IVDK-Sprachcamp in Zerbst/Anhalt: Staunen im Francisceum und Historischer Bibliothek, gemeinsames Volleyball und Lob für Schloss

IVDK-Sprachcamp in Zerbst/Anhalt: Staunen im Francisceum und Historischer Bibliothek, gemeinsames Volleyball und Lob für Schloss

Annegret Mainzer, Zerbst

Am Donnerstag, am 23. August, stand ein Tag in Zerbst/Anhalt auf dem Programm des zurzeit in Anhalt-Zerbst stattfindenden Sprachcamps des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur in Russland (IVDK). Wieder in Begleitung von Schloss- und Katharinavereinsmitglied Annegret Mainzer.

Ein erster Programmpunkt führte die 40 Campteilnehmer und die sie begleitenden Pädagogen am Donnerstagvormittag ins Zerbster Gymnasium Francisceum, wo sie von der stellvertretenden Schulleiterin Kerstin Görner aufs Herzlichste begrüßt wurden. Und zwar in der Aula, deren historisches Ambiente einige der jugendlichen Gäste sogar mit Hogwarts verglichen.

Begrüßung im Zerbster Francisceum

Nach der Begrüßung gab es einen Rundgang durch und um das Gebäude des Francisceums, wobei das klösterliche Ambiente sowohl drinnen wie auch draußen, vor allem auf dem Südhof mit seinem eigenen kleinen Weinberg die Gäste aus Russland sehr beeindruckte.

Vor der Sternwarte des Francisceums

Auch die Historische Bibliothek am Zerbster Francisceum mit ihren über 48 000 Bänden, darunter Handschriften, Drucke, Wiegendrucke (Inkunabeln), Leichenpredigten, die bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen, und ihrer Gemmensammlung überraschte die Campteilnehmer. Diplom-Bibliothekarin Iruta Völlger führte fachkundig und zeigte den Gästen besonders wertvolle und interessante Bücher, verwies auf deren kunstvolle und handkolorierte Kupferstiche. Sehr aufmerksam verfolgten die Campteilnehmer ihre Ausführungen und stellten interessierte Fragen.

in Historischer Bibliothek
in Historischer Bibliothek

In der Mittagspause dauerte es auf dem Südhof des Francisceums keine fünf Minuten und die Zerbster Francisceer wie auch ihre Altersgenossen aus Russland fanden sich zu einem Volleyballspiel zusammen. Sprachbarrieren gab es keine, Sport bringt Menschen problemlos zusammen und alle hatten sichtlich Spaß dabei.

gemeinsames Volleyballspiel
gemeinsames Volleyballspiel

Im Anschluss an die sportliche Mittagspause ging es zum Zerbster Schloss. Da die Sprachcampteilnehmer zumeist aus Familien mit russlanddeutscher Historie stammen, bildete der Besuch des Schlosses Zerbst zweifelsfrei einen Höhepunkt ihres Aufenthaltes in Anhalt-Zerbst.

Unter anderem zeigte ihnen Schlossvereinsmitglied Annegret Mainzer die Ausstellungsräume im Erdgeschoss sowie das Appartement der Fürstin Johanna Elisabeth von Anhalt-Zerbst, der Mutter von Zarin Katharina der Großen, mit deren Einwanderungsmanifest von 1762 die Geschichte der Deutschen aus Russland ihren Anfang nahm. Sich teilweise schriftliche Notizen machend, folgten die Jugendlichen Mainzers Ausführungen, stellten interessierte Fragen.

im Schloss Zerbst

Und nach gut einstündiger Schlossführung waren sie voll des Lobes für die Aktivitäten des Fördervereins Schloss Zerbst e.V. und seine Mitglieder. Sicher werden die Gäste aus Russland, wenn sie in ihre Heimatorte zurückkehren, ihren Familien und Freunden noch lange davon berichten.

Zerbst, den 25. August 2018

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Zerbst/ Anhalt mit Katharina- Denkmal und Schloss – Treffpunkt für Deutsche aus Russland

Zerbst/ Anhalt mit Katharina- Denkmal und Schloss – Treffpunkt für Deutsche aus Russland

von Annegret Mainzer, Zerbst

Im heutigen Zerbst/ Anhalt können Geschichtsinteressierte sich einerseits im Museum der Stadt sowie in den dortigen evangelischen Kirchen über die Reformation informieren und andererseits in der Sammlung Katharina II. und im Schloss auf den Spuren der russischen Zarin Katharina der Großen, einer geborenen Prinzessin von Anhalt-Zerbst, wandeln.

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Am ersten Juliwochenende strömten nun mehr als 200 Deutsche aus Russland, die sich im Bundesland Sachsen-Anhalt niedergelassen haben, busweise nach Zerbst/ Anhalt. Im Rahmen der laufenden Deutsch-Russischen Kulturwoche in Sachsen-Anhalt hatte der Förderverein Deutsche aus Russland Sachsen-Anhalt e.V. mit seiner Vorsitzenden Olga Ebert nach Zerbst/ Anhalt zu einem Vereinsforum „Russlanddeutsche in der neuen Heimat“ eingeladen. Neben der Besichtigung des Zerbster Schlosses und Stadtführungen standen eine Jugendkonferenz sowie ein Gala-Konzert auf der Agenda des ereignisreichen Tages.

Jugendkonferenz „ 20 Jahre Jugendarbeit- 20 Jahre Brückenbau“

Hauptinitiatoren der Jugendkonferenz, die unter dem Motto „20 Jahre Jugendarbeit-20 Jahre Brückenbau“ stand, waren der seit dem Jahr 2008 bestehende Jugend-und Studentenring der Deutschen aus Russland e.V. (JSDR) sowie der Internationale Verband der deutschen Kultur, Russische Förderation (IVDK), der die Interessen von etwa 700 000 Deutschen in Russland wahrnimmt.

Per Video wurde zu Anfang ein an die Konferenzteilnehmer gerichtetes Grußwort des Bundestagsabgeordneten Dr. Christoph Bergner (CDU), ehemals Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten.

Im Anschluss daran stellte Julia Iwakin, Vorsitzende des JSDR, die Ziele und Tätigkeitsbereiche dieser Organisation vor, aber auch das bisher Erreichte. Vor allem betonte sie die Internationalität der Arbeit des JSDR, die auf den verschiedenen kommunalen Partnerschaften zwischen deutschen und russischen Städten oder Organisationen beruht. Der JSDR leistet, so Julia Iwakin, ebenfalls politische aufklärungs- und Bildungsarbeit nicht nur für Kinder und Jugendliche, auch für Erwachsene, gibt in Form von thematischen Workshops und Seminaren wertvolle Hilfestellung bei der Integration der Deutschen aus Russland in das gesellschaftliche Leben ihrer neuen Wahlheimat Deutschland. Einen wesentlichen Bestandteil der Arbeit des JSDR bilden die Sommercamps, die sowohl in Deutschland wie auch in Russland für Kinder und Jugendliche durchgeführt werden und zur sprachlichen Förderung der Teilnehmer dienen, so Julia Iwakin.

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Angereist aus Moskau, richtete Katharina Martynova, die beim IDVK in Moskau für förderale Programme verantwortlich ist, ein Grußwort an die Konferenzteilnehmer. In ihren Ausführungen verwies sie ebenfalls darauf, dass der internationale Aspekt ihrer Verbandsarbeit Priorität besitzt. Dabei verwies Katharina Martynova auf die in diesem Frühjahr erfolgte Eröffnung des DeutschRussischen Hauses mit Kultur- und Geschäftszentrum in Omsk sowie auf das Deutsch-Russische Jahr des Jugendaustausches 2016/17. Nach Meinung von Katharina Martynova setze zwar jede mitwirkende Partnerorganisation ihre speziellen Prioritäten, doch die Zusammenarbeit sei für alle unerlässlich.

Julia Iwakin
Julia Iwakin
Katharina Martynova
Katharina Martynova

Danach berichtete Irina Pintschuk, die Koordinatorin der Sprach- und Bildungsprogramme des IDVK, über die Durchführung von Sprachcamps für Kinder und Jugendliche. Die Vorbereitung, Organisation und Durchführung der ethnokulturellen Sprachlager bedeute für die ca. 170 Mitarbeiter Arbeit rund um das ganze Jahr., ist nicht nur auf den Zeitraum ihrer Durchführung begrenzt. Sie stellte auch den typischen Tagesablauf eines Sprachcamps vor und betonte, dass alle sehr darum bemüht seien, Sprache und Kultur anders als im schulischen Unterricht zu vermitteln. Sport und Kreativität sowie Neugier der Teilnehmer finden hier Eingang bzw. Berücksichtigung im pädagogischen Konzept. Des weiteren zeichnete Irina Pintschuk die verschiedenen Möglichkeiten auf, um am Sprachcamp teilnehmen zu können. Viele langjährige Freundschaften zwischen den Campteilnehmern aus Russland und Deutschland seien auch schon entstanden, so Irina Pintschuk. Videosequenzen mit Aussagen der Campteilnehmer bestätigten das Gesagte.

Gala-Konzert im Katharina-Saal der Zerbster Stadthalle

Am späteren Nachmittag füllte sich der Katharina-Saal der Zerbster Stadthalle, gekommen waren auch Andreas Dittmann, der Zerbster Bürgermesiter, sowie Vorstandsmitglieder des seit 1992 in Zerbst agierenden Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V.

Begrüßt wurden die Gäste von Olga Ebert, der Vorsitzenden der Fördervereins der Deutschen aus Russland in Sachsen-Anhalt e.V. sowie vom Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann, der sich mit einem Grußwort an die Anwesenden wandte. Er nannte Zerbst/ Anhalt den idealen Kreuzungspunkt für deutsch- russische Begegnungen, gerade in einer Zeit, in der die Regierenden unserer beiden Länder sich sprachlos gegenüberstehen. Des Weiteren nahm er Bezug auf das Motto der Jugendkonferenz „20 Jahre Jugendarbeit- 20 Jahre Brückenbau“ ,denn das Brückenbauen solle doch dazu beitragen, die diesen Zustand der Sprachlosigkeit so schnell wie möglich zu beenden, so das Zerbster Stadtoberhaupt. Viel mehr, mahnte Andreas Dittmann, solle man sich auf das konzentrieren, was Deutsche und Russen jahrhundertelang verband und verbindet, ohne jedoch die Zeit, in der sie sich nicht verstanden, zu vergessen.

Olga Ebert und Andreas Dittmann
Olga Ebert und Andreas Dittmann

Im Anschluss entboten noch Katharina Martynova vom IVDK, Russische Förderation, und Julia Iwakin vom JSDR ihre Grußworte und dankten für die Möglichkeit, im Katharina-Saal der Zerbster Stadthalle diese Veranstaltung durchführen zu können.

Genug der Reden und Konferenzen!“, appellierte Zarin Katharina II., dargestellt von Olga Tidde, Vorstandsmitglied des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V. und übernahm souverän die Moderation des angekündigten und lang erwarteten Gala-Konzertes.

Olga Tidde als Katharina II.
Olga Tidde als Katharina II.

Feuerwerk künstlerischer Talente

Das zweistündige Gala-Konzert erwies sich als eine qualitativ hochwertiges Feuerwerk künstlerischer, vorwiegend gesanglicher und tänzerischer Talente, wobei es nicht immer leicht fiel, Profis und Hobbykünstler zu unterscheiden. Deutsches und russisches Kulturgut in Form von Liedern, Tänzen und Märchen von Künstlerinnen und Künstlern jeglichen Alters wurde dargeboten.

Tanzgruppe "Saltatio Burgus"
Tanzgruppe „Saltatio Burgus“
Nathalia Kraubner aus St. Petersburg
Nathalia Kraubner aus St. Petersburg

Die Sängerinnen und Sänger, die Tänzerinnen und Tänzer, die auftraten, leben und arbeiten zurzeit zum größten Teil in Sachsen-Anhalt, u.a. in Magdeburg, Weißenfels, Hettstedt und Halle. Angereist waren aber auch eine Tanzgruppe aus Waren/ Müritz sowie die Sängerin Nathalia Kraubner aus Sankt Petersburg.

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Zu Gehör bekam das Publikum u.a. Ich bete an die Macht der Liebe von D. Bortnjansky, Evergreens wie In der Nacht ist der Mensch nicht gern allein aus dem Film Die Frau meiner Träume sowie bekannte deutsche und russische Volkslieder und auch Songs, von den Sängern selbst geschrieben.

Während die Dessauer Tanzgruppe Saltatio Burgus höfische Tänze der Renaissance und des Frühbarock darbot, zeigte die Tanzgruppe aus Mecklenburg, dass ihr Repertoire Walzer, Reigen und flottere Tänze jüngerer Zeitrechnung umfasst.

Ein Highlight des Gala-Konzertes stellte die Erzählung des von Zarin Katharina II. selbst verfassten Märchens vom Zarejewitsch Chlor dar. Mit angenehmer Stimme und in sicherer freier Rede erzählte die professionell ausgebildete und derzeit in Leipzig lebende Schauspielerin und Tänzerin Mareike Greb von den möglichen Irrwegen im Leben. Mareike Greb präsentierte trotz einiger technischer Probleme ihre Liebe zum historischen Tanz. Auch die elfjährige Sängerin Daniela begeisterte das Publikum mit ihrer Natürlichkeit und ihren Liedern, in denen u.a. die für den kalten russischen Winter unerlässlichen Walenki, d.h. Filzstiefel besungen werden.

Daniela
Daniela
Mareike Greb
Mareike Greb

Des Weiteren präsentierte eine einst in Magadan und Minsk engagierte Sopranistin, die zurzeit in Magdeburg beheimatet ist, musikalische Perlen aus der Welt der leichten Operette, so u.a. die bekannte Arie Mein Herr Marquis der Adele aus Die Fledermaus.

Nach dem zweistündigen Kulturmarathon bekamen alle teilnehmenden Künstler eine Dankesurkunde aus den Händen von Olga Ebert und natürlich fast nicht enden wollenden Applaus sowie Bravo- Rufe aus dem Publikum.

Das Publikum war noch nicht müde und nahm das Angebot der Tanzgruppe Saltatio Burgus wahr, die einen Crash- Workshop in Sachsen Barocktanz anbot. Moderiert wurde dieser eloquent von der Tanz-Expertin Mareike Greb.

Fazit des Tages:

Der erste Julisonnabend 2016 rund um Zerbster Schloss und Zerbster Stadthalle bewies wieder einmal mehr: Deutsche aus Russland sind auf der einen Seite eine wahre Bereicherung für Deutschland und auf der anderen Seite wirkliche Brückenbauer in der Verbesserung des gegenseitigen Verständnisses zwischen Deutschen und Russen. Und gerade deshalb hätte ich mir gewünscht, dass mehr einheimische Deutsche im Vorfeld von diesen Veranstaltungen erfahren und somit die Möglichkeit erhalten hätten, diese zu besuchen, gemeinsam mit den Deutschen aus Russland, die vielleicht ganz in ihrer Nachbarschaft wohnen, ins Gespräch zu kommen. Vielleicht ist es den Organisatoren bei einer ihrer kommenden Events möglich, diese offener zu bewerben.

zerbstergazette traf in der Stadthalle die russische Historikerin und Katharina-Biografin Olga Eliseeva
zerbstergazette traf in der Stadthalle die russische Historikerin und Katharina-Biografin Olga Eliseeva

Zerbst, den 03. Juli 2016

 

Anhaltisch- russische Schnittpunkte durch Katharina II. in Bogorodizk wiederbelebt

Anhaltisch- russische Schnittpunkte durch Katharina II. in Bogorodizk wiederbelebt

Bogorodizk ist eine zirka 32 000 Einwohner zählende russische Kleinstadt, gelegen etwa 65 km südöstlich von Tula, wo die bekannten russischen Samoware hergestellt werden.
Wodurch erregte die Stadt Bogorodizk meine Aufmerksamkeit? Dadurch, dass im Juni 2015 in den russischen Medien zu lesen war, dass die dortigen politischen Entscheidungsträger in Sachen Kultur und Tourismus beschlossen, die Schloss- und Parkanlage Bogorodizk, die auch Tulaer Peterhof genannt wird, zu restaurieren. Dafür stellen die russische Regierung und das Gouvernement Tula insgesamt 65 Millionen Rubel (zurzeit zirka 830 000 Euro) zur Verfügung.
Im Zuge der geplanten Restaurierungsmaßnahmen soll nicht nur Verlorengegangenes wieder hergestellt, sondern auch ein Denkmal für die aus dem einstigen Fürstentum Anhalt- Zerbst stammende Zarin Katharina II. errichtet werden. Die offizielle Grundsteinlegung für das Denkmal erfolgte bereits Anfang des Sommers im Beisein lokaler Politprominenz.

Warum ein Denkmal für Katharina II. in Bogorodizk, in einem Ort, der 1663 von Zar Alexei Michailowitsch (1629- 1679), dem Vater von Zar Peter dem Großen, als Grenzbefestigung zum Schutz gegen Überfälle seitens der Krimtataren gegründet worden war?
Der Ort Bogorodizk ist eng mit der Geschichte der Grafen Bobrinski verknüpft. Als Begründer dieser Dynastie gilt Graf Alexei Grigorjewitsch Bobrinski (1762- 1813), der jüngste Sohn von Zarin Katharina II, geborene Prinzessin von Anhalt- Zerbst.

Porträt Graf Alexei Bobrinski von C.L.J.Christineck
Porträt Graf Alexei Bobrinski von C.L.J.Christineck (1732- 1792), ca. 1770

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Schloss Zerbst: Eröffnung der Ausstellung “ Eremitage St. Petersburg im Zerbster Schloss“

Schloss Zerbst: Eröffnung der Ausstellung “ Eremitage St. Petersburg im Zerbster Schloss“

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Am 21. Juni d.J. wurde im Ostflügel des einstigen Zerbster Schlosses die Sonderausstellung “ Eremitage St. Petersburg im Schloss Zerbst“ eröffnet.

 памятник Екатерине II в Цербсте и вид на замок её предков

Seit 2003 bemüht sich der ehrenamtlich arbeitende Förderverein Schloss Zerbst e.V. um den Wiederaufbau des am 16. April 1945 durch Bombenhagel zerstörten Schlosses, dessen Grundsteinlegung 1681 durch die Vorfahren der russischen Zarin Katharina II. , geborene Prinzessin von Anhalt- Zerbst, erfolgte. Dabei sind nicht nur Fördergelder und Sponsoren gefragt, sondern auch Ideen für eine nachhaltige Nutzung des Wiederaufgebauten.

Kreative Ideen passen zu jungen Leuten und so befassten sich im Zuge der Fertigstellung ihrer Masterarbeiten die Architekturstudenten Manja Nöldner  und Dominik Schendel , die in Berlin studiert haben, mit dem Ostflügel des Zerbster Schlosses. Genauer gesagt arbeiten sie am Projek- eine deutsche Dependance der St. Petersburger Eremitage im Schloss Zerbst. Ich fragte die beiden inzwischen Jungarchitekten, wie sie dieses Thema gefunden hätten oder ob sie jemand auf darauf aufmerksam gemacht habe. Letzteres verneinten sie, sie hätten sich das Thema selbst gesucht, so Dominik Schendel.

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In Vorbereitung ihrer Masterarbeitenbesichtigten sie auch die schon vorhandenen Depandancen der Eremitage in London, Amsterdam und Las Vergas und nahmen natürlich die noch vorhandene Bausubstanz des Zerbster Schlosses genau unter die Lupe.

Insgesamt sieht ihr Plan vor, das nicht nur der Ostflügel, sondern auch andere Gebäude im Schlosspark mit in das Projekt einbezogen werden sollen. Nahc ihren Vorstellungen soll der Ostflügel des Schlosses ausschließlich für Ausstellungen vo historischem bis zum zeitgenössischen Coleur genutzt werden, die Zerbster Stadthalle das Festhaus bilden, das Raum für Veranstaltungen bietet und das einstige Gebäude zur Unterbringung der Pferde und Fuhrwerke soll zum Gästehaus mit Verwaltungstrakt für Mitarbeiter umfunktioniert werden.

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Interessant auch die architektonische Gestaltung der oberen Galerie, die zur Präsentation der zeitgenössischen Kunst vorgesehen ist. Hier treffen neue innovative Ideen auf alte Bausubstanz, die aber bei dieser Symbiose nicht verlorengeht.

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Sicherlich mag manch einer die euphorisch im zerbster schloss vorgetragene Idee einer Filiale der St. Petersburger Eremitage im ersten Moment belächeln und meine, das sei eine Nummer zu groß für Zerbst/ Anhalt. Jedoch diejenige, die den Grundstock für die St. Petersburger Eremitage legte, Katharina die Große, kam aus Zerbst und so pflegen die Zerbster eine enge Verbundenheit mit Russland, was sich in der schon über 20 Jahre währenden Städtepartnerschaft mit Puschkin/ St. petersburg (ehemals: Zarskoje Selo) zeigt.

Und wer nicht träumt, nicht wagt, der nicht gewinnt.

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Открылась выставка « Эрмитаж Ст. Петербург в замке Цербст»

Открылась выставка « Эрмитаж Ст. Петербург в замке Цербст»

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21 июня 2015 г. в восточногерманском городе Цербст/ Ангальт была открыта удивительная выставка под названием « Эрмитаж Ст. Петербург в замке Цербст».
Построенный в стиле барокко замок в Цербсте является «семейным гнездом» российской императрицы Екатерины великой, урожденной принцессы Ангальт- Цербстской. 16 апреля 1945 г. трехфлигельный замок был сильно разрушен вследствие англо- американских бомбардировок. С 2003 г. зарегистрированное некоммерческое общество « Замок Цербст» борется за восстановление оставшегося восточного флигеля замка. За последние 12 лет по инициативе друзей Цербстского замка были успешно проведены строительные мероприятия. И ныне под крышей восточного флигеля замка находятся выставочные помещения, где посетители замка могут получить информацию об истории замка и о действующих в г. Цербст/ Ангальт краеведческих организациях.

 памятник Екатерине II в Цербсте и вид на замок её предков
памятник Екатерине II в Цербсте и вид на замок её предков

Этим летом Манья Нельдер и Доминик Шендель, студенты архитектуры из Берлина, показывают свои идеи, работы и макеты в Цербстском замке.

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В связи со своими мастерскими работами они занимались темой « Эрмитаж Ст. Петербург в замке Цербста». Основной идеей их работ является возможность открытия немецкого филиала Санкт- Петербургского Эрмитажа в Цербстском замке, объясняет Дирк Херрманн, председатель общества « Замок Цербст».

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Во время презентации своего проекта молодые архитекторы, чьи магистерские работы были оценены на «отлично», объяснили сврй архитктурный концепт: возможный немецкий филиал Ст. Петербургского Эрмитажа в Цербстском замке включает не только перестройку восточного флигеля замка, но и перестройку других зданий в замковом парке. По представлению авторов проекта в восточном флигеле будут находиться разные выставки, сегодняшний городской холл служит идеальным зданием для проведения разных мероприятий и в здании бывшего ремиза — дом для гостей и сотрудников Цербстского филиала Эрмитажа.

P1090262Оба архитекторы всегда старались использовать ещё существующие части замка. Перед тем как они начали со своими работами, они посетили филиалы Эрмитажа в Амстердаме, Лондоне и Лас Вегасе.
В интервью Манья Нельдер и Доминик Шендель ответили на вопрос, откуда они взяли тему для их мастерских работ, что эта тема была их собственой идеей.

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Zerbst/ Anhalt: Eine neue Ostpolitik für Frieden in Europa- Fazit einer Podiumsdiskussion

Zerbst/ Anhalt: Eine neue Ostpolitik für Frieden in Europa- Fazit einer Podiumsdiskussion

Stadthalle Zerbst/ Anhalt
Stadthalle Zerbst/ Anhalt

Wenn geballte hochkarätige Politprominenz zu öffentlichen Diskussionen eingeladen wird, finden diese Debatten meist an bekannten Plätzen in noch bekannteren Metropole der Welt statt. Selbst wenn es sich um eine Debatte von Lokalpolitikern handelt, treffen sie sich meist in den jeweiligen Landeshauptstädten. Seltener in kleinen Städten.
Jedoch auch kleinere und mittlere Städte, die nicht im gleichen Atemzug mit New York, Moskau oder Berlin genannt werden, sie spielten und spielen in der Weltgeschichte oft eine bedeutende Rolle, n´brachten hervorragende Persönlichkeiten hervor, wie man am Beispiel einiger kleinerer Städte, die zum einstigen Herzogtum Anhalt gehörten, sehen kann. Dabei denkt man an Köthen mit dem Komponisten Johann Sebastian Bach und Samuel Hahnemann, den Begründer der Homöopathie, und auch an Zerbst/ Anhalt mit Reformator Martin Luther und Zarin Katharina II. von Russland, geborene Prinzessin von Anhalt- Zerbst.

Denkmal für Katharina II. vor Zerbster Stadthalle
Denkmal für Katharina II. vor Zerbster Stadthalle

Deshalb liege es nach Meinung von Andreas Dittmann, Bürgermeister von Zerbst/ Anhalt, auf der Hand, dass die Podiumsdiskussion Eine neue Ostpolitik für Frieden in Europa im Katharina- Saal der Stadthalle von Zerbst/ Anhalt stattfindet, zu der er am 08. Juni d.J. zirka 320 Gäste begrüßen konnte.

Begrüßung durch Bürgermeister Andreas Dittmann
Begrüßung durch Bürgermeister Andreas Dittmann

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Vorgestellt: Romane von Eva Stachniak über Zarin Katharina die Große von Russland

Vorgestellt: Romane von Eva Stachniak über Zarin Katharina die Große von Russland

Katharina II. zu Pferde in Uniform der Leibgarde, von V. Eriksen (1722- 1782), um 1762
Katharina II. zu Pferde in Uniform der Leibgarde, von V. Eriksen (1722- 1782), um 1762

Link zur Rezension zum Roman “ Der Winterpalast“  von Eva Stachniak

https://bestsellerliste.wordpress.com/2013/12/15/der-winterpalast-eva-stachniak-rezension/

Zerbster Prinzessin Sophie, später Zarin Katharina II., verlässt Zerbst
Zerbster Prinzessin Sophie, spätere Zarin Katharina II., verlässt Zerbst
Blick auf den Winterpalast
Blick auf den Winterpalast

Link zur Rezension zum Roman “ Die Zarin der Nacht“ von Eva Stachniak

https://bestsellerliste.wordpress.com/2014/03/08/die-zarin-der-nacht-eva-stachniak-rezension/

Grabstätte Katharinas II. in der Peter und Paul Festung in Petersburg
Grabstätte Katharinas II. in der Peter und Paul Festung in Petersburg

Autorin der Rezensionen: Annegret Mainzer, Zerbst