Musiker aus Anhalt in der Stadtkapelle von Reval in der Mitte des 19. Jahrhunderts – Музыканты, родом из Ангальта, в городском оркестре в Ревеле в середине 19 века

Musiker aus Anhalt in der Stadtkapelle von Reval in der Mitte des 19. Jahrhunderts – Музыканты, родом из Ангальта, в городском оркестре в Ревеле в середине 19 века

 

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Denkmale für Friedrich Schneider und Wilhem Müller in Dessau

Der bei Zittau geborene deutsche Komponist und Organist Johann Christian Friedrich Schneider (1756- 1853) war von 1822- 1853 Herzoglich- Anhaltisch- Dessauischer Hofkapellmeister. Sein Bruder Johann Gottlob Schneider (1789- 1864) war ab 1825 Organist an der von 1739 bis 1755 erbauten barocken Katholischen Hofkirche in Dresden. Diese Stelle hatte er bis zu seinem Tode inne.

Родившийся недалеко от города Циттау немецкий комрозитор и органист Иоганн Христиан Фридрих Шнайдер (1756- 1853) был с 1822 по 1853 гг. придворным капельмейстером у герцога Ангальт- Дессауского. Его брат Иоганн Готтлоб Шнайдер (1789- 1864) с 1825 г. был органистом в католическом замковом соборе в Дрездене, который был построен с 1739 по 1755 гг. в стиле барокко. Он занимал этот пост до самой смерти.

Katholische Schloss- und Hofkirche Dresden
Katholische Schloss- und Hofkirche Dresden

Zudem leitete Johann Gottlob Schneider die vom aus Böhmen stammenden Königlich- sächsischen Hoforganisten Franz Anton Dreyssig (1774- 1815) im Jahr 1807 ins Lebens gerufene ins Leben gerufene Dreyssig´sche Singakademie. Unter Johann Gottlob Schneiders Leitung erlebte die Dreyssig´sche Singakademie zu Dresden ihre Blütezeit.

Кроме того Иоганн Готтлоб Шнайдер руководил Дрезденской певческой академией, которая в 1807 г. была основана придворным органистом Франц Антон Дрейссиг (1774- 1815), который был родом из Богемии. Те годы, стоявшие под руководством Иоганна Готтлоба Шнайдера, были расцвет Дрезденской певческой академии.

Grabstätte Dreyssigs in Dresden
Grabstätte Dreyssigs in Dresden

Gemeinsam mit dem seinerzeit bekannten Dessauer Dichter Wilhelm Müller (1797- 1827) begründete Johann Christian Friedrich Schneider die Dessauer Liedertafel. Schneider führte in Dessau auch Abonnementkonzerte ein. Außerdem versuchte Schneider Musikfeste zu etablieren, z.B. 1825 in Magdeburg, 1827 in Zerbst und 1838 in Wittenberg.

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Вместе с известным в то время поэтом Вильгельм Мюллер (1797- 1827) из г. Дессау Иоганн Христиан Фридрих Шнайдер оновал Дессауский Лидертафель (немецкое мужское хоровое любительское сообщество). В г. Дессау Шнайдер учредил концерты по абонементу и кроме того, Шнайдер организовал музыкальные фестивали, напр. в 1825 г. а Магдебурге, в 1827 г. в Цербсте и в 1838 г. в Виттенберге.

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Aus Schneiders zweiter Ehe gingen acht Kinder hervor, unter ihnen war sein in Leipzig geborener Sohn Bernhard Schneider (1819- 1898). Vor seiner Anstellung in Dessau war Schneider sen. in Leipzig tätig, u.a. am dortigen Stadttheater und als Organist an der Thomaskirche.

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                                                                    Grabstätte von Wilhelm Müller in Dessau

От второго брака у Шнайдера родилось восемь детей, среди них был его родившийся в Лейпциге сын Бернард Шнайдер (1819- 1898). До его переезда в Дессау Шнайдер Старший жил в Лейпциге, где он работал в театре и органистом в соборе Св. Томаса.

Bernhard Schneider kehrte der anhaltischen Wirkungsstätte seines Vaters den Rücken und wanderte 1848 ins Russische Reich aus, wo er sich zunächst als Musiklehrer bei einem russischen Fürsten seinen Lebensunterhalt verdiente.
Außerdem gehörte Bernhard Schneider zu den zehn Musikern aus Mitteldeutschland, d.h. aus den heutigen Bundesländern Sachsen- Anhalt, Sachsen und Thüringen, die Mitte des 19. Jahrhunderts in die Stadtkapelle von Reval (heute: Tallinn/ Estland) aufgenommen wurden.

Бернард Шнайдер покинул Ангальт и в 1848 г. он переехал в Российскую Империю, где он работал репетитором и учителем в семье русского князья.
Кроме того он принадлежал к числу тех музыкантов, которые были из Средней Германии, т. е. из нынешних федеральных земель Саксония- Ангальт, Саксонии и Тюрингии и которые в середине 19 века входили в состав городского оркестра Ревеля (ныне: Таллин/ Эстония).

Im Jahr 1851 wurde diese Stadtkapelle von August Friedrich Krüger (1810- 1883), seinerzeit Stadtmusikdirektor von Reval, ausschließlich mit gut ausgebildeten professionellen Musikern aus dem heutigen Mitteldeutschland besetzt.

В 1851 г. Август Фридрих Крюгер (1810- 1883), музыкальный директор г. Ревеля, выбрал для этого городского оркестра исключительно хорошо обученных профессиональных музыкантов из Средней Германии.

Zu diesen Auserwählten gehörte nicht nur Bernhard Schneider, sondern auch der ebenfalls aus Dessau stammende Bernhard Lorenz, vermutlich ein Nachfahre einer der im 1851 herausgegebenen Staats- und Adreßhandbuch für die Herzogthümer Anhalt- Dessau und Anhalt- Köthen aufgeführten Kammermusiker Adolf Lorenz, Gustav Lorenz, Johann Karl Lorenz und Friedrich August Lorenz. Die beiden Letztgenannten waren sogar Inhaber der Kaiserlich- königlichen Russischen Kriegsgedenkmünze für 1812.
In dieser Stadtkapelle von Reval spielte außer Schneider und Lorenz auch ihr Landsmann Wilhelm Leps, ein aus Coswig in Anhalt stammender Posaunist.

К этим избранным принадлежал не только Бернард Шнайдер, но и его соотетчественник Бернард Лоренц из Дессау, который, наверное, был потомком одного из следующих придворных камерных музыкантов Адольф Лоренц, Густав Лоренц, Иоганн Карл Лоренц и Фридрих Август Лоренц, которые перечислены в адресной книге герцогств Ангальт- Дессау и Ангальт- Кётен для 1851 года.
Тромбонист Вильгельм Лепс, родом из ангальтского города Косвиг, был также членом уже упомянутого оркестра г. Ревеля.

Zuletzt war Bernhard Schneider Musikdirektor in Paluev. Wenig ist über sein Privatleben in Erfahrung zu bringen. Im Jahr 1860 ehelichte er in Smolensk nach evangelisch- lutherischem Ritus die damals neunzehnjährige Bertha Emilie Wohtzech, gebürtig aus Riga, wo er zeitweise tätig war. Seine Frau verdiente sich ihren Lebensunterhalt als Gouvernante. Bernhard Schneider verstarb in Riga.

Берард Шнайдер работал также музыкальным директором в Палуеве. До сих пор мало известно об его личной жизни. В 1860 г. он в Смоленске женился на 19- летней Эимлии Берте Вотцех, родом из Риги, которая работала гувернанткой. Бернард Шнайдер умер в Риге.

Verwendete Literatur:
Erik Amburger Datenbank (online)
forum.ahnenforschung.net 08.04.2013
Koch; K.-P.: Deutsche Musiker in Estland einschließlich dem nördlichen Livland https://www.gko.uni-leipzig.de/fileadmin/user_upload/musikwissenschaft/pdf_allgemein/arbeitsgemeinschaft/Heft15/Heft_15_Koch1Estland.pdf 06.02.2016
Lenz, W.v.: Beethoven eine Kunststudie, Cassel, 1855
Melchert, J.F. (Hg.): Staats- und Adreßhandbuch für die Herzogthümer Anhalt- Dessau und Anhalt- Köthen, Dessau, 1851
Schüler- Verzeichnis des Revalschen Gouvernements- Gymnasiums bearb. v. H. Hradetzky, Reval, 1931
Seemann, Th. (Hg.): Geschichte der Dreyssig´schen Singakademie in Dresden, Dresden, 1882
Vallaste, T.: Die maßgeblichen Musikdirektoren und Musiklehrer in Reval (Tallinn) im 19. Jahrhundert http://www.dspace.utlib.ee 30.08.2011
http://www.findcity.de 06.01.2015

Das Wirken der aus dem Magdeburgischen stammenden Familie Knorre im Russischen Reich

Das Wirken der aus dem Magdeburgischen stammenden Familie Knorre im Russischen Reich

Blick auf die Türme des Domes in Magdeburg
Blick auf die Türme des Domes in Magdeburg

Der deutschstämmige Ingenieur Eugen Karlowitsch Knorre, 1848 in Nikolajew bei Odessa geboren, erarbeitete den Plan für die Moskauer Wasserleitungen. Außerdem hatte er der Moskauer Stadtverwaltung Pläne für die Metro vorgelegt, die seinerzeit jedoch nicht realisiert wurden.

Eugen Karlowitsch Knorres familiäre Wurzeln liegen im heutigen Sachsen-Anhalt. Er war der Enkel des 1759 in Neuhaldensleben bei Magdeburg geborenen Ernst Christoph Friedrich Knorre, der im Alter von 30 Jahren nach Dorpat (heute: Tartu/Estland) ging.

An der dortigen Höheren Töchterschule wirkte Ernst Christoph Friedrich Knorre ab 1789 als Direktor und ab 1802 als außerordentlicher Professor für Mathematik und Observator der damaligen provisorischen Sternwarte an der Universität Dorpat. Außerdem war er von 1789-1810 als Organist an St. Johannis in Dorpat. Verheiratet war er in erster Ehe mit Carolina Friederike Senff, 1765 in Leuna geboren, und in zweiter Ehe mit Carolina Henriette Sophie Senff, 1771 ebenfalls in Leuna geboren. Beide waren Schwestern des 1770 in Kreypau bei Merseburg geborenen und seinerzeit namhaften Künstlers Karl August Senff, der an der 1809 eingerichteten Zeichenschule der Universität in Dorpat lehrte, wo er 1838 verstarb. Ernst Christoph Friedrich Knorre hatte seinen Schwager stets finanziell unterstützt.

Knorres erste Frau starb 1791 nachdem sie ihm einen Sohn geboren hatte, der nicht lebensfähig war. Seiner zweiten Ehe entstammen vier Kinder, von denen drei überlebten.

Knorres 1799 in Dorpat geborener Sohn Karl Theodor Adolph schlug die medizinische Laufbahn ein und hatte von 1816-1821 Medizin an der Universität seiner Geburtsstadt studiert. Von 1823-1873 praktizierte er als Stadtphysikus in Pernau (heute: Pärnu/Estland). In den Rigaischen Stadtblättern vom 05.06.1822 wird angezeigt, dass er den Titel Doktor der Medizin erlangt hat. Er starb 1873 in Pernau. Sein 1827 in Pernau geborener Sohn Adolph Friedrich hatte von 1846-1851 Medizin an der Dorpater Universität studiert und war von 1858-1874 Ordinator am AlexanderHospital in Saratow und von 1875-1880 Landarzt im Gouvernement Saratow. Er starb 1893 in Saratow. Dessen Sohn Nikolai (*1862) wiederum trat beruflich in die Fußstapfen seines Vaters und wurde ebenfalls Landarzt im Gouvernement Saratow.

Ernst Leopold, der 1839 in Pernau geborene Bruder von Adolph Friedrich, studierte Klavier zuerst bei Theodor Stein (1819- 1893), der auch am St. Petersburger Konservatorium lehrte, später setzte Ernst Leopold Knorre seine Studien in Brüssel und Paris fort. Schlussendlich ließ er sich in Dorpat nieder, wo er als Klavierlehrer arbeitete. Dabei assistierte ihm seine Tochter Helene (*1865), die vorwiegend die Anfänger unterrichtete. Ernst Leopold starb 1928 in Dorpat, wie in der Rigaer Rundschau angezeigt.

Der zweite Sohn von Ernst Christoph Friedrich Knorre – Karl Friedrich – 1801 in Dorpat geboren, hatte von 1816-1821 Theologie und gleichzeitig Mathematik an der Dorpater Universität studiert.

Karl Friedrich Knorre

Karl Friedrich Knorre

Jedoch zeigte er großes Interesse für Astronomie. So half er bereits als Student bei topografischen Aufnahmen und Messungen sowie bei nächtlichen Beobachtungen. Dabei assistierte er dem Astronomen Friedrich Georg Wilhelm Struve (1793-1864), der Karl Friedrich in die Geheimnisse der praktischen Astronomie einwies. Auf Empfehlung und Vermittlung Struves kam Karl Friedrich im Jahr 1823 an die Sternwarte nach Nikolajew (heute: Mykolajiw/Ukraine), 100 km von Odessa entfernt. Somit wurde er der erste Astronom der Schwarzmeerflotte und lehrte gleichzeitig an der dortigen Steuermannsschule. Für den vielfachen Vater war ein gutes Einkommen immens wichtig, denn seinen drei Ehen entstammen zwölf Kinder: Fedor (*1831), Klara Karolina (*1834), Alexander (*1836), Wladimir (*1838), Viktor (*1840), Pawel (*1842), Karl (*1845), Amalie Sophie Karolina (*1847), Eugen (*1848), Sophie Jeanette (*1850), Olga Karolina (*1851) und Jegor (*1859). In anderen Quellen ist noch von den Söhnen Anton und Konstantin die Rede. Und alle waren zu ernähren und vor allem den Söhnen musste eine gute Ausbildung geboten werden.

Zum Verdienst von Karl Friedrich ist zu bemerken, dass er als Observator und Direktor der Sternwarte Nikolajew ein Jahresgehalt von 3000 Rubel bezog. Dazu kam noch das Salär für seine Lehrtätigkeit an der Steuermannsschule, das sich zum Beispiel im Jahr 1865 auf 2400 Rubel belief.

1828 wurde Karl Friedrich korrespondierendes Mitglied des Akademie der Wissenschaften St. Petersburg und im Jahr darauf mit dem Orden des Hl. Wladimir 4. Stufe geehrt. 1870, nach 50 Dienstjahren in Nikolajew, reichte er seinen Abschied ein. So bekam er den Orden der Hl. Anna 1. Stufe, wurde zum Geheimrat ernannt und in den Erbadel aufgenommen. Zu seinen beruflichen Verdiensten zählt die Anfertigung des Blattes Hora IV der Berliner Akademischen Sternenkarten. Zum anderen optimierte er den Sextanten.

Sein Sohn Viktor Karlowitsch, 1840 in Nikolaejew geboren und Bruder des eingangs erwähnten Eugen Karlovič, setzte die Familientradition fort und studierte ab 1862 Astronomie in Berlin bei Wilhelm Foerster (1832-1921). Fünf Jahre später begann er an der Sternwarte Pulkowo zu arbeiten. 1873 nahm der die Stelle als Observator an der Sternwarte in Berlin an. 1892 wurde er Professor für Astronomie. Zu seinen Leistungen gehört die Entdeckung des Asteroiden Coronis im Jahr 1876 und die Entdeckung dreier weiterer kleinerer Planeten zu seinen Leistungen. Des Weiteren machte er als genialer Schachspieler seinerzeit von sich reden. Viktor Knorre verstarb im Jahr 1919 bei Berlin. Die NASA benannte zu Ehren der drei Astronomengenerationen Knorre einen Asteroiden KNORRE.

Pawel Karlowitsch (*1842), Bruder von Viktor, war ausgebildeter Land- und Forstwirt und im Gouvernement Pensa ansässig. In Hinblick auf die Familienplanung eiferte er seinem Vater Karl Friedrich nach, denn er hatte vierzehn Kinder zu versorgen: Alexei (*1875), Helena (*1877), Anna (*1878), Maria (*1876), Woldemar (*1879), Katharina (*1881), Alica Anna (*1884), Olga Anna (1885), Pawel (*1887), Wera Antonina (*1888), Adele Felicita (*1890), Irene (*1896), Walentina (*1897) und Eugen (*1902). Pawel von Knorre starb im Jahr 1906.

Sein Bruder Eugen Karlowitsch (*1848), ausgebildeter Ingenieur-Mechaniker, besaß im Gouvernement Pensa 4093,5 Desjatinen Waldfläche sowie ein Sägewerk in Adamowka.

Fedor Karlowitsch (*1831), der älteste Sohn von Karl Friedrich, war Architekt, der unter anderem ab 1855 seinen Dienst beim Bau- und Straßenamt in Kiew versah. Außerdem projektierte er den Bau von Eisenbahnstrecken und Brücken und war auch im Gouvernement Stawropol tätig. Sein Sohn Fedor Fedorowitsch (*1862) wiederum war Bauingenieur und machte sich einen Namen beim Brückenbau in Sibirien und St. Petersburg. Sein Bruder Eugen Fedorowitsch (*1870) machte in Moskau Karriere als Violinist. Seine ältere Schwester Adele Fedorowna, (1867-1951) hatte am St. Petersburger Konservatorium Klavier und Operngesang studiert. Sie lehrte an den Musikschule in Nikolaejew und Libau (heute: Liepãja/Lettland). Ihre 1912 in Libau geborene Tochter Lydia, die sich nach Frankreich verheiratet hatte, studierte Musik und gab Privatunterricht am Konservatorium in Toulouse.

Karl Theodor, der 1806 in Dorpat geborene Sohn von Ernst Christoph Friedrich Knorre, hatte nach dem Abitur am dortigen Gymnasium von 1823-1827 an der Dorpater Universität Theologie studiert. Nach einer gewissen Zeit als Hauslehrer bekam er 1837 die Stelle als wissenschaftlicher Lehrer an der Höheren Kreisschule in Pernau tätig. Er gehörte auch der studentischen Verbindung Dorpati Livonorum an. Er verstarb im Jahr 1846 in Pernau. In der Zeitschrift Das Inland. Eine Wochenschrift für Liv, Esth- und Curlands Geschichte, Geographie, Statistik und Literatur vom 17.09.1846 findet sein Ableben im Nekrolog Erwähnung und sein Wirken wie folgt eine Würdigung: „Seine gründliche Gelehrtenbildung, sein milder christlicher Sinn und seine liebreiche offene Theilnahme gegen Alle, mit denen er in Verbindung stand, ließen ihn für Schule und Leben gleich segensreich und wohlthuend wirken. Sein Andenken wird im Herzen aller, die ihn kannten, unvergänglich sein.“. Auch im Pernauschen Wochenblatt vom 07.09.1846 wird sein Tod angezeigt.

Friedrich Karl David, der Halbbruder von Ernst Christoph Friedrich Knorre, 1762 ebenfalls in Neuhaldensleben bei Magdeburg geboren, hatte ab 1778 Theologie in Halle studiert und ab 1786 mitgewirkt, die Höhere Töchterschule in Dorpat einzurichten und an selbiger die Stelle des Organisten eingenommen. 1789 ging er als Prediger an die deutsche Gemeinde St. Johannes nach Narwa (heute: Narva/Estland). Hier befasste er sich auch mit der heimischen Flora. Er starb1805 in Narwa. Sein Ableben ist im Neuen Allgemeinen Intelligenzblatt für Literatur und Kunst vom 01.06.1805 angezeigt: „Am 4. April starb zu Narva der Präses Consistorii und erste Prediger bey der deutschen luther. Gemeinde , Johann Friedrich David Knorre.“.

Sein in Narwa geborener Sohn Friedrich Karl (1797-1846), der das Gymnasium in Dorpat besucht und an der dortigen Universität von 1814-1817 Theologie studiert hatte, wirkte später als Lehrer an den Gymnasien in Riga und Odessa.In den Rigaischen Stadtblättern vom12.01.1826 ist seine Anstellung als wissenschaftlicher Lehrer an der 2. Kreisschule in Riga angezeigt.

aktualisiert, Zerbst 12.05.2020

Verwendete Literatur und Quellen:

1. Album Dorpati Livonorum mit Vorwort v. A. Ammon, Dorpat, 1890.

2. Erik Amburger Datenbank (online).

3. Schüler- Album des Dorpatschen Gymnasiums von 1804-1879, Dorpat,1879.

4. Hasselblatt, A., Otto, G.: Album Academicum der Kaiserlichen Universität Dorpat,Dorpat,1889.

5. Baltisches Biographisches Lexikon digital.

6. Šišlov, S.: Dvorjane Knorre v XIX-načale XX veka in: Penzenskij vremennik ljubitelej stariny, Nr.4,1992, S.6-10.

7. Pingin, G.I.: Legendarhye imena. Pervyj astronom Černomorskogo flota Karl Christoforovič fon Knorre, Nikolajew, 2013.

8. http://www.karl-knorre.name/Pages%20DE/Familienchronik.html [letzter Zugriff 12.05.2020].

9. http://www.geni.com/people/Ernst-Christoph-Friederich-von-Knorre/4626772356160128754 [letzter Zugriff 12.05.2020]

 

 

Musiker und Theaterschaffende aus Mitteldeutschland im Russischen Reich- музыканты и артисты из Средней Германии в Российской Империи

Musiker und Theaterschaffende aus Mitteldeutschland im Russischen Reich- музыканты и артисты из Средней Германии в Российской Империи

Semperoper in Dresden- Dresden als Wirkungsstätte mitteldeutscher Komponisten
Semperoper in Dresden- Dresden als Wirkungsstätte mitteldeutscher Komponisten

Wer kennt nicht solche Aussagen wie „Musik verbindet“ oder „Musik überwindet Grenzen“? Implizieren diese Worte doch auch, dass Menschen, die sich der Musik verschreiben, überall auf der Welt willkommen sind und schnell auf Gleichgesinnte treffen.
Denkt man an den Berufsstand der Musiker, entstehen Bilder von „durch die Lande ziehenden Spielleuten“ vor unseren Augen. Das kommt daher, dass Musikanten vor allem in früheren Zeiten mobil sein mussten, was auch in unseren Tagen für diesen Berufsstand von Vorteil ist.
Ihr Heimatland verlassend, zogen nicht wenige von ihnen in eine ungewisse Fremde, wo meist ihre jeweilige Muttersprache nicht gesprochen wurde, dennoch bedurften diese ausgewanderten Musiker nicht der Hilfe von Übersetzern. Meinte doch der deutsche Schriftsteller Berthold Auerbach (1812- 1882): „ Musik allein ist Weltsprache und braucht nicht übersetzt werden.“- ein Fakt, der die Arbeitssuche von Musikern im Ausland stets erleichtert. So hat denn auch eine Reihe von deutschen Musikern im europäischen Ausland Karriere gemacht, unter denen viele professionelle Musiker aus dem heutigen Mitteldeutschland (Sachsen, Sachsen- Anhalt, Thüringen) zu finden sind. Von denjenigen, die im Baltikum und im Russischen Reich versuchten, sich zu etablieren, soll hier die Rede sein.

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Auf den Spuren der weit verzweigten Musikerfamilie Agthe im Baltikum und in Russland

Auf den Spuren der weit verzweigten Musikerfamilie Agthe im Baltikum und in Russland 

Namhafte Komponisten und Musiker wirkten in den einstigen Fürstentümern Anhalt – Dessau, Anhalt – Zerbst, Anhalt – Köthen und Anhalt – Bernburg und prägten das dortige Musikleben. Zu ihnen gehörte zweifelsfrei Johann Friedrich Fasch (1688- 1758), der ab 1722 bis zu seinem Lebensende als Hofkapellmeister in Zerbst angestellt war. Zu nennen sind auch auf Johann Sebastian Bach (1685- 1750) und seine Tätigkeit als Kapellmeister und Director derer Cammer – Musiquen von 1717- 1723 am Hofe des Fürsten Leopold von Anhalt – Köthen (1694 – 1728). Nicht zu vergessen ist in diesem Zusammenhang der Anhalt – Dessauische Hofkapellmeister Friedrich Schneider (1786- 1853), der von 1822 – 1853 im Dienste des Herzogs Leopold IV. Friedrich von Anhalt (1794 – 1871) stand.
Ein Überblick über die aus Anhalt stammenden Komponisten und Musiker, die im Zeitraum des ausgehenden 18. bis zum beginnenden 20. Jahrhundert im Russischen Reich wirkten, ist im Zerbster Heimatkalender 2012 dargestellt. Dort fand bereits der aus Hettstedt stammende Komponist, Organist und Cembalospieler Carl Christian Agthe (1762- 1797) Erwähnung, der ab 1782 am Hofe des Fürsten Albrecht von Anhalt – Bernburg (1735- 1796) in Ballenstedt seinen Dienst als Kapellmeister und Organist versah.
Zuvor war Carl Christian Agthe in Reval (heute: Tallinn/ Estland) in Erscheinung getreten. Im Alter von 14 Jahren war er Musikdirektor und Pianist der von Nathanael Ernst Hündeberg (1743- 1793) gegründeten Theatertruppe, die nicht nur in Reval, sondern auch zeitweise in Riga gastierte. Weiterlesen

Der Organist Heinrich Beise in Mitau

Der Organist Heinrich Beise in Mitau

Der 1753 im zum einstigen Anhalt – Bernburg gehörenden Städtchen Harzgerode geborene Gottfried Heinrich Beise prägte maßgeblich das Musikleben in Mitau, der Hauptstadt des ehemaligen Herzogtums Kurland. Von 1787- 1830 wirkte er als Organist und Kantor an der Mitauer Reformierten Kirche. Doch Heinrich Beise betätigte sich ebenfalls als Musikpädagoge. So leitete er bis 1830 die 1825 gegründete Trinitatis – Töchterschule in Mitau. Am 04. Januar 1830 verstarb Gottfried Heinrich Beise in Mitau. Sein 1789 in Mitau geborener Sohn Jacob Georg Friedrich († 1865) hatte von 1805- 1911 das Gymnasium in Mitau besucht, danach an der Universität Dorpat studiert, dort war er Mitglied der 1808 gegründeten Studentenverbindung Curonia. Er schlug die geistliche Laufbahn ein und war u.a. von 1852- 1862 Pastor an der Reformierten Kirche in Riga. Des Weiteren war er Mitredakteur der Rigaschen Stadtblätter. Heinrich Theodor (1818- 1878), Enkel von Gottfried Heinrich, der an der Universität Dorpat Jura studiert hatte, arbeitete von 1851- 1859 als Syndikus an derselbigen. Er war von 1839- 1851 auch Sekretär der Gesellschaft für Geschichte und Altertumskunde zu Riga. Weiterlesen