Zum Tod von Dimitrij Romanowitsch Romanow – So bescheiden wie er lebte, so leise war sein Tod

Zum Tod von Dimitrij Romanowitsch Romanow – So bescheiden wie er lebte, so leise war sein Tod

Zum Tod des Ururururenkels von Katharina II.

Annegret Mainzer

Der Blätterwald der Yellow Press ist voll von skandalösen Geschichten und Geschichtchen aus Adelshäusern, ungeachtet dessen, ob diese noch regierend oder nicht mehr regierend sind. Mal sind es die Windsors, mal die Grimaldis oder die jungen Royals Skandinaviens, der Niederlande oder Spaniens, die für Schlagzeilen sorgen. Doch wie sieht eigentlich das Leben der Nachfahren der einst im Russischen Reich mächtigen Romanows aus, deren Herrschaft mit der Erschießung der Familie des letzten Zaren ein so blutiges Ende fand?

Am 31. Dezember 2016 verstarb in Kopenhagen Dimitrij Romanowitsch Romanow, Ururururenkel von Zarin Katharina II., geborene Prinzessin von Amhalt-Zerbst, und somit entstammte er der von Zar Paul I. begründeten männlichen Linie der russischen Zarenfamilie. Von der Mehrzahl der in aller Welt verstreut lebenden Nachkommen der Romanows wurde Dimitrij Romanowitsch Romanow als Familienoberhaupt anerkannt.

Geboren wurde Dimitrij Romanowitsch Romanow am 17. Mai 1926 im französischen Cap d`Ántibes als Sohn von dem 1896 bei St. Petersburg geborenen Fürsten Roman Petrowitsch (1978) und dessen Gattin Gräfin Praskowja Dimitrijewna Scheremetjewa (1910-1980).

Die Familie lebte ab 1936 in Rom und 1946 ging Dimitrij Romanowitsch nach Ägypten, wo er eine Mechanikerlehre in den Fordwerken in Alexandria absolvierte. Aufgrund seiner Mehrsprachigkeit avancierte er etwas später zum Manager beim Automobilverkauf. Wieder nach Italien zurückgekehrt, war er ab 1952 in einem Reisebüro tätig. 1960 übersiedelte er nach Dänemark, wo er im Jahr zuvor die Tochter eines dänischen Kaufmanns geehelicht hatte. In Dänemark machte Dimitrij Romanowitsch Romanow erfolgreich Bankkarriere und ging 1993 in Pension.

Obwohl Dimitrij Romanowitsch Romanow nicht in Russland geboren, fühlte er sich der Heimat seiner Vorfahren eng verbunden. Seit 1979 war er Mitglied der Romanov Family Association. Außerdem gehörte er zu dem1993 von sieben Romanowfürsten gegründeten Romanov Fond für Russland. Und im Jahr 2006 übernahm er die Leitung des 2006 gegründeten Prince Dimitry Romanov Charity Fond. Diese Stiftungen unterstützen vor allem Hospitäler, Kinder- und Seniorenheime in Russland. Des Öfteren reiste er nach Russland.

Des Weiteren machte sich Dimitrij Romanowitsch Romanow einen Namen als Historiker und Publizist, dabei in erster Linie als Autor von phaleristischen Fachbüchern, die Ordenskunde des Russischen Reiches und Montenegros betreffend. Die Großmutter von Dimitrij Romanowitsch Romanow war Prinzessin Militza von Montenegro (1866-1951).

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Dimitrij Romanowitsch Romanow war auch aktiv beteiligt an der 1996 stattgefundenen Beisetzung der Gebeine der letzten Zarenfamilie in der Peter und Paul Festung in Sankt Petersburg. Einen großen Anteil hatte er ebenfalls an der Überführung des Sarges der Zarin Maria Fjodorowna, Mutter von Zar Nikolai II., von Kopenhagen nach St. Petersburg im Jahr 2006. Dank seiner Bemühungen konnte Maria Fjodorowna an der Seite ihres Gatten ,des Zaren Alexander III. in der Peter und Paul Festung beigesetzt werden.

Die Bemühungen von Dimitrij Romanowitsch Romanow, dort in Russland zu helfen, wo Hilfe am nötigsten ist, fand in höchsten Regierungskreisen Russlands Anerkennung. Noch im Oktober 2016 reiste Dimitrij Romanowitsch Romanow mit seiner zweiten Ehefrau nach Russland und wurde dort mit dem Alexander Newski Orden, einer hohen staatlichen Auszeichnung, für seine Verdienste um die Verbreitung der Kenntnisse über das historische und kulturelle Erbe Russlands im Ausland geehrt. So ist es nur folgerichtig, dass der russische Präsident Wladimir Putin in seiner Kondolenz schreibt, dass Dimitrij Romanowitsch ein treuer Patriot Russlands gewesen sei, der sein Leben lang stets in geistiger Verbindung mit seinem Vaterland gestanden habe. Russland sei stolz auf solche Landsleute im Ausland, heißt es im Kondolenzschreiben weiter.

Im Jahr 2003 informierte ich in meiner Eigenschaft als Vorsitzende des Internationalen Fördervereins Katharina II. Zerbst e.V, Dimitij Romanowitsch Romanow über die Aktivitäten rund um Katharina II. in Zerbst/ Anhalt. In einem Antwortschreiben begrüßte er die Aufarbeitung der deutsch-russischen Geschichte in Zerbst und wünschte weiterhin Erfolg.

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Am 10. Januar 2017 findet in der Kopenhagener Alexander Newski Kirche der Trauergottesdienst für Dimitrij Romanowitsch Romanow statt.

Zerbst, den 08. Januar 2017

 

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Zerbst/ Anhalt mit Katharina- Denkmal und Schloss – Treffpunkt für Deutsche aus Russland

Zerbst/ Anhalt mit Katharina- Denkmal und Schloss – Treffpunkt für Deutsche aus Russland

von Annegret Mainzer, Zerbst

Im heutigen Zerbst/ Anhalt können Geschichtsinteressierte sich einerseits im Museum der Stadt sowie in den dortigen evangelischen Kirchen über die Reformation informieren und andererseits in der Sammlung Katharina II. und im Schloss auf den Spuren der russischen Zarin Katharina der Großen, einer geborenen Prinzessin von Anhalt-Zerbst, wandeln.

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Am ersten Juliwochenende strömten nun mehr als 200 Deutsche aus Russland, die sich im Bundesland Sachsen-Anhalt niedergelassen haben, busweise nach Zerbst/ Anhalt. Im Rahmen der laufenden Deutsch-Russischen Kulturwoche in Sachsen-Anhalt hatte der Förderverein Deutsche aus Russland Sachsen-Anhalt e.V. mit seiner Vorsitzenden Olga Ebert nach Zerbst/ Anhalt zu einem Vereinsforum „Russlanddeutsche in der neuen Heimat“ eingeladen. Neben der Besichtigung des Zerbster Schlosses und Stadtführungen standen eine Jugendkonferenz sowie ein Gala-Konzert auf der Agenda des ereignisreichen Tages.

Jugendkonferenz „ 20 Jahre Jugendarbeit- 20 Jahre Brückenbau“

Hauptinitiatoren der Jugendkonferenz, die unter dem Motto „20 Jahre Jugendarbeit-20 Jahre Brückenbau“ stand, waren der seit dem Jahr 2008 bestehende Jugend-und Studentenring der Deutschen aus Russland e.V. (JSDR) sowie der Internationale Verband der deutschen Kultur, Russische Förderation (IVDK), der die Interessen von etwa 700 000 Deutschen in Russland wahrnimmt.

Per Video wurde zu Anfang ein an die Konferenzteilnehmer gerichtetes Grußwort des Bundestagsabgeordneten Dr. Christoph Bergner (CDU), ehemals Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten.

Im Anschluss daran stellte Julia Iwakin, Vorsitzende des JSDR, die Ziele und Tätigkeitsbereiche dieser Organisation vor, aber auch das bisher Erreichte. Vor allem betonte sie die Internationalität der Arbeit des JSDR, die auf den verschiedenen kommunalen Partnerschaften zwischen deutschen und russischen Städten oder Organisationen beruht. Der JSDR leistet, so Julia Iwakin, ebenfalls politische aufklärungs- und Bildungsarbeit nicht nur für Kinder und Jugendliche, auch für Erwachsene, gibt in Form von thematischen Workshops und Seminaren wertvolle Hilfestellung bei der Integration der Deutschen aus Russland in das gesellschaftliche Leben ihrer neuen Wahlheimat Deutschland. Einen wesentlichen Bestandteil der Arbeit des JSDR bilden die Sommercamps, die sowohl in Deutschland wie auch in Russland für Kinder und Jugendliche durchgeführt werden und zur sprachlichen Förderung der Teilnehmer dienen, so Julia Iwakin.

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Angereist aus Moskau, richtete Katharina Martynova, die beim IDVK in Moskau für förderale Programme verantwortlich ist, ein Grußwort an die Konferenzteilnehmer. In ihren Ausführungen verwies sie ebenfalls darauf, dass der internationale Aspekt ihrer Verbandsarbeit Priorität besitzt. Dabei verwies Katharina Martynova auf die in diesem Frühjahr erfolgte Eröffnung des DeutschRussischen Hauses mit Kultur- und Geschäftszentrum in Omsk sowie auf das Deutsch-Russische Jahr des Jugendaustausches 2016/17. Nach Meinung von Katharina Martynova setze zwar jede mitwirkende Partnerorganisation ihre speziellen Prioritäten, doch die Zusammenarbeit sei für alle unerlässlich.

Julia Iwakin
Julia Iwakin
Katharina Martynova
Katharina Martynova

Danach berichtete Irina Pintschuk, die Koordinatorin der Sprach- und Bildungsprogramme des IDVK, über die Durchführung von Sprachcamps für Kinder und Jugendliche. Die Vorbereitung, Organisation und Durchführung der ethnokulturellen Sprachlager bedeute für die ca. 170 Mitarbeiter Arbeit rund um das ganze Jahr., ist nicht nur auf den Zeitraum ihrer Durchführung begrenzt. Sie stellte auch den typischen Tagesablauf eines Sprachcamps vor und betonte, dass alle sehr darum bemüht seien, Sprache und Kultur anders als im schulischen Unterricht zu vermitteln. Sport und Kreativität sowie Neugier der Teilnehmer finden hier Eingang bzw. Berücksichtigung im pädagogischen Konzept. Des weiteren zeichnete Irina Pintschuk die verschiedenen Möglichkeiten auf, um am Sprachcamp teilnehmen zu können. Viele langjährige Freundschaften zwischen den Campteilnehmern aus Russland und Deutschland seien auch schon entstanden, so Irina Pintschuk. Videosequenzen mit Aussagen der Campteilnehmer bestätigten das Gesagte.

Gala-Konzert im Katharina-Saal der Zerbster Stadthalle

Am späteren Nachmittag füllte sich der Katharina-Saal der Zerbster Stadthalle, gekommen waren auch Andreas Dittmann, der Zerbster Bürgermesiter, sowie Vorstandsmitglieder des seit 1992 in Zerbst agierenden Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V.

Begrüßt wurden die Gäste von Olga Ebert, der Vorsitzenden der Fördervereins der Deutschen aus Russland in Sachsen-Anhalt e.V. sowie vom Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann, der sich mit einem Grußwort an die Anwesenden wandte. Er nannte Zerbst/ Anhalt den idealen Kreuzungspunkt für deutsch- russische Begegnungen, gerade in einer Zeit, in der die Regierenden unserer beiden Länder sich sprachlos gegenüberstehen. Des Weiteren nahm er Bezug auf das Motto der Jugendkonferenz „20 Jahre Jugendarbeit- 20 Jahre Brückenbau“ ,denn das Brückenbauen solle doch dazu beitragen, die diesen Zustand der Sprachlosigkeit so schnell wie möglich zu beenden, so das Zerbster Stadtoberhaupt. Viel mehr, mahnte Andreas Dittmann, solle man sich auf das konzentrieren, was Deutsche und Russen jahrhundertelang verband und verbindet, ohne jedoch die Zeit, in der sie sich nicht verstanden, zu vergessen.

Olga Ebert und Andreas Dittmann
Olga Ebert und Andreas Dittmann

Im Anschluss entboten noch Katharina Martynova vom IVDK, Russische Förderation, und Julia Iwakin vom JSDR ihre Grußworte und dankten für die Möglichkeit, im Katharina-Saal der Zerbster Stadthalle diese Veranstaltung durchführen zu können.

Genug der Reden und Konferenzen!“, appellierte Zarin Katharina II., dargestellt von Olga Tidde, Vorstandsmitglied des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V. und übernahm souverän die Moderation des angekündigten und lang erwarteten Gala-Konzertes.

Olga Tidde als Katharina II.
Olga Tidde als Katharina II.

Feuerwerk künstlerischer Talente

Das zweistündige Gala-Konzert erwies sich als eine qualitativ hochwertiges Feuerwerk künstlerischer, vorwiegend gesanglicher und tänzerischer Talente, wobei es nicht immer leicht fiel, Profis und Hobbykünstler zu unterscheiden. Deutsches und russisches Kulturgut in Form von Liedern, Tänzen und Märchen von Künstlerinnen und Künstlern jeglichen Alters wurde dargeboten.

Tanzgruppe "Saltatio Burgus"
Tanzgruppe „Saltatio Burgus“
Nathalia Kraubner aus St. Petersburg
Nathalia Kraubner aus St. Petersburg

Die Sängerinnen und Sänger, die Tänzerinnen und Tänzer, die auftraten, leben und arbeiten zurzeit zum größten Teil in Sachsen-Anhalt, u.a. in Magdeburg, Weißenfels, Hettstedt und Halle. Angereist waren aber auch eine Tanzgruppe aus Waren/ Müritz sowie die Sängerin Nathalia Kraubner aus Sankt Petersburg.

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Zu Gehör bekam das Publikum u.a. Ich bete an die Macht der Liebe von D. Bortnjansky, Evergreens wie In der Nacht ist der Mensch nicht gern allein aus dem Film Die Frau meiner Träume sowie bekannte deutsche und russische Volkslieder und auch Songs, von den Sängern selbst geschrieben.

Während die Dessauer Tanzgruppe Saltatio Burgus höfische Tänze der Renaissance und des Frühbarock darbot, zeigte die Tanzgruppe aus Mecklenburg, dass ihr Repertoire Walzer, Reigen und flottere Tänze jüngerer Zeitrechnung umfasst.

Ein Highlight des Gala-Konzertes stellte die Erzählung des von Zarin Katharina II. selbst verfassten Märchens vom Zarejewitsch Chlor dar. Mit angenehmer Stimme und in sicherer freier Rede erzählte die professionell ausgebildete und derzeit in Leipzig lebende Schauspielerin und Tänzerin Mareike Greb von den möglichen Irrwegen im Leben. Mareike Greb präsentierte trotz einiger technischer Probleme ihre Liebe zum historischen Tanz. Auch die elfjährige Sängerin Daniela begeisterte das Publikum mit ihrer Natürlichkeit und ihren Liedern, in denen u.a. die für den kalten russischen Winter unerlässlichen Walenki, d.h. Filzstiefel besungen werden.

Daniela
Daniela
Mareike Greb
Mareike Greb

Des Weiteren präsentierte eine einst in Magadan und Minsk engagierte Sopranistin, die zurzeit in Magdeburg beheimatet ist, musikalische Perlen aus der Welt der leichten Operette, so u.a. die bekannte Arie Mein Herr Marquis der Adele aus Die Fledermaus.

Nach dem zweistündigen Kulturmarathon bekamen alle teilnehmenden Künstler eine Dankesurkunde aus den Händen von Olga Ebert und natürlich fast nicht enden wollenden Applaus sowie Bravo- Rufe aus dem Publikum.

Das Publikum war noch nicht müde und nahm das Angebot der Tanzgruppe Saltatio Burgus wahr, die einen Crash- Workshop in Sachsen Barocktanz anbot. Moderiert wurde dieser eloquent von der Tanz-Expertin Mareike Greb.

Fazit des Tages:

Der erste Julisonnabend 2016 rund um Zerbster Schloss und Zerbster Stadthalle bewies wieder einmal mehr: Deutsche aus Russland sind auf der einen Seite eine wahre Bereicherung für Deutschland und auf der anderen Seite wirkliche Brückenbauer in der Verbesserung des gegenseitigen Verständnisses zwischen Deutschen und Russen. Und gerade deshalb hätte ich mir gewünscht, dass mehr einheimische Deutsche im Vorfeld von diesen Veranstaltungen erfahren und somit die Möglichkeit erhalten hätten, diese zu besuchen, gemeinsam mit den Deutschen aus Russland, die vielleicht ganz in ihrer Nachbarschaft wohnen, ins Gespräch zu kommen. Vielleicht ist es den Organisatoren bei einer ihrer kommenden Events möglich, diese offener zu bewerben.

zerbstergazette traf in der Stadthalle die russische Historikerin und Katharina-Biografin Olga Eliseeva
zerbstergazette traf in der Stadthalle die russische Historikerin und Katharina-Biografin Olga Eliseeva

Zerbst, den 03. Juli 2016

 

Schloss Zerbst: Eröffnung der Ausstellung “ Eremitage St. Petersburg im Zerbster Schloss“

Schloss Zerbst: Eröffnung der Ausstellung “ Eremitage St. Petersburg im Zerbster Schloss“

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Am 21. Juni d.J. wurde im Ostflügel des einstigen Zerbster Schlosses die Sonderausstellung “ Eremitage St. Petersburg im Schloss Zerbst“ eröffnet.

 памятник Екатерине II в Цербсте и вид на замок её предков

Seit 2003 bemüht sich der ehrenamtlich arbeitende Förderverein Schloss Zerbst e.V. um den Wiederaufbau des am 16. April 1945 durch Bombenhagel zerstörten Schlosses, dessen Grundsteinlegung 1681 durch die Vorfahren der russischen Zarin Katharina II. , geborene Prinzessin von Anhalt- Zerbst, erfolgte. Dabei sind nicht nur Fördergelder und Sponsoren gefragt, sondern auch Ideen für eine nachhaltige Nutzung des Wiederaufgebauten.

Kreative Ideen passen zu jungen Leuten und so befassten sich im Zuge der Fertigstellung ihrer Masterarbeiten die Architekturstudenten Manja Nöldner  und Dominik Schendel , die in Berlin studiert haben, mit dem Ostflügel des Zerbster Schlosses. Genauer gesagt arbeiten sie am Projek- eine deutsche Dependance der St. Petersburger Eremitage im Schloss Zerbst. Ich fragte die beiden inzwischen Jungarchitekten, wie sie dieses Thema gefunden hätten oder ob sie jemand auf darauf aufmerksam gemacht habe. Letzteres verneinten sie, sie hätten sich das Thema selbst gesucht, so Dominik Schendel.

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In Vorbereitung ihrer Masterarbeitenbesichtigten sie auch die schon vorhandenen Depandancen der Eremitage in London, Amsterdam und Las Vergas und nahmen natürlich die noch vorhandene Bausubstanz des Zerbster Schlosses genau unter die Lupe.

Insgesamt sieht ihr Plan vor, das nicht nur der Ostflügel, sondern auch andere Gebäude im Schlosspark mit in das Projekt einbezogen werden sollen. Nahc ihren Vorstellungen soll der Ostflügel des Schlosses ausschließlich für Ausstellungen vo historischem bis zum zeitgenössischen Coleur genutzt werden, die Zerbster Stadthalle das Festhaus bilden, das Raum für Veranstaltungen bietet und das einstige Gebäude zur Unterbringung der Pferde und Fuhrwerke soll zum Gästehaus mit Verwaltungstrakt für Mitarbeiter umfunktioniert werden.

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Interessant auch die architektonische Gestaltung der oberen Galerie, die zur Präsentation der zeitgenössischen Kunst vorgesehen ist. Hier treffen neue innovative Ideen auf alte Bausubstanz, die aber bei dieser Symbiose nicht verlorengeht.

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Sicherlich mag manch einer die euphorisch im zerbster schloss vorgetragene Idee einer Filiale der St. Petersburger Eremitage im ersten Moment belächeln und meine, das sei eine Nummer zu groß für Zerbst/ Anhalt. Jedoch diejenige, die den Grundstock für die St. Petersburger Eremitage legte, Katharina die Große, kam aus Zerbst und so pflegen die Zerbster eine enge Verbundenheit mit Russland, was sich in der schon über 20 Jahre währenden Städtepartnerschaft mit Puschkin/ St. petersburg (ehemals: Zarskoje Selo) zeigt.

Und wer nicht träumt, nicht wagt, der nicht gewinnt.

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Открылась выставка « Эрмитаж Ст. Петербург в замке Цербст»

Открылась выставка « Эрмитаж Ст. Петербург в замке Цербст»

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21 июня 2015 г. в восточногерманском городе Цербст/ Ангальт была открыта удивительная выставка под названием « Эрмитаж Ст. Петербург в замке Цербст».
Построенный в стиле барокко замок в Цербсте является «семейным гнездом» российской императрицы Екатерины великой, урожденной принцессы Ангальт- Цербстской. 16 апреля 1945 г. трехфлигельный замок был сильно разрушен вследствие англо- американских бомбардировок. С 2003 г. зарегистрированное некоммерческое общество « Замок Цербст» борется за восстановление оставшегося восточного флигеля замка. За последние 12 лет по инициативе друзей Цербстского замка были успешно проведены строительные мероприятия. И ныне под крышей восточного флигеля замка находятся выставочные помещения, где посетители замка могут получить информацию об истории замка и о действующих в г. Цербст/ Ангальт краеведческих организациях.

 памятник Екатерине II в Цербсте и вид на замок её предков
памятник Екатерине II в Цербсте и вид на замок её предков

Этим летом Манья Нельдер и Доминик Шендель, студенты архитектуры из Берлина, показывают свои идеи, работы и макеты в Цербстском замке.

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В связи со своими мастерскими работами они занимались темой « Эрмитаж Ст. Петербург в замке Цербста». Основной идеей их работ является возможность открытия немецкого филиала Санкт- Петербургского Эрмитажа в Цербстском замке, объясняет Дирк Херрманн, председатель общества « Замок Цербст».

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Во время презентации своего проекта молодые архитекторы, чьи магистерские работы были оценены на «отлично», объяснили сврй архитктурный концепт: возможный немецкий филиал Ст. Петербургского Эрмитажа в Цербстском замке включает не только перестройку восточного флигеля замка, но и перестройку других зданий в замковом парке. По представлению авторов проекта в восточном флигеле будут находиться разные выставки, сегодняшний городской холл служит идеальным зданием для проведения разных мероприятий и в здании бывшего ремиза — дом для гостей и сотрудников Цербстского филиала Эрмитажа.

P1090262Оба архитекторы всегда старались использовать ещё существующие части замка. Перед тем как они начали со своими работами, они посетили филиалы Эрмитажа в Амстердаме, Лондоне и Лас Вегасе.
В интервью Манья Нельдер и Доминик Шендель ответили на вопрос, откуда они взяли тему для их мастерских работ, что эта тема была их собственой идеей.

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Ein Stück verloren geglaubter anhaltisch- russischer Historie wieder gefunden — нашелся потерянной кусочек ангальтско- российской истории

Ein Stück verloren geglaubter anhaltisch- russischer Historie wieder gefunden — нашелся потерянной кусочек ангальтско- российской истории

Die weltweit zahlreich existierenden Heimat- und Stadtmuseen erlangen meist nur Bekanntheit im jeweiligen regionalen Maßstab. Jedoch zeigen sie den Bewohnern dieser Regionen auf, wie sich ihr Heimatort mit seinen Besonderheiten in die sogenannte große Weltgeschichte einfügt. Das ist meines Erachtens von enormer Wichtigkeit für die Identifizierung der Menschen mit ihrer Heimat.
Nicht selten schlummerten jahrzehntelang in den Depots dieser Heimat- und Stadtmuseen auch wertvolle Zeugnisse der Vergangenheit, die durchaus auch überregional, wenig gar international von Bedeutung sind.

Краеведческие и местные музеи, несомненно, играют важную роль в изучении истории регионов. Кроме того эти музеи показывают, какое место занимает той или иной регион в мировой истории. По моему мнению эти краеведчесикие и местные музеи очень нужны и важны для формирования идентичности людей со своей родиной.
Нередко в подвальных помещениях этих скромных на первый взгляд музеев дремлют забытые ценности, имеющие значение не только для местной, но и для мировой истории.

Ein solcher Zufallsfund von durchaus historischer Dimension ist vor wenigen Tagen im Depot des Heimatmuseums der zirka 188 000 Einwohner zählenden russischen Stadt Armawir gemacht worden. In der 1839 gegründeten und zirka 200 km entfernt von Krasnodar gelegenen Stadt Armawir leben heutzutage mehrheitlich Russen, daneben auch Armenier und Ukrainer.

Такое изумительное случайное открытие межрегионального значения было сделано в подвале краеведческого музея русского города Армавир, раположенного в 200 км от Краснодара. Город Армвир был основан в 1839 г. и ныне там живет ок.200 000 жителей, среди них 86% русских, 9% армян и 1 % украинцев.

Alexander Lopatin, langjähriger Mitarbeiter des Heimatmuseums von Armawir, fand in den musealen Depoträumen ein Basrelief, das dort seit fünfzig Jahren den Dornröschenschlaf schlief und bisher zu keinem Zeitpunkt öffentlich ausgestellt wurde.

Недавно Александр Лопатин, долголетний сотрудник краеведческого музея в Армавире, нашел интересный горельеф, который там в подвале пролежал больше 50 лет. Наиденный горельеф до сих пор ни раз не быо выставлен в экспозиции.

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Новая восточная политика за мир в Европе -интересная панельная дискуссия в г. Цербст/ Ангальт

Новая восточная политика за мир в Европе -интересная панельная дискуссия
в г. Цербст/ Ангальт

городской холл в Цербсте/ Ангальт
городской холл в Цербсте/ Ангальт

Когда приглашают представителей политики на публичную панельную дискуссию, они прежде всего встречаются в известных местах, т. е. в больших городах, реже- в средних и маленьких.
Но, следует здесь вспомнить, что маленькие города нередко играли и играют также значительную роль в европейской истории. В связи с этим можно назвать два ангальтских города: Во- первых, город Кётен, где знаменитый немецкий композитор Иоганн Себастьян Бах сочинил свои известные по всему миру Бранденбургские концерты и где работал Самуэль Ханеманн, основоположник современной гомеопатии. Вторым ангальтским городом является город Цербст/ Ангальт, родина росссийской императрицы Екатерины Великой, урожденной принцессы Ангальт- Цербстской.

памятник Екатерине II перед Цербстским городским холлом
памятник Екатерине II перед Цербстским городским холлом

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Возвращение легендарной прусской королевы Луизы в Магдебург в 2009 г.

Возвращение легендарной прусской королевы Луизы в Магдебург в 2009 г.

 

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18 июня 2009 г. состоялось в Магдебурге, в админитративном центре федеральной земли Саксония- Ангальт, торжественное открытие восстановленного памятника легендарной прусской королеве Луизе (1776- 1810), которая в 1793 г. вышла замуж наследного принца Фридриха Вильгельма, ставшего в 1797 г. прусским королем Фридрихом Вильгельмом III .

 открытие Магдебургского памятника
открытие Магдебургского памятника

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