Der 71. Tag des Sieges in Dresden – S Prasdnikom

Der 71. Tag des Sieges in Dresden – S Prasdnikom

von Annegret Mainzer, Zerbst

Alljährlich am 9. Mai wird in Russland der Tag des Sieges über den Hitlerfaschismus begangen. Traditionell finden auf dem Roten Platz in Moskau eine große Militärparade statt sowie allerorts Ehrungen der Veteranen des Großen Vaterländischen Krieges, wie der 2. Weltkrieg in russischer Geschichtsschreibung benannt wird, statt. Aber auch diejenigen, die als Kinder die vom 8 September 1941 bis zum 27. Januar 1944 andauernde Blockade des damaligen Leningrad überlebt haben, die sogenannten Blockadekinder, werden geehrt. Nur zur Erinnerung: Die Blockade von Leningrad hatte infolge von Bombenangriffen, Hunger und Unterernährung unter den Zivilisten mehr als 100 000 Todesopfer gefordert.

Auch für die im Ausland lebenden Russen und Deutschen aus Russland ist der 9. Mai jeden Jahres ein besonderer Tag: Es ist ein Tag, an dem sie sowohl ihrer gefallenen Familienmitglieder gedenken wie auch berechtigterweise ihren Stolz darauf, über das menschenverachtende Naziregime in Deutschland gesiegt zu haben.

Am 7. Mai diesen Jahres wurde in Dresden eine derartige Veranstaltung der besonderen Art organisiert. Das in der sächsischen Hauptstadt agierende Deutsch- Russische Kulturinstitut e.V. hatte zum Konzert von jungen Musikschülern unter dem Motto „Musik verbindet“ in das dortige Kulturrathaus geladen.

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Schüler des Rimskij-Korsakov- Konservatoriums St. Petersburg und des Sächsischen Landesgymnasiums für Musik musizierten gemeinsam für die Veteranen des 2. Weltkrieges. Mit finanzieller Unterstützung verschiedener sächsischer Institutionen konnten dieses deutsch- russische Musikprojekt realisiert werden, so Dr. Wolfgang Schälike, Vorsitzender des Deutsch-Russischen Kulturinstituts e.V. in Dresden. Seit Januar diesen Jahres probten die Musikschüler einzeln in Dresden und in St. Petersburg, vom 4.- 7. Mai hatten sie Gelegenheit zusammen in Dresden zu proben. Und das junge Deutsche und Russen friedlich zusammen musizieren – auch in Zeiten, in denen die offiziellen Beziehungen zwischen der Europäischen Union und Russland täglich neu auf dem Prüfstein stehen – ist ein gutes Zeichen, so der Tenor der Grußworte des Abends.

Das Resultat konnte sich hören lassen. Als Duo oder Trios bzw. Quartett ließen die Mädchen und Jungen von Elbe und Newa Musik verschiedener europäischer Komponisten wie Schumann, Tschaikowskij, Schubert, Grieg, Mozart und Rachmaninow an Klavier, Geige, Cello, Oboe und Waldhorn erklingen. Die jungen Musiker zeigten eine respektable Professionalität und ihnen war keineswegs anzumerken, dass diesem Konzert nur drei Tage gemeinsames Proben vorausgegangen waren.

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Das Publikum des gut besuchten Konzertes dankte den jungen Musikanten mit lang anhaltendem Beifall, vor allem nachdem auch solche Melodien wie Zhuravli (Kraniche) von Jan Frenkel und Smugljanka (Dunkles Mädchen) von Anatolij Nowikow und Jakow Schwedow erklangen- Melodien, die unmittelbar Assoziationen über den 2. Weltkrieg aufkommen lassen. Übrigens das Lied Smugljanka, geschrieben 1940, erreichte bei einem 2015 durchgeführten Ranking zu den beliebtesten Liedern der Russen Platz 24.

Die Überraschung des Abends war ein Grußwort von Anton Ermakov, dem 3. Sekretär des Generalkonsulats der Russischen Förderation in Leipzig, der im Namen der russischen Regierung den anwesenden Veteranen zu den Maifeiertagen gratulierte und ihnen für ihren Einsatz in den damaligen schweren Zeiten dankte, Gleichzeitig überreichte man den Veteranen nebst Blumen auch Briefe aus dem Kreml in Moskau.

S Prasdnikom (С праздником)– war an diesem Abend im Dresdener Kulturrathaus vielmals zu hören – sowohl bei der Begrüßung wie auch bei der Verabschiedung. C prasdnikom- und das mit Recht.

Annegret Mainzer im Gespräch mit Anton Ermakov, Vertreter des Russischen Generalkonsulats Leipzig
Annegret Mainzer im Gespräch mit Anton Ermakov, Vertreter des Russischen Generalkonsulats Leipzig

Zerbst, den 09. Mai 2016 Annegret Mainzer

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Musiker aus Anhalt in der Stadtkapelle von Reval in der Mitte des 19. Jahrhunderts – Музыканты, родом из Ангальта, в городском оркестре в Ревеле в середине 19 века

Musiker aus Anhalt in der Stadtkapelle von Reval in der Mitte des 19. Jahrhunderts – Музыканты, родом из Ангальта, в городском оркестре в Ревеле в середине 19 века

 

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Denkmale für Friedrich Schneider und Wilhem Müller in Dessau

Der bei Zittau geborene deutsche Komponist und Organist Johann Christian Friedrich Schneider (1756- 1853) war von 1822- 1853 Herzoglich- Anhaltisch- Dessauischer Hofkapellmeister. Sein Bruder Johann Gottlob Schneider (1789- 1864) war ab 1825 Organist an der von 1739 bis 1755 erbauten barocken Katholischen Hofkirche in Dresden. Diese Stelle hatte er bis zu seinem Tode inne.

Родившийся недалеко от города Циттау немецкий комрозитор и органист Иоганн Христиан Фридрих Шнайдер (1756- 1853) был с 1822 по 1853 гг. придворным капельмейстером у герцога Ангальт- Дессауского. Его брат Иоганн Готтлоб Шнайдер (1789- 1864) с 1825 г. был органистом в католическом замковом соборе в Дрездене, который был построен с 1739 по 1755 гг. в стиле барокко. Он занимал этот пост до самой смерти.

Katholische Schloss- und Hofkirche Dresden
Katholische Schloss- und Hofkirche Dresden

Zudem leitete Johann Gottlob Schneider die vom aus Böhmen stammenden Königlich- sächsischen Hoforganisten Franz Anton Dreyssig (1774- 1815) im Jahr 1807 ins Lebens gerufene ins Leben gerufene Dreyssig´sche Singakademie. Unter Johann Gottlob Schneiders Leitung erlebte die Dreyssig´sche Singakademie zu Dresden ihre Blütezeit.

Кроме того Иоганн Готтлоб Шнайдер руководил Дрезденской певческой академией, которая в 1807 г. была основана придворным органистом Франц Антон Дрейссиг (1774- 1815), который был родом из Богемии. Те годы, стоявшие под руководством Иоганна Готтлоба Шнайдера, были расцвет Дрезденской певческой академии.

Grabstätte Dreyssigs in Dresden
Grabstätte Dreyssigs in Dresden

Gemeinsam mit dem seinerzeit bekannten Dessauer Dichter Wilhelm Müller (1797- 1827) begründete Johann Christian Friedrich Schneider die Dessauer Liedertafel. Schneider führte in Dessau auch Abonnementkonzerte ein. Außerdem versuchte Schneider Musikfeste zu etablieren, z.B. 1825 in Magdeburg, 1827 in Zerbst und 1838 in Wittenberg.

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Вместе с известным в то время поэтом Вильгельм Мюллер (1797- 1827) из г. Дессау Иоганн Христиан Фридрих Шнайдер оновал Дессауский Лидертафель (немецкое мужское хоровое любительское сообщество). В г. Дессау Шнайдер учредил концерты по абонементу и кроме того, Шнайдер организовал музыкальные фестивали, напр. в 1825 г. а Магдебурге, в 1827 г. в Цербсте и в 1838 г. в Виттенберге.

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Aus Schneiders zweiter Ehe gingen acht Kinder hervor, unter ihnen war sein in Leipzig geborener Sohn Bernhard Schneider (1819- 1898). Vor seiner Anstellung in Dessau war Schneider sen. in Leipzig tätig, u.a. am dortigen Stadttheater und als Organist an der Thomaskirche.

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                                                                    Grabstätte von Wilhelm Müller in Dessau

От второго брака у Шнайдера родилось восемь детей, среди них был его родившийся в Лейпциге сын Бернард Шнайдер (1819- 1898). До его переезда в Дессау Шнайдер Старший жил в Лейпциге, где он работал в театре и органистом в соборе Св. Томаса.

Bernhard Schneider kehrte der anhaltischen Wirkungsstätte seines Vaters den Rücken und wanderte 1848 ins Russische Reich aus, wo er sich zunächst als Musiklehrer bei einem russischen Fürsten seinen Lebensunterhalt verdiente.
Außerdem gehörte Bernhard Schneider zu den zehn Musikern aus Mitteldeutschland, d.h. aus den heutigen Bundesländern Sachsen- Anhalt, Sachsen und Thüringen, die Mitte des 19. Jahrhunderts in die Stadtkapelle von Reval (heute: Tallinn/ Estland) aufgenommen wurden.

Бернард Шнайдер покинул Ангальт и в 1848 г. он переехал в Российскую Империю, где он работал репетитором и учителем в семье русского князья.
Кроме того он принадлежал к числу тех музыкантов, которые были из Средней Германии, т. е. из нынешних федеральных земель Саксония- Ангальт, Саксонии и Тюрингии и которые в середине 19 века входили в состав городского оркестра Ревеля (ныне: Таллин/ Эстония).

Im Jahr 1851 wurde diese Stadtkapelle von August Friedrich Krüger (1810- 1883), seinerzeit Stadtmusikdirektor von Reval, ausschließlich mit gut ausgebildeten professionellen Musikern aus dem heutigen Mitteldeutschland besetzt.

В 1851 г. Август Фридрих Крюгер (1810- 1883), музыкальный директор г. Ревеля, выбрал для этого городского оркестра исключительно хорошо обученных профессиональных музыкантов из Средней Германии.

Zu diesen Auserwählten gehörte nicht nur Bernhard Schneider, sondern auch der ebenfalls aus Dessau stammende Bernhard Lorenz, vermutlich ein Nachfahre einer der im 1851 herausgegebenen Staats- und Adreßhandbuch für die Herzogthümer Anhalt- Dessau und Anhalt- Köthen aufgeführten Kammermusiker Adolf Lorenz, Gustav Lorenz, Johann Karl Lorenz und Friedrich August Lorenz. Die beiden Letztgenannten waren sogar Inhaber der Kaiserlich- königlichen Russischen Kriegsgedenkmünze für 1812.
In dieser Stadtkapelle von Reval spielte außer Schneider und Lorenz auch ihr Landsmann Wilhelm Leps, ein aus Coswig in Anhalt stammender Posaunist.

К этим избранным принадлежал не только Бернард Шнайдер, но и его соотетчественник Бернард Лоренц из Дессау, который, наверное, был потомком одного из следующих придворных камерных музыкантов Адольф Лоренц, Густав Лоренц, Иоганн Карл Лоренц и Фридрих Август Лоренц, которые перечислены в адресной книге герцогств Ангальт- Дессау и Ангальт- Кётен для 1851 года.
Тромбонист Вильгельм Лепс, родом из ангальтского города Косвиг, был также членом уже упомянутого оркестра г. Ревеля.

Zuletzt war Bernhard Schneider Musikdirektor in Paluev. Wenig ist über sein Privatleben in Erfahrung zu bringen. Im Jahr 1860 ehelichte er in Smolensk nach evangelisch- lutherischem Ritus die damals neunzehnjährige Bertha Emilie Wohtzech, gebürtig aus Riga, wo er zeitweise tätig war. Seine Frau verdiente sich ihren Lebensunterhalt als Gouvernante. Bernhard Schneider verstarb in Riga.

Берард Шнайдер работал также музыкальным директором в Палуеве. До сих пор мало известно об его личной жизни. В 1860 г. он в Смоленске женился на 19- летней Эимлии Берте Вотцех, родом из Риги, которая работала гувернанткой. Бернард Шнайдер умер в Риге.

Verwendete Literatur:
Erik Amburger Datenbank (online)
forum.ahnenforschung.net 08.04.2013
Koch; K.-P.: Deutsche Musiker in Estland einschließlich dem nördlichen Livland https://www.gko.uni-leipzig.de/fileadmin/user_upload/musikwissenschaft/pdf_allgemein/arbeitsgemeinschaft/Heft15/Heft_15_Koch1Estland.pdf 06.02.2016
Lenz, W.v.: Beethoven eine Kunststudie, Cassel, 1855
Melchert, J.F. (Hg.): Staats- und Adreßhandbuch für die Herzogthümer Anhalt- Dessau und Anhalt- Köthen, Dessau, 1851
Schüler- Verzeichnis des Revalschen Gouvernements- Gymnasiums bearb. v. H. Hradetzky, Reval, 1931
Seemann, Th. (Hg.): Geschichte der Dreyssig´schen Singakademie in Dresden, Dresden, 1882
Vallaste, T.: Die maßgeblichen Musikdirektoren und Musiklehrer in Reval (Tallinn) im 19. Jahrhundert http://www.dspace.utlib.ee 30.08.2011
http://www.findcity.de 06.01.2015

Aus dem heutigen Sachsen- Anhalt stammende Anhänger von Samuel Hahnemann , dem Begründer der Homöopathie, im Russischen Reich

Aus dem heutigen Sachsen- Anhalt stammende Anhänger von Samuel Hahnemann , dem Begründer der Homöopathie, im Russischen Reich

In Köthen, gelegen im heutigen Bundesland Sachsen- Anhalt, praktizierte von 1821- 1835 der 1755 in Meißen geborene Homöopath Christian Friedrich Samuel Hahnemann, der zuvor in Gommern, Dessau und Dresden gewirkt hatte. Hahnemann, der seitens der Schulmediziner eine Reihe von Anfeindungen aushalten musste, hatte nicht nur Anhänger in Deutschland, sondern auch im Ausland, u.a. in den USA, in Frankreich und auch im Russischen Reich.

Samuel Hahnemann
Samuel Hahnemann

Zu diesen zählte auch Carl Bernhard von Trinius, 1778 in Eisleben geboren, hatte er an den Universitäten Jena, Halle, Leipzig und Göttingen studiert. Er begründete in St. Petersburg nicht nur das Botanische Museum, sondern unterrichtete von 1829- 1833 auch den späteren Zaren Alexander II. in naturwissenschaftlichen Fächern.
Von Trinius, der zuvor in Kurland als Arzt beim Kammerherrn Johann E.von Keyserling († 1811) und in Lettland praktiziert hatte, begleitete ab 1802 die Herzogin Antoinette von Württemberg als Leibarzt. Diese Anstellung führte ihn von 1811- 1815 an die Newa, wo er auch Zeit für wissenschaftliche Arbeiten fand. 1822 erfolgte seine Ernennung zum ordentlichen Mitglied der Akademie der Wissenschaften St. Petersburg. Nach dem Tode der Herzogin praktizierte von Trinius in Petersburg und er wurde zum kaiserlichen Leibarzt berufen. Neben diesen beruflichen Aufgaben forschte er unermüdlich im Bereich der Botanik. Sein fast 5000 Pflanzen umfassendes Herbarium sowie die dazugehörigen Notizen und Skizzen gingen nach seinem Tode an das heutige Petersburger Botanische Museum, als dessen Gründer er gilt. 1994 wurde seine wertvolle Sammlung digitalisiert.

P1090541Im Jahr 1830 schloss er seine Praxis und befasste sich nun in erster Linie mit Homöopathie. So stand er auch im regen Briefwechsel mit seinem Onkel Samuel Hahnemann (1744- 1843), dem Begründer der Homöopathie und der zu jener Zeit im anhaltischen Köthen wirkte.
Etliche Male sandte die Petersburger Akademie von Trinius ins europäische Ausland, um die dortigen Botanischen Gärten bzw. Sammlungen in Augenschein zu nehmen. Von Trinius verfasste mehr als 30 Traktate zur Botanik. Er versuchte sich ebenfalls als Poet und Dramatiker. Freunde von ihm veröffentlichten 1848 in Berlin seine Gedichte, doch von Trinius war schon 1844 in Petersburg verstorben.

Der aus Wittenberg stammende Julius Schweikert (1807- 1876) hatte sein Medizinstudium an der Universität Leipzig absolviert.

Witttenberg- Marktplatz, Geburtsstadt von Leutmann
Witttenberg- Marktplatz, Geburtsstadt von Schweikert

Der seinerzeit namhafte Homöopath Samuel Hahnemann vermittelte ihn als Leibarzt des Fürsten Kurakin nach Russland. So kam Schweikert ins Gouvernement Orel, wo er auch am dortigen Krankenhaus praktizierte. Doch in Orel mangelte es dem Arzt an Gelegenheiten, sich mit Kollegen gedanklich auszutauschen. Zum anderen medikamentierte sich sein Dienstherr zunehmend selbst, so dass Unstimmigkeiten entstanden zwischen Schweikert und dem Fürsten. 1837 kündigte Schweikert und zog nach Moskau, wo er eine homöopathische Praxis eröffnete.

Ab 1838 war er Arzt an der dortigen Landwirtschaftsschule angestellt. Diese Anstellung hatte er bis 1847 inne. Schweikert war auch ab 1842 Arzt am Kaiserlichen Findelhaus und ab 1844 am Kaiserlichen Witwenhaus. Von 1851- 1856 war er Arzt am 2. Adligen Moskauer Gymnasium. 1853 promovierte er erfolgreich an der Universität Moskau.

Im Jahr 1845 eröffnete Schweikert das erste homöopathische Krankenhaus in Moskau, dessen Leitung er bis 1860 innehatte. Seine Schließung erfolgte aufgrund fehlender finanzieller Mittel.

Hahnemann - Büste im Stadtmusuem Zerbst
Hahnemann – Büste im Stadtmusuem Zerbst

Schon sein Vater Georg August Benjamin (1774- 1845), ein Schüler Hahnemanns, leitete 1834/35 das erste homöopathische Krankenhaus in Leipzig.

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Beigesetzt wurde Julius Schweikert auf dem Moskauer Vvdenskoe- Friedhof. Die russische Krone erkannte sein Wirken an, indem ihm Titel und Orden verliehen wurden.

Verwendete Quellen:
Brennsohn, I.: Die Ärzte Kurlands vom Beginn der herzoglichen Zeit bis zur Gegenwart, Riga, 1929
Dorges, A.: Die Homöopathenfamilie Dr. Schweikert, Stuttgart, 2007
Fischer, M.: Russische Karrieren- Leibärzte im 19. Jahrhundert, Aachen, 2010
Крылов-Толстикович, А.: Русские Врачи  XVIII – начала XX столетий. Краткий медицинский  биографический словарь, http://proza.ru/2012/12/27/678 08.09. 2014
Recke, J.F.v., Napiersky, H.E., Beise, Th.: Allgemeines Schriftsteller- und Gelehrten-Lexikon der Provinzen
Livland, Esthland, Kurland, Bd.4, Mitau, 1832
Российский Медицинский список на 1810 год, St. Petersburg, 1810
Российский Медицинский список на 1860 год, St. Petersburg, 1860
http://www.slavistik.uni-potsdam.de/petersburg/trinius.html 27.02.2013

Über den deutsch- russischen Tellerrand geschaut: Forum zur Situation der Deutschen in Mittel- und Osteuropa am 07. November 2015 in Dresden

Über den deutsch- russischen Tellerrand geschaut: Forum zur Situation der Deutschen in Mittel- und Osteuropa am 07. November 2015 in Dresden

„ In einem Land ist es besser,im anderen schlechter.“
(H. Koschyk,MdB,Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten)

Dresden: Sächsischer Landtag
Dresden: Sächsischer Landtag

In unseren Tagen, wenn täglich Tausende von Flüchtlingen aus unsicheren Ländern Zuflucht in Deutschland suchen, flammen häufig mehr oder weniger sinnvolle Debatten um die Bewahrung der deutschen kulturellen Identität im eigenen Land auf. Ohne diese Diskussionen an dieser Stelle bewerten zu wollen, soll dabei Blick auf die Lage der Deutschen im Ausland nicht verloren gehen. Dabei sind nicht in erster Linie die deutschen Auswanderer im Rentenalter gemeint, die in den letzten Jahrzehnten ihren Wohnsitz nach Spanien oder Italien verlegt haben. Im Fokus der folgenden Betrachtung stehen die deutschen Volksgruppen, die schon seit mehreren Jahrhunderten sich weltweit niederließen, aber nichtsdestotrotz ihre deutsche Identität lebten.
Allgemein bekannt ist, es existiert weltweit eine deutschsprachige Diaspora. Ethnische Deutsche trifft man vor allem in südamerikanischen Ländern wie Chile, Argentinien und Brasilien, aber auch in Mittel- und Osteuropa, insbesondere in Polen, Tschechien, Slowakei, Rumänien und Ungarn sowie in den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion.
Bereits um das Jahr 1000, als die bayerische Herzogin Gisela mit dem ungarischen König St. Stephan verheiratet wurde, siedelten sich erste Deutsche in Ungarn an. Siebenbürgener Sachsen ließen sich im 12. Jahrhundert in Siebenbürgen, d.h. im heutigen Rumänien nieder. Zu jener Zeit zog es auch die ersten deutschen Kaufleute aus Lübeck nach Nowgorod in Russland. Unter Zar Peter I. und der deutschstämmigen Zarin Katharina II. wanderten Heerscharen von Deutschen gen Russisches Reich, um dort ein besseres Leben zu finden. In ihrer neuen Wahlheimat passten sich die deutschen Auswanderer einerseits den dortigen gesellschaftlichen Bedingungen an, andererseits bewahrten sie ihre Muttersprache und Traditionen, gaben diese an die nächsten Generationen weiter.

Im Jahr 1881 wurde in Berlin der Allgemeine Deutsche Schulverein gegründet, dessen Hauptziel in der Erhaltung und Pflege der deutschen Identität, Sprache und Kultur der Angehörigen deutscher Volksgruppen im Ausland bestand. Mit der Hilfe dieses Vereins wurden im Ausland deutsche Schulen und Bibliotheken finanziert, deutschsprachige Literatur gefördert sowie die Anstellung von Lehrern. Aus jenem Verein ging 1998 der Verein für Deutsche Kulturbeziehungen im Ausland e. V. (VDA) hervor.[ siehe Infokasten]
Viermal jährlich gibt der VDA die Zeitschrift Globus heraus, die die Auslandsdeutschen sowohl über die Tätigkeit des VDA wie auch über die Lage der Deutschen im Ausland informiert. Im Globus 3/2013 erschien mein Beitrag über meine eigene Annäherung und über die Annäherung meiner Heimatstadt Zerbst/ Anhalt an Leben und Wirken der russischen Zarin Katharina II. (1729- 1796), geborene Prinzessin von Anhalt- Zerbst.
Diesen Beitrag nahm Peter Bien, Vorsitzender des VDA- Landesverbandes Sachsen, zum Anlass über das soziale Netzwerk Facebook mit mir in Kontakt zu treten. Im Sommer diesen Jahres kam es in Dresden zu unserem ersten persönlichen Treffen, in dessen Verlauf er mich zum VDA- Forum 2015 einlud.

http://www.vda-kultur.de/media/globus-pdfs/globus_03_2013_web.pdf

Im Sächsischen Landtag fand Anfang November das VDA- Forum statt, das sich der Thematik Die Entwicklung der deutschen Minderheiten in den mittel- und osteuropäischen Staaten seit der politischen Wende 1989/90 widmete.
Durch Peter Bien, den Vorsitzenden des VDA- Landesverbandes Sachsen, erfolgte die Begrüßung der ungefähr 70 Teilnehmer des Forums. Grußworte sprachen Andrea Dombois, 1. Vizepräsidentin des Sächsischen Landtages, und der Bundestagsabgeordnete Klaus Brähmig, derzeitiger Bundesvorsitzender des VDA.

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Peter Bien                                                   Andrea Dombois

DSCN2920                                                                    Klaus Brähmig

Kernpunkt des Forums bildete zweifelsfrei der Impulsvortrag von Hartmut Koschyk, Bundestagsabgeordneter und Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, der auch etwa 20 Jahre des Bundesvorsitz des VDA innehatte und jetziger Ehrenvorsitzender. Koschyk berichtete über seine Begegnungen mit Vertretern der deutschen Minderheiten u.a. in Rumänien und Kasachstan. Er verwies vor allem auf die Rolle der Auslandsdeutschen als „Brückenbauer“ in Europa- nicht nur auf den Gebieten von Kultur, Jugendarbeit oder Bildung, auch in der Wirtschaft.
Als positives Beispiel führte Koschyk die Rolle der deutschen Schulen in Rumänien an, die einen wesentlichen Anteil an der Herausbildung eines rumänischen Bildungsbürgertums haben. „Dort sitzen in den Klassen höchstens 3- 4 deutsche Kinder, die anderen sind rumänischer Herkunft“,so Koschyk. Doch rumänische Eltern brächten der deutsch geprägten Schulbildung große Wertschätzung entgegen, führt der Bundesbeauftragte weiter aus. Laut Koschyk stelle der Haushalt des Auswärtigen Amtes dafür in diesem Jahr insgesamt 750.000 Euro bereit, um dort die Abwanderung gut ausgebildeter Deutschlehrer in die besser zahlende Wirtschaft zu verhindern. Schließlich seien aus dem deutschsprachigen Schulwesen in Rumänien bereits zwei Nobel- Preisträger – Herta Müller für Literatur und Stefan Hell für Chemie- hervorgegangen.
DSCN2926                                                                   Hartmut Koschyk

Die Unterstützung der deutschen Minderheiten in Mittel- und Osteuropa seitens des Bundesministeriums des Innern konzentriere sich nicht nur auf den Ausbau des deutschen Schulwesens, sie umfasse auch die Hilfen für kleinere und mittlere Betriebe in Handwerk, Gewerbe, Dienstleistungen und Landwirtschaft sowie den Ausbau zukunftsfähiger Selbstverwaltungsstrukturen und erfolge in enger Absprache mit den Angehörigen der deutschen Minderheit vor Ort, resümmierte Koschyk weiter. Des Weiteren berichtete der Bundesbeauftragte von der erfolgreichen Arbeit der verschiedenen bilateralen Regierungskommissionen, die die Bundesrepublik u.a. mit Rumänien, Kasachstan und anderen mittel- und osteuropäischen Ländern unterhält.
Doch Koschyk verschwieg auch nicht, dass es heute – 25 Jahre – nach der politischen Wende Probleme und Rückschläge gibt. Als jüngstes Beispiel dafür nannte er das Veto, das der kürzlich gewählte Präsident Polens gegen die vom vorherigen Parlament beschlossene Novellierung des Minderheitengesetzes in Polen einlegte.
Koschyks Fazit:„ In einem Land ist es besser, im anderen schlechter.“ Zum Abschluss seiner Ausführungen befürwortete Koschyk die Unterstützung der deutschen Minderheiten im Ausland durch die Bundesregierung, doch sollten wir nicht nach patriarchalischer Manier handeln, er sprach sich eindeutig für eine Hilfe auf gleicher Augenhöhe mit den jeweiligen Partnern vor Ort aus.

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Julius Johannes Döring aus Dresden und seine Spuren im Baltikum

Julius Johannes Döring aus Dresden und seine Spuren im Baltikum

Blick auf Dresden- Geburtsort von Döhring
Blick auf Dresden

Der bei Dresden geborene Maler, Restaurator und Kulturhistoriker Julius Johannes Döring (*1818), Sohn eines Schneidermeisters, erhielt seine künstlerische Ausbildung an der Akademie der Künste in Dresden.

Kunstakademie Dresden
Kunstakademie Dresden

1845 reiste er nach Kurland und ließ sich dort in Mitau (heute: Jelgava/ Lettland) nieder. Vorrangig befasste er sich mit Altargemälden und erteilte Zeichenunterricht. 1852 unternahm er eine Studienreise nach Frankreich und Italien, Griechenland und Palästina und ab 1859 bekam er die Stelle des Zeichenlehrers am Mitauer Gymnasium. Zuvor hatte er schon an den Mitauer Töchterschulen unterrichtet. Im Jahr 1860 wurde Döring Bibliothekar der Kurländischen Gesellschaft für Literatur und Kunst und 1865 ihr Geschäftsführer. Diese Ämter bekleidete er bis 1893. Im Alter von 78 Jahren verstarb Döring im Jahr 1898 in Mitau.

Julius Döring (1818- 1898)
Julius Döring (1818- 1898)

Er erteilte ebenfalls privat Zeichenunterricht und zu seinen Schülerinnen gehörten die seinerzeit namhaften Malerinnen Elise Jung – Stilling (1829- 1904), Emma von Kleist (1840- 1892) und Alexandra von Reibnitz (*1857). Zu Dörings Privatschülern, die er in seinem Mitauer Atelier unterwies, gehörte auch der lettisch- deutsche Maler Johann Walter- Kurau (1869- 1932) der Begründer der modernen lettischen Malerei, über den ich wieder die Verbindung zu Dresden findet, denn Walter – Kurau, der auch das Geigenspiel erlernt hatte, spielte nach 1905 bis zu seinem Wegzug nach Berlin im Jahre 1917 Geige am Opernhaus in Dresden, der heutigen Semperoper.

Loge der Dresdner Semperoper
Loge der Dresdner Semperoper

Doch zurück zu Döring, von dessen künstlerischen Schaffen zahlreiche Gemälde für die katholische Kirche in Mitau zeugten wie auch das Altargemälde der Armenkirche St. Johann in Mitau, das er 1865 vollendete. Zudem wurde im Jahr 1861 unter seiner Leitung der Altar in der gegen Ende des 16. Jahrhunderts erbauten evangelisch- lutherischen Heiliggeistkirche von Bauske (heute: Bauska/Lettland) umgestaltet. Döring hinterließ der Nachwelt zirka 1000 Porträts und 23 Altargemälde in den Kirchen Lettlands und Litauens. Zudem war er leidenschaftlicher Sammler von historischen und archäologischen Sachen.

Verwendete Literatur und Quellen:
1. Baltisches Biographisches Lexikon digital
2. Dannenberg, K.: Zur Geschichte und Statistik des Gymnasiums zu Mitau, Mitau, 1875; S. 45 f.
3. Neumann, W.: Lexikon baltischer Künstler, Riga, 1908, 34ff., 79 f.; 123
4. http://www.webcitation.org/6FkTkpGNZ 04.04.2015
5. http://www.antonia.lv/ru/zhivopisj/dering-julius-iohann/ 04.04.2015
6. http://deutsch-wort.de/walter_kurau 10.04.2015

 

Der Bildhauer Joseph Karl Gottlieb Herrmann und seine Spuren in Dresden und St. Petersburg

Der Bildhauer Joseph Karl Gottlieb Herrmann und seine Spuren in Dresden und St. Petersburg

Kunstakademie Dresden
Kunstakademie Dresden

Der am 12. März 1801 in Wildenfels☆ geborene Bildhauer Joseph Karl Gottlieb Herrmann hatte von 1815- 1820 an der 1764 gegründeten Dresdener Akademie der bildenden Künste studiert. Danach vollendete er seine Studien und sein Können in Rom, wo er u.a. eine Reihe von Büsten sächsischer Monarchen anfertigte. Von 1835 bis 1852 wirkte er in St. Petersburg. Unter anderem arbeitete er an der Ausgestaltung des Winterpalastes mit, der 1837 durch einen Brand stark geschädigt worden war. Für das Vestibül der Neuen Eremitage im Winterpalast schuf er zwei Skulpturen, die den Ruhm darstellen. Unter seiner Federführung wurden die Wände von 36 Räumlichkeiten im Winterpalast mit künstlichem Marmor verkleidet, der nach einem speziellen Rezept von Herrmann angefertigt wurde.

Winterpalais in St. Petersburg
Winterpalais in St. Petersburg

Herrmann zeichnete sich auch für die Fertigung von 24 Erzengel- und Engelsfiguren, die auf der Kuppel der Isaak- Kathedrale aufgestellt wurden, verantwortlich.

Isaac- Kathedrale in St. Petersburg
Isaac- Kathedrale in St. Petersburg
Blick auf Giebel der Isaac- Kathedrale
Blick auf Giebel der Isaac- Kathedrale

Wie viele seiner Kollegen arbeitete auch Herrmann zeitgleich an der Erledigung verschiedener Aufträge, so schuf auch er Elemente des Interieurs der Petersburger lutherischen Petrikirche. Im Jahr 1841 wurde Herrmann vertraglich verpflichtet, die dekorativen bildhauerischen Elemente für den Marinskij- Palast, dessen Bau 1844 vollendet wurde, anzufertigen.

Deutsche Evangelische Kirche St. Petri in St. Petersburg
Deutsche Evangelische Kirche St. Petri in St. Petersburg
Blick ins Innere der St. Petri- Kirche
Blick ins Innere der St. Petri- Kirche

Im Jahr 1852 kehrte er nach Dresden zurück, wo er 1869 verstarb. Die Skulpturensammlung der Staatlichen Kunstsammlung Dresden zeigt vier von Herrmann angefertigte Marmorbüsten u.a. von Georg Washington und von drei sächsischen Königen. Außerdem finden sich noch andere Spuren von Joseph Herrmann in der heutigen sächsischen Hauptstadt. So stammte die SAXONIA am Südgiebel der heutigen Schinkelwache von ihm.

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Außerdem schuf er die sogenannte Senfbuechse, ein kleines Denkmal am Dresdner Körner- Platz, das er aus Marmor schon in Rom geschaffen hatte und an seinen Vater erinnert, der 1799 zwei Seeleuten das Leben rettete.

Senfbüchse in Dresden- Loschwitz
Senfbüchse in Dresden- Loschwitz
Innenrelief
Innenrelief
Autorin Annegret Mainzer auf Spurensuche von Joseph Herrmann in Dresden
Autorin Annegret Mainzer auf Spurensuche von Joseph Herrmann in Dresden

☆Ich möchte mich recht herzlich bei Frau Monika Badock, Ortschronistin in Wildenfels, für Ihre wertvollen Informationen bedanken.

Verwendete Literatur und Quellen:
1. http://www.isaac.spb.ru/persons/german 12.05.2013
2. welcome-petersburg.com/ru/иосиф.герман 12.05.2013
3. Scheer, C.: Das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig, 2006
4. http://skd-online-collection.skd.museum/de/contents/artists?id=12788512 20.03.2015
5. Vierhaus, R. (Hg.): Deutsche Biographische Enzykloädie, Bd.4, Berlin, 2006, S. 735
6. https://dresden.city-map.de/02010500/josef-hermann-denkmal 20.03.2015

Gemälde vom Dresdner Maler Paul Carl Sigismund Walther in Gotteshäusern im Baltikum

Gemälde vom Dresdner Maler Paul Carl Sigismund Walther in Gotteshäusern im Baltikum

 

Blick auf Dresdner Kunstakademie mit Semper- Denkmal
Blick auf Dresdner Kunstakademie mit Semper- Denkmal

Im Jahr 1783 erblickte der Künstler Paul Carl Sigismund Walther, Sohn eines Seilermeisters, in Dresden das Licht der Welt. Seine künstlerische Ausbildung erhielt der an der Kunstakademie seiner Heimatstadt. Im Jahr 1809 ging er als Zeichenlehrer für die Kinder von August von Kotzebue nach Estland. Von 1815- 1850 arbeitete er als Lehrer, u.a. als Zeichenlehrer an der Ritter- und Domschule in Reval. Walther ließ sich 1850 pensionieren und verstarb 1866 in Rappel (heute: Raplamaa/ Estland). Von seinen künstlerischen Schaffen zeugten Altargemälde in den Kirchen von Reval und Arensburg. 1865 fertigte der das Altargemälde Christus am Kreuz in der St. Johannis- Kirche im Dorf Goldenbeck (heute: Kullamaa/ Estland). Auch schuf er das Altargemälde in der St. Simon und Judas Kirche im Dorf Sankt Simonis (heute: Simuna/ Estland), in dessen Nähe sich das Denkmal für den seinerzeit namhaften Astronomen Friedrich Georg Wilhelm Struve (1793- 1864), 1832 zum ordentlichen Mitglied der Akademie der Wissenschaften St. Petersburg berufen, befindet, unter dessen führender Mitwirkung eine Vermessung des Erdballs erfolgte. Eine der Messstationen war das heutige estnische Simuna.

Carl Friedrich Sigismund Walther, Sohn Paul Carl Sigismund, 1824 in Reval geboren, hatte von 1845- 1849 Theologie an der Universität Dorpat studiert und war von 1850 bis zu seinem Tode im Jahr 1870 Prediger an St. Jacobi bei Wesenberg (heute: Rakvere/ Estland). Ferdinand Carl Sigismund (1857- 1920), Enkel von Paul Carl Sigismund, ebenfalls Absolvent der Universität Dorpat, wirkte ab 1920 als Geistlicher in Deutschland, vor allem in der Niederlausitz.

Verwendete Literatur und Quellen:
1. http://www.ancientfaces.com 17.05.2013
2. Baltisches Biographisches Lexikon digital
3. http://www.kullamaa.ee/?go=turism 21.03.2015
4. http://www.puhkaeestis.ee/et/simuna-kirik 21.03.2015
5. Album Estonorum zusammengestellt von Axel von Gernet, Reval, 1890
6. Kirchner, J. (Hg.): Album der Esthländischen Ritter- und Domschule zu Reval vom 2. März 1834- 2.März 1859,
Reval, 1859
7. Beiträge zur Geschichte der Esthländischen Ritter- und Domschule. Einladungsschrift zu der 550jährigen Jubelfeier
der Domschule zu Reval am 19. und 20. Juni 1869, Reval, 1869
8. Hasselblatt, A., Otto, G.: Album Academicum der Kaiserlichen Universität Dorpat, Dorpat, 1889
9. Neumann, W.: Lexikon baltischer Künstler, Riga. 1908
10. Das Inland. Eine Wochenschrift für liv-, esth- und curländische Geschichte, Geographie, Statistik und Litteratur
Nr.28 vom 08.Juli 1836
11. http://www.geni.com/people/Carl-Sigismund-Walther/6000000010510435603 22.03.2015
12. http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Georg_Wilhelm_Struve 29.03.2015