzig, wo er 1812 promovierte. Zunächst war er Privatdozent an der Universität Leipzig. Das Historische Vorlesungsverzeichnis der Universität Leipzig belegt, dass Schröter vom Wintersemester 1815 bis zum Wintersemester 1818 dort Vorlesungen hielt. Im Jahr 1820 erfolgte seine Berufung nach Dorpat. Dort lehrte er zunächst est- und finnländisches Provinzialrecht. Von 1820 – 1821 hatte Schröter den Lehrstuhl für Kriminalrecht, Kriminalprozess, Rechtsgeschichte und juristische Literatur inne. Am 01. Juli 1821 erfolgte auf eigenen Wunsch seine Entlassung, vermutlich aus gesundheitlichen Gründen, da er bereits am 29. Juli des selbigen Jahres verstarb. Weiterlesen