Internationales Diplomatenforum im Zerbster Schloss eröffnet

Internationales Diplomatenforum im Zerbster Schloss eröffnet

Annegret Mainzer, Zerbst

Waren alle Festredner am 01. Juni diesen Jahres während der Eröffnung der russisch-deutschen Sonderausstellung „Auf den Spuren Katharinas“ im Zerbster Schloss einhellig der Meinung, dass selbiges in den Annalen der russisch-deutschen Beziehungen einen besonderen Stellenwert innehaben könne, so sollte diese These zwei Tage später ihren Beweis finden.

Der 290. Geburtstag von Zarin Katharina der Großen, einer geborenen Prinzessin von Anhalt-Zerbst, war Anlass für Experten führender russischer Universitäten und wissenschaftlicher Zentren, ihr diesjähriges Internationales diplomatisches Forum „Russland und Deutschland: Ein historisch-diplomatisches Erbe beider Länder“ im Schloss zu Zerbst/Anhalt, sozusagen im Elternhaus von Katharina der Großen zu starten.

Zu den Gastrednern der Forums zählte Wladimir M Grinin, ehemaliger Botschafter der Russischen Förderation in der BRD. Für ihn war es nicht die erste Visite in Zerbst/Anhalt, denn bereits im Jahr 2012 zur festlichen Eröffnung der touristischen Route „Katharina die Große“ und im Jahr 2017 anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „Ansichten Liechtensteins“ mit Werken des russischen Künstlers Alex Doll weilte Grinin in Zerbst.

Wladimir Grinin

Andreas Dittmann, Bürgermeister von Zerbst/Anhalt, wies in seiner Begrüßung darauf hin, dass es Wladimir Grinin war, der im Jahr 2014 den Wiederaufbau des Zerbster Schlosses unter seine Schirmherrschaft stellte.

Bürgermeister Andreas Dittmann

Zu den weiteren Rednern des Forums zählte Natalja Maslakowa-Klauberg, der nicht nur die Moderation des Forums oblag, sie sprach auch über das „Genie“ in der Persönlichkeit Katharinas und über die damit im Zusammenhang stehenden Phänomene ihrer Regierungszeit, die auch das „Goldene Zeitalter“ genannt wird.

Natalja Maslakowa-Klauberg

Während Wladimir Grinin und Oleg Ksenofontow, der ebenfalls auf ein erfülltes Diplomatenleben zurückblicken kann, über vergangene und heutige diplomatische Beziehungen zwischen Russland und Deutschland sowie über deren konkrete Folgen für die Wirtschaft, Kunst und Kultur sowie Bildung und Wissenschaft referierten, versuchte Professor Rolf Klauberg, der an der Diplomatenakademie des russischen Außenministeriums lehrt, warum im Kampf zwischen den USA und Russland um die Vormachtstellung auf fast allen Gebieten heutzutage China eine entscheidende Rolle spielt.

Oleg Ksenofontov
Prof. Rolf Klaubeg

Grußworte an das Forum entboten auch Prinz Eduard von Anhalt und Wladimir Teslenko, Begründer und Ehrenmitglied des 1992 gegründeten Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V.

Eduard von Anhalt
Wladimir Teslenko

Im Anschluss daran nutzten die Forumsteilnehmer die Gelegenheit, die bereits eingangs erwähnte russisch-deutsche Sonderausstellung „Auf den Spuren Katharinas“ im Schloss Zerbst zu besuchen. Diese Ausstellung, organisiert anlässlich des 290. Geburtstags von Katharina der Großen und der 25-jährigen Städtepartnerschaft der Städte Zerbst/ Anhalt und Puschkin/ St. Petersburg (ehemals Zarskoje Selo), entstand in enger Kooperation des seit 2003 in Zerbst tätigen Fördervereins Schloss Zerbst e.V. mit dem Staatlichen Museumsreservat „Zarskoje Selo“ in Puschkin.

Der erste Tag des Forums bot auch ein Konzert unter dem Motto „Russischer Barock zur Zeit Katharina der Großen“ mit dem Sänger Alexander Fedorov und der Pianistin Ksenia Fedoruk. Das Konzert wurde mit Unterstützung der Stifung „Offenes Meer“ organisiert. Das gefühlvolle Spiel von Ksenia Fedoruk und die gesangliche Darbietung von Alexander Fedorov, die sich durch ein hohes Maß von Empathie und Feinsinnigkeit, begleitet von entsprechender Mimik und Gestik, auszeichnet, beeindruckten das Publikum sehr.

Ksenia Fedoruk und Alexander Fedorov

Im Anschluss an das Konzert lud Bürgermeister Andreas Dittmann zu einem Empfang ins Rathaus, in dessen Verlauf sich zwischen den Forumsteilnehmern ein lebendiger Meinungs- und Informationsaustausch entwickelte.

Das Internationale diplomatische Forum „Russland und Deutschland: Ein historisch-diplomatisches Erbe beider Länder“ setzte seine Arbeit am 04. und 05. Juni im Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur in Berlin erfolgreich fort.

Zerbst, den 12.06. 2019

 

Werbeanzeigen

Russisch-deutsche Sonderausstellung „Auf den Spuren Katharinas“ im Schloss Zerbst eröffnet

Russisch-deutsche Sonderausstellung „Auf den Spuren Katharinas“ im Schloss Zerbst eröffnet

Annegret Mainzer, Zerbst

Im November 2018 reisten Dirk Herrmann, Vorsitzender des seit dem Jahr 2003 in Zerbst/Anhalt agierenden Fördervereins Schloss Zerbst e.V., und Vereinsmitglied Annegret Mainzer nach Puschkin/St. Petersburg, um dort bei einem Arbeitstreffen mit Olga Taratynova,  Direktorin des Staatlichen Museumsreservats „Zarskoje Selo“, Einzelheiten der gemeinsamen Ausstellung „Auf den Spuren Katharinas“ zu erörtern. Dem folgte am 09. November 2018 die beiderseitige Vertragsunterzeichnug zur Durchführung und Präsentation der Ausstellung im Jahr 2019 im Zerbster Schloss, der einstigen Residenz der Fürsten von Anhalt-Zerbst. Aus diesem Geschlecht stammt auch die russische Zarin Katharina die Große, deren Name die Städte Zerbst/Anhalt und Puschkin/St. Petersburg verbindet. Bereits im Herbst 1994 wurde deshalb der Vertrag über die Partnerschaft zwischen den beiden Städdten unterzeichnet.

 

 

Anlässlich des diesjährigen 290. Geburtstags von Zarin Katharina der Großen, einer geborenen Prinzessin von Anhalt-Zerbst, und des 25-jährigen Städtepartnerschaftsjubiläums wurde am 01. Juni diesen Jahres die eingangs erwähnte russsich-deutsche Sonderausstellung „Auf den Spuren Katharinas“ festlich im Schloss Zerbst eröffnet und zwar in den in den unteren Etagen des Corps de logis befindlichen Gemächern, deren Sanierung im ersten Quartal 2019 abgeschlossen werden konnte. Im zweiten Obergeschoss dieses Schlosstraktes befanden sich einst die Gemächer, die die junge Zerbster Prinzessin bis zu ihrer Abreise nach Russland im Jahr 1744 bewohnt hatte. Zurzeit harren die durch anglo-amerikanisches Bombardement am 16. April 1945 zerstörten Jugendzimmer Katharinas II. noch ihrer Wiederherstellung.

Die Sonderausstellung setzt sich aus zwei Teilen zusammen: Der Eingangsteil der Ausstellung informiert über einige Aspekte der Kindheit und Jugend Katharinas II., während der zweite, der weitaus größere Ausstellungteil verschiedene Zeichnungen, Stiche und Aquarelle russischer und ausländischer Künstler des 18./ 19. Jahrhunderts, die in digitaler Form vom Staatlichen Museumsreservat „Zarskoje Selo“ zur Verfügung gestellt wurden, vor allem jene Plätze im Katharinapark in Zarskoje Selo zeigen, die auch Kaatharina II. begeisterten. Parallel dazu werden Fotos aus den Jahren 2017/2018 gezeigt, sodass die Besucher die Veränderungen, die sich im Park seit dem 18. Jahrhundert vollzogen  haben, nachvollziehen können.

 

Zur Ausstellungseröffnung, die von Schülerinnen der Zerbster Musikschule „Johann Friedrich Fasch“musikalisch umrahmt wurde, kamen gut 120 interessierte Gäste. ins Zerbster Schloss.

Unter ihnen konnte Vereinsvorsitzender Dirk Herrmann u.a. Mikhail Korolev, Attachè an der Botschaft der Russischen Förderation in Berlin, Tatyana Serpinskaya und Natalya Lancaray, die Vertreterinnen des Staatlichen Museumsreservats „Zarskoje Selo“, sowie den vor einer Woche wieder gewählten Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann begrüßen.

 

In seiner Begrüßung dankte Dirk Herrman nicht nur den Unterstüzern und Sponsoren dieser Ausstellung, auch wüdigte er die ehrenamtliche Arbeit der Übersetzerinnen Olga Tidde und Annegret Mainzer. Die Ausstellungskonzeption wurde vom Vereinsvorsitzenden selbst erstellt. Tatyana Nindel, Vorsitzende des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V., dolmetschte während de Eröffnungszeremonie.

Diesem Dank von Dirk Herrmann schloss sich Bürgermeister Andreas Dittmann in seinem Grußwort an und verwies dabei zum wiederholten Male auf das besondere Potenzial, auf die besondere Rolle von Schloss Zerbst in der Bewahrung des europäischen und Weltfriedens. Russland sei kein Feind, so Bürgermeister Dittmann, in Zerbst schätze und pflege man die freundschaftlichen Beziehungen zu russischen Partnern sehr.

In diesen Tenor stimmte das Grußwort von Direktorin Olga Taratynova, das Tatyana Serpinskaya verlas, ein. Olga Taratynova würdigte die titanische Arbeit der Mitglieder des Schlossvereins bei der Sicherung und beim Wiederaufbau des in den letzten Tagen des 2. Weltkriegs zerstörten Zerbster Schlosses. Ebenso wie ihre Vorredner ist Taratynova davon überzeugt, dass Schloss Zerbst künftig in der Vertiefung der deutsch-russischen Beziehungen einen besonderen Platz einnehmen könne.

Im Anschluss an die Eröfnungsreden lud Prinzessin Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst, dargestellt von  Svenja Reifarth, die Gäste zum Rundgang durch die Ausstellung ein. Dabei kam es auch zum regen Meinungs- und Informationsaustausch zwischen den russischen und deutschen Gästen.

Die Ausstellung ist bis zum 29. September 2019 wie folgt geöffnet:

dienstags – samstags 10.00-12.00 Uhr u. 13.00-17.00 Uhr

letzter Einlass: 11.30 Uhr bzw. 16.30 Uhr

außer an Feiertagen und nicht am 15.06. und 06.09. 2019

weitere Informationen unter: https://www.schloss-zerbst-ev.de/

Zerbst, den 02.06.2019

Российская-германская тематическая выставка „По следам Екатерины“ открылась в Цербстском замке

Российская-германская тематическая выставка „По следам Екатерины“ открылась в Цербстском замке

Аннегрет Майнцер, Цербст

В первом квартале текущего года были завершены ремонтные работы на двух нижних этажах главного корпуса замка в городе Цербст/ Ангальт. В XVIII веке в этом корпусе располагались детские помещения российской императрицы Екатерины Великой, урождённой принцессы Ангальт-Цербстской. Её бывшие помещения находились на верхнем этаже и они ныне ждут своего восстановления.

290-летие со дня рождения российской императрицы Екатерины Великой и 25-летие установления побратимских связей между городами Цербст/Ангальт и Пушкин/ Ст. Петербург служат поводом для торжественного открытия недавно отремонтированных помещений, где 01 июня открылась российская-германская тематическая выставка под названием „По следам Екатерины“. Эта выставка была создана при тесном сотрудничестве Государственного художественно-архитектурного музея-заповедника „Царское Село“ и зарегистрированного общества „Замок Цербст“, которое было основано в 2003 году.

     
 

В ноябре прошлого года Дирк Херрманн, председатель общества „Замок Цербст“, и Аннегрет Майнцер, член общества, встретились с Ольгой Таратыновой, директором ГМЗ „Царское Село“, и обсудили подробности совместного выставочного проекта. 09 ноября 2018 года был подписан договор о проведении и презентации высмтавки „По следам Екатерины“ в Цербстском замке.

Двуязычная выставка разделена на две части: Вступительная часть посвящена детству и молодости принцессы Ангальт-Цербстской, позжей российской императрицы Екатерины Великой. Вторая, гораздо большая часть выставки, показывает изображения различных мест Екатерининского парка в Царском Селе при жизни Екатерины II. Рядом с этим фотографии 2017/2018 гг. отражают состояние парка в настоящее время. Среди них акварели, гравюры и рисунки, сделанные русскими и иностранными художниками XVIII/ XIX веков. Тексты и аннотации на немецкий язык перевела Аннегрет Майнцер и на русский – Ольга Тидде.

01 июня, в день открытия выставки, Дирк Херрманн,председатель общества „Замок Цербст“, приветствовал ок. 120 заинтересованных гостей: среди них – Михайл Королев, атташе посольства Российской Федерации в ФРГ, Татьяна Серпинская и Наталья Лансере, представители ГМЗ „Царское Село“, и Андреас Диттманн, мэр города Цербст/ Ангальт.

Татьяна Ниндель, председатель Международного исторического общества „Екатерины II“, работала переводчиком во время церемония открытия выставки.

Все докладчики единодушно подчеркнули, что замок Цербст, где Екатерина Великая провела свое отрочество, может занять особое место в укреплении дружеских отношений между Россией и Германией.

   

Выставка длится до 29 сентября 2019 года.

https://www.schloss-zerbst-ev.de/

Цербст, 01 июня 2019 г.

 

Kiel/Zerbst: Festakt und Zerbster Gratulation zum 10. Geburtstag des Kieler Zarenvereins

Kiel/Zerbst: Festakt und Zerbster Gratulation zum 10. Geburtstag des Kieler Zarenvereins

Annegret Mainzer, Zerbst

Am 15. Dezember 2008 gründete sich in Kiel der Verein Ein Denkmal in Kiel für Herzog Carl Peter Ulrich von Holstein-Gottorf zugleich als Peter III. Zar und Kaiser des Russischen Reiches mit dem Ziel, das Leben und Wirken seines Namensgebers tiefgründiger zu hinterfragen, dessen bis dato negatives Bild in der Geschichtsschreibung aufgrund aktueller Forschungen richtigzustellen. Auf den Tag genau zehn Jahre später lud besagter Verein, der sich jetzt einprägsamer Kieler Zarenverein nennt, zum Festakt in die Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek Kiel ein, um sein zehnjähriges Bestehen zu begehen.

Nicht wenig Prominenz folgte dieser Einladung des Kieler Zarenvereins, so konnte der Vereinsvorsitzende Jörg Ulrich Stange unter den Gästen Hans-Werner Tovar, den Stadtpräsidenten der Landeshauptstadt Kiel, Andrei Sharashkin, den Generalkonsul der Russischen Förderation in Hamburg, Vizekonsul Mikhail Marin, Herzog Huno von Oldenburg mit seiner Gattin sowie Annegret Mainzer, Vorstandsmitglied des seit 1992 agierenden Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V., aber auch weitere Vertreter deutsch-russischer Organisationen begrüßen.

Vereinsvorsitzender Jörg Ulrich Stange

Der Festakt, ein niveauvoller Mix aus Retrospektive und Perspektive bezüglich des Wirkens des Kieler Zarenvereins, wurde musikalisch umrahmt von der deutsch-russischen Musikerfamilie Schallhorn-Torianik: Oxana Torianik (Flügel), Adelia Schallhorn (Flöte) und Benjamin Schallhorn (Violine). Ein Hochgenuss für die Gäste des Abends – die professionelle Darbietung von Stücken durch die Familie Schallhorn-Torianik, die unter anderem aus der Feder von Tschaikowski und Händel stammen. Die Künstler wurden für ihre Auftritte mit langanhaltendem Beifall und Bravorufen belohnt.

Auftritt der Familie Schallhorn-Torianik

Hans-Werner Tovar, Stadtpräsident der Landeshauptstadt Kiel, würdigte in seinem Grußwort insbesondere die Bemühungen des Kieler Zarenvereins um die Aufstellung eines Denkmals für Zar Peter III. am Kieler Schloss, die im Jahr 2014 erfolgte.

https://russianhalthistory.wordpress.com/2014/08/17/ein-kieler-junge-kehrt-zuruck-enthullung-des-denkmals-fur-zar-peter-iii-%d0%b2%d0%be%d0%b7%d0%b2%d1%80%d0%b0%d1%89%d0%b5%d0%bd%d0%b8%d0%b5-%d0%bc%d0%b0%d0%bb%d1%8c%d1%87%d0%b8%d0%ba%d0%b0/

Ein Verdienst des Kieler Zarenvereins sei es auch, so Stadtpräsident Tovar, das Jahrhunderte in der Geschichtsschreibung gepflegte negative Bild von Zar Peter III., dem Kieler Jung´, auf der Grundlage ernsthafter Forschungen und Archivrecherche zu verändern. Zwar habe der aus Kiel stammende Zar Peter III. lediglich 186 Tage regieren dürfen, aber diese kurze Zeit habe er genutzt, um über 200 Gesetze und Verordnungen zu initiieren. Diese seien größtenteils im Sinne der Aufklärung und Modernisierung Russlands gewesen, wie auch der Vereinsvorsitzende Jörg Ulrich Stange in seiner Festrede anmerkte.

Generalkonsul Andrei Sharashkin u. Vizekonsul Mikhail Marin

Andrei Sharashkin, Generalkonsul der Russischen Förderation in Hamburg, gratulierte nicht nur zum Vereinsjubiläum, er dankte in seinem Grußwort den Mitgliedern des Kieler Zarenvereins für ihre Aktivitäten um die Festigung der deutsch-russischen Beziehungen sozusagen „von unten“ her. Zudem betonte Generalkonsul Sharashkin auch die nicht unwichtige Rolle der Deutschen wie Zar Peter III. und Zarin Katharina II. und unzähliger ihrer Landsleute für die Entwicklung bzw. Modernisierung Russlands in den vergangenen Jahrhunderten.

Glückwünsche und die Gratulation zum 10. Geburtstag des Kieler Zarenvereins überbrachte ebenfalls Annegret Mainzer vom Vorstand des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e. V. sowie vom Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann. An zahlreiche gemeinsame Veranstaltungen des Kieler Zarenvereins und des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“Zerbst e. V.,- Ausstellungen, Vorträge, Spielszenen, die in Zerbst, Kiel und Berlin stattfanden,auch an gemeinsame Exkursionen u.a. im Sommer 2018 nach Sankt Petersburg erinnerte Annegret Mainzer.

Grußwort: Annegret Mainzer aus Zerbst

Sie überreichte dem Vereinsvorsitzenden Stange sozusagen als Geburtstagsgeschenk eine „Zerbster Pressemappe“ mit „Kieler Inhalt“, das heißt eine Sammlung von Artikeln über die gemeinsamen Aktivitäten von Katharina- und Zarenverein und forderte auf, gemeinsam neue Kapitel hinzuzufügen.

Auch Vereinsvorsitzender Jörg Ulrich Stange würdigte die Zusammenarbeit mit dem Internationalen Förderverein „Katharina II.“ Zerbst e. V. und sowohl Mainzer wie auch Stange waren sich darin einig, dass es nicht an ihnen sei, die Ehezwistigkeiten von Katharina und Peter fortzusetzen.

In seinen weiteren Ausführungen hielt der Vereinsvorsitzende Stange nicht nur Rückschau auf das erste Jahrzehnt des Kieler Zarenvereins, er erinnerte nochmals an des Zustandekommen des Kontakts zum international tätigen russischen Bildhauer Alexander Taratynov, der das Denkmal für Zar Peter III. in Kiel geschaffen hatte. „Es sei ein Denkmal für einen Sozialreformer und Friedenstifter, der aber ungeschickterweise seine neue Politik mit Hast und Ungeduld durchsetzen wollte und dabei daran scheiterte, ja scheitern musste, angesichts der Gegenpartei am Hofe, bestehend aus Klerus und Adel, die jene Reformen als Bedrohung sahen, die dem russischen Volk die Befreiung vom Joch gebracht hätten“, führte Stange weiter aus.

Trotz der Aufstellung des Denkmals für Zar Peter III. in Kiel und seines Pendants in Oranienbaum (heute: Lomonossow/ Russland) habe der Kieler Zarenverein noch 2-3 ambitionierte Pläne, so Stange. In Planung sei unter anderem ein deutsch-russisches Symposium, auf dem deutsche und russische Historiker den neuesten Forschungsstand zu diesem Thema vortragen und austauschen. Es könnte daraus eine Tagungsreihe im Wechsel zwischen Kiel und St. Petersburg bzw. auch Oranienbaum/Lomonossow geben, an der sich auch der Internationale Förderverein „Katharina II.“ aus Zerbst beteiligen könnte.

Der Festakt endete mit dem Singen des Schleswig-Holstein-Liedes und der Nationalhymne der Russischen Förderation.

Annegret Mainzer (l.) mit Mitgliedern des Zarenvereins u. Gästen des Festaktes

Während eines Umtrunks im Anschluss an den Festakt machten die zahlreich erschienenen Gäste rege davon Gebrauch, miteinander ins Gespräch zu kommen, manche neue Idee zu entwickeln und auf das Erreichte mit einem Glas Sekt anzustoßen.

Zerbst, den 18. Dezember 2018

Fotos: Kieler Zarenverein

Ehrenmitglied des Internationalen Katharinavereins 106-jährig in Vaduz verstorben

Ehrenmitglied des Internationalen Katharinavereins 106-jährig in Vaduz verstorben

Annegret Mainzer, Zerbst, u. Hans Schwahn, Moskau

Den Internationalen Förderverein erreichte am Wochenanfang die traurige Nachricht, dass sein Ehrenmitglied Baron Eduard von Falz-Fein am 17. November 2018 im Alter von 106 Jahren in seiner Villa in Vaduz verstarb.

Die Vorfahren von Baron Eduard von Falz-Fein hatten im Jahre 1856 von Herzog Leopold IV. von Anhalt-Dessau die 1828 von Herzog Ferdinand von Anhalt-Köthen im russischen Gouvernement Cherson geschaffene Besitzung Askania-Nova gekauft.

Zar Nikolaus I. hatte bereits im Jahre 1826 mit Ferdinand von Anhalt-Köthen über den Aufbau einer Schafzucht in der damals menschenleeren südrussischen Steppe verhandelt. Nach dem Projekt des aus Roßlau gebürtigen Köthener Hofarchitekten Gottfried Bandhauer wurde ab 1828 die Besitzung Askania-Nova mitten in die Steppe gebaut, später kamen zahlreiche Vorwerke hinzu. Aus dieser Zeit ist noch ein original erhaltenes Gebäude in dem markanten quadratischen „Bandhauer-Stil“ im heute zur Ukraine gehörenden Askania-Nova vorhanden. Zur 800-Jahrfeier Anhalts im Jahre 2012 wurde neben dem sogenannten „Köthener Haus“ ein Denkmal für den Gründer von Askania-Nova, Herzog Ferdinand, enthüllt. Die Familie Falz-Fein führte in Askania-Nova die Schafzucht bis 1918 fort. Bekannt wurde Askania-Nova aber durch den von Friedrich von Falz-Fein, dem Onkel des verstorbenen Barons, angelegten Steppentierpark und die Wiederansiedlung des Przewalski-Pferdes. Der Tierpark wurde 1921 das erste Naturschutzgebiet in der Sowjetunion und gehört heute zum UNESCO-Welterbe.

Baron Eduard von Falz-Fein musste als 6jähriger nach der Revolution Russland verlassen und fand später im Fürstentum Liechtenstein eine neue Heimat, wo er als Sportler und Unternehmer tätig war. Zeitlebens bemühte er sich um die Förderung der russischen Kultur im Ausland. In den 1970er Jahren erregte von Falz-Fein in Dessau Aufsehen, als er mit seinem Sportwagen unter Abweichung von der Transitroute nach Berlin den damaligen Lehrer am „Philanthropinum“ Dr. Georg Opitz besuchte, mit dem ihn eine enge Korrespondenz über Askania-Nova verband.

Baron Eduard von Falz-Fein war einer der eifrigsten Befürworter der Schaffung der Sammlung Katharina II. in Zerbst/Anhalt. Nicht nur, dass er dieser musealen Einrichtung zwei wertvolle Exponate, unter anderem eine von Houdon geschaffene und von Ekkimoff in Bronze gegossene Büste Katharinas II., stiftete, die er in den 1990er Jahren mit den Worten „das ist meine Urgroßtante“ auf dem Beifahrersitz seines schnittigen Sportwagens an den verdutzten Zöllnern vorbei aus der Schweiz über mehrere Grenzen nach Vaduz brachte. 1995 wohnte er der Eröffnung der Sammlung Katharina II. in den Zerbster Kavalierhäusern bei. Auch motivierte er die Mitglieder des Katharinavereins 1996, sich an einer Auktion bei Sothebys zu beteiligen, wo Porträts der Zarin und ihres Sohnes erworben werden konnten. Des Weiteren stand Baron Eduard von Falz-Fein trotz seines hohen Alters stets im regen Briefwechsel mit dem Katharinaverein und der Zerbster Stadtverwaltung, als es um Standortsuche und Gestaltung des Zerbster Denkmals für Katharina II. ging.

Eröffnung der Sammlung Katharina II. in Zerbst 1995, E.v. Falz-Fein (Mitte) im Gespräch mit russischen Künstlern

Auch zum Verein für Anhaltische Landeskunde e.V. (VAL) pflegte er Kontakte. Im Jahre 2007 sandte er seinen Neffen Friedrich von Falz-Fein, der in Liechtenstein Minister für Landwirtschaft und Forst ist, als seinen Vertreter anlässlich des vom VAL im von Bandhauer gestalteten Spiegelsaal des Köthener Schlosses veranstalteten Symposium „Askania Nova“. Daher wird auch nach dem Tod von Baron Eduard von Falz-Fein die Beziehung seiner Familie nach Anhalt eine Fortführung erfahren.

Foto: Johanna Lüdecke

Zerbst, den 25.11. 2018

Fotoausstellung „Auf den Spuren Katharinas“ aus Puschkin 2019 im Schloss Zerbst

Fotoausstellung „Auf den Spuren Katharinas“ aus Puschkin 2019 im Schloss Zerbst

Annegret Mainzer, Zerbst

Vom 08.-12- November weilten Dirk Herrmann, Vorsitzender des Fördervereins Schloss Zerbst e.V., und Vereinsmitglied Annegret Mainzer, die als Dolmetscherin fungierte, auf Einladung von Olga Taratynova, der Direktorin des Staatlichen Museumsreservats Zarskoje Selo, zu einem Arbeitsbesuch in Puschkin/St. Petersburg, seit 1994 Partnerstadt von Zerbst/Anhalt.

alle am Ausstellungsprojekt Beteiligten

Von Anfang Juni bis zum 30. September 2019 wird in Zerbst/Anhalt, wo die russische Zarin Katharina II. einen Teil ihrer Jugend verbrachte, eine Fotoausstellung mit Ansichten von Zarskoje Selo unter dem Titel Auf den Spuren Katharinas stattfinden.

Eine entsprechende Vereinbarung darüber schlossen kürzlich das Staatliche Museumsreservat Zarskoje Selo und der Förderverein Schloss Zerbst e.V. ab. Unterzeichnet wurde sie von Museumsdirektorin Olga Taratynova und dem Vorsitzenden des Fördervereins Dirk Herrmann.

Vertragsunterzeichnung

Die geplante Ausstellung zeigt 26 Darstellungen, unterteilt in 13 Bildpaare. Jeweils zwei Fotokopien zeigen historische Aquarelle und Stiche aus dem 18. und 19. Jahrhundert sowie zum Vergleich zeitgenössische Fotografien von ein und denselben Plätzen und Gebäuden in Zarskoje Selo.

Unter den historischen Darstellungen sind Stiche von Alexey Grekov und Michail Machaev wie Die Eremitage in Zarskoje Selo (1759), von Johann Meyer Ansicht der Cameron-Galerie in Zarskoje Selo (1793), Guache von Alexander Sacharov Ansicht der Insel auf dem großen See in Zarskoje Selo (nach 1771).

Für uns ist es eine große Ehre, mit solch einem berühmten Museum wie dem Katharinapalast in Zarskoje Selo, der zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, zusammenzuarbeiten. Mit dieser Ausstellung möchten wir den Menschen zeigen, wie schön Zarskoje Selo ist, aber auch welchen hohen Stellenwert Kultur und Kunst in Petersburg und Russland einnehmen. Die Besucher können in der Ausstellung sehen, welche Veränderungen sich in Zarskoje Selo vollzogen haben“, äußerte Dirk Herrmann. Zugleich stelle die geplante Ausstellung einen guten Beitrag des Fördervereins Schloss Zerbst e.V. zum 25-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft zwischen Puschkin und Zerbst sowie zum 290. Geburtstag von Katharina II., einer geborenen Prinzessin von Anhalt-Zerbst, dar, sind sich Mainzer und Herrmann einig. Beide Jubiläen werden im Jahr 2019 begangen.

Während meines Aufenthaltes in Zerbst war ich sehr beeindruckt von der gigantischen Arbeit, die die Mitglieder des Fördervereins und die Zerbster beim Wiederaufbau des im Krieg zerstörten Flügels leisten. Das nötigt uns Respekt ab und erfordert ernsthafte wissenschaftliche Arbeit. Ich hoffe, dass nach dieser Ausstellung noch weitere gemeinsame Projekte folgen“, wertschätzte Museumsdirektorin Olga Taratynova die ehrenamtliche Arbeit der Mitglieder des Fördervereins Schloss Zerbst e.V.. Im Verlaufe des Arbeitsgespräches informierte Dirk Herrmann ebenfalls über die zurzeit am Schloss Zerbst laufende Baumaßnahme.

zurzeit laufende Bauarbeiten am Schloss Zerbst

Die Gäste aus Zerbst hatten die Möglichkeit, sich bei einer Führung durch den Katharinapalast und durch die vor Kurzem wiedererrichteten Achatzimmer davon zu überzeugen, dass es auch 74 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges keinen Stillstand bei der Wiederherstellung der einst zerstörten Räumlichkeiten gibt. Ein besonderes Erlebnis war für Annegret Mainzer und Dirk Herrmann die Besichtigung der in Restaurierung befindlichen Palastkirche. Baugerüste besteigend, konnten sie den Restauratoren vor Ort über die Schultern schauen und Erfahrungen austauschen.

Des Weiteren gab es eine Begegnung der Zerbster Delegation mit Vertretern der Puschkiner Stadtverwaltung, sie trafen Katharina Kovalenko, 1. stellvertretende Bürgermeisterin, der auch das Kulturamt untersteht, den Kulturamtsleiter Sergey Nikitin und Svetlana Tkatscheva, die Verantwortliche für internationale Beziehungen.

Treffen mit Vertretern der Puschkiner Stadtverwaltung

Während Annegret Mainzer über die für das Jahr 2019 geplanten Aktivitäten der Stadt Zerbst/Anhalt hinsichtlich des 25-jährigen Städtepartnerschaftsjubiläums informierte, berichtete Dirk Herrmann über den Fortschritt bei den am Schloss Zerbst laufenden Bau- und Sicherungsmaßnahmen sowie über die bevorstehende Zusammenarbeit mit dem Katharinapalast in Puschkin. Zudem wurden offizielle Grußadressen der sowohl des Zerbster wie auch des Puschkiner Stadtoberhauptes ausgetauscht.

Zerbst, den 19. November 2018

Fotos: Katharina Vysotzkaya, Annegret Mainzer

Vereinsakademie für russischsprachige Vereine in Sachsen-Anhalt in Heimatstadt Katharinas II.

Vereinsakademie für russischsprachige Vereine in Sachsen-Anhalt in Heimatstadt Katharinas II.

Annegret Mainzer, Zerbst

Von Diaspora zur Demokratie: Russischsprachige Community lernt Beteiligung und Toleranzunter diesem Thema stand die vom Förderverein der Deutschen aus Russland in Sachsen-Anhalt e.V. organisierte Vereinsakademie für russischsprachige Vereine, die am letzten Wochenende in der Zerbster Stadthalle, sozusagen am Fuße des Denkmals für Katharina II., stattfand. An dieser im Rahmen des Bundesprogramms Zusammenhalt durch Teilhabe durch das Bundesministerium des Innern für Bau und Heimat geförderten Vereinsakademie nahmen nicht nur gut 80 Vertreter von russischsprachigen und russlanddeutschen Vereine aus Dessau, Halle, Bernburg, Halberstadt, Weißenfels, Oschersleben teil, sondern auch Zerbster Vereine wie der Katharina– und der Schlossverein.

                         

Demokratie-Heimat-Integration-Toleranz- Teilhabe – so lauteten die Schlüsselwörter dieser ganztägigen Vereinsakademie.

Eröffnet wurde die Vereinsakademie durch das Grußwort der Zerbster Kulturamtsleiterin Antje Rohm, die darauf hinwies, dass die Stadt Zerbst/Anhalt nicht zum ersten Mal Gastgeber für die Deutschen aus Russland sei, und erinnerte an das Einladungsmanifest Katharinas II. aus dem Jahr 1763, in dem die Wurzeln der Vereinsakademie liegen. Gemeinsam hießen Tatyana Nindel, Vorsitzende des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V., und „Prinzessin“ Emily Guth die Tagungsteilnehmer willkommen.

Grußwort des Zerbster Katharinavereins

Die Grußworte der Landesregierung überbrachte Petra Herthum von der Stabsstelle: Demokratie- und Engagementförderung beim Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration. Herthum erinnerte an den „holprigen“ Start bei der Ausbildung von Demokratieberaterinnen und Demokratieberatern. „Wir brauchen eine kontinuierliche Entwicklung der Demokratieförderung,“ so Herthum. Wichtig sei, so Herthum, dass man miteinander auf Augenhöhe rede. „Je niveauloser die Anderen werden, desto niveauvoller müssen wir werden,“ appellierte sie an die Anwesenden und versicherte, dass das Ministerium sich stets als ein zuverlässiger Partner in Sachen Demokratie erweise.

Grußwort der Landesregierung überbrachte Petra Herthum

Weshalb werden Demokratieberaterinnen und Demokratieberater ausgebildet? Diese Frage beantwortete Mitorganisatorin Olga Tidde: „Wir, die Deutschen aus Russland, leben in der deutschen Gesellschaft und haben lange Zeit nicht gewusst, was in der Gesellschaft passiert, da unsere ihre Landsleute alte Denkmuster aus der Sowjetunion mitbrachten.“ Jedoch sei es jetzt an der Zeit, die Opferrolle zu verlassen, aufzustehen und sich aktiv am gesellschaftlichen Leben in der deutschen Wahlheimat zu beteiligen, so Tidde.

Vorstellung der Demokratieberaterinnen und Demokratieberater

Nach dem Grußwortmarathon gab es eine Podiumsdiskussion zur Frage „Wie viele Heimaten gibt es für Zugewanderte?“, an der Olga Ebert, Vorsitzende des Fördervereins der Deutschen aus Russland Sachsen-Anhalt e.V., Viktor Jukkert, Landeskoordinator des Programms Integration durch Sport, Hans-Ekkehard Stieglitz von der Netzwerkstelle für engagiertes Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe Bördekreis sowie Nikolas Rausch als Vertreter der Jugend und Studenten der Deutschen aus Russland teilnahmen. Im Verlaufe der Diskussion setzten sich die Teilnehmer nicht nur allgemein mit dem Begriff „Heimat“ auseinander, sie gaben auch Persönliches preis. Olga Ebert berichtete, dass in der ehemaligen Sowjetunion der Heimatbegriff sehr präsent und positiv, vor allem mit dem Gefühl des Stolzes besetzt war: „Wir glaubten wirklich, unser Land ist das beste auf der Welt.“ In der Familie hingegen sprach ihr Vater vom Wolgagebiet, in dem einst die Deutschen lebten. „Da merkte ich, dass es noch eine andere Heimat gab“, so Ebert. Dagegen vertritt Nikolas Rausch, fast im Abiturientenalter, die unbeschwerte Meinung, er komme vom Planeten Erde. Und so sollten alle Menschen, seiner Ansicht nach, die Frage nach ihrer Heimat beantworten. In der weiteren Diskussion konnte die Hauptfrage zwar nicht endgültig beantwortet werden, jedoch kam zum Ausdruck, dass die aus der ehemaligen Sowjetunion Zugewanderten fachliches Potenzial mit nach Deutschland bringen, das nicht sofort wertgeschätzt wird, was aber auch an mangelnder Sprachkenntnis und fehlendem Selbstvertrauen der Zugewanderten liege, wie die Teilnehmer selbstkritisch bemerkten.

Podiumsdiskussion

Der Tagungsnachmittag war von verschiedenen Workshops geprägt, die zum Beispiel die doppelte Staatsbürgerschaft und das Wahlrecht für nach Deutschland Zugewanderte ohne deutsche Staatsbürgerschaft zum Inhalt hatten, aber auch der Frage nachgingen: Wie kann man Freude und Interesse an Demokratie in der Community wecken? Hier zeigte sich, dass die Betroffenen viel Gesprächsbedarf hatten.

Workshop zur doppelten Staatsbürgerschaft

Insbesondere beim Workshop zur doppelten Staatsbürgerschaft war zu merken, dass selbst ein klar formuliertes Gesetz mit seinen zig Ausführungsbestimmungen nicht der Weisheit letzter Schluss darstellen kann, denn aufgrund des Zerfalls der Sowjetunion ergibt sich eine hohe Anzahl individuell zu betrachtender Fälle. Diskutiert wurden auch die Vor- und Nachteile einer doppelten Staatsbürgerschaft, so zum Beispiel: Ist es gerechtht, dass ein Russe oder Russlanddeutscher, der in Deutschland lebt, in Russland wählen darf, also die gesellschaftliche Entwicklung dort mitbestimmt? Nach gut zwei Stunden wurden die Ergebnisse und Anregungen aus den Workshops dem Plenum vorgestellt.

Den Abschluss der Vereinsakademie bildeten der Auftritt des aus Weißenfels angereisten Chores Matrjoschka und ein Tanzworkshop, bei dem die Tagungsteilnehmer sich in den in Deutschland üblichen Gesellschaftstänzen übten.

Chor „Matrjoschka“ Weißenfels

Meinungen der Tagungsteilnehmer:

Petra Herthum: „Wir brauchen Kontinuität in der Demokratieförderung.“

Nikolas Rausch (nach seiner Heimat befragt): „Ich komme vom Planeten Erde.“

Olga Ebert (in Bezug auf Zugewanderte/Flüchtlinge): „Wir dürfen unsere Menschlichkeit, Offenheit und Gastfreundlichkeit nicht vergessen.“

Tatyana Nindel: „Katharina II. ist das beste Beispiel für gelungene Integration.“

Anna Rausch (Referentin f. Jugendarbeit): „Demokratie wird nicht in Berlin gemacht. Wir gehören alle dazu.“

Zerbst, den 18.11.2018