2019 – das Jahr für Katharina die Große in Zerbst/Anhalt

2019 – das Jahr für Katharina die Große in Zerbst/Anhalt

Annegret Mainzer, Zerbst

Denkmal für Katharina II. in Zerbst

Das Jahr 2019 ist im ostdeutschen Zerbst/Anhalt durch zwei Jubiläen geprägt: Zum einen durch den 290. Geburtstag von Zarin Katharina der Großen, einer geborenen Prinzessin von Anhalt-Zerbst und zum anderen durch die 25-jährige Partnerschaft der Städte Zerbst/Anhalt und Puschkin/St. Petersburg (ehemals Zarskoje Selo). Deshalb wurden bereits und werden noch verschiedene Events in Zerbst/Anhalt organisiert, die thematisch mit dem Leben und Wirken von Katharina der Großen und den deutsch-russischen Beziehungen im engen Zusammenhang stehen.

Die Mitglieder des 1992 gegründeten Internationalen Fördervereins „Katharina II:“ Zerbst e. V. starteten im Januar diesen Jahres mit einer Ausstellung zum Leben und den Verdiensten Katharinas der Großen. Anlass war die 275. Wiederkehr ihrer Abfahrt von Zerbst nach Russland, wo sie 1745 den russischen Thronfolger, den späteren Zaren Peter III., heiratete und sich 1762 zur Zarin ausrufen ließ.

Den 290. Geburtstag von Katharina der Großen begingen die Mitglieder des Katharinavereins gemeinsam mit Zerbster Drittklässlern, indem sie die Ausstellungen im Zerbster Schloss besuchten und dabei nicht nur in die Zerbster, auch in die russische und teilweise europäische Historie eintauchten.

Katharina-Denkmal und Schloss in Zerbst

Bereits Mitte April fand im Rahmen der diesjährigen Internationalen Fasch-Festtage in Zerbst/Anhalt eine wissenschaftliche Konferenz zum Thema „Musik in Anhalt-Zerbst“ statt. Dort war ein Beitrag von Annegret Mainzer, der stellvertretenden Vorsitzenden des Katharinavereins, zu hören, in dem es um aus Anhalt stammende Musiker, Sänger und Komponisten ging, die im 18./19. Jahrhundert im Russischen Reich Karriere machten.

Am 01. Juni wurde im Zerbster Schloss die russisch-deutsche Sonderausstellung „Auf den Spuren Katharinas“ festlich eröffnet. Sie entstand in enger Kooperation des seit dem Jahr 2003 in Zerbst agierenden Fördervereins „Schloss Zerbst“ mit dem Staatlichen Museumsreservat „Zarskoje Selo“ in Puschkin. Zur Ausstellungseröffnung kamen gut 120 Gäste, unter anderem auch Vertreter der Russischen Botschaft in der BRD und des Staatlichen Museumsreservats „Zarskoje Selo“.

Zwei Tage später startete im Zerbster Schloss das Internationale diplomatische Forum „Russland und Deutschland: Ein historisch-diplomatisches Erbe beider Länder“. Einer der eingeladenen Redner war Wladimir M. Grinin, ehemaliger Botschafter der Russischen Förderation in der BRD, der bereits im Jahr 2012 zur Eröffnung der touristischen Route „Katharina die Große“ und 2017 anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „Ansichten Liechtensteins“ mit Werken des russischen Künstlers Alex Doll in Zerbst/Anhalt weilte.

Wladimir Grinin

Außerdem wies der Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann in seiner Begrüßung darauf hin, dass es im Jahr 2014 Wladimir Grinin war, seinerzeit amtierender Botschafter Russlands in Deutschland, der den Wiederaufbau des am 16. April 1945 zerstörten Zerbster Schlosses unter seine Schirmherrschaft stellte.

Am 29. Juni diesen Jahres begeht die Stadt Puschkin/ St. Petersburg ihren Stadtgeburtstag, an deren Feierlichkeiten auch der Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann teilnehmen und die Glückwünsche der Zerbster Bürgerschaft überbringen wird.

Bürgermeister Andres Dittmann 2017 in Puschkin

Noch bis zum 18. Juli diesen Jahres ist im Zerbster Rathaus die Ausstellung „Der Deutsche Karl Bulla – der erste russische Fotoreporter“ zu sehen. Gezeigt werden mehr als 80 einzigartige Fotografien aus dem einstigen St. Petersburger Atelier von Karl Bulla (1858-1919), der nicht nur bekannte Künstler und Staatsmänner fotografierte und der Hoffotograf der Zarenfamilie war, sondern auch als Begründer der russischen Fotoreportage gilt.

Am 29. September laden die Stadt Zerbst/Anhalt, der Internationale Verband der deutschen Kultur mit Sitz in Moskau und der Internationale Förderverein „Katharina II:“ Zerbst e. V. in die Zerbster Stadthalle zum Großen Katharinaball, der erstmals in Zerbst, der Heimatstadt Katharinas der Großen, stattfinden wird, ein. Bisher wurde der Große Katharinaball im Großen Palast von Zarizyno bei Moskau veranstaltet Auf dem Großen Katharinaball in Zerbst wird der Auftritt der Elevinnen und Eleven der Kaiserlichen Schule des russischen Balletts aus der Partnerstadt Puschkin erwartet.

Zerbster Delegation auf dem Katharinaball 2016 in Zarizyno

Das 2. Katharina-Forum, ein deutsch-russischer Wirtschaftsdialog, initiiert vom Bundesland Sachsen-Anhalt und der Stadt Zerbst/Anhalt, findet in Zerbst/Anhalt am 30. September/ 01. Oktober 2019 statt. Das Kathaina-Forum bietet Vertretern deutscher und russischer Unternehmen und Organisationen sowie Startups eine Plattform für die direkte Kontaktaufnahme.

S. Netschajew, Botschafter Russlands in BRD auf 1. Katharina-Forum

Biotechnologie, Maschinenbau, chemische und Lebensmittelindustrie, Energetik sowie Digitalisierung in Bildung und Wissenschaft bilden die wesentlichen Themen des Katharina-Forums im Jahr 2019.

https://russianhalthistory.wordpress.com/2018/06/03/prof-g-verheugen-nennen-sie-es-das-signal-von-zerbst/

Neben den im vorliegenden Beitrag aufgeführten deutsch-russischen Events soll die seit dem Jahr 2011 existierende Schulpartnerschaft zwischen dem Zerbster Gymnasium Francisceum und dem Gymnasium Nr. 406 in Puschkin nicht unerwähnt bleiben. Jeden Herbst organisieren die Pädagogen beider Gymnasien einen Schüleraustausch, der sich zunehmend großer Beliebtheit erfreut. Somit erhalten nachfolgende Generationen die Chance, die freundschaftlichen Beziehungen ihrer Heimatstädte Zerbst und Puschkin fortzusetzen und zu vertiefen.

Gymnasium Francisceum in Zerbst/ Anhalt

Weiterführende Informationen unter folgenden Links:

https://www.stadt-zerbst.de/de/de.html

https://katharina-forum-zerbst.com/

http://www.ifv-katharinaii.de/

https://www.schloss-zerbst-ev.de/

Zerbst, 26. Juni 2019

 

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IVDK-Sprachcamp in Zerbst/Anhalt: Staunen im Francisceum und Historischer Bibliothek, gemeinsames Volleyball und Lob für Schloss

IVDK-Sprachcamp in Zerbst/Anhalt: Staunen im Francisceum und Historischer Bibliothek, gemeinsames Volleyball und Lob für Schloss

Annegret Mainzer, Zerbst

Am Donnerstag, am 23. August, stand ein Tag in Zerbst/Anhalt auf dem Programm des zurzeit in Anhalt-Zerbst stattfindenden Sprachcamps des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur in Russland (IVDK). Wieder in Begleitung von Schloss- und Katharinavereinsmitglied Annegret Mainzer.

Ein erster Programmpunkt führte die 40 Campteilnehmer und die sie begleitenden Pädagogen am Donnerstagvormittag ins Zerbster Gymnasium Francisceum, wo sie von der stellvertretenden Schulleiterin Kerstin Görner aufs Herzlichste begrüßt wurden. Und zwar in der Aula, deren historisches Ambiente einige der jugendlichen Gäste sogar mit Hogwarts verglichen.

Begrüßung im Zerbster Francisceum

Nach der Begrüßung gab es einen Rundgang durch und um das Gebäude des Francisceums, wobei das klösterliche Ambiente sowohl drinnen wie auch draußen, vor allem auf dem Südhof mit seinem eigenen kleinen Weinberg die Gäste aus Russland sehr beeindruckte.

Vor der Sternwarte des Francisceums

Auch die Historische Bibliothek am Zerbster Francisceum mit ihren über 48 000 Bänden, darunter Handschriften, Drucke, Wiegendrucke (Inkunabeln), Leichenpredigten, die bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen, und ihrer Gemmensammlung überraschte die Campteilnehmer. Diplom-Bibliothekarin Iruta Völlger führte fachkundig und zeigte den Gästen besonders wertvolle und interessante Bücher, verwies auf deren kunstvolle und handkolorierte Kupferstiche. Sehr aufmerksam verfolgten die Campteilnehmer ihre Ausführungen und stellten interessierte Fragen.

in Historischer Bibliothek
in Historischer Bibliothek

In der Mittagspause dauerte es auf dem Südhof des Francisceums keine fünf Minuten und die Zerbster Francisceer wie auch ihre Altersgenossen aus Russland fanden sich zu einem Volleyballspiel zusammen. Sprachbarrieren gab es keine, Sport bringt Menschen problemlos zusammen und alle hatten sichtlich Spaß dabei.

gemeinsames Volleyballspiel
gemeinsames Volleyballspiel

Im Anschluss an die sportliche Mittagspause ging es zum Zerbster Schloss. Da die Sprachcampteilnehmer zumeist aus Familien mit russlanddeutscher Historie stammen, bildete der Besuch des Schlosses Zerbst zweifelsfrei einen Höhepunkt ihres Aufenthaltes in Anhalt-Zerbst.

Unter anderem zeigte ihnen Schlossvereinsmitglied Annegret Mainzer die Ausstellungsräume im Erdgeschoss sowie das Appartement der Fürstin Johanna Elisabeth von Anhalt-Zerbst, der Mutter von Zarin Katharina der Großen, mit deren Einwanderungsmanifest von 1762 die Geschichte der Deutschen aus Russland ihren Anfang nahm. Sich teilweise schriftliche Notizen machend, folgten die Jugendlichen Mainzers Ausführungen, stellten interessierte Fragen.

im Schloss Zerbst

Und nach gut einstündiger Schlossführung waren sie voll des Lobes für die Aktivitäten des Fördervereins Schloss Zerbst e.V. und seine Mitglieder. Sicher werden die Gäste aus Russland, wenn sie in ihre Heimatorte zurückkehren, ihren Familien und Freunden noch lange davon berichten.

Zerbst, den 25. August 2018

Prof.G. Verheugen: Nennen Sie es das Signal von Zerbst! (2)

Prof.G. Verheugen: Nennen Sie es das Signal von Zerbst! (2)

1. Katharina-Forum 2018, ein deutsch-russischer Wirtschaftsdialog in Zerbst/Anhalt (Teil 2- Die Teilnehmer und die Stadt Zerbst/Anhalt )

Annegret Mainzer, Zerbst

In erster Linie richtete sich das I. Katharina-Forum, ein deutsch-russischer Wirtschaftsdialog, der am 31. Mai und 01. Juni d. J. unter der Schirmherrschaft von Dr. Reiner Haseloff, Ministerpräsident des Bundeslandes Sachsen-Anhalt, in Zerbst/Anhalt, der Heimatstadt Katharinas der Großen, stattfand, an Vertreter der Wirtschaft Deutschlands und Russlands. Aber auch Vertreter der Politik, Wissenschaft und Kultur aus beiden Ländern waren als Gesprächspartner willkommen und gefragt, denn alle sollten vom I. Katharina-Forum partizipieren.

Gut 170 Interessierte nahmen an den Präsentations- und Gesprächsangeboten des I. Katharina-Forums in Zerbst/Anhalt teil, brachten ihre Erfahrungen auf dem deutsch-russischen Markt in die Diskussionen während der thematischen Panels und Speeddatings ein, stellten ihre Aktivitäten zur Belebung der deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen vor, gaben Erfahrungen weiter.

Über die Plenarvorträge des russischen Botschafters Sergej Netschajew und des langjährigen Deutschland- und EU-Politikers Professor Günter Verheugen wurde bereits berichtet, deshalb stehen im folgenden Beitrag die Diskussionen der Teilnehmer im Vordergrund.

https://russianhalthistory.wordpress.com/2018/06/03/prof-g-verheugen-nennen-sie-es-das-signal-von-zerbst/

Michail Voevoda, stellvertretender Vorsitzender der sibirischen Abteilung der Russischen Akademie der Wissenschaften, stellte zunächst die Region Novosibirsk vor, wo es vielschichtige Beziehungen zu den Deutschen und der deutschen Kultur gibt, wovon das dortige deutsche Konsulat, das Russisch-deutsche Haus, das Goethe-Institut, die Aktivitäten des DAAD und der Organisation Wiedergeburt zeugen. An den dortigen Hochschulen werde Deutsch gelehrt, so Voevoda.

Michail Voevoda, Novosibirsk

Er machte auch darauf aufmerksam, dass Novosibirsk durchaus attraktiv für deutsche Investoren sei, da bisher Transport und Logistik so weit entwickelt wurden, dass Zugang fast zu allen Regionen Sibiriens möglich sei. Zum anderen verwies Voevoda darauf, dass die von ihm vorgestellte Region ein Zentrum der wissenschaftlichen Lehre und Innovation mit thematisch unterschiedlichen wissenschaftlich-technischen Parks u.a. auf den Gebieten der Biopharmazie, der Medizintechnik oder auch des Tourismus darstelle.

Oliver Köhn von der Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH sprach über die Rahmenbedingungen, die das gastgebende Bundesland Sachsen-Anhalt als Wirtschaftsstandort im Herzen Europas bietet. Vorteile in Sachsen-Anhalt für interessierte Investoren seien u.a., so Köhn, kurze effiziente Transportwege, eine hohe Anzahl von Industrieparks, schnelle Genehmigungsverfahren, ein „Blumenstrauß“ an Fördermitteln. Köhn kam auch auf den Anteil internationaler Studierender an den Universitäten und Hochschulen Sachsen-Anhalts zu sprechen, der bei 13 % liegt. Studierende aus Russland seien jederzeit willkommen.

Dass potenzielle Studienbewerber aus der Russischen Förderation willkommen und gewünscht seien, bestätigte Dr.-Ing. Sven Schwerdt von der Hochschule Magdeburg-Stendal im Gespräch mit Evgenia Voronina, stellv. Leiterin der Stadtverwaltung des Puschkiner Bezirks St. Peterburgs. Im Rahmen der fast 25-jährigen Städtepartnerschaft zwischen Zerbst/Anhalt und Puschkin/St. Petersburg besteht eine sehr lebendige Schulpartnershaft zwischen dem Gymnasium Nr. 406 in Puschkin und dem Gymnasium Francisceum in Zerbst. Schwerdt und Voronina trafen erste konkrete Absprachen, den alljährlichen Schüleraustausch nutzen, um in beiden Gymnasien die Studienmöglichkeiten an der Hochschule Magdeburg-Stendal vorzustellen.

v.l.n.r.: Olga Martens (Moskau); Annegret Mainzer (Katharinaverein, Zerbst), Evgenia Voronina (Stadtverwaltung Puschkin)

Des Weiteren tauschten sich die Teilnehmer des I. Katharina-Forums zu aktuellen Problemen der Energiewirtschaft aus. Hierbei waren auch lokale Unternehmen sehr aktiv, so z.B. der Erdgasspeicher Peissen GmbH, der im letzten Jahr den Untergrundgasspeicher Katharina festlich eröffnet hatte. Chris Doehring von der GETEC green energy AG lud interessierte Forumsteilnehmer zu einer Exkursion auf sein Firmengelände, d.h. des einstigen sowjetischen Flughafen bei Zerbst ein. Dort informierte er die Gäste nicht nur über Zahlen, die die Energieproduktion betreffen, sondern zeigte auch auf, dass das vorhandene Firmengelände in sehr vielfältiger Weise auch für soziale und Naturschutzprojekte in der Zerbster Region genutzt wird, so dass der Solar- und Windanlagenpark auch bei der Bevölkerung Akzeptanz findet.

Ein Panel des I. Katharina-Forums stand unter dem Motto Kultur trifft Wirtschaft. Olga Martens, Herausgeberin der Moskauer Deutschen Zeitung und stellvertretende Vorsitzende des Verbandes der deutschen Kultur in Russland, stellte ihr soziales Projekt, den Großen Katharinaball, der seit 2015 jährlich in Zarizyno bei Moskau durchgeführt wird, vor. Sie legte deutlich klar, wie nur bei diesem einen Projekt kulturelle und wirtschaftliche Interessen den gemeinsamen Nenner finden können. Im weiteren Verlauf des I. Katharina-Forums fand sich auch eine Firma aus der hiesigen Region, die voraussichtlich mit dem Großem Katharinaball zusammenarbeiten wird.

Olga Martens berichtet vom Potenzial des Großen Katharinaballes

Uwe Leuschner, Vorstandsmitglied des Wirtschaftsclubs Russland e.V. und selbst langjähriger Unternehmer in Russland, der sich laut eigener Aussage stets als Dolmetscher zwischen zwei Welten verstehe, gab den Forumsteilnehmern bezüglich der Zusammenarbeit mit Russland Folgendes mit auf den Weg, bereit zu sein, Vertrauen aufzubauen, den Dialog miteinander nicht zu scheuen, was auch bedeute, die Sprache des anderen zu erlernen, einen respektvollen Umgang miteinander zu pflegen und Verantwortung zu zeigen, d.h. zu handeln. Denn die russische Wirtschaft habe gute Voraussetzungen für den deutschen Mittelstand, so Leuschner. In seiner abschließenden Vision meinte er mit einem Augenzwinkern: „Vielleicht belächeln wir ja beim X. Katharina-Forum unsere heutigen Konflikte“, und er setzte dabei seine Hoffnung auf die kommende Generation.

Uwe Leuschner

Uwe Leuschner:

Es gibt nur noch unsere eine Welt, kein Ost und West.“

Die Vision eines X. Katharina-Forums kann durchaus Realität werden, denn erstens sprach sich der Schirmherr Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff für eine Fortsetzung dieses Formats aus und auch Prof. Dr. Armin Willingmann, Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung signalisierte Unterstützung aus seinem Ministerium und zweitens befürworteten auch die Forumsteilnehmer im abschließenden Roadmap die Fortsetzung des Katharina-Forums in Zerbst/Anhalt.

Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff im Schloss Zerbst

Wie sieht nun der Ideengeber eines solchen deutsch-russischen Wirtschaftsforums in Zerbst/Anhalt, Bürgermeister Andreas Dittmann den Nutzen für seine Stadt?

Im Idealfall wird Zerbst nicht nur Synonym für die Deutsch-Russische Verständigung, sondern die Konferenzteilnehmer sehen, dass wir Unternehmen vor Ort nach Kräften unterstützen und dass es sich lohnt, sich in unserer Region anzusiedeln und sich zu engagieren. Aber auch für regionale Unternehmen kann es ein guter Marktplatz werden, um Kontakte zu knüpfen und Aufträge zu generieren. Damit würde das Katharina-Forum in der Wirkung bei vielen Menschen ankommen.“

Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann begrüßt die Gäste des Forums im Zerbster Schloss.

Anmerkung der Redaktion: zerbstergazette war es nicht möglich, an allen Sektionen des Katharina-Forums teilzunehmen, da sie zum Teil parallel liefen. Deshalb an dieser Stelle eine fokussierte Berichterstattung.

https://russianhalthistory.wordpress.com/2018/06/06/signal-von-zerbst/

Zerbst, den 06.06.2018

Zerbst/Anhalt: Hoheiten von einst und heute treffen sich

Zerbst/Anhalt: Hoheiten von einst und heute treffen sich

Annegret Mainzer, Zerbst

Nicht nur aus Zerbst und der Region Anhalt, auch aus Dessau, Dresden, Hamburg, Lutherstadt-Wittenberg, Braunschweig, Timmenrode/Harz und Berlin kamen sie am Nachmittag des 11. März in die Zerbster Stadthalle – die ehemaligen und noch aktiven Darstellerinnen der Zerbster Prinzessin Sophie Friederike Auguste, der Großfürstin Katharina Alexejewna, der russischen Zarin Katharina II.und der Hofdamen, die den Internationalen Förderverein „Katharina II.“ Zerbst e.V. in den vergangenen 25 Jahren bei seinen Auftritten regional, überregional und international begleitet hatten.

Manche der einstigen Hoheiten brachte nebst Partner sogar ihren Nachwuchs mit. Viel Freude bereitete den angereisten jungen Frauen das Anziehen der barocken Kleider, auch wenn ihr letzter Auftritt vielleicht schon 10 Jahre oder länger zurücklag. Auch die Frage Passe ich noch in mein Kleid? war sicher spannend.

Karrieren“ im Katharinaverein

Einige der jungen Frauen unterstützten den Internationalen Förderverein „Katharina II.“ Zerbst e.V. mehrere Jahre, wenige gar mehr als ein Jahrzehnt, so zum Beispiel Ina Lemke und Desirée Mainzer.

Ina Lemke zur Eröffnung der Sammlung Katharina II.

Während Ina Lemke die Eröffnung der Zerbster Sammlung Katharina II. im Jahr 1995 als Großfürstin Katharina Alexejewna erlebte, war die damals 6-jährige Desirée Mainzer eine der kleinen und jüngsten Blumen streuenden Hofdamen im Hochzeitszug. Aus der jüngsten Hofdame Desirée wurde in den Jahren 2006/2007 die Zarin, die sogar vor der Kamera für den mdr im Zerbster Schloss posierte.

Desirée Mainzer führt 1995 den Hochzeitszug an

Nach dem Genuss von Kaffee und Kuchen begrüßte Tatyana Nindel, Vorsitzende des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V., offiziell die zahlreich erschienenen Gäste und sprach allen, die bisher im Verein und im Besonderen an der Vorbereitung und Durchführung dieses Nachmittags mitgewirkt haben, ihren Dank aus.

2006: Desireée Mainzer als Zarin bei Museumsnacht

Katharina-Einsätze regional, überregional und international

Den Rückblick auf 25 Jahre Internationaler Förderverein „Katharina II.“ Zerbst e.V. hielt Vorstandsmitglied Johanna Lüdecke, die seit März 1993 Vereinsmitglied ist und so manche Darstellerin aufwachsen sah.

Anhand einer Powerpoint-Präsentation gab sie einen sehr eindrucksvollen und informativen Überblick darüber, wo und wann die Mädchen und jungen Frauen den Internationalen Förderverein „Katharina II.“ Zerbst e.V. repräsentiert haben. Neben fast obligatorischen Einsätzen auf den Sachsen-Anhalt-Tagen, Fläming-Frühlingfesten, bei Luthers Hochzeit, auf der ITB oder auf Zerbster Stadtfesten und zu diversen Ausstellungseröffnungen u.a. im Landtag in Magdeburg oder im Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur in Berlin gab es auch des Öfteren Einsätze auf internationaler Ebene: 1997 nahm Katharina Beckmann als Zarin Katharina II. im Auftrag der Staatskanzlei Sachsen-Anhalt auf der Hardthöhe an der 38. Jahresabschlussunterrichtung der in Bonn notifizierten ausländischen Militärattachés teil und wurde vom damaligen Ministerpräsident Sachsen-Anhalts Rainer Höppner sowie von Volker Rühe, seinerzeit Verteidigungsminister der BRD, begrüßt und die anwesenden russischen Militärattachés hießen sie mit den Worten „Nascha Katinka“ willkommen.

           

Auch auf einem Wirtschaftsempfang in Wien im Jahr 1998 gab es einen Einsatz der „Zarin“ Katharina Beckmann aus Zerbst gemeinsam mit Luther und Guericke.. Zu den Aktiven in all den Jahren zählen auch Jeanette Markmann und Karin Rettig, die ihre Auftritte wohl nicht mehr zählen können.

                                                

Im Jahr 2016 besuchte die im Jahr zuvor gewählte „Zerbster Prinzessin“ Esther Sophie Enke den Großen Katharinaball in Zarizyno bei Moskau.

Die hier vorliegende Aufzählung von Einsätzen der jungen Frauen erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, das würde den Rahmen der Berichterstattung sprengen.

Ehrung für Initiator

Zurück zum Hoheitentreff am 11. März in der Zerbster Stadthalle: Im Laufe des Nachmittags erfolgte eine würdige öffentliche Ehrung von Wladimir Teslenko, Initiator, Gründungs- und Ehrenmitglied des Internationalen Förderverein „Katharina II.“ Zerbst e.V. durch den Vorstand.

Katharina-Darstellerin von 1949 anwesend

Doch Ehrengast war unbestritten Renate Frebel. Sie hatte als 18-Jährige im Jahr 1949 am Festumzug anlässlich der 1000-Jahrfeier der Stadt Zerbst teilgenommen und saß damals als Zarin Katharina II. in der Kutsche. Die heute fast 88-jährige Renate Frebel hatte sichtlich viel Spaß beim Zusammentreffen mit ihren jüngeren „Kolleginnen“ und ließ es sich nicht nehmen, an diesem Sonntag ebenfalls ein barockes Kleid zu tragen.

Unter den Gästen war auch die von Heike Richert geleitete Theatertruppe des Zerbster Gymnasiums Francisceum, deren Mitglieder bereits des Öfteren Veranstaltungen und Auftritte des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V. unterstützen, indem sie nicht nur in barocke Kostüme, auch in historische Rollen schlüpften.

Zerbster Prinzessinnenfest am 26. Mai 2018

Im Anschluss an die eineinhalbstündige Rückschau machten die Gäste reichlich von der Möglichkeit Gebrauch, sich in das Gästebuch des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V. einzutragen.

Anzumerken sei noch, dass die Vereinsvorsitzende Tatyana Nindel alle großen und kleinen Interessierten zum Zerbster Prinzessinnenfest am 26. Mai 2018 in den Zerbster Schlossgarten einlud.

Stets Nachwuchs beim Katharinaverein gesucht

Gesucht werden im Internationalen Förderverein „Katharina II.“ Zerbst e.V. stets Mädchen und Jungen ab 7 Jahre, die Spaß daran haben, in ein historisches Kostüm zu schlüpfen und als Zerbster Hoheit uns bei unseren Auftritten zu untertsützen. Denn dadurch, dass uns aufgrund des Studiums oder einer Ausbildung immer wieder junge Mitstreiterinnen verlassen, sind wir stets an Nachwuchs interessiert.

Bei Interesse bitte melden. Tel 03923/   754-250 oder E-Mail: info@ifv-katharinaII.de

Zerbst, den 12. März 2018

Fotos: Internationaler Förderverein „Katharina II.“ Zerbst e.V., Annegret Mainzer, Johanna Lüdecke, Lydia Kulot

 

23. Mai 2017: Zerbster Katharinaverein in Bayreuth und Peißen gefragt

23. Mai 2017: Zerbster Katharinaverein in Bayreuth und Peißen gefragt

Annegret Mainzer, Zerbst

  1. In Bayreuth

Das Vorstandsmitglied des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V. und Mitglied des Fördervereins Schloss Zerbst e.V. Annegret Mainzer, nahm am 23. Mai d.J. am II. Kultur- und Geschäftsforum „Made by Deutschen aus Russland. Partnerschaft.Verantwortung. Erfolg“ in Bayreuth teil.

Organisiert wurde das Forum vom Internationalen Verband der deutschen Kultur (IDVK), dem Unternehmen „MaWiGroup“, dem Jugend-und Studentenring der Deutschen aus Russland, dem Unternehmerverband der Deutschen aus Russland, der Moskauer Deutschen Zeitung und dem Informationsportal RusDeutsch. Weitere Unternehmen, Organisationen und Institutionen unterstützten die Durchführung des Forum, so auch der 1992 in Zerbst/Anhalt gegründete und ehrenamtlich wirkende Internationale Förderverein „Katharina II.“ Zerbst e.V.. Sein Mitglied Jurij Korolkov aus Moskau stellte für die Forumsteilnehmer Kühlschrankmagneten mit dem Bildns von Zarin Katharina II., einer geborenen Prinzessin von Anhalt-Zerbst, und eine spezielle Ansichtskarte von Bayreuth zur Verfügung.

 

Grußworte an die Teilnehmer des Forums in Bayreuth richteten Hartmut Koschyk, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, sowie Igor Barinov, Vorsitzender der Förderalen Agentur für Nationalitätenfragen der Russischen Förderation. Koschyk und Barinov leiteten die zeitgleich zum Forum stattfindende 22. Sitzung der deutsch-russischen Regierungskommission.

Hartmut Koschyk
Igor Barinov

Im Fokus des II. Kultur- und Geschäftsforums „Made by Deutschen aus Russland. Partnerschaft. Verantwortung. Erfolg“ in Bayreuth standen kleinere und mittelständische Unternehmen, gegründet von Deutschen aus Russland, von Deutschen, von Russen, und tätig sowohl in Deutschland wie in Russland. „Ich bin sehr froh, dass die kleineren und mittelständischen Unternehmen auf unserem Forum eine Plattform gefunden haben“, heißt es im Grußwort von Olga Martens, stellvertretende Vorsitzende des IDVK und Herausgeberin des Moskauer Deutschen Zeitung in Personalunion.

Olga Martens

Mit großem Interesse verfolgten die Forumsteilnehmer den Ausführungen von Dr. habil.oec. Ruslan Grinberg, dem wissenschaftlichen Leiter des Wirtschaftsinstituts an der Russischen Akademie der Wissenschaften, über die neuen Entwicklungsimpulse in den deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen für Klein-und mittelständische Unternehmen. Grinberg sprach von einer derzeitigen totalen Unsicherheit und äußerte sich vorsichtig skeptisch zu einer Überwindung der Entfremdung zwischen Deutschland und Russland. Vielmehr sprach sich der Wirtschaftswissenschaftler Grinberg für eine Vereinigung des wissenschaftlichen Potenzials Russlands mit dem technischen Know-how Europas aus, sozusagen als Gegenpol zu den Wirtschaftsmächten USA und China. Provozierend stellte er die Frage, ob wir in Europa zu lebensfremd geworden seien. Grinberg plädiert für public private partnership und setzt dabei hoffnungsvoll auf die Jugend.

Am Rednerpult: Ruslan Grinberg

Nach seiner Meinung bezüglich der Feststellung, die deutsche Wirtschaft habe sich mit den Sanktionen arrangiert, befragt, antwortete Grinberg, dass Sanktionen ja nicht zwangläufig schaden, in Russland, zum Beispiel, führten sie zu neuen Entwicklungen in der Landwirtschaft. Was ihm aber nicht gefalle, sei, dass die Kaufkraft der Menschen sinke. Er sprach von Sünden des westlichen Europas und Russlands, die unter anderem einer Annäherung von Deutschland und Russland im Wege stünden: Einerseits sei es der westliche Triumphalismus und der oft zitierte belehrende „Oberlehrerton“ des Westens, der Russland als Juniorpartner sieht. Andererseits bestehe die Sünde Russlands darin, sich gegenüber den jetzigen selbstständigen Staaten der ehemaligen Sowjetunion immer noch wie der große Bruder verhalten zu wollen. Um das zu überwinden, so Grinberg, brauche es wahrscheinlich eine neue Generation.

Drei thematisch verschiedene Podiumsdiskussionen wurden auf dem Forum ebenfalls durchgeführt. Während sich eine Podumsdiskussion dem Thema Klein- und mittelständischen Unternehmen, Investitionsprojekten und Start-ups widmete, befasste sich eine andere mit Frauen in Führungspositionen in Russland und Deutschland.

Die Zerbsterin Annegret Mainzer nahm an der Podiumsdiskussion zum Thema „Soziales Engagement von Unternehmen“ teil. Annegret Mainzer berichtete dabei von der seit 1994 bestehenden Städtepartnerschaft zwischen Zerbst/Anhalt und Puschkin/ St. Petersburg, die auf den historischen Bindungen zwischen Anhalt und Russland beruhen und mit dem Namen Katharina II. eng verknüpft sind. Dabei verwies die Zerbsterin darauf, dass die Städtepartnerschaft breit geschultert ist und illustrierte das Gesagte anhand von verschiedenen Beispielen: Dabei sind zu nennen die Partnerschaft des Albert-Schweitzer-Familienwerks Sachsen-Anhalt mit dem Albert-Schweitzer-Fond in Puschkin, die Kooperation des Zerbster Schlossvereins mit dem Museumsreservat „Zarskoje Selo“, die Zusammenarbeit des Katharinavereins mit den Künstlern aus St.Petersburg und Moskau, mit dem Moskauer Staalichen Historischen Museum und der Kunstgalerie fabra ars mit Atelier in Zerbst/Anhalt und Galerie in Magdeburg.

Annegret Mainzer

Nicht zuletzt führte sie die Schulpartnerschaft zwischen dem Zerbster Gymnasium Francisceum und dem Puschkiner Gymnasium Nr.406 ins Felde. „Die Schüler, die sich durch diese Schulpartnerschaft kennen lernen, die durch den Fremdsprachenunterricht die Sprache und Kultur der anderen kennen lernen, sind vielleicht die Unternehmer und Politiker von morgen und die sind hoffentlich schlauer als wir heute und verzichten auf so etwas wie Sanktionen.“, so Annegret Mainzer. Ihre Worte fanden bei den Anwesenden Zustimmung.

2. In Peißen

Auch am 23. Mai d.J. wurde in Peißen bei Bernburg der Untergrunderdgasspeicher namens Katharina festlich in Betrieb genommen. Dazu war viel Prominenz aus Wirtschaft und Politik angereist. Das Bundesland Sachsen-Anhalt war durch seinen obersten Repräsentanten, durch den Ministerpräsdenten Dr. Reiner Haseloff vertreten. Gekommen waren ebenfalls Ulf Heitmüller, der Aufsichtsratsvorsitzende der Verbundnetz Gas AG, Alexander Iwanowitsch Medwedew, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des russischen Energiekonzerns Gazprom sowie Elena Burmistrova, die Chefin von GAZPROM Export.

Olga Tidde als Katharina II.

Natürlich war auch Zarin Katharina II. von Russland, geborene Prinzessin von Zerbst-Anhalt, eingeladen. Die einstige deutschstämmige Monarchin wurde verkörpert von Olga Tidde, Mitglied des Internationalen Fördervereins Katharina II. Zerbst e.V., begleitet wurde sie von der Vereinsvorsitzenden Tatyana Nindel und dem Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann.

In ihrem offiziellen Grußwort erinnerte Katharina II. alias Olga Tidde daran, dass sie vor mehr als 250 Jahren in ihren Instruktionen schrieb: „Geschickte Ackerbauern und Handwerker sollen belohnt werden.“ – In Peißen variierte sie ihre Aussage: „Geschickte international agierende Unternehmungen müssen belohnt werden.“

Des Weiteren erinnerte sie daran, dass vom 18.- Beginn des 20. Jahrhunderts Zentren wie Moskau und St. Petersburg Russen wie Deutsche die dortige Wirtschaft bestimmten.

Sie mahnte auch, nicht zu vergessen, dass durch dieses gemeinsame deutsch-russische Projekt des Untergrundspeichers „Katharina II.“ die Menschen sowohl in Russland wie auch in Deutschland einerseits nicht vergessen werden, dass Zarin Katharina die Große aus dem Fürstenhaus Anhalt-Zerbst stamme, und dass andererseits immer wenn Russen und Deutschen friedlich zusammenarbeiteten, es ihren Ländern und ganz Europa gut gegangen sei.

Tatyana Nindel und Olga Tidde überreichen den Druck

Als Zeichen der engen Verbundenheit mit dieser deutsch-russischen Wirtschaftskooperation in Sachsen-Anhalt überreichte Vereinsvorsitzende Tatyana Nindel den Verantwortlichen einen hochwertigen Druck des von der russischen Malerin Elena Orlova-Afinogenova gefertigten Porträts des jungen Fieke mit folgenden Worten: „Damit Sie in Gestalt dieser bewunderswerten Frau jeden Tag eine Motivation vor Augen haben.“

Auch die vom Katharinaverein erarbeiteten Roll-ups zum Leben und Werk von Katharina II. stellten während der Eröffnungszeremonie in Peißen das informative Rahmenprogramm dar.

Zerbst, den 27.05.2017

Carl G. A. Eckers: Jüterborg- Zerbst- Wittenberg- Berlin- Mitau- Dorpat- Goldingen- Riga

Carl G. A. Eckers: Jüterborg- Zerbst- Wittenberg- Berlin- Mitau- Dorpat- Goldingen- Riga

Der Pädagoge und Schriftsteller Carl Gustav Alexander Eckers, 1811 im Kloster Zinna bei Jüterborg geboren, hatte das Gymnasium in Zerbst besucht und Theologie in Wittenberg sowie Philosophie bei Hegel in Berlin studiert, bevor er 1836 nach Mitau ging, um dort als Hauslehrer zu arbeiten.

Gymnasium Francisceum in Zerbst/ Anhalt
Gymnasium Francisceum in Zerbst/ Anhalt

 

Schlosskirche mit Luther- Thesen in Wittenberg
Schlosskirche mit Luther- Thesen in Wittenberg

Sein Lehrerexamen legte er an der Universität in Dorpat ab. Im Jahr 1839 war er wissenschaftlicher Lehrer an der Kreisschule in Goldingen.

Von 1841 bis 1864 lehrte er die deutsche Sprache und Literatur am Gouvernements Gymnasium in Riga. Später gründete und leitete er noch eine Höhere Töchterschule in Riga. Zwischen 1854- 1873 unternahm er etliche Europareisen, die ihn nicht nur nach Deutschland, sondern auch nach London, Paris und Wien führten. Außerdem war Eckers Mitbegründer des Rigaer Naturforschervereins, des Rigaer Tierschutzvereins, dem er auch zeitweilig vorstand und dessen Jahrbücher er herausgab. Zudem begründete er den Rigaer Dichterverein mit. Im Jahr 1889 verstarb er in Riga.

Seine dort im Jahre 1846 geborene Tochter Olga Elisabeth (†1890) heiratete den Chemiker Carl Nicolai Seuberlich (1847- 1924) aus Riga.

Verwendete Literatur:
1. Beiträge zur Geschichte der Esthländischen Ritter- und Domschule:Einladungsschrift zu der 550jährigen
Jubelfeier der Domschule zu Reval am 19. und 20. Juni1869, Reval, 1869; S. 91
2. Zur Geschichte des Gouvernements- Gymnasiums in Riga, Riga,1888; S. 7
3. Woldemar, C.: Zur Geschichte und Statistik der Gelehrten- und Schulanstalten des Kaiserlich Russischen
Ministeriums der Volksaufklärung, St. Petersburg, 1865; S. 136
4. Baltisches Biographisches Lexikon digital
5. Gottzmann, C.L., Hörner, P.: Lexikon der deutschsprachigen Literatur des Baltikums und St. Petersburg, Berlin,
2007; S. 387
6. http://www.mocavo.com/Archiv-F-R-Stamm-Und-Wappenkunde-Volume-7/613889/233 19.04.2015

Der Zerbster Ferdinand Adolph Gelbcke in St. Petersburg

Der Zerbster Ferdinand Adolph Gelbcke in St. Petersburg

Schüler und Absolventen des Zerbster Gymnasiums Francisceum waren stets an deutschen und ausländischen Universitäten gern gesehen, denn sie galten als sehr gut auf ein Studium vorbereitet. Dies gilt auch für unsere heutige Zeit. So finden sich in den Reihen der Zerbster Francisceer solche bekannten Namen wie Gustav Adolf Stenzel (1792- 1854), der als Geschichtsprofessor an der Universität Breslau (heute: Wrocław/ Polen) lehrte. Auch der Verleger und Theologe Carl Christian Ph. Tauchnitz (1798- 1884) legte in Zerbst sein Abitur ab. Er erwarb sich Verdienste um die Herausgabe von Wörterbüchern und freikirchlicher Schriften, gründete aber auch mehrere Stiftungen für soziale Zwecke. Ein weiterer namhafter Abiturient war Dr. Franz Karl Münnich (1841- 1910), der als Direktor das Ulrichgymnasium in Norden sowie später das Gymnasium in Schwerin leitete. Zeitweise lernte Kurt von Schleicher (1882- 1934), der letzte Reichskanzler der Weimarer Republik, am Zerbster Francisceum.
Als ein weiteres Beispiel für eine > Francisceer- Karriere< soll an dieser Stelle die des Schriftstellers, Literaturtheoretikers, Musikpädagogen, Komponisten und Übersetzers Ferdinand Adolph Gelbcke, der am 06. November 1812 in Zerbst geboren wurde, betrachtet werden.

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