Julius Johannes Döring aus Dresden und seine Spuren im Baltikum

Julius Johannes Döring aus Dresden und seine Spuren im Baltikum

Blick auf Dresden- Geburtsort von Döhring
Blick auf Dresden

Der bei Dresden geborene Maler, Restaurator und Kulturhistoriker Julius Johannes Döring (*1818), Sohn eines Schneidermeisters, erhielt seine künstlerische Ausbildung an der Akademie der Künste in Dresden.

Kunstakademie Dresden
Kunstakademie Dresden

1845 reiste er nach Kurland und ließ sich dort in Mitau (heute: Jelgava/ Lettland) nieder. Vorrangig befasste er sich mit Altargemälden und erteilte Zeichenunterricht. 1852 unternahm er eine Studienreise nach Frankreich und Italien, Griechenland und Palästina und ab 1859 bekam er die Stelle des Zeichenlehrers am Mitauer Gymnasium. Zuvor hatte er schon an den Mitauer Töchterschulen unterrichtet. Im Jahr 1860 wurde Döring Bibliothekar der Kurländischen Gesellschaft für Literatur und Kunst und 1865 ihr Geschäftsführer. Diese Ämter bekleidete er bis 1893. Im Alter von 78 Jahren verstarb Döring im Jahr 1898 in Mitau.

Julius Döring (1818- 1898)
Julius Döring (1818- 1898)

Er erteilte ebenfalls privat Zeichenunterricht und zu seinen Schülerinnen gehörten die seinerzeit namhaften Malerinnen Elise Jung – Stilling (1829- 1904), Emma von Kleist (1840- 1892) und Alexandra von Reibnitz (*1857). Zu Dörings Privatschülern, die er in seinem Mitauer Atelier unterwies, gehörte auch der lettisch- deutsche Maler Johann Walter- Kurau (1869- 1932) der Begründer der modernen lettischen Malerei, über den ich wieder die Verbindung zu Dresden findet, denn Walter – Kurau, der auch das Geigenspiel erlernt hatte, spielte nach 1905 bis zu seinem Wegzug nach Berlin im Jahre 1917 Geige am Opernhaus in Dresden, der heutigen Semperoper.

Loge der Dresdner Semperoper
Loge der Dresdner Semperoper

Doch zurück zu Döring, von dessen künstlerischen Schaffen zahlreiche Gemälde für die katholische Kirche in Mitau zeugten wie auch das Altargemälde der Armenkirche St. Johann in Mitau, das er 1865 vollendete. Zudem wurde im Jahr 1861 unter seiner Leitung der Altar in der gegen Ende des 16. Jahrhunderts erbauten evangelisch- lutherischen Heiliggeistkirche von Bauske (heute: Bauska/Lettland) umgestaltet. Döring hinterließ der Nachwelt zirka 1000 Porträts und 23 Altargemälde in den Kirchen Lettlands und Litauens. Zudem war er leidenschaftlicher Sammler von historischen und archäologischen Sachen.

Verwendete Literatur und Quellen:
1. Baltisches Biographisches Lexikon digital
2. Dannenberg, K.: Zur Geschichte und Statistik des Gymnasiums zu Mitau, Mitau, 1875; S. 45 f.
3. Neumann, W.: Lexikon baltischer Künstler, Riga, 1908, 34ff., 79 f.; 123
4. http://www.webcitation.org/6FkTkpGNZ 04.04.2015
5. http://www.antonia.lv/ru/zhivopisj/dering-julius-iohann/ 04.04.2015
6. http://deutsch-wort.de/walter_kurau 10.04.2015

 

Carl G. A. Eckers: Jüterborg- Zerbst- Wittenberg- Berlin- Mitau- Dorpat- Goldingen- Riga

Carl G. A. Eckers: Jüterborg- Zerbst- Wittenberg- Berlin- Mitau- Dorpat- Goldingen- Riga

Annegret Mainzer, Zerbst

Gymnasium Francisceum in Zerbst/ Anhalt

Carl Gustav Alexander Eckers, 1811 im Kloster Zinna bei Jüterbog geboren, hatte das Gymnasium in Zerbst besucht und Theologie in Wittenberg sowie Philosophie bei Hegel in Berlin studiert, bevor er 1836 nach Mitau ging, um dort als Hauslehrer zu arbeiten.

Schlosskirche mit Luther- Thesen in Wittenberg

1839 war er wissenschaftlicher Lehrer an der Kreisschule in Goldingen. Von 1841 bis 1864 lehrte er die deutsche Sprache und Literatur am Gouvernements Gymnasium in Riga. In den Rigaischen Stadtblättern vom 09.07.1841findet Eckers als „Oberlehrer am Rigaschen Gymnasium“ Erwähnung.

Außerdem war Eckers Mitbegründer des Naturforschervereins zu Riga. Eckers hielt unter anderem Vorlesungen für das interessierte Rigaer Publikum. So wird in den Rigaischen Stadtblättern vom 24.02.1843 zu „Vorlesungen für das gebildete Publikum“ in die St. Johannis-Gildestube eingeladen. Dort hielt am 02. 03.1843 Eckers eine Vorlesung zum Thema Die Hauptmomente der Entwicklung der Dichtung von Klopstock bis Göthe. Die Rigaischen Stadtblätter vom 28.06.1844 vermelden, dass Eckers anlässlich Entlassungsfeier der Abiturienten des Rigaer Gymnasiums einen wissenschaftlichen Vortrag zum Thema Ueber das, was gegenwärtig der poetischen National-Literatur der Deutschen Noth thut.

Am 07.06.1845 vermelden die Rigaischen Stadtblätter: „Der Ober-Lehrer des hiesigen Gymnasiums Eckers ist in dem Range eines Titulair-Raths bestätigt worden.“. Eine weitere Beförderung vermeldet das Blatt am 31.07.1847: „Nach Ausdienung der gesetzlichen Jahre ist vom Titulair-Rath zum Collegien-assessor befördert: der ältere Lehrer am hiesigen Gymnasium Eckers.“.

Sein 25-jähriges Berufsleben am Rigaer Gouvernements-Gymnasium ist in den Rigaischen Stadtblättern vom 12.112.1864 erwähnt: „Am Sonntag, den 8 November, beging Herr Collgien-Rath G. Eckers Oberlehrer der deutschen Sprache und Literatur am hiesigen Gouv.-Gymnasium, das Fest seiner 25jährigen amtlichen Wirksamkeit an der genannten Anstalt. Schon am Abend vorher hatten ihm die Schüler des Gymnasiums mit einem Ständchen beim Scheine farbiger Laternen überrascht.“. Seine Entlassung zum 31. 12.1864 ist in den Rigaischen Stadtblättern vom 04.02.1865 bekannt gegeben.

Eckers muss sich neben seiner Lehrtätigkeit auch für den Tierschutz eingesetzt haben, denn den Rigaischen Stadtblättern vom 25.09.1869 ist zu entnehmen, dass er Präsident des Rigar Tierschutzvereins war: „Vom 2. bis 5. August d. J. ist zu Zürich ein internationaler Thierschutz-Congreß abgehalten worden, auf dem auch der Rigaer Thierschutz-Verein durch seinen Präsidenten, den dim. Oberlehrer des Gouv.-Gymnasiums, Hrn. Collegien-Rath Eckers vertreten war.“.

In den Rigaischen Stadtblättern vom 02.06.1843 ist die Heirat des „Oberlehrer am Rigaischen Gymnasio Karl Gustav Alexander Eckers mit Elisabeth Wilhelmine Kruhseangezeigt. Ihre 1846 in Riga geborene Tochter Olga (†1890) war mit dem aus Riga stammenden Chemiker Carl Nikolai Seuberlich (1847-1924) verheiratet.

Eckers verstarb 1889 in Riga, wie in der Libauer Zeitung vom 28.08.1889 und in der Düna-Zeitung vom 14.08.1889 sowie in den Rigaischen Stadtblättern vom 17.08.1889 angezeigt.

Verwendete Literatur:
1. Beiträge zur Geschichte der Esthländischen Ritter- und Domschule:Einladungsschrift zu der 550jährigen
Jubelfeier der Domschule zu Reval am 19. und 20. Juni1869, Reval, 1869; S. 912. Zur Geschichte des Gouvernements- Gymnasiums in Riga, Riga,1888; S. 7
3. Woldemar, C.: Zur Geschichte und Statistik der Gelehrten- und Schulanstalten des Kaiserlich Russischen
Ministeriums der Volksaufklärung, St. Petersburg, 1865; S. 136
4. Baltisches Biographisches Lexikon digital
5. Gottzmann, C.L., Hörner, P.: Lexikon der deutschsprachigen Literatur des Baltikums und St. Petersburg, Berlin,
2007; S. 387
6. BBLd [letzter Zugriff 10.04.2020]

7. Erik Amburger Datenbank online [letzter Zugriff 10.04.2020]

Der Organist Heinrich Beise in Mitau

Der Organist Heinrich Beise in Mitau

Der 1753 im zum einstigen Anhalt – Bernburg gehörenden Städtchen Harzgerode geborene Gottfried Heinrich Beise prägte maßgeblich das Musikleben in Mitau, der Hauptstadt des ehemaligen Herzogtums Kurland. Von 1787- 1830 wirkte er als Organist und Kantor an der Mitauer Reformierten Kirche. Doch Heinrich Beise betätigte sich ebenfalls als Musikpädagoge. So leitete er bis 1830 die 1825 gegründete Trinitatis – Töchterschule in Mitau. Am 04. Januar 1830 verstarb Gottfried Heinrich Beise in Mitau. Sein 1789 in Mitau geborener Sohn Jacob Georg Friedrich († 1865) hatte von 1805- 1911 das Gymnasium in Mitau besucht, danach an der Universität Dorpat studiert, dort war er Mitglied der 1808 gegründeten Studentenverbindung Curonia. Er schlug die geistliche Laufbahn ein und war u.a. von 1852- 1862 Pastor an der Reformierten Kirche in Riga. Des Weiteren war er Mitredakteur der Rigaschen Stadtblätter. Heinrich Theodor (1818- 1878), Enkel von Gottfried Heinrich, der an der Universität Dorpat Jura studiert hatte, arbeitete von 1851- 1859 als Syndikus an derselbigen. Er war von 1839- 1851 auch Sekretär der Gesellschaft für Geschichte und Altertumskunde zu Riga. Weiterlesen