Kiel/Zerbst: Festakt und Zerbster Gratulation zum 10. Geburtstag des Kieler Zarenvereins

Kiel/Zerbst: Festakt und Zerbster Gratulation zum 10. Geburtstag des Kieler Zarenvereins

Annegret Mainzer, Zerbst

Am 15. Dezember 2008 gründete sich in Kiel der Verein Ein Denkmal in Kiel für Herzog Carl Peter Ulrich von Holstein-Gottorf zugleich als Peter III. Zar und Kaiser des Russischen Reiches mit dem Ziel, das Leben und Wirken seines Namensgebers tiefgründiger zu hinterfragen, dessen bis dato negatives Bild in der Geschichtsschreibung aufgrund aktueller Forschungen richtigzustellen. Auf den Tag genau zehn Jahre später lud besagter Verein, der sich jetzt einprägsamer Kieler Zarenverein nennt, zum Festakt in die Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek Kiel ein, um sein zehnjähriges Bestehen zu begehen.

Nicht wenig Prominenz folgte dieser Einladung des Kieler Zarenvereins, so konnte der Vereinsvorsitzende Jörg Ulrich Stange unter den Gästen Hans-Werner Tovar, den Stadtpräsidenten der Landeshauptstadt Kiel, Andrei Sharashkin, den Generalkonsul der Russischen Förderation in Hamburg, Vizekonsul Mikhail Marin, Herzog Huno von Oldenburg mit seiner Gattin sowie Annegret Mainzer, Vorstandsmitglied des seit 1992 agierenden Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V., aber auch weitere Vertreter deutsch-russischer Organisationen begrüßen.

Vereinsvorsitzender Jörg Ulrich Stange

Der Festakt, ein niveauvoller Mix aus Retrospektive und Perspektive bezüglich des Wirkens des Kieler Zarenvereins, wurde musikalisch umrahmt von der deutsch-russischen Musikerfamilie Schallhorn-Torianik: Oxana Torianik (Flügel), Adelia Schallhorn (Flöte) und Benjamin Schallhorn (Violine). Ein Hochgenuss für die Gäste des Abends – die professionelle Darbietung von Stücken durch die Familie Schallhorn-Torianik, die unter anderem aus der Feder von Tschaikowski und Händel stammen. Die Künstler wurden für ihre Auftritte mit langanhaltendem Beifall und Bravorufen belohnt.

Auftritt der Familie Schallhorn-Torianik

Hans-Werner Tovar, Stadtpräsident der Landeshauptstadt Kiel, würdigte in seinem Grußwort insbesondere die Bemühungen des Kieler Zarenvereins um die Aufstellung eines Denkmals für Zar Peter III. am Kieler Schloss, die im Jahr 2014 erfolgte.

https://russianhalthistory.wordpress.com/2014/08/17/ein-kieler-junge-kehrt-zuruck-enthullung-des-denkmals-fur-zar-peter-iii-%d0%b2%d0%be%d0%b7%d0%b2%d1%80%d0%b0%d1%89%d0%b5%d0%bd%d0%b8%d0%b5-%d0%bc%d0%b0%d0%bb%d1%8c%d1%87%d0%b8%d0%ba%d0%b0/

Ein Verdienst des Kieler Zarenvereins sei es auch, so Stadtpräsident Tovar, das Jahrhunderte in der Geschichtsschreibung gepflegte negative Bild von Zar Peter III., dem Kieler Jung´, auf der Grundlage ernsthafter Forschungen und Archivrecherche zu verändern. Zwar habe der aus Kiel stammende Zar Peter III. lediglich 186 Tage regieren dürfen, aber diese kurze Zeit habe er genutzt, um über 200 Gesetze und Verordnungen zu initiieren. Diese seien größtenteils im Sinne der Aufklärung und Modernisierung Russlands gewesen, wie auch der Vereinsvorsitzende Jörg Ulrich Stange in seiner Festrede anmerkte.

Generalkonsul Andrei Sharashkin u. Vizekonsul Mikhail Marin

Andrei Sharashkin, Generalkonsul der Russischen Förderation in Hamburg, gratulierte nicht nur zum Vereinsjubiläum, er dankte in seinem Grußwort den Mitgliedern des Kieler Zarenvereins für ihre Aktivitäten um die Festigung der deutsch-russischen Beziehungen sozusagen „von unten“ her. Zudem betonte Generalkonsul Sharashkin auch die nicht unwichtige Rolle der Deutschen wie Zar Peter III. und Zarin Katharina II. und unzähliger ihrer Landsleute für die Entwicklung bzw. Modernisierung Russlands in den vergangenen Jahrhunderten.

Glückwünsche und die Gratulation zum 10. Geburtstag des Kieler Zarenvereins überbrachte ebenfalls Annegret Mainzer vom Vorstand des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e. V. sowie vom Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann. An zahlreiche gemeinsame Veranstaltungen des Kieler Zarenvereins und des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“Zerbst e. V.,- Ausstellungen, Vorträge, Spielszenen, die in Zerbst, Kiel und Berlin stattfanden,auch an gemeinsame Exkursionen u.a. im Sommer 2018 nach Sankt Petersburg erinnerte Annegret Mainzer.

Grußwort: Annegret Mainzer aus Zerbst

Sie überreichte dem Vereinsvorsitzenden Stange sozusagen als Geburtstagsgeschenk eine „Zerbster Pressemappe“ mit „Kieler Inhalt“, das heißt eine Sammlung von Artikeln über die gemeinsamen Aktivitäten von Katharina- und Zarenverein und forderte auf, gemeinsam neue Kapitel hinzuzufügen.

Auch Vereinsvorsitzender Jörg Ulrich Stange würdigte die Zusammenarbeit mit dem Internationalen Förderverein „Katharina II.“ Zerbst e. V. und sowohl Mainzer wie auch Stange waren sich darin einig, dass es nicht an ihnen sei, die Ehezwistigkeiten von Katharina und Peter fortzusetzen.

In seinen weiteren Ausführungen hielt der Vereinsvorsitzende Stange nicht nur Rückschau auf das erste Jahrzehnt des Kieler Zarenvereins, er erinnerte nochmals an des Zustandekommen des Kontakts zum international tätigen russischen Bildhauer Alexander Taratynov, der das Denkmal für Zar Peter III. in Kiel geschaffen hatte. „Es sei ein Denkmal für einen Sozialreformer und Friedenstifter, der aber ungeschickterweise seine neue Politik mit Hast und Ungeduld durchsetzen wollte und dabei daran scheiterte, ja scheitern musste, angesichts der Gegenpartei am Hofe, bestehend aus Klerus und Adel, die jene Reformen als Bedrohung sahen, die dem russischen Volk die Befreiung vom Joch gebracht hätten“, führte Stange weiter aus.

Trotz der Aufstellung des Denkmals für Zar Peter III. in Kiel und seines Pendants in Oranienbaum (heute: Lomonossow/ Russland) habe der Kieler Zarenverein noch 2-3 ambitionierte Pläne, so Stange. In Planung sei unter anderem ein deutsch-russisches Symposium, auf dem deutsche und russische Historiker den neuesten Forschungsstand zu diesem Thema vortragen und austauschen. Es könnte daraus eine Tagungsreihe im Wechsel zwischen Kiel und St. Petersburg bzw. auch Oranienbaum/Lomonossow geben, an der sich auch der Internationale Förderverein „Katharina II.“ aus Zerbst beteiligen könnte.

Der Festakt endete mit dem Singen des Schleswig-Holstein-Liedes und der Nationalhymne der Russischen Förderation.

Annegret Mainzer (l.) mit Mitgliedern des Zarenvereins u. Gästen des Festaktes

Während eines Umtrunks im Anschluss an den Festakt machten die zahlreich erschienenen Gäste rege davon Gebrauch, miteinander ins Gespräch zu kommen, manche neue Idee zu entwickeln und auf das Erreichte mit einem Glas Sekt anzustoßen.

Zerbst, den 18. Dezember 2018

Fotos: Kieler Zarenverein

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Jahreshauptversammlung 2018 beim Internationalen Förderverein „Katharina II.“ Zerbst e.V.

Jahreshauptversammlung 2018 beim Internationalen Förderverein „Katharina II.“ Zerbst e.V.

Annegret Mainzer, Zerbst

Wir können stolz auf das Geschaffene sein, wenn man bedenkt, dass so manches, was heute gezeigt wurde, vor 25 Jahren noch keine Rolle im Zerbster Tourismus spielte“, mit diesen Worten schloss Tatyana Nindel, Vorsitzende des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V. , ihren Jahresbericht 2017 auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Vereins am 19. April im Veranstaltungsraum der Zerbster Filiale der Kreissparkasse Anhalt-Bitterfeld.

Obwohl an diesem Donnerstagabend die Skala auf dem Thermometer bis auf 30º C kletterte und es sicherlich viele Leute in die Gärten zog, ließen es sich treue Vereinsmitglieder nicht nehmen, zur Jahreshauptversammlung zu kommen. Unter den Gästen waren auch Vertreter der Zerbster Partnervereine.

Vereinsvorsitzende Tatyana Nindel

Der Jahresbericht der Vereinsvorsitzenden Tatyana Nindel gab einen sehr informativen Überblick darüber, wann und wo – in Zerbst/Anhalt, in Anhalt und außerhalb der Grenzen Anhalts – die Mitglieder des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V. im Einsatz waren. Auch gab es Informationen darüber, mit welchen regionalen und überregionalen Partnern zusammengearbeitet wird. Mit einer ansprechenden Powerpointpräsentation untermalte Tatyana Nindel das Gesagte.

Ob auf dem II. Geschäfts- und Kulturforum „Made by Deutschen aus Russland. Partnerschaft.Verantwortung. Erfolg. in Bayreuth, bei der festlichen Inbetriebnahme des Untergrunderdgasspeichers Katharina in Peißen bei Bernburg, bei der Begrüßung des Autohauses Peter in Zerbst/Anhalt, auf dem 3. Großen Katharinaball in Moskau oder zum 20-jährigen Bestehen der Stengel Gesellschaft Dornburg und zum 25-jährigen Bestehen des Zerbster Heimatvereins, aber auch zur Begrüßung von Gästen der Stadt Zerbst/Anhalt in Stadthalle und Schloss sowie in unseren Schulen und auf verschiedenen Klassentreffen und Treffen anderer Vereine waren die Mitglieder des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V., u.a. durch Tatyana Nindel, Olga Tidde, Johanna Lüdecke, Ilona Pflug, Silke Hoffmann, Annegret Mainzer aktiv vertreten.

https://russianhalthistory.wordpress.com/2017/05/27/23-mai-2017-zerbster-katharinaverein-in-bayreuth-und-peissen-gefragt/

https://zerbstergazette.wordpress.com/2017/09/24/grosser-katharinaball-2017-bei-moskau-ein-hauch-von-hollywood-und-zerbster-waren-dabei/

Höhepunkte waren laut Nindel auch die literarisch-musikalische Lesung „Wo du doch, Deutschland, meine Liebe…“ mit Ella Schwarzkopf und Alexandre Bytchkov und die Präsentation des Großgemäldes „Erste Begegnung auf Schloss Eutin“ der russischen Malerin Elena Orlova-Afinogenova im Zerbster Atelier der Kunstgalerie Fabra Ars. Des Öfteren konnten auch Schulklassen in den Ausstellungsräumen des Vereins im Schloss begrüßt werden.

https://zerbstergazette.wordpress.com/2017/03/12/praesentation-des-gemaeldes-erste-begegnung-in-zerbst/

https://zerbstergazette.wordpress.com/2017/03/05/premiere-in-zerbst-wo-du-doch-deutschland-meine-liebe/

2017 beging der Internationale Förderverein „Katharina II.“ Zerbst e.V. sein 25-jähriges Bestehen. „Wir verzichteten auf Feierlichkeiten und entschieden uns für eine Vereinsreise nach Kiel“, berichtete Tatyana Nindel. Gemeinsam mit den Mitgliedern der Kieler Zarenvereins wurden Sehenswürdigkeiten, Schlösser in Kiel, Glücksburg, Husum und Bordesholm erkundet. Highlight der Reise war die festliche Eröffnung der gemeinsamen Ausstellung Katharina II. und Zar Peter III.“ in der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek mit ca. 200 Gästen.

https://zerbstergazette.wordpress.com/2017/05/17/kiel-im-mai-2017-ausstellungseroeffnung-mit-zerbster-mitwirkung/

Im Anschluss an den Jahresbericht erfolgte der Finanzbericht durch die Schatzmeisterin Ilona Pflug., dessen Richtigkeit von der Kassenprüferin Marlies Kellpinski bestätigt wurde.

Vorstandsmitglied Johanna Lüdecke gab einen Ausblick auf die Vorhaben im Jahr 2018. Sie verwies darauf, dass schon einige Veranstaltungen wie das Treffen der einstigen und jetzigen Darstellerinnen von Hofdamen, Prinzessinnen und Zarinnen am 11. März d.J. in der Zerbster Stadthalle im Rahmen der diesjährigen Zerbster Kulturfesttage erfolgreich durchgeführt wurde. Auch wurden im Russischen Haus der Wissenschaften und Kultur in Berlin Ende Februar von den Ehrenmitgliedern des Vereins Wladimir Teslenko und Yurij Korolkov zwei Ausstellungen initiiert.

https://russianhalthistory.wordpress.com/2018/02/28/ehrenmitglieder-des-zerbster-katharinavereins-initiieren-ausstellungen-in-berlin/

https://russianhalthistory.wordpress.com/2018/03/12/zerbst-anhalt-hoheiten-von-einst-und-heute-treffen-sich/

Das nächste große Event wird das 2. Zerbster Prinzessinnenfest am 26. Mai 2018 auf dem Zerbster Schlosshof sein. Auch lud sie zum Russischen Abend am 17. August ein. Nicht zuletzt verwies sie auf das bevorstehende deutsch-russische Wirtschaftsforum am 31.Mai/01. Juni d.J. in Zerbst/Anhalt.

Vorstandsdamen werben für das 2. Zerbster Prinzessinnenfest

In der anschließenden Diskussion überbrachte Antje Rohm, Kulturamtsleiterin und Pressesprecherin der Stadt Zerbst/Anhalt, die herzlichsten Grüße und den Dank des sich derzeit auf einer Auslandsreise befindenden Zerbster Bürgermeisters Andreas Dittmann. Darin wird betont, dass heutzutage die Stadt sich mit dem Namen Zerbst/Anhalt – Heimatstadt Katharinas der Großen schmückt, dass das auch dank der langjährigen ehrenamtlichen Tätigkeit des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V. möglich ist. Zudem wurde die Mitwirkung des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V. bei der Vorbereitung und bevorstehenden Durchführung des bereits erwähnten deutsch-russischen Katharina-Forums 2018 umfassend gewürdigt. Des Weiteren überbrachte Dirk Herrmann, Vorsitzender des Fördervereins Schloss Zerbst e.V., herzliche Grüße und gratulierte zum bisher Erreichten.

Im Anschluss entlastete die Vollversammlung einstimmig den Vorstand für das Jahr 2017 und stimmte den Vorhaben für 2018 zu.

T. Nindel gratuliert J. Lüdecke zur Ehrenmitgliedschaft

Damit war die Jahreshauptversammlung noch nicht beendet. Im Namen des Vorstandes trug Vorstandsmitglied Annegret Mainzer zwei Vorschläge für Ehrenmitgliedschaften vor. Vorgeschlagen wurden das langjährige und äußerst aktive Mitglied Johanna Lüdecke und der Historiker Dr. Claus Scharf aus Mainz, der ebenfalls Vereinsmitglied ist. Beide Anträge wurden einstimmig angenommen.

Zerbst, den 22. April 2018