Über den deutsch- russischen Tellerrand geschaut: Forum zur Situation der Deutschen in Mittel- und Osteuropa am 07. November 2015 in Dresden

Über den deutsch- russischen Tellerrand geschaut: Forum zur Situation der Deutschen in Mittel- und Osteuropa am 07. November 2015 in Dresden

„ In einem Land ist es besser,im anderen schlechter.“
(H. Koschyk,MdB,Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten)

Dresden: Sächsischer Landtag
Dresden: Sächsischer Landtag

In unseren Tagen, wenn täglich Tausende von Flüchtlingen aus unsicheren Ländern Zuflucht in Deutschland suchen, flammen häufig mehr oder weniger sinnvolle Debatten um die Bewahrung der deutschen kulturellen Identität im eigenen Land auf. Ohne diese Diskussionen an dieser Stelle bewerten zu wollen, soll dabei Blick auf die Lage der Deutschen im Ausland nicht verloren gehen. Dabei sind nicht in erster Linie die deutschen Auswanderer im Rentenalter gemeint, die in den letzten Jahrzehnten ihren Wohnsitz nach Spanien oder Italien verlegt haben. Im Fokus der folgenden Betrachtung stehen die deutschen Volksgruppen, die schon seit mehreren Jahrhunderten sich weltweit niederließen, aber nichtsdestotrotz ihre deutsche Identität lebten.
Allgemein bekannt ist, es existiert weltweit eine deutschsprachige Diaspora. Ethnische Deutsche trifft man vor allem in südamerikanischen Ländern wie Chile, Argentinien und Brasilien, aber auch in Mittel- und Osteuropa, insbesondere in Polen, Tschechien, Slowakei, Rumänien und Ungarn sowie in den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion.
Bereits um das Jahr 1000, als die bayerische Herzogin Gisela mit dem ungarischen König St. Stephan verheiratet wurde, siedelten sich erste Deutsche in Ungarn an. Siebenbürgener Sachsen ließen sich im 12. Jahrhundert in Siebenbürgen, d.h. im heutigen Rumänien nieder. Zu jener Zeit zog es auch die ersten deutschen Kaufleute aus Lübeck nach Nowgorod in Russland. Unter Zar Peter I. und der deutschstämmigen Zarin Katharina II. wanderten Heerscharen von Deutschen gen Russisches Reich, um dort ein besseres Leben zu finden. In ihrer neuen Wahlheimat passten sich die deutschen Auswanderer einerseits den dortigen gesellschaftlichen Bedingungen an, andererseits bewahrten sie ihre Muttersprache und Traditionen, gaben diese an die nächsten Generationen weiter.

Im Jahr 1881 wurde in Berlin der Allgemeine Deutsche Schulverein gegründet, dessen Hauptziel in der Erhaltung und Pflege der deutschen Identität, Sprache und Kultur der Angehörigen deutscher Volksgruppen im Ausland bestand. Mit der Hilfe dieses Vereins wurden im Ausland deutsche Schulen und Bibliotheken finanziert, deutschsprachige Literatur gefördert sowie die Anstellung von Lehrern. Aus jenem Verein ging 1998 der Verein für Deutsche Kulturbeziehungen im Ausland e. V. (VDA) hervor.[ siehe Infokasten]
Viermal jährlich gibt der VDA die Zeitschrift Globus heraus, die die Auslandsdeutschen sowohl über die Tätigkeit des VDA wie auch über die Lage der Deutschen im Ausland informiert. Im Globus 3/2013 erschien mein Beitrag über meine eigene Annäherung und über die Annäherung meiner Heimatstadt Zerbst/ Anhalt an Leben und Wirken der russischen Zarin Katharina II. (1729- 1796), geborene Prinzessin von Anhalt- Zerbst.
Diesen Beitrag nahm Peter Bien, Vorsitzender des VDA- Landesverbandes Sachsen, zum Anlass über das soziale Netzwerk Facebook mit mir in Kontakt zu treten. Im Sommer diesen Jahres kam es in Dresden zu unserem ersten persönlichen Treffen, in dessen Verlauf er mich zum VDA- Forum 2015 einlud.

http://www.vda-kultur.de/media/globus-pdfs/globus_03_2013_web.pdf

Im Sächsischen Landtag fand Anfang November das VDA- Forum statt, das sich der Thematik Die Entwicklung der deutschen Minderheiten in den mittel- und osteuropäischen Staaten seit der politischen Wende 1989/90 widmete.
Durch Peter Bien, den Vorsitzenden des VDA- Landesverbandes Sachsen, erfolgte die Begrüßung der ungefähr 70 Teilnehmer des Forums. Grußworte sprachen Andrea Dombois, 1. Vizepräsidentin des Sächsischen Landtages, und der Bundestagsabgeordnete Klaus Brähmig, derzeitiger Bundesvorsitzender des VDA.

DSCN2913            DSCN2918

Peter Bien                                                   Andrea Dombois

DSCN2920                                                                    Klaus Brähmig

Kernpunkt des Forums bildete zweifelsfrei der Impulsvortrag von Hartmut Koschyk, Bundestagsabgeordneter und Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, der auch etwa 20 Jahre des Bundesvorsitz des VDA innehatte und jetziger Ehrenvorsitzender. Koschyk berichtete über seine Begegnungen mit Vertretern der deutschen Minderheiten u.a. in Rumänien und Kasachstan. Er verwies vor allem auf die Rolle der Auslandsdeutschen als „Brückenbauer“ in Europa- nicht nur auf den Gebieten von Kultur, Jugendarbeit oder Bildung, auch in der Wirtschaft.
Als positives Beispiel führte Koschyk die Rolle der deutschen Schulen in Rumänien an, die einen wesentlichen Anteil an der Herausbildung eines rumänischen Bildungsbürgertums haben. „Dort sitzen in den Klassen höchstens 3- 4 deutsche Kinder, die anderen sind rumänischer Herkunft“,so Koschyk. Doch rumänische Eltern brächten der deutsch geprägten Schulbildung große Wertschätzung entgegen, führt der Bundesbeauftragte weiter aus. Laut Koschyk stelle der Haushalt des Auswärtigen Amtes dafür in diesem Jahr insgesamt 750.000 Euro bereit, um dort die Abwanderung gut ausgebildeter Deutschlehrer in die besser zahlende Wirtschaft zu verhindern. Schließlich seien aus dem deutschsprachigen Schulwesen in Rumänien bereits zwei Nobel- Preisträger – Herta Müller für Literatur und Stefan Hell für Chemie- hervorgegangen.
DSCN2926                                                                   Hartmut Koschyk

Die Unterstützung der deutschen Minderheiten in Mittel- und Osteuropa seitens des Bundesministeriums des Innern konzentriere sich nicht nur auf den Ausbau des deutschen Schulwesens, sie umfasse auch die Hilfen für kleinere und mittlere Betriebe in Handwerk, Gewerbe, Dienstleistungen und Landwirtschaft sowie den Ausbau zukunftsfähiger Selbstverwaltungsstrukturen und erfolge in enger Absprache mit den Angehörigen der deutschen Minderheit vor Ort, resümmierte Koschyk weiter. Des Weiteren berichtete der Bundesbeauftragte von der erfolgreichen Arbeit der verschiedenen bilateralen Regierungskommissionen, die die Bundesrepublik u.a. mit Rumänien, Kasachstan und anderen mittel- und osteuropäischen Ländern unterhält.
Doch Koschyk verschwieg auch nicht, dass es heute – 25 Jahre – nach der politischen Wende Probleme und Rückschläge gibt. Als jüngstes Beispiel dafür nannte er das Veto, das der kürzlich gewählte Präsident Polens gegen die vom vorherigen Parlament beschlossene Novellierung des Minderheitengesetzes in Polen einlegte.
Koschyks Fazit:„ In einem Land ist es besser, im anderen schlechter.“ Zum Abschluss seiner Ausführungen befürwortete Koschyk die Unterstützung der deutschen Minderheiten im Ausland durch die Bundesregierung, doch sollten wir nicht nach patriarchalischer Manier handeln, er sprach sich eindeutig für eine Hilfe auf gleicher Augenhöhe mit den jeweiligen Partnern vor Ort aus.

DSCN2932

Weiterlesen

Werbeanzeigen

Handwerker und Unternehmer aus Anhalt im Zarenreich

Handwerker und Unternehmer aus Anhalt im Zarenreich

Seit eh und je steht deutsche Handwerksarbeit in aller Welt hoch im Kurs und gilt als Garant für eine hohe Qualität der Produkte. Im Ausland assoziiert man den Begriff des deutschen Handwerks mit Attributen wie Fleiß, Zuverlässigkeit und Solidität.
Solides Handwerk wussten bereits Zar Peter I. und Zarin Katharina II. zu schätzen und holten deshalb niederländische und vor allem deutsche Handwerker ins Russische Reich. Schon 1790 hatten sich in St. Petersburg 210 Schneider, 77 Bäcker, 59 Sattler, 13 Dreher, 17 Uhrmacher und 19 Schornsteinfeger deutscher Herkunft niedergelassen. Im Jahr 1868 waren 25 % aller Petersburger Bäcker deutschsprachig.
Unter ihnen war auch der 1799 in Bernburg geborene Bäckermeister Johann Andreas Erfurt, der ab 1856 sogar Hofbäcker war.

Bild0449_sepia        P1090816

                             Innungszeichen der Bäcker, die bis heute noch in Zerbst/ Anhalt erhalten

Nicht nur in urbanen Zentren wie St. Petersburg und Moskau waren deutsche Handwerker ansässig, auch in großer Anzahl im Baltikum. So habe ich mich entschlossen, der Frage nachzugehen, welche Handwerker und Unternehmer aus Anhalt im Zarenreich tätig waren.

Weiterlesen

Muchelfriedhof- Kriegsgräberstätte in Zerbst/ Anhalt – Мухельное кладбище- военное кладбище в г. Цербст/ Ангальт

Muchelfriedhof- Kriegsgräberstätte in Zerbst/ Anhalt – Мухельное кладбище- военное кладбище в г. Цербст/ Ангальт

Im Fokus des vorliegenden Beitrages steht der bei Zerbst/ Anhalt, der Heimat der russischen Zarin Katharina II., gelegene Soldatenfriedhof, der auch Muchelfriedhof genannt wird. Angelegt wurde er zwischen 1916- 1920 und er diente als letzte Ruhestätte für Soldaten und Offiziere aus England, Frankreich, Belgien und Russland, die in den Jahren des 1. Weltkrieges im benachbarten Kriegsgefangenenlager verstarben.

В фокусе данной статьи находится расположенное недалеко от города Цербст/ Ангальт, являющегося родиной российской императрицы Екатерины II, военное кладбище, которое называется мухельное кладбище. Оно было создано в 1916 по 1920 гг. и служило последнему упокоению для солдат и офицеров из Англии, Франции. Бельгии и России, которые умерли в соседнем лагере для военнопленных.

Heutzutage sind hier vorwiegend Russen beigesetzt. Die Gebeine der verstorbenen Gefangenen anderer Nationalitäten wurden nach Kriegsende in ihre Heimatländer überführt. Die letzte Beisetzung fand hier im Jahr 1921 statt.

Ныне здесь находится прежде всего могилы русских военнопленных. После войны останки нерусских военнопленных были перевезены на родину. Последнее захоронение состоялось здесь в 1921 году.

Muchelfriedhof bei Zerbst/ Anhalt- мухельное кладбище у г. Цербст/ Ангальт
Muchelfriedhof bei Zerbst/ Anhalt- мухельное кладбище у г. Цербст/ Ангальт

Auf dem Territorium des einstigen Kriegsgefangenenlagers errichteten die russischen Gefangenen ein Denkmal aus Findlingssteinen, dessen oberer Abschluss ein gusseiserner Adler bildete. Heute ist dieser Adler verschwunden.

Denkmal für die Kriegsgefangenen- памятник военнопленным
Denkmal für die Kriegsgefangenen- памятник военнопленным

Um das Denkmal herum wurden acht große Feldsteine gelegt, die die Kriegsmächte symbolisierten. Der größte Feldstein stand für Russland und wurde an der Ostseite des Denkmals abgelegt. Am Denkmal waren vier Tafeln mit Inschriften in deutscher, englischer, französischer und russischer Sprache angebracht, die an die hier inhaftierten 12 809 Kriegsgefangenen erinnerten. Die Tafel mit der Inschrift auf Deutsch ist bis heute erhalten.

DSC_0759

На территроии бывшего лагеря русские военнопленные установили памятник из валунов. Над памятником раншье сидел чугунный орел, который скоро после войны исчез. Вокруг памятника положили восемь полевых камней, символизирующих вооруженные силы. Самый большой полевой камень был посвящен России и его положили у восточной стороны памятника. Памятник был также украшен четырьмя досками с надписями на немецком, английском, французском и русском языках. Эти доски напоминают о 12 809 военнопленных, живших в этом лагере. До сих пор сохранилась доска с намецкой надписью.

Wenn ein Gefangener verstarb, trugen seine engsten Freunde den Sarg. Chorgesang erklang am Grab. Eine Liste mit Namen von 80 verstorbenen russischen Kriegsgefangenen befindet sich im Zerbster Stadtarchiv.

Von russischen Kriegsgefangene angefertigte Gegenstände
Von russischen Kriegsgefangene angefertigte Gegenstände

Когда военнопленны умер, его лучшие друзья несли гроб и звучало хоровое пение. До сегодняшнего дня сохранился список 80 умерших русских военнопленных в Цербстском городском архиве.

Im Jahr 1918 wurde das Kriegsgefangenenlager aufgelöst. Auf dem Friedhof wurden zwei weitere Denkmale errichtet: Ein Denkmal für die gefallenen russischen Soldaten, ein anderes mit der Bezeichnung pro patria zum ewigen Gedenken an alle Gefallenen.

В 1918 г. этот лагерь для военнопденных был закрыт. На территории кладбища были установлены ещё два памятника: один памятник погибшим русским войнам и другой с названием про патриа, посвященный всем погибшим.

oberer Abschluss des Denkmals für gefallene russische Soldaten - верхняя часть памятника погибшим русским солдатам
oberer Abschluss des Denkmals für gefallene russische Soldaten – верхняя часть памятника погибшим русским солдатам

Gegen Ende des 2. Weltkrieges wurden bei Zerbst sieben kanadische Flieger abgeschossen. Zuerst wurden ihre sterblichen Überreste auf dem Muchelfriedhof beigesetzt, wovon einst sieben Holzkreuze zeugten. Später; allerdings ist unbekannt, in welchem Jahr, erfolgten Exhumierung und Überführung nach Kanada.

К концу Второй мировой войны семь канадских летчиков были сбиты недалеко от г. Цербста. Их останки покоились на мухельном кладбище. Об этом свидетельствовали семь деревянных крестов. Позже, но не известно , в каком году, их останки были перевезены в Канаду.

Am 16. April 1945 wurde die Stadt Zerbst durch Bombardements zu 85 % in Schutt und Asche gelegt. Dabei kamen 574 Menschen ums Leben, unter ihnen waren auch 24 unbekannte russische Kriegsgefangene, die zunächst auf dem Muchelfriedhof beigesetzt wurden. Später wurde ihnen zur Erinnerung ein Gedenkstein auf dem Zerbster Heidetorfriedhof aufgestellt.

Gedenkstein f[r unbekannte russische Kriegsgefangene- памятный камень для неизвестных русских военнопленных
Gedenkstein für unbekannte russische Kriegsgefangene- памятный камень для неизвестных русских военнопленных

16 апреля 1945 г. город Цербст был разрушен на 85 % вследствие бомбардировок. Погибли 574 человека, среди них свыше 20 неизвестных русских военнопленных. Их похоронили на мухельном кладбище. Позже был установлен памятный камень на другом городском кладбище, который напоминает о них.

Im Auftrag des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge begannen im Jahr 1993 deutsche Bundeswehrsoldaten damit, den inzwischen verwilderten Muchelfriedhof wieder herzurichten. It einem Gedenkgottesdienst am 14.09. 2005 wurde der neu gestaltete Muchelfriedhof feierlich eingeweiht.

По поручению Нардного союза Германии по уходу за военными захоронениями немецкие военнослужащие начали с восстановлением заросшего заброшенного мухельного кладбища. 14 сентября 2005 г. состоялось торжественное богослужение по поводу открытия восстановленного мухельного кладбища.

Die im Beitrag verwendeten Fotos wurden freundlicherweise von Axel Kulоt, Zerbst, zur Verfügung gestellt.
Фотографии, использованные в данной статье, были предоставлены г- ном Аксель Кулот, Цербст.

Quelle:
Werner, M.: Das Kriegsgefangenenlager Zerbst/ Anhalt (I. Weltkrieg), Zerbst, 2011

Schloss Zerbst: Eröffnung der Ausstellung “ Eremitage St. Petersburg im Zerbster Schloss“

Schloss Zerbst: Eröffnung der Ausstellung “ Eremitage St. Petersburg im Zerbster Schloss“

P1090245

Am 21. Juni d.J. wurde im Ostflügel des einstigen Zerbster Schlosses die Sonderausstellung “ Eremitage St. Petersburg im Schloss Zerbst“ eröffnet.

 памятник Екатерине II в Цербсте и вид на замок её предков

Seit 2003 bemüht sich der ehrenamtlich arbeitende Förderverein Schloss Zerbst e.V. um den Wiederaufbau des am 16. April 1945 durch Bombenhagel zerstörten Schlosses, dessen Grundsteinlegung 1681 durch die Vorfahren der russischen Zarin Katharina II. , geborene Prinzessin von Anhalt- Zerbst, erfolgte. Dabei sind nicht nur Fördergelder und Sponsoren gefragt, sondern auch Ideen für eine nachhaltige Nutzung des Wiederaufgebauten.

Kreative Ideen passen zu jungen Leuten und so befassten sich im Zuge der Fertigstellung ihrer Masterarbeiten die Architekturstudenten Manja Nöldner  und Dominik Schendel , die in Berlin studiert haben, mit dem Ostflügel des Zerbster Schlosses. Genauer gesagt arbeiten sie am Projek- eine deutsche Dependance der St. Petersburger Eremitage im Schloss Zerbst. Ich fragte die beiden inzwischen Jungarchitekten, wie sie dieses Thema gefunden hätten oder ob sie jemand auf darauf aufmerksam gemacht habe. Letzteres verneinten sie, sie hätten sich das Thema selbst gesucht, so Dominik Schendel.

P1090253

In Vorbereitung ihrer Masterarbeitenbesichtigten sie auch die schon vorhandenen Depandancen der Eremitage in London, Amsterdam und Las Vergas und nahmen natürlich die noch vorhandene Bausubstanz des Zerbster Schlosses genau unter die Lupe.

Insgesamt sieht ihr Plan vor, das nicht nur der Ostflügel, sondern auch andere Gebäude im Schlosspark mit in das Projekt einbezogen werden sollen. Nahc ihren Vorstellungen soll der Ostflügel des Schlosses ausschließlich für Ausstellungen vo historischem bis zum zeitgenössischen Coleur genutzt werden, die Zerbster Stadthalle das Festhaus bilden, das Raum für Veranstaltungen bietet und das einstige Gebäude zur Unterbringung der Pferde und Fuhrwerke soll zum Gästehaus mit Verwaltungstrakt für Mitarbeiter umfunktioniert werden.

P1090262

Interessant auch die architektonische Gestaltung der oberen Galerie, die zur Präsentation der zeitgenössischen Kunst vorgesehen ist. Hier treffen neue innovative Ideen auf alte Bausubstanz, die aber bei dieser Symbiose nicht verlorengeht.

P1090273

Sicherlich mag manch einer die euphorisch im zerbster schloss vorgetragene Idee einer Filiale der St. Petersburger Eremitage im ersten Moment belächeln und meine, das sei eine Nummer zu groß für Zerbst/ Anhalt. Jedoch diejenige, die den Grundstock für die St. Petersburger Eremitage legte, Katharina die Große, kam aus Zerbst und so pflegen die Zerbster eine enge Verbundenheit mit Russland, was sich in der schon über 20 Jahre währenden Städtepartnerschaft mit Puschkin/ St. petersburg (ehemals: Zarskoje Selo) zeigt.

Und wer nicht träumt, nicht wagt, der nicht gewinnt.

P1090271

Die Deutschen, die Russen, die deutsche Sprache und Russland

Die Deutschen, die Russen, die deutsche Sprache und Russland

Sprachenzentrum der Otto - von - Guericke Universität Magdeburg
Sprachenzentrum der Otto – von – Guericke Universität Magdeburg

Spricht man von den engen Beziehungen zwischen Deutschen und Russen, so denkt man an Zar Peter I.(1672- 1725), der deutsche und niederländische Fachleute ins Russische Reich holte, um sein Land an die wirtschaftlichen, technischen, wissenschaftlichen und kulturellen Entwicklungen Westeuropas anzupassen. Im gleichen Atemzug wird die aus dem Fürstentum Anhalt – Zerbst stammende Zarin Katharina II. (1729- 1796) genannt, denn kurze Zeit nach ihrer Thronbesteigung erließ sie ein Manifest, dass die Menschen in Westeuropa dazu aufforderte, sich im Russischen Reich niederzulassen. Vor allem auf ihre deutschen Landsleute hoffend, wollte die Zarin Russland europäisieren, dabei die von Russland eroberten, jedoch bis dato unwirtlichen Gebiete im Süden des Landes bewirtschaften, urbanisieren und nach außen absichern lassen. Weiterlesen

Schloss Zerbst – Замок Цербст

2014 г.: замок Цербст — штаб- квартира русско — немецкой истории
2014: Schloss Zerbst – Hauptquartier der deutsch – russischen Geschichte

Общеизвестно, что немцы и русские связаны десятивековыми дружескими отношениями в областях экономики, политики, науки, культуры, образования итд. Уже в XIII веке появился немецкий торговый двор в Великом Новгороде. При императоре Петре I и императрице Екатерине II были приглашены тысячи ученых, ремесленников- мастеров и крестян немецкого происхождения в Российскую Империю. Среди них было очень много немцев, которые заняли ведущие позиции при царском дворе. Таким образом они имели большое влияние на развитие российского государства.
Allgemein bekannt ist, dass Deutsche und Russen eine jahrhundertelange Freundschaft miteinander verbindet, vor allem in der Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Kultur, Bildung usw.. Bereits im XIII. Jahrhundert entstand in Velikij Novgorod ein deutscher Handelshof. Unter Zar Peter I. und Zarin Katharina II. wurden Tausende von Gelehrten, Handwerksmeistern und Bauern deutscher Herkunft nach Russland abgeworben. Unter ihnen waren zahlreiche Deutsche, die am Zarenhofe führende Positionen einnahmen und somit großen Einfluss auf die Entwicklung des russischen Staates ausübten. Weiterlesen