Kiel/Zerbst: Festakt und Zerbster Gratulation zum 10. Geburtstag des Kieler Zarenvereins

Kiel/Zerbst: Festakt und Zerbster Gratulation zum 10. Geburtstag des Kieler Zarenvereins

Annegret Mainzer, Zerbst

Am 15. Dezember 2008 gründete sich in Kiel der Verein Ein Denkmal in Kiel für Herzog Carl Peter Ulrich von Holstein-Gottorf zugleich als Peter III. Zar und Kaiser des Russischen Reiches mit dem Ziel, das Leben und Wirken seines Namensgebers tiefgründiger zu hinterfragen, dessen bis dato negatives Bild in der Geschichtsschreibung aufgrund aktueller Forschungen richtigzustellen. Auf den Tag genau zehn Jahre später lud besagter Verein, der sich jetzt einprägsamer Kieler Zarenverein nennt, zum Festakt in die Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek Kiel ein, um sein zehnjähriges Bestehen zu begehen.

Nicht wenig Prominenz folgte dieser Einladung des Kieler Zarenvereins, so konnte der Vereinsvorsitzende Jörg Ulrich Stange unter den Gästen Hans-Werner Tovar, den Stadtpräsidenten der Landeshauptstadt Kiel, Andrei Sharashkin, den Generalkonsul der Russischen Förderation in Hamburg, Vizekonsul Mikhail Marin, Herzog Huno von Oldenburg mit seiner Gattin sowie Annegret Mainzer, Vorstandsmitglied des seit 1992 agierenden Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V., aber auch weitere Vertreter deutsch-russischer Organisationen begrüßen.

Vereinsvorsitzender Jörg Ulrich Stange

Der Festakt, ein niveauvoller Mix aus Retrospektive und Perspektive bezüglich des Wirkens des Kieler Zarenvereins, wurde musikalisch umrahmt von der deutsch-russischen Musikerfamilie Schallhorn-Torianik: Oxana Torianik (Flügel), Adelia Schallhorn (Flöte) und Benjamin Schallhorn (Violine). Ein Hochgenuss für die Gäste des Abends – die professionelle Darbietung von Stücken durch die Familie Schallhorn-Torianik, die unter anderem aus der Feder von Tschaikowski und Händel stammen. Die Künstler wurden für ihre Auftritte mit langanhaltendem Beifall und Bravorufen belohnt.

Auftritt der Familie Schallhorn-Torianik

Hans-Werner Tovar, Stadtpräsident der Landeshauptstadt Kiel, würdigte in seinem Grußwort insbesondere die Bemühungen des Kieler Zarenvereins um die Aufstellung eines Denkmals für Zar Peter III. am Kieler Schloss, die im Jahr 2014 erfolgte.

https://russianhalthistory.wordpress.com/2014/08/17/ein-kieler-junge-kehrt-zuruck-enthullung-des-denkmals-fur-zar-peter-iii-%d0%b2%d0%be%d0%b7%d0%b2%d1%80%d0%b0%d1%89%d0%b5%d0%bd%d0%b8%d0%b5-%d0%bc%d0%b0%d0%bb%d1%8c%d1%87%d0%b8%d0%ba%d0%b0/

Ein Verdienst des Kieler Zarenvereins sei es auch, so Stadtpräsident Tovar, das Jahrhunderte in der Geschichtsschreibung gepflegte negative Bild von Zar Peter III., dem Kieler Jung´, auf der Grundlage ernsthafter Forschungen und Archivrecherche zu verändern. Zwar habe der aus Kiel stammende Zar Peter III. lediglich 186 Tage regieren dürfen, aber diese kurze Zeit habe er genutzt, um über 200 Gesetze und Verordnungen zu initiieren. Diese seien größtenteils im Sinne der Aufklärung und Modernisierung Russlands gewesen, wie auch der Vereinsvorsitzende Jörg Ulrich Stange in seiner Festrede anmerkte.

Generalkonsul Andrei Sharashkin u. Vizekonsul Mikhail Marin

Andrei Sharashkin, Generalkonsul der Russischen Förderation in Hamburg, gratulierte nicht nur zum Vereinsjubiläum, er dankte in seinem Grußwort den Mitgliedern des Kieler Zarenvereins für ihre Aktivitäten um die Festigung der deutsch-russischen Beziehungen sozusagen „von unten“ her. Zudem betonte Generalkonsul Sharashkin auch die nicht unwichtige Rolle der Deutschen wie Zar Peter III. und Zarin Katharina II. und unzähliger ihrer Landsleute für die Entwicklung bzw. Modernisierung Russlands in den vergangenen Jahrhunderten.

Glückwünsche und die Gratulation zum 10. Geburtstag des Kieler Zarenvereins überbrachte ebenfalls Annegret Mainzer vom Vorstand des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e. V. sowie vom Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann. An zahlreiche gemeinsame Veranstaltungen des Kieler Zarenvereins und des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“Zerbst e. V.,- Ausstellungen, Vorträge, Spielszenen, die in Zerbst, Kiel und Berlin stattfanden,auch an gemeinsame Exkursionen u.a. im Sommer 2018 nach Sankt Petersburg erinnerte Annegret Mainzer.

Grußwort: Annegret Mainzer aus Zerbst

Sie überreichte dem Vereinsvorsitzenden Stange sozusagen als Geburtstagsgeschenk eine „Zerbster Pressemappe“ mit „Kieler Inhalt“, das heißt eine Sammlung von Artikeln über die gemeinsamen Aktivitäten von Katharina- und Zarenverein und forderte auf, gemeinsam neue Kapitel hinzuzufügen.

Auch Vereinsvorsitzender Jörg Ulrich Stange würdigte die Zusammenarbeit mit dem Internationalen Förderverein „Katharina II.“ Zerbst e. V. und sowohl Mainzer wie auch Stange waren sich darin einig, dass es nicht an ihnen sei, die Ehezwistigkeiten von Katharina und Peter fortzusetzen.

In seinen weiteren Ausführungen hielt der Vereinsvorsitzende Stange nicht nur Rückschau auf das erste Jahrzehnt des Kieler Zarenvereins, er erinnerte nochmals an des Zustandekommen des Kontakts zum international tätigen russischen Bildhauer Alexander Taratynov, der das Denkmal für Zar Peter III. in Kiel geschaffen hatte. „Es sei ein Denkmal für einen Sozialreformer und Friedenstifter, der aber ungeschickterweise seine neue Politik mit Hast und Ungeduld durchsetzen wollte und dabei daran scheiterte, ja scheitern musste, angesichts der Gegenpartei am Hofe, bestehend aus Klerus und Adel, die jene Reformen als Bedrohung sahen, die dem russischen Volk die Befreiung vom Joch gebracht hätten“, führte Stange weiter aus.

Trotz der Aufstellung des Denkmals für Zar Peter III. in Kiel und seines Pendants in Oranienbaum (heute: Lomonossow/ Russland) habe der Kieler Zarenverein noch 2-3 ambitionierte Pläne, so Stange. In Planung sei unter anderem ein deutsch-russisches Symposium, auf dem deutsche und russische Historiker den neuesten Forschungsstand zu diesem Thema vortragen und austauschen. Es könnte daraus eine Tagungsreihe im Wechsel zwischen Kiel und St. Petersburg bzw. auch Oranienbaum/Lomonossow geben, an der sich auch der Internationale Förderverein „Katharina II.“ aus Zerbst beteiligen könnte.

Der Festakt endete mit dem Singen des Schleswig-Holstein-Liedes und der Nationalhymne der Russischen Förderation.

Annegret Mainzer (l.) mit Mitgliedern des Zarenvereins u. Gästen des Festaktes

Während eines Umtrunks im Anschluss an den Festakt machten die zahlreich erschienenen Gäste rege davon Gebrauch, miteinander ins Gespräch zu kommen, manche neue Idee zu entwickeln und auf das Erreichte mit einem Glas Sekt anzustoßen.

Zerbst, den 18. Dezember 2018

Fotos: Kieler Zarenverein

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Fotoausstellung „Auf den Spuren Katharinas“ aus Puschkin 2019 im Schloss Zerbst

Fotoausstellung „Auf den Spuren Katharinas“ aus Puschkin 2019 im Schloss Zerbst

Annegret Mainzer, Zerbst

Vom 08.-12- November weilten Dirk Herrmann, Vorsitzender des Fördervereins Schloss Zerbst e.V., und Vereinsmitglied Annegret Mainzer, die als Dolmetscherin fungierte, auf Einladung von Olga Taratynova, der Direktorin des Staatlichen Museumsreservats Zarskoje Selo, zu einem Arbeitsbesuch in Puschkin/St. Petersburg, seit 1994 Partnerstadt von Zerbst/Anhalt.

alle am Ausstellungsprojekt Beteiligten

Von Anfang Juni bis zum 30. September 2019 wird in Zerbst/Anhalt, wo die russische Zarin Katharina II. einen Teil ihrer Jugend verbrachte, eine Fotoausstellung mit Ansichten von Zarskoje Selo unter dem Titel Auf den Spuren Katharinas stattfinden.

Eine entsprechende Vereinbarung darüber schlossen kürzlich das Staatliche Museumsreservat Zarskoje Selo und der Förderverein Schloss Zerbst e.V. ab. Unterzeichnet wurde sie von Museumsdirektorin Olga Taratynova und dem Vorsitzenden des Fördervereins Dirk Herrmann.

Vertragsunterzeichnung

Die geplante Ausstellung zeigt 26 Darstellungen, unterteilt in 13 Bildpaare. Jeweils zwei Fotokopien zeigen historische Aquarelle und Stiche aus dem 18. und 19. Jahrhundert sowie zum Vergleich zeitgenössische Fotografien von ein und denselben Plätzen und Gebäuden in Zarskoje Selo.

Unter den historischen Darstellungen sind Stiche von Alexey Grekov und Michail Machaev wie Die Eremitage in Zarskoje Selo (1759), von Johann Meyer Ansicht der Cameron-Galerie in Zarskoje Selo (1793), Guache von Alexander Sacharov Ansicht der Insel auf dem großen See in Zarskoje Selo (nach 1771).

Für uns ist es eine große Ehre, mit solch einem berühmten Museum wie dem Katharinapalast in Zarskoje Selo, der zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, zusammenzuarbeiten. Mit dieser Ausstellung möchten wir den Menschen zeigen, wie schön Zarskoje Selo ist, aber auch welchen hohen Stellenwert Kultur und Kunst in Petersburg und Russland einnehmen. Die Besucher können in der Ausstellung sehen, welche Veränderungen sich in Zarskoje Selo vollzogen haben“, äußerte Dirk Herrmann. Zugleich stelle die geplante Ausstellung einen guten Beitrag des Fördervereins Schloss Zerbst e.V. zum 25-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft zwischen Puschkin und Zerbst sowie zum 290. Geburtstag von Katharina II., einer geborenen Prinzessin von Anhalt-Zerbst, dar, sind sich Mainzer und Herrmann einig. Beide Jubiläen werden im Jahr 2019 begangen.

Während meines Aufenthaltes in Zerbst war ich sehr beeindruckt von der gigantischen Arbeit, die die Mitglieder des Fördervereins und die Zerbster beim Wiederaufbau des im Krieg zerstörten Flügels leisten. Das nötigt uns Respekt ab und erfordert ernsthafte wissenschaftliche Arbeit. Ich hoffe, dass nach dieser Ausstellung noch weitere gemeinsame Projekte folgen“, wertschätzte Museumsdirektorin Olga Taratynova die ehrenamtliche Arbeit der Mitglieder des Fördervereins Schloss Zerbst e.V.. Im Verlaufe des Arbeitsgespräches informierte Dirk Herrmann ebenfalls über die zurzeit am Schloss Zerbst laufende Baumaßnahme.

zurzeit laufende Bauarbeiten am Schloss Zerbst

Die Gäste aus Zerbst hatten die Möglichkeit, sich bei einer Führung durch den Katharinapalast und durch die vor Kurzem wiedererrichteten Achatzimmer davon zu überzeugen, dass es auch 74 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges keinen Stillstand bei der Wiederherstellung der einst zerstörten Räumlichkeiten gibt. Ein besonderes Erlebnis war für Annegret Mainzer und Dirk Herrmann die Besichtigung der in Restaurierung befindlichen Palastkirche. Baugerüste besteigend, konnten sie den Restauratoren vor Ort über die Schultern schauen und Erfahrungen austauschen.

Des Weiteren gab es eine Begegnung der Zerbster Delegation mit Vertretern der Puschkiner Stadtverwaltung, sie trafen Katharina Kovalenko, 1. stellvertretende Bürgermeisterin, der auch das Kulturamt untersteht, den Kulturamtsleiter Sergey Nikitin und Svetlana Tkatscheva, die Verantwortliche für internationale Beziehungen.

Treffen mit Vertretern der Puschkiner Stadtverwaltung

Während Annegret Mainzer über die für das Jahr 2019 geplanten Aktivitäten der Stadt Zerbst/Anhalt hinsichtlich des 25-jährigen Städtepartnerschaftsjubiläums informierte, berichtete Dirk Herrmann über den Fortschritt bei den am Schloss Zerbst laufenden Bau- und Sicherungsmaßnahmen sowie über die bevorstehende Zusammenarbeit mit dem Katharinapalast in Puschkin. Zudem wurden offizielle Grußadressen der sowohl des Zerbster wie auch des Puschkiner Stadtoberhauptes ausgetauscht.

Zerbst, den 19. November 2018

Fotos: Katharina Vysotzkaya, Annegret Mainzer

Eva Stachniak: Die Schwester des Tänzers – Aus dem Schatten des Bruders

Eva Stachniak: Die Schwester des Tänzers – Aus dem Schatten des Bruders

Annegret Mainzer, Zerbst

Die Familie Nijinsky, die an der Geschichte der europäischen Ballettkunst, aktiv mitschrieb, steht im Fokus des Romans Die Schwester des Tänzers (im Original The chosen maid) der polnischstämmigen, doch in Kanada lebenden Schriftstellerin Eva Stachniak, die bereits mit ihren Romanen über Zarin Katharina II. – Der Winterpalast und Die Zarin der Nacht – zwei Bestseller auf internationaler Ebene landete.

Die Geschwister Waslaw, Bronislawa und Stanislaw Nijinsky erleben in ihrem Elternhaus hautnah alle Facetten des Lebens von Balletttänzern, da ihre Eltern selbst diesen Beruf ausüben. Sehr schnell begreifen die Nijinsky-Kinder, dass Fleiß und Erfolg oft von körperlichen Schmerzen und auch von dem Neid der Anderen begleitet werden. Die Nijinsky-Eltern sind in erster Linie daran interessiert, aus ihren Kindern ebenfalls erfolgreiche Balletttänzer zu machen, was ihnen jedoch nur bei Waslaw und Bronislawa gelingt.

Nach der Trennung der Eltern leben Waslaw und Bronislawa zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit ihrer Mutter in St. Petersburg, wo sich die Geschwister auf die Aufnahmeprüfung in die Kaiserliche Ballettschule vorbereiten. Sowohl Waslaw wie auch Bronislawa schaffen diesen Schritt, wobei sich Waslaw als der Talentiertere von beiden herausstellt, der bald seine Mitschüler in den Schatten stellt und überflügelt, während Bronislawa, auch nicht untalentiert, hart üben und trainieren muss, um zu den Besten zu gehören.

Waslaw Nijinsky entwickelt eine ungewöhnliche Leidenschaft für das Tanzen und für die damalige Zeit eine sehr eigenwillige, revolutionäre Art des Tanzes und der Choreografie. Dies praktiziert er vor allem beim Ballets-Russes in Paris, das Sergei Djagiljew führt.

So gnadenlos und und apodiktisch Waslaw Nijinsky gegen sich selbst im Training und auf der Bühne war, so unbarmherzig forderte er einen lodernden und bedingungslosen Einsatz für die Kunst des Balletts ebenso von seiner Schwester Bronislawa, auch wenn es bedeutete, persönliche Interessen, hintenan zu stellen. Um so größer seine Enttäuschung, als seine von ihm geförderte Schwester Bronislawa den irdischen Freuden des Lebens nachgibt, heiratet und Kinder zur Welt bringt. In den Augen von Waslaw verrät Bronislawa ihre scheinbar gemeinsamen hehren Ideale und Ziele.

Waslaw schockiert des Öfteren mit seinen vom klassischen Ballett abweichenden Auftritten und Choreografien sein Publikum, fasziniert es aber zugleich und erntet Beifall. Für Waslaw erweisen sich seine avantgardistischen Ideen und sein Erfolg als Tänzer als unheilvolle Kombination, denn im Laufe der Zeit – Genie und Wahnsinn liegen ja bekanntlich dicht beieinander – muss Waslaw in Sanatorien zur Behandlung eingewiesen werden, wohingegen sich das Selbstbewusstsein von Bronislawa aufgrund ihrer zunehmend verantwortungsvolleren Tätigkeit auf der Bühne, in der Ballettschule und auf dem Gebiet der Choreografie stärkt.

Der Autorin Eva Stachniak gelingt es in ihrem Roman Die Schwester des Tänzers hervorragend darzustellen, wie Bronislawa aus dem Schatten ihres legendären Bruders Waslaw hervortritt, selbstständig Entscheidungen trifft und agiert. Sie übernimmt allmählich den Part ihres Bruders, nämlich die Stärkere zu sein und verwirklicht ihre eigenen Ideen sowohl im Beruflichen wie im Familiären.

Als Element der Beständigkeit und Verbindung zu Familie und Vergangenheit fungiert Mamusia, wie Waslaw und Bronislawa liebevoll ihre Mutter nennen. Mamusia begleitet ihre Tochter fast überallhin und kümmert sich bis zu ihrem Tode um deren Kinder.

Eva Stachniak gestaltet ihren Roman Die Schwester des Tänzers als eine Art von Tagebuchaufzeichnungen mit retrospektivem Charakter aus dem Jahr 1939, die Bronislawa während einer Überfahrt nach Amerika verfasst. Dabei dringt die Autorin dank ihrer fleißigen Recherchen nicht nur tief in die Gefühlswelt ihrer Protagonistinnen und Protagonisten vor und lupft den Vorhang für einen intensiveren Blick in die Welt des Balletts, Eva Stachniak beschreibt auch sehr überzeugend und anschaulich die seinerzeit instabilen politischen Verhältnisse in Russland und im übrigen Europa.

Der Sprachstil von Eva Stachniak ist durchgängig ein ausgereifter und anspruchsvoller, auch in der vorliegenden deutschen Übersetzung von Peter Knecht. Das Buch ist stellenweise nicht „schnell“ zu lesen, doch durchweg angenehm und flüssig.

Insgesamt zeichnet sich der Roman Die Schwester des Tänzers von Eva Stachniak durch einen hohen Grad an Authentizität aus und ermöglicht der Leserschaft einen einzigartigen Einblick in die harte Welt des Balletts.

Auf einer Skala von zehn Punkten vergebe ich für diesen Roman neun Punkte.

Zerbst, den 07. Januar 2018

https://russianhalthistory.wordpress.com/2015/05/27/vorgestellt-romane-von-eva-stachniak-uber-zarin-katharina-die-grose-von-russland/

День города 2017 г. в Пушкине глазами членов Цербстской делегации

День города 2017 г. в Пушкине глазами членов Цербстской делегации

Аннгрет Майнцер, Цербст

24 июня с.г. город Пушкин (бывшее Царское Село) под Санкт-Петербургом отметил 307-летнюю годовщину своего основания. На празднование Дня города прибыли делегации из следующих городов-побратимов: Валансэ (Франсия), Бельцы (Молдова), Новополоцк (Белорусь) и Цербст/ Ангальт (Германия).

В состав делегации города Цербст/ Ангальт входили Андреас Диттманн, мэр города, Аннегрет Майнцер, член правления Международного исторического общества «Екатерина II», Герхард Блок и Флориан Вестфаль, представители Цербстской прессы.

Накануне Дня города в Пушкинском Доме культуры состоялись торжественный прием и чествование самых заслуженных пушкинцев и делегаций породненных городов. В этот вечер Владимир Владимирович Омельницкий, глава администрации Пушкинского района Санкт-Петербурга, приветствовал собравшихся в зале гостей и поздравил всех с городским праздником.

Владимир В. Омельницкий, глава администрации Пушкинского района Санкт-Петербурга

В своем приветствии Андреас Диттманн, мэр города Цербст/Ангальт, не только поздравил пушкинцев с Днем города, он также неоднократно указывал на важную роль побратимских связей между городами Германии и России, именно в наши дни, когда между Россией и Евросоюзом действуют санкции и антисанкции.

Он подтвердил, что в городе Цербст/Ангальт, т. е. на исторической родине российской императрицы Екатерины II до сегодняшнего дня высоко ценят долголетние узы дружбы с Россией. «Жители и ряд организаций и учреждений нашего города всегда заинтересованы в продолжении и дальнейшем развитии сотрудничества с партнерами в Пушкине», сказал Андреас Диттманн. Аннегрет Майнцер перевела его слова на русский язык.

Андреас Диттманн и Аннегрет Майнцер из Цербста/Ангальт

Пушкинские художественные коллективы показали концертную программу, посвященную истории и сегодняшней ситуации города. Эта программа также показала гордость пушкинцев за положительное развитие их города. В связи с этим было очень интересно, узнать о проекте «Пушкинцы читают из трудов Александра С. Пушкина».

     

После праздничного концерта гости приема могли во время фуршета бесцеремонно пообщаться с главой администрации Пушкинского района Санкт-Петербурга Владимиром В. Омельницким и с другими гостями.

Программа пребывания Цербстской делегации и делегаций других городов-побратимов в Пушкине была довольно насыщенной. За два дня пребывания в Пушкине им удалось принять участие в ряду официальных праздничных мероприятиях, посвященных 307-летию основания города Пушкина.

Утром 24 июня в соборе Св. Екатерины состоялся торжественный молебен в присутствии главы и сотрудников администрации города и иностранных гостей.

Потом в здании городской администрации были открыты стены с гербами городов-побратимов Пушкинского района Санкт-Петербурга. Честь разрезать красную ленту в знак открытия стен была предоставлена Владимиру В. Омельницкому и его коллегам из городов Валансэ и Цербст/ Ангальт. Перед тем, в этот день было также подписано официальное соглашение о сотрудничестве города Пушкин с городом Валансэ во Франции.

Известно, что человек нуждается в ритуалах, поэтому глава и сотрудники городской администрации и члены делегации городов-побратимов как в каждом году приняли участие в открытии традиционного карнавального шествия по улицам города Пушкина. В этом году шествие карнавальных колонн было проведено под лозунгом «У каждого из нас свой город».

                            

Кульминацией встреч представителей администрации Пушкинского района Санкт-Петербурга с представителями городов-побратимов несомненно был гала-ужин в ресторане Музей для друзей в историческом центре Пушкина, который является одним из трех музеев-ресторанов в мире. При этой встрече гости не только обменяли приветствиями и подарками, они смогли также насладиться изысканными блюдами русской кухни эпохи царской России. Этот гала-ужин завершился презентацией специалного праздничного торта, декорированного названиями городов-побратимов.

Поздним вечером участники гала-ужина поехали в Буферный парк, где после концерта популярной в России группы Диско-Мафия состоялся заключительный салют.

Кроме участия в официальных праздничных мероприятиях члены Цербстской делегации посетили открытый в 2016 году в музее-заповеднике Царское Село реставрированный павильон Арсенал, где разместились интересная императорская коллекция оружия. Помимо того гости из Цербста/ Ангальт посетили музей Царскосельская коллекция. Там они с директором музея обсуждали возможность проведения двух совместных проектов, связанных с 100-летием Баухауса и с 25-летием побратимства городов Пушкин/Санкт-Петербург и Цербст/ Ангальт в 2019 году.

встреча в музее „Царскосельская коллекция“

Последний день своего пребывания в России Цербстские гости провели в Санкт-Петербурге, где они смогли попасть на борт музея-памятника Крейсер Аврора и они посетили Петропавловскую крепость. Конечно, члены Цербстской делегации посетили также Петропавловский собор, где похоронена их соотечесвенница — Екатерина Великая, урожденная принцесса Ангальт-Цербстская. Этот день завершился посещением Екатерининского дворца в Царском Селе.

                              

Но одним из самых незабываемых и впечатляющих событий этой поездки было посещение знаменитого традиционного праздника выпускников Алые Паруса в Санкт-Петербурге. Увидеть собственными глазами это высококачественное мистическое музыкальное и мультимедийное пиротехническое шоу на фоне здания Эрмитажа и других исторических достопримечательностей на берегу реки Нева — это просто грандиозно! Сложно найти подходящие слова, чтобы описать, как это событие нас глубоко впечатлило.

                  

В завершение я хотела бы поблагодарить наших хозяйев, т. е. сотрудников администрации Пушкинского района Санкт-Петербурга в первую очередь за возможность провести с ними День города и за их внимание, тепло и заботу и за исполнение всех наших желаний. Ещё раз огромное спасибо за всё!!! До новых встреч!

фото: Аннгерет Майнцер, Герхард Блок

Цербст/ Ангальт, 09 июля 2017 г.

 

Zum Tod von Dimitrij Romanowitsch Romanow – So bescheiden wie er lebte, so leise war sein Tod

Zum Tod von Dimitrij Romanowitsch Romanow – So bescheiden wie er lebte, so leise war sein Tod

Zum Tod des Ururururenkels von Katharina II.

Annegret Mainzer

Der Blätterwald der Yellow Press ist voll von skandalösen Geschichten und Geschichtchen aus Adelshäusern, ungeachtet dessen, ob diese noch regierend oder nicht mehr regierend sind. Mal sind es die Windsors, mal die Grimaldis oder die jungen Royals Skandinaviens, der Niederlande oder Spaniens, die für Schlagzeilen sorgen. Doch wie sieht eigentlich das Leben der Nachfahren der einst im Russischen Reich mächtigen Romanows aus, deren Herrschaft mit der Erschießung der Familie des letzten Zaren ein so blutiges Ende fand?

Am 31. Dezember 2016 verstarb in Kopenhagen Dimitrij Romanowitsch Romanow, Ururururenkel von Zarin Katharina II., geborene Prinzessin von Amhalt-Zerbst, und somit entstammte er der von Zar Paul I. begründeten männlichen Linie der russischen Zarenfamilie. Von der Mehrzahl der in aller Welt verstreut lebenden Nachkommen der Romanows wurde Dimitrij Romanowitsch Romanow als Familienoberhaupt anerkannt.

Geboren wurde Dimitrij Romanowitsch Romanow am 17. Mai 1926 im französischen Cap d`Ántibes als Sohn von dem 1896 bei St. Petersburg geborenen Fürsten Roman Petrowitsch (1978) und dessen Gattin Gräfin Praskowja Dimitrijewna Scheremetjewa (1910-1980).

Die Familie lebte ab 1936 in Rom und 1946 ging Dimitrij Romanowitsch nach Ägypten, wo er eine Mechanikerlehre in den Fordwerken in Alexandria absolvierte. Aufgrund seiner Mehrsprachigkeit avancierte er etwas später zum Manager beim Automobilverkauf. Wieder nach Italien zurückgekehrt, war er ab 1952 in einem Reisebüro tätig. 1960 übersiedelte er nach Dänemark, wo er im Jahr zuvor die Tochter eines dänischen Kaufmanns geehelicht hatte. In Dänemark machte Dimitrij Romanowitsch Romanow erfolgreich Bankkarriere und ging 1993 in Pension.

Obwohl Dimitrij Romanowitsch Romanow nicht in Russland geboren, fühlte er sich der Heimat seiner Vorfahren eng verbunden. Seit 1979 war er Mitglied der Romanov Family Association. Außerdem gehörte er zu dem1993 von sieben Romanowfürsten gegründeten Romanov Fond für Russland. Und im Jahr 2006 übernahm er die Leitung des 2006 gegründeten Prince Dimitry Romanov Charity Fond. Diese Stiftungen unterstützen vor allem Hospitäler, Kinder- und Seniorenheime in Russland. Des Öfteren reiste er nach Russland.

Des Weiteren machte sich Dimitrij Romanowitsch Romanow einen Namen als Historiker und Publizist, dabei in erster Linie als Autor von phaleristischen Fachbüchern, die Ordenskunde des Russischen Reiches und Montenegros betreffend. Die Großmutter von Dimitrij Romanowitsch Romanow war Prinzessin Militza von Montenegro (1866-1951).

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Dimitrij Romanowitsch Romanow war auch aktiv beteiligt an der 1996 stattgefundenen Beisetzung der Gebeine der letzten Zarenfamilie in der Peter und Paul Festung in Sankt Petersburg. Einen großen Anteil hatte er ebenfalls an der Überführung des Sarges der Zarin Maria Fjodorowna, Mutter von Zar Nikolai II., von Kopenhagen nach St. Petersburg im Jahr 2006. Dank seiner Bemühungen konnte Maria Fjodorowna an der Seite ihres Gatten ,des Zaren Alexander III. in der Peter und Paul Festung beigesetzt werden.

Die Bemühungen von Dimitrij Romanowitsch Romanow, dort in Russland zu helfen, wo Hilfe am nötigsten ist, fand in höchsten Regierungskreisen Russlands Anerkennung. Noch im Oktober 2016 reiste Dimitrij Romanowitsch Romanow mit seiner zweiten Ehefrau nach Russland und wurde dort mit dem Alexander Newski Orden, einer hohen staatlichen Auszeichnung, für seine Verdienste um die Verbreitung der Kenntnisse über das historische und kulturelle Erbe Russlands im Ausland geehrt. So ist es nur folgerichtig, dass der russische Präsident Wladimir Putin in seiner Kondolenz schreibt, dass Dimitrij Romanowitsch ein treuer Patriot Russlands gewesen sei, der sein Leben lang stets in geistiger Verbindung mit seinem Vaterland gestanden habe. Russland sei stolz auf solche Landsleute im Ausland, heißt es im Kondolenzschreiben weiter.

Im Jahr 2003 informierte ich in meiner Eigenschaft als Vorsitzende des Internationalen Fördervereins Katharina II. Zerbst e.V, Dimitij Romanowitsch Romanow über die Aktivitäten rund um Katharina II. in Zerbst/ Anhalt. In einem Antwortschreiben begrüßte er die Aufarbeitung der deutsch-russischen Geschichte in Zerbst und wünschte weiterhin Erfolg.

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Am 10. Januar 2017 findet in der Kopenhagener Alexander Newski Kirche der Trauergottesdienst für Dimitrij Romanowitsch Romanow statt.

Zerbst, den 08. Januar 2017

 

Die ungewöhnliche Reise einer Katharina-Statue: Moskau- Jerewan- Moskau

Die ungewöhnliche Reise einer Katharina-Statue: Moskau- Jerewan- Moskau

Annegret Mainzer, Zerbst

Am 06. November 1896 stellten die Moskauer eine aus Carrara- Marmor angefertigte Statue der Zarin Katharina II., einer geborenen Prinzessin von Anhalt-Zerbst, in der Großen Halle der Moskauer Stadt- Duma, d.h. des Moskauer Stadtparlaments auf. Dies geschah in Anwesenheit der Mitglieder der kaiserlichen Familie Russlands. Einen adäquaten Beschluss zur Aufstellung der Zarin-Statue hatte das Moskauer Stadtparlament schon ein Jahr zuvor gefasst. Geschaffen wurde die Statue vom bekannten russischen Bildhauer Alexander Michailowitsch Opekuschin (1838-1923), der auch am Petersburger Denkmal für Zarin Katharina II. mitgearbeitet hatte.

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Nach 1917 brachte man die Statue ins Depot des Museums der Schönen Künste. Die neuen Machthaber Russlands beabsichtigten, den „kaiserlichen“ Marmor für die Anfertigung von ca. hundert neuen Büsten führender Kommunisten zu nutzen.

Später gelangte die Statue ins Atelier des Bildhauers Sergei Dimitrijewitsch Merkurow (1881-1952). Dieser wiederum fürchtete um die Sicherheit der Statue und sorgte deshalb dafür, dass sie Anfang der 50-er Jahre nach Jerewan, der Hauptstadt Armeniens, überführt werden konnte. Merkurow hatte sie seinem Freund Mark Wladimirowitsch Grigorjan (1900- 1978), seinerzeit Stadtarchitekt von Jerewan, übergeben. In Jerewan „schlummerte“ die Statue auf dem Hof des armenischen Nationalmuseums.

Im Jahr 2003 hatte die armenische Regierung beschlossen, die restaurierte Statue Katharinas II. Russland, d.h. nach Moskau zurückzugeben. Die Statue wiegt ohne Sockel 4,2 t und ist 2,85 m hoch.

Anfang 2006 war in der russischen Presse zu lesen, dass die aus Armenien zurückgekehrte Statue Katharinas II. auf dem Territorium des musealen Naturreservats Zarizyno aufgestellt werden soll. Kurz zuvor war die Statue im würdigen Rahmen im Großen Saal der Moskauer Tretjakow- Galerie von Armen Sambatjatin, dem Botschafter Armeniens in Russland, an Juri Luschkow, den damaligen Oberbürgermeister Moskaus, übergeben worden.

Das ist für uns alle ein freudiges Ereignis. Wir bekommen eine Skulptur eines unserer führendsten Bildhauer  Alexander Opekuschin zurück“, so seinerzeit Juri Luschkow, der noch darauf verwies, dass die Statue noch einige Zeit in der Tretjakow- Galerie verbleiben müsse, bevor sie im damals noch nicht fertiggestellten Palais von Zarizyno aufgestellt werde. Zarizyno war auch einst auf Anregung Katharinas II. errichtet worden. „Wir werden Katharina dann im zentralen Saal aufstellen, den wir Katharina- Saal nennen werden.“, so Luschkow.

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Zarizyno befindet sich südöstlich von Moskau. Im 16. Jahrhundert war dieser Ort noch ein Dorf mit dem Namen Bogorodskoje. Besitzerin dieses Dorfes war Zarin Irina Godunowa, Gattin von Zar Fjodor Iwanowitsch. Im Jahr 1712 schenkte Zar Peter I. den Flecken Bogorodskoje dem moldauischen Fürsten D. Kantemir. Bogorodskoje wurde 1775 von Zarin Katharina II. aufgekauft und von nun an Zarizyno genannt. Am Bau des Großen Palastes waren die Architekten Wassili Iwanowitsch Baschenow (1737-1788) und Matwei Fjodorowitsch Kasakow (1738- 1812)beteiligt. Mit dem Tod Katharinas II. wurden weitere Bautätigkeiten im Zarizyno eingestellt und ruhten bis zum Jahre 1803.

Im Jahr 2007 konnte die Restaurierung des Schloss- und Parkensembles Zarizyno abgeschlossen werden.

Alexander Michailowitsch Opekuschin (1838- 1923)

Der aus dem Gouvernement Jaroslawl stammende Bildhauer Alexander Michailowitsch Opekuschin erhielt seine künstlerisch-handwerklichen Unterweisungen in der Petersburger Werkstatt von Professor David Iwanowitsch Jensen (1816-1902). Anschließend besuchte Opekuschin die Kaiserliche Akademie der Künste, wo er für seine Arbeiten, zu denen auch die Skulptur Amor und Psyche gehörte, verschiedene Auszeichnungen bekam. Für die Anfertigung einer Büste des Grafen Schuwalow und seine Mitarbeit am Petersburger Denkmal für Katharina II. wurde Opekuschin in die Meisterklasse der Akademie aufgenommen. Der Titel Akademiker wurde ihm für die Anfertigung der Büste des Zarejewitsches Nikolai Alexandrowitsch und der Statue Peters I. zuerkannt. In den ersten Jahren seines Wirkens war Opekuschin vorrangig mit ornamentalen Stuckarbeiten in und an Petersburger Gebäuden befasst und zählte zu den engsten und wichtigsten Mitarbeitern des Bildhauers und Malers Michail Ossipowitsch Mikeschin (1835-1896), dem Schöpfer des Denkmals für Katharina die Große in St. Petersburg. Im Jahr 1882 präsentierte Opekuschin auf der Allrussischen Industrieausstellung gemeinsam mit Mikeschin und dem Architekten Dimitri Nikolajewitsch Tschitschagow (1835-1894) zwei Skulpturenensembles: Die Wolga und Das Erdöl. Weiterhin fertigte Opekuschin das Denkmal für Alexander II., das 1898 an der Südmauer des Moskauer Kremls aufgestellt wurde. Zu den Werken Opekuschins zählt ebenfalls das Denkmal für Alexander III., das man im Jahre 1912 neben der Christi-Erlöser-Kathedrale in Moskau eingeweiht hatte. Keines dieser zwei letzt genannten Denkmale ist erhalten geblieben. Denkmale, die ebenfalls von Opekuschin stammen, sind u.a. das Puschkin-Denkmal in Moskau, aber auch die Puschkin- Denkmale in St. Petersburg sowie in Kischinjow und das Lermontow – Denkmal in Pjatigorsk.

Quellen:

1.Mehling, M.: Moskau.Knaurs Kulturführer. München, 1990

2. Хатчатуров, С.: Спасенную статую Екатерины II вернули Москве,

http://www.vremya.ru/2006/10/10/143733.html 27.01.2006

3. Catherine the Great’s Statue returns to Moscow from Yerewan

http://www.pravdareport.com/news/science/08-10-2003/52993-0/ 09.11.2003

4.Katharina die Grosse wieder in Moskau, http://russlandonline.ru/mainmore 09.11.2003

5.Памятник Екатерине II, возвращенный Москве Арменией, будет установлен в Царицынo

http://monarhist-spb.narod.ru/Archives_news/2006/01-2006/23-01-2006-1.htm 26.01.2007

6.Опекушин, Александр Михайлович,

http://hrono.ru/biograf/bio_o/opekushin_am.php 11.04.2007

7.Российское монархическое движение. Информационный бюллетень №35, февраль 2006, стр. 15

8.http://www.museum.ru/N25145 27.10.2016

9.http://encspb.ru/object/2804030509?lc=ru 26.10.2016

10.https://rg.ru/2006/01/24/ekaterina.html 27.10.2016

Zerbst, den 16.November 2016

Der 71. Tag des Sieges in Dresden – S Prasdnikom

Der 71. Tag des Sieges in Dresden – S Prasdnikom

von Annegret Mainzer, Zerbst

Alljährlich am 9. Mai wird in Russland der Tag des Sieges über den Hitlerfaschismus begangen. Traditionell finden auf dem Roten Platz in Moskau eine große Militärparade statt sowie allerorts Ehrungen der Veteranen des Großen Vaterländischen Krieges, wie der 2. Weltkrieg in russischer Geschichtsschreibung benannt wird, statt. Aber auch diejenigen, die als Kinder die vom 8 September 1941 bis zum 27. Januar 1944 andauernde Blockade des damaligen Leningrad überlebt haben, die sogenannten Blockadekinder, werden geehrt. Nur zur Erinnerung: Die Blockade von Leningrad hatte infolge von Bombenangriffen, Hunger und Unterernährung unter den Zivilisten mehr als 100 000 Todesopfer gefordert.

Auch für die im Ausland lebenden Russen und Deutschen aus Russland ist der 9. Mai jeden Jahres ein besonderer Tag: Es ist ein Tag, an dem sie sowohl ihrer gefallenen Familienmitglieder gedenken wie auch berechtigterweise ihren Stolz darauf, über das menschenverachtende Naziregime in Deutschland gesiegt zu haben.

Am 7. Mai diesen Jahres wurde in Dresden eine derartige Veranstaltung der besonderen Art organisiert. Das in der sächsischen Hauptstadt agierende Deutsch- Russische Kulturinstitut e.V. hatte zum Konzert von jungen Musikschülern unter dem Motto „Musik verbindet“ in das dortige Kulturrathaus geladen.

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Schüler des Rimskij-Korsakov- Konservatoriums St. Petersburg und des Sächsischen Landesgymnasiums für Musik musizierten gemeinsam für die Veteranen des 2. Weltkrieges. Mit finanzieller Unterstützung verschiedener sächsischer Institutionen konnten dieses deutsch- russische Musikprojekt realisiert werden, so Dr. Wolfgang Schälike, Vorsitzender des Deutsch-Russischen Kulturinstituts e.V. in Dresden. Seit Januar diesen Jahres probten die Musikschüler einzeln in Dresden und in St. Petersburg, vom 4.- 7. Mai hatten sie Gelegenheit zusammen in Dresden zu proben. Und das junge Deutsche und Russen friedlich zusammen musizieren – auch in Zeiten, in denen die offiziellen Beziehungen zwischen der Europäischen Union und Russland täglich neu auf dem Prüfstein stehen – ist ein gutes Zeichen, so der Tenor der Grußworte des Abends.

Das Resultat konnte sich hören lassen. Als Duo oder Trios bzw. Quartett ließen die Mädchen und Jungen von Elbe und Newa Musik verschiedener europäischer Komponisten wie Schumann, Tschaikowskij, Schubert, Grieg, Mozart und Rachmaninow an Klavier, Geige, Cello, Oboe und Waldhorn erklingen. Die jungen Musiker zeigten eine respektable Professionalität und ihnen war keineswegs anzumerken, dass diesem Konzert nur drei Tage gemeinsames Proben vorausgegangen waren.

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Das Publikum des gut besuchten Konzertes dankte den jungen Musikanten mit lang anhaltendem Beifall, vor allem nachdem auch solche Melodien wie Zhuravli (Kraniche) von Jan Frenkel und Smugljanka (Dunkles Mädchen) von Anatolij Nowikow und Jakow Schwedow erklangen- Melodien, die unmittelbar Assoziationen über den 2. Weltkrieg aufkommen lassen. Übrigens das Lied Smugljanka, geschrieben 1940, erreichte bei einem 2015 durchgeführten Ranking zu den beliebtesten Liedern der Russen Platz 24.

Die Überraschung des Abends war ein Grußwort von Anton Ermakov, dem 3. Sekretär des Generalkonsulats der Russischen Förderation in Leipzig, der im Namen der russischen Regierung den anwesenden Veteranen zu den Maifeiertagen gratulierte und ihnen für ihren Einsatz in den damaligen schweren Zeiten dankte, Gleichzeitig überreichte man den Veteranen nebst Blumen auch Briefe aus dem Kreml in Moskau.

S Prasdnikom (С праздником)– war an diesem Abend im Dresdener Kulturrathaus vielmals zu hören – sowohl bei der Begrüßung wie auch bei der Verabschiedung. C prasdnikom- und das mit Recht.

Annegret Mainzer im Gespräch mit Anton Ermakov, Vertreter des Russischen Generalkonsulats Leipzig
Annegret Mainzer im Gespräch mit Anton Ermakov, Vertreter des Russischen Generalkonsulats Leipzig

Zerbst, den 09. Mai 2016 Annegret Mainzer