Родовой замок Екатерины II в фокусе посольства РФ, земельного министеpства и фонда охраны памятников

Родовой замок Екатерины II в фокусе посольства РФ, земельного министеpства и фонда охраны памятников

Открытие выставки «Вот, какое ценное наследие! -памятники архитектуры в Германии» в Цербстском замке

Аннегрет Майнцер, Цербст

На торжественную церемонию открытия передвижной выставки «Вот, какое ценное наследие! -памятники архитектуры в Германии» в Цербстском замке, инициатором которой является Немецкий фонд охраны культурных и исторических памятников, прибыл ряд высокопоставленных гостей. Открытие выставки было связано с одновременным открытием недавно восстановленных помещений на верхнем этаже Цербстского замка, в котором российская императрица Екатерина Великая, урожденная принцесса Ангальт-Цербстская, провела свое отрочество.

В список почетных гостей были включены Алена Гавриленко, атташе по культуре посольства Российской Федерации в Берлине; д-р Себастьян Путц, госсекретарь министерства регионального развития и транспорта федеральной земли Саксония-Ангальт; Уве Щульце, глава местного управления района Ангальт-Биттерфельд; д-р Роземарии Вилькен, член совета Немецкого фонда охраны культурных и исторических памятников, и много другие.

Д. Херманн, А. Диттманн, А. Гавриленко, Р. Вилькен, С. Путц, У. Щульце

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23. Mai 2017: Zerbster Katharinaverein in Bayreuth und Peißen gefragt

23. Mai 2017: Zerbster Katharinaverein in Bayreuth und Peißen gefragt

Annegret Mainzer, Zerbst

  1. In Bayreuth

Das Vorstandsmitglied des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V. und Mitglied des Fördervereins Schloss Zerbst e.V. Annegret Mainzer, nahm am 23. Mai d.J. am II. Kultur- und Geschäftsforum „Made by Deutschen aus Russland. Partnerschaft.Verantwortung. Erfolg“ in Bayreuth teil.

Organisiert wurde das Forum vom Internationalen Verband der deutschen Kultur (IDVK), dem Unternehmen „MaWiGroup“, dem Jugend-und Studentenring der Deutschen aus Russland, dem Unternehmerverband der Deutschen aus Russland, der Moskauer Deutschen Zeitung und dem Informationsportal RusDeutsch. Weitere Unternehmen, Organisationen und Institutionen unterstützten die Durchführung des Forum, so auch der 1992 in Zerbst/Anhalt gegründete und ehrenamtlich wirkende Internationale Förderverein „Katharina II.“ Zerbst e.V.. Sein Mitglied Jurij Korolkov aus Moskau stellte für die Forumsteilnehmer Kühlschrankmagneten mit dem Bildns von Zarin Katharina II., einer geborenen Prinzessin von Anhalt-Zerbst, und eine spezielle Ansichtskarte von Bayreuth zur Verfügung.

 

Grußworte an die Teilnehmer des Forums in Bayreuth richteten Hartmut Koschyk, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, sowie Igor Barinov, Vorsitzender der Förderalen Agentur für Nationalitätenfragen der Russischen Förderation. Koschyk und Barinov leiteten die zeitgleich zum Forum stattfindende 22. Sitzung der deutsch-russischen Regierungskommission.

Hartmut Koschyk
Igor Barinov

Im Fokus des II. Kultur- und Geschäftsforums „Made by Deutschen aus Russland. Partnerschaft. Verantwortung. Erfolg“ in Bayreuth standen kleinere und mittelständische Unternehmen, gegründet von Deutschen aus Russland, von Deutschen, von Russen, und tätig sowohl in Deutschland wie in Russland. „Ich bin sehr froh, dass die kleineren und mittelständischen Unternehmen auf unserem Forum eine Plattform gefunden haben“, heißt es im Grußwort von Olga Martens, stellvertretende Vorsitzende des IDVK und Herausgeberin des Moskauer Deutschen Zeitung in Personalunion.

Olga Martens

Mit großem Interesse verfolgten die Forumsteilnehmer den Ausführungen von Dr. habil.oec. Ruslan Grinberg, dem wissenschaftlichen Leiter des Wirtschaftsinstituts an der Russischen Akademie der Wissenschaften, über die neuen Entwicklungsimpulse in den deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen für Klein-und mittelständische Unternehmen. Grinberg sprach von einer derzeitigen totalen Unsicherheit und äußerte sich vorsichtig skeptisch zu einer Überwindung der Entfremdung zwischen Deutschland und Russland. Vielmehr sprach sich der Wirtschaftswissenschaftler Grinberg für eine Vereinigung des wissenschaftlichen Potenzials Russlands mit dem technischen Know-how Europas aus, sozusagen als Gegenpol zu den Wirtschaftsmächten USA und China. Provozierend stellte er die Frage, ob wir in Europa zu lebensfremd geworden seien. Grinberg plädiert für public private partnership und setzt dabei hoffnungsvoll auf die Jugend.

Am Rednerpult: Ruslan Grinberg

Nach seiner Meinung bezüglich der Feststellung, die deutsche Wirtschaft habe sich mit den Sanktionen arrangiert, befragt, antwortete Grinberg, dass Sanktionen ja nicht zwangläufig schaden, in Russland, zum Beispiel, führten sie zu neuen Entwicklungen in der Landwirtschaft. Was ihm aber nicht gefalle, sei, dass die Kaufkraft der Menschen sinke. Er sprach von Sünden des westlichen Europas und Russlands, die unter anderem einer Annäherung von Deutschland und Russland im Wege stünden: Einerseits sei es der westliche Triumphalismus und der oft zitierte belehrende „Oberlehrerton“ des Westens, der Russland als Juniorpartner sieht. Andererseits bestehe die Sünde Russlands darin, sich gegenüber den jetzigen selbstständigen Staaten der ehemaligen Sowjetunion immer noch wie der große Bruder verhalten zu wollen. Um das zu überwinden, so Grinberg, brauche es wahrscheinlich eine neue Generation.

Drei thematisch verschiedene Podiumsdiskussionen wurden auf dem Forum ebenfalls durchgeführt. Während sich eine Podumsdiskussion dem Thema Klein- und mittelständischen Unternehmen, Investitionsprojekten und Start-ups widmete, befasste sich eine andere mit Frauen in Führungspositionen in Russland und Deutschland.

Die Zerbsterin Annegret Mainzer nahm an der Podiumsdiskussion zum Thema „Soziales Engagement von Unternehmen“ teil. Annegret Mainzer berichtete dabei von der seit 1994 bestehenden Städtepartnerschaft zwischen Zerbst/Anhalt und Puschkin/ St. Petersburg, die auf den historischen Bindungen zwischen Anhalt und Russland beruhen und mit dem Namen Katharina II. eng verknüpft sind. Dabei verwies die Zerbsterin darauf, dass die Städtepartnerschaft breit geschultert ist und illustrierte das Gesagte anhand von verschiedenen Beispielen: Dabei sind zu nennen die Partnerschaft des Albert-Schweitzer-Familienwerks Sachsen-Anhalt mit dem Albert-Schweitzer-Fond in Puschkin, die Kooperation des Zerbster Schlossvereins mit dem Museumsreservat „Zarskoje Selo“, die Zusammenarbeit des Katharinavereins mit den Künstlern aus St.Petersburg und Moskau, mit dem Moskauer Staalichen Historischen Museum und der Kunstgalerie fabra ars mit Atelier in Zerbst/Anhalt und Galerie in Magdeburg.

Annegret Mainzer

Nicht zuletzt führte sie die Schulpartnerschaft zwischen dem Zerbster Gymnasium Francisceum und dem Puschkiner Gymnasium Nr.406 ins Felde. „Die Schüler, die sich durch diese Schulpartnerschaft kennen lernen, die durch den Fremdsprachenunterricht die Sprache und Kultur der anderen kennen lernen, sind vielleicht die Unternehmer und Politiker von morgen und die sind hoffentlich schlauer als wir heute und verzichten auf so etwas wie Sanktionen.“, so Annegret Mainzer. Ihre Worte fanden bei den Anwesenden Zustimmung.

2. In Peißen

Auch am 23. Mai d.J. wurde in Peißen bei Bernburg der Untergrunderdgasspeicher namens Katharina festlich in Betrieb genommen. Dazu war viel Prominenz aus Wirtschaft und Politik angereist. Das Bundesland Sachsen-Anhalt war durch seinen obersten Repräsentanten, durch den Ministerpräsdenten Dr. Reiner Haseloff vertreten. Gekommen waren ebenfalls Ulf Heitmüller, der Aufsichtsratsvorsitzende der Verbundnetz Gas AG, Alexander Iwanowitsch Medwedew, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des russischen Energiekonzerns Gazprom sowie Elena Burmistrova, die Chefin von GAZPROM Export.

Olga Tidde als Katharina II.

Natürlich war auch Zarin Katharina II. von Russland, geborene Prinzessin von Zerbst-Anhalt, eingeladen. Die einstige deutschstämmige Monarchin wurde verkörpert von Olga Tidde, Mitglied des Internationalen Fördervereins Katharina II. Zerbst e.V., begleitet wurde sie von der Vereinsvorsitzenden Tatyana Nindel und dem Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann.

In ihrem offiziellen Grußwort erinnerte Katharina II. alias Olga Tidde daran, dass sie vor mehr als 250 Jahren in ihren Instruktionen schrieb: „Geschickte Ackerbauern und Handwerker sollen belohnt werden.“ – In Peißen variierte sie ihre Aussage: „Geschickte international agierende Unternehmungen müssen belohnt werden.“

Des Weiteren erinnerte sie daran, dass vom 18.- Beginn des 20. Jahrhunderts Zentren wie Moskau und St. Petersburg Russen wie Deutsche die dortige Wirtschaft bestimmten.

Sie mahnte auch, nicht zu vergessen, dass durch dieses gemeinsame deutsch-russische Projekt des Untergrundspeichers „Katharina II.“ die Menschen sowohl in Russland wie auch in Deutschland einerseits nicht vergessen werden, dass Zarin Katharina die Große aus dem Fürstenhaus Anhalt-Zerbst stamme, und dass andererseits immer wenn Russen und Deutschen friedlich zusammenarbeiteten, es ihren Ländern und ganz Europa gut gegangen sei.

Tatyana Nindel und Olga Tidde überreichen den Druck

Als Zeichen der engen Verbundenheit mit dieser deutsch-russischen Wirtschaftskooperation in Sachsen-Anhalt überreichte Vereinsvorsitzende Tatyana Nindel den Verantwortlichen einen hochwertigen Druck des von der russischen Malerin Elena Orlova-Afinogenova gefertigten Porträts des jungen Fieke mit folgenden Worten: „Damit Sie in Gestalt dieser bewunderswerten Frau jeden Tag eine Motivation vor Augen haben.“

Auch die vom Katharinaverein erarbeiteten Roll-ups zum Leben und Werk von Katharina II. stellten während der Eröffnungszeremonie in Peißen das informative Rahmenprogramm dar.

Zerbst, den 27.05.2017

Die ungewöhnliche Reise einer Katharina-Statue: Moskau- Jerewan- Moskau

Die ungewöhnliche Reise einer Katharina-Statue: Moskau- Jerewan- Moskau

Annegret Mainzer, Zerbst

Am 06. November 1896 stellten die Moskauer eine aus Carrara- Marmor angefertigte Statue der Zarin Katharina II., einer geborenen Prinzessin von Anhalt-Zerbst, in der Großen Halle der Moskauer Stadt- Duma, d.h. des Moskauer Stadtparlaments auf. Dies geschah in Anwesenheit der Mitglieder der kaiserlichen Familie Russlands. Einen adäquaten Beschluss zur Aufstellung der Zarin-Statue hatte das Moskauer Stadtparlament schon ein Jahr zuvor gefasst. Geschaffen wurde die Statue vom bekannten russischen Bildhauer Alexander Michailowitsch Opekuschin (1838-1923), der auch am Petersburger Denkmal für Zarin Katharina II. mitgearbeitet hatte.

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Nach 1917 brachte man die Statue ins Depot des Museums der Schönen Künste. Die neuen Machthaber Russlands beabsichtigten, den „kaiserlichen“ Marmor für die Anfertigung von ca. hundert neuen Büsten führender Kommunisten zu nutzen.

Später gelangte die Statue ins Atelier des Bildhauers Sergei Dimitrijewitsch Merkurow (1881-1952). Dieser wiederum fürchtete um die Sicherheit der Statue und sorgte deshalb dafür, dass sie Anfang der 50-er Jahre nach Jerewan, der Hauptstadt Armeniens, überführt werden konnte. Merkurow hatte sie seinem Freund Mark Wladimirowitsch Grigorjan (1900- 1978), seinerzeit Stadtarchitekt von Jerewan, übergeben. In Jerewan „schlummerte“ die Statue auf dem Hof des armenischen Nationalmuseums.

Im Jahr 2003 hatte die armenische Regierung beschlossen, die restaurierte Statue Katharinas II. Russland, d.h. nach Moskau zurückzugeben. Die Statue wiegt ohne Sockel 4,2 t und ist 2,85 m hoch.

Anfang 2006 war in der russischen Presse zu lesen, dass die aus Armenien zurückgekehrte Statue Katharinas II. auf dem Territorium des musealen Naturreservats Zarizyno aufgestellt werden soll. Kurz zuvor war die Statue im würdigen Rahmen im Großen Saal der Moskauer Tretjakow- Galerie von Armen Sambatjatin, dem Botschafter Armeniens in Russland, an Juri Luschkow, den damaligen Oberbürgermeister Moskaus, übergeben worden.

Das ist für uns alle ein freudiges Ereignis. Wir bekommen eine Skulptur eines unserer führendsten Bildhauer  Alexander Opekuschin zurück“, so seinerzeit Juri Luschkow, der noch darauf verwies, dass die Statue noch einige Zeit in der Tretjakow- Galerie verbleiben müsse, bevor sie im damals noch nicht fertiggestellten Palais von Zarizyno aufgestellt werde. Zarizyno war auch einst auf Anregung Katharinas II. errichtet worden. „Wir werden Katharina dann im zentralen Saal aufstellen, den wir Katharina- Saal nennen werden.“, so Luschkow.

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Zarizyno befindet sich südöstlich von Moskau. Im 16. Jahrhundert war dieser Ort noch ein Dorf mit dem Namen Bogorodskoje. Besitzerin dieses Dorfes war Zarin Irina Godunowa, Gattin von Zar Fjodor Iwanowitsch. Im Jahr 1712 schenkte Zar Peter I. den Flecken Bogorodskoje dem moldauischen Fürsten D. Kantemir. Bogorodskoje wurde 1775 von Zarin Katharina II. aufgekauft und von nun an Zarizyno genannt. Am Bau des Großen Palastes waren die Architekten Wassili Iwanowitsch Baschenow (1737-1788) und Matwei Fjodorowitsch Kasakow (1738- 1812)beteiligt. Mit dem Tod Katharinas II. wurden weitere Bautätigkeiten im Zarizyno eingestellt und ruhten bis zum Jahre 1803.

Im Jahr 2007 konnte die Restaurierung des Schloss- und Parkensembles Zarizyno abgeschlossen werden.

Alexander Michailowitsch Opekuschin (1838- 1923)

Der aus dem Gouvernement Jaroslawl stammende Bildhauer Alexander Michailowitsch Opekuschin erhielt seine künstlerisch-handwerklichen Unterweisungen in der Petersburger Werkstatt von Professor David Iwanowitsch Jensen (1816-1902). Anschließend besuchte Opekuschin die Kaiserliche Akademie der Künste, wo er für seine Arbeiten, zu denen auch die Skulptur Amor und Psyche gehörte, verschiedene Auszeichnungen bekam. Für die Anfertigung einer Büste des Grafen Schuwalow und seine Mitarbeit am Petersburger Denkmal für Katharina II. wurde Opekuschin in die Meisterklasse der Akademie aufgenommen. Der Titel Akademiker wurde ihm für die Anfertigung der Büste des Zarejewitsches Nikolai Alexandrowitsch und der Statue Peters I. zuerkannt. In den ersten Jahren seines Wirkens war Opekuschin vorrangig mit ornamentalen Stuckarbeiten in und an Petersburger Gebäuden befasst und zählte zu den engsten und wichtigsten Mitarbeitern des Bildhauers und Malers Michail Ossipowitsch Mikeschin (1835-1896), dem Schöpfer des Denkmals für Katharina die Große in St. Petersburg. Im Jahr 1882 präsentierte Opekuschin auf der Allrussischen Industrieausstellung gemeinsam mit Mikeschin und dem Architekten Dimitri Nikolajewitsch Tschitschagow (1835-1894) zwei Skulpturenensembles: Die Wolga und Das Erdöl. Weiterhin fertigte Opekuschin das Denkmal für Alexander II., das 1898 an der Südmauer des Moskauer Kremls aufgestellt wurde. Zu den Werken Opekuschins zählt ebenfalls das Denkmal für Alexander III., das man im Jahre 1912 neben der Christi-Erlöser-Kathedrale in Moskau eingeweiht hatte. Keines dieser zwei letzt genannten Denkmale ist erhalten geblieben. Denkmale, die ebenfalls von Opekuschin stammen, sind u.a. das Puschkin-Denkmal in Moskau, aber auch die Puschkin- Denkmale in St. Petersburg sowie in Kischinjow und das Lermontow – Denkmal in Pjatigorsk.

Quellen:

1.Mehling, M.: Moskau.Knaurs Kulturführer. München, 1990

2. Хатчатуров, С.: Спасенную статую Екатерины II вернули Москве,

http://www.vremya.ru/2006/10/10/143733.html 27.01.2006

3. Catherine the Great’s Statue returns to Moscow from Yerewan

http://www.pravdareport.com/news/science/08-10-2003/52993-0/ 09.11.2003

4.Katharina die Grosse wieder in Moskau, http://russlandonline.ru/mainmore 09.11.2003

5.Памятник Екатерине II, возвращенный Москве Арменией, будет установлен в Царицынo

http://monarhist-spb.narod.ru/Archives_news/2006/01-2006/23-01-2006-1.htm 26.01.2007

6.Опекушин, Александр Михайлович,

http://hrono.ru/biograf/bio_o/opekushin_am.php 11.04.2007

7.Российское монархическое движение. Информационный бюллетень №35, февраль 2006, стр. 15

8.http://www.museum.ru/N25145 27.10.2016

9.http://encspb.ru/object/2804030509?lc=ru 26.10.2016

10.https://rg.ru/2006/01/24/ekaterina.html 27.10.2016

Zerbst, den 16.November 2016

Chor „Heiliger Wladimir“ aus Moskau mit gesungenen Gebeten in Zerbst

Chor „Heiliger Wladimir“ aus Moskau mit gesungenen Gebeten in Zerbst

von Annegret Mainzer, Zerbst

Immer des Sommers geht der seit 1993 bestehende Moskauer Männerchor Heiliger Wladimir unter Leitung und Dirigat von Nikolai Boglewski auf Deutschlandtournee, um einerseits den deutschen Musikinteressierten mit geistlichen und weltlichen A-capella-Gesängen aus Russland zu erfreuen und um andererseits Geld zur Unterstützung des Moskauer Wladimir-Kinderkrankenhauses zu sammeln.

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So konnte der Zerbster Kantor Tobias Eger am diesjährigen dritten Augustsonntag zum wiederholten Male den Moskauer Männerchor Heiliger Wladimir in der Hof-und Stiftskirche St. Bartholomäi zu Zerbst/Anhalt begrüßen. Die Moderation des Konzertes lag in den bewährten Händen von Dr. Heinz Wehmeyer, der Projekte der Deutsch-Russländischen Gesellschaft mit Sitz in Lutherstadt-Wittenberg betreut.

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In der ersten Konzerthälfte thematisierte der Chor Heiliger Wladimir musikalisch das Thema der Taufe in der orthodoxen Kirche. Einführend erläuterte Dr. Wehmeyer, worin sich die Taufzeremonie in der russisch-orthodoxen Kirche von der in den Kirchen des christlichen Abendlandes unterscheidet. So sang der Chor mit vollem Stimmeinsatz eine der Gottesmutter bzw. der Gottesgebärerin – Богородица – gewidmete Hymne.

Darauf folgte Der große Lobgesang, der den zwei heilig gesprochenen Mönchen Savati und Zosima gewidmet ist. Savati und Zosima haben auf der Insel Solovki ein Kloster gegründet und erlangten auch als Heiler Bekanntheit. Den großen Lobgesang, ein gesungenes Gebet, boten die sechs Chorsänger sehr einfühlsam als Bittgesang dar: Herr, erbarme dich unser, Herr zu dir kommen sie, Herr vergiss uns nicht.

In seiner Moderation machte Dr. Wehmeyer darauf aufmerksam, dass in der orthodoxen Kirche Taufen in sogenannten kleinen Taufkirchen mit dreimaligem Unterwassertauchen des Täuflings stattfinden. Am Morgen nach der Taufe kann der Täufling am Abendmahl teilnehmen. Es erklang nun als Vorbereitung auf das Abendmahl die Cherubim- Hymne Gnade des Herrn.

Die Tenor-, Bariton -und Bassstimmen der Chorsänger ließen anschließend sehr harmonisch den an die heilige Anastasia erinnernden Gesang Würdig ist ertönen. Der geistliche Teil des Konzerts fand seinen Abschluss in dem Lied Herr, du bist meine Erleuchtung.

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Aber auch der zweite Teil des Konzerts, d.h. der volksliedhafte Teil war geprägt von tiefer Gläubigkeit der Russen. Die 12 Räuber, aus der Feder von Nekrasov, wurden sehr gefühlvoll vom Bariton Valerie zu Gehör gebracht. Darauf folgten das Lied Auf der heiligen Erde und eine Kosakenromanze.

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Eine zum Greifen nahe Stille erfüllte den Kirchenraum von St. Bartholomäi, als der Tenor Lew Krasowitzki das laut Dr. Wehmeyer wohl schönste russische Lied Eintönig tönt das Glöckchen sang. Dieses Solo honorierte das Zerbster Publikum mit viel Beifall.

Gänsehautgefühl rief auch der Tenor Eugen Ung mit seiner erhabenen und gefühlsbetonten Interpretation des Liedes Sag mir, wo die Blumen sind, wo sind sie geblieben… in deutscher Sprache hervor.

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Eine musikalisch Mahnung des Chores an die Politiker unserer Tage. Vollkommen in seinen Bann zog Tenor Lew Krasowitzki das Zerbster Publikum mit seiner feinbesaiteten und malerischen Darbietung des hoffnungsspendenden Wolgaliedes des Zarejewitschs Alexej, das einst von Franz Lehar komponiert wurde.

Es steht ein Soldat am Wolgastrand,
Hält Wache für sein Vaterland.
In dunkler Nacht allein und fern
Es leuchtet ihm kein Mond, kein Stern.!

..

Hast du dort oben vergessen auf mich?
Es sehnt doch mein Herz auch nach Liebe sich.
Du hast im Himmel viel Engel bei dir! Schick doch einen davon auch zu mir .         

DSCN3487Chorleiter Nikolai Boglewski und Dr. Heinz Wehmeyer entließen die Zerbster nicht, ohne dass sie darauf hinwiesen, dass das Moskauer Wladimir-Kinderkrankenhaus von Dr. Carl Andreas Rauchfuss, dem bedeutendsten Kinderarzt Russlands im 19. Jahrhundert konzipiert worden war. Dr. Rauchfuss war der Sohn eines Zerbster Schneidermeisters gewesen.

Zerbst freut sich jetzt schon auf das Konzert des Chores Heiliger Wladmir im August 2017.

Zerbst, den 22. August 2016   Annegret Mainzer

 

Zerbst/ Anhalt mit Katharina- Denkmal und Schloss – Treffpunkt für Deutsche aus Russland

Zerbst/ Anhalt mit Katharina- Denkmal und Schloss – Treffpunkt für Deutsche aus Russland

von Annegret Mainzer, Zerbst

Im heutigen Zerbst/ Anhalt können Geschichtsinteressierte sich einerseits im Museum der Stadt sowie in den dortigen evangelischen Kirchen über die Reformation informieren und andererseits in der Sammlung Katharina II. und im Schloss auf den Spuren der russischen Zarin Katharina der Großen, einer geborenen Prinzessin von Anhalt-Zerbst, wandeln.

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Am ersten Juliwochenende strömten nun mehr als 200 Deutsche aus Russland, die sich im Bundesland Sachsen-Anhalt niedergelassen haben, busweise nach Zerbst/ Anhalt. Im Rahmen der laufenden Deutsch-Russischen Kulturwoche in Sachsen-Anhalt hatte der Förderverein Deutsche aus Russland Sachsen-Anhalt e.V. mit seiner Vorsitzenden Olga Ebert nach Zerbst/ Anhalt zu einem Vereinsforum „Russlanddeutsche in der neuen Heimat“ eingeladen. Neben der Besichtigung des Zerbster Schlosses und Stadtführungen standen eine Jugendkonferenz sowie ein Gala-Konzert auf der Agenda des ereignisreichen Tages.

Jugendkonferenz „ 20 Jahre Jugendarbeit- 20 Jahre Brückenbau“

Hauptinitiatoren der Jugendkonferenz, die unter dem Motto „20 Jahre Jugendarbeit-20 Jahre Brückenbau“ stand, waren der seit dem Jahr 2008 bestehende Jugend-und Studentenring der Deutschen aus Russland e.V. (JSDR) sowie der Internationale Verband der deutschen Kultur, Russische Förderation (IVDK), der die Interessen von etwa 700 000 Deutschen in Russland wahrnimmt.

Per Video wurde zu Anfang ein an die Konferenzteilnehmer gerichtetes Grußwort des Bundestagsabgeordneten Dr. Christoph Bergner (CDU), ehemals Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten.

Im Anschluss daran stellte Julia Iwakin, Vorsitzende des JSDR, die Ziele und Tätigkeitsbereiche dieser Organisation vor, aber auch das bisher Erreichte. Vor allem betonte sie die Internationalität der Arbeit des JSDR, die auf den verschiedenen kommunalen Partnerschaften zwischen deutschen und russischen Städten oder Organisationen beruht. Der JSDR leistet, so Julia Iwakin, ebenfalls politische aufklärungs- und Bildungsarbeit nicht nur für Kinder und Jugendliche, auch für Erwachsene, gibt in Form von thematischen Workshops und Seminaren wertvolle Hilfestellung bei der Integration der Deutschen aus Russland in das gesellschaftliche Leben ihrer neuen Wahlheimat Deutschland. Einen wesentlichen Bestandteil der Arbeit des JSDR bilden die Sommercamps, die sowohl in Deutschland wie auch in Russland für Kinder und Jugendliche durchgeführt werden und zur sprachlichen Förderung der Teilnehmer dienen, so Julia Iwakin.

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Angereist aus Moskau, richtete Katharina Martynova, die beim IDVK in Moskau für förderale Programme verantwortlich ist, ein Grußwort an die Konferenzteilnehmer. In ihren Ausführungen verwies sie ebenfalls darauf, dass der internationale Aspekt ihrer Verbandsarbeit Priorität besitzt. Dabei verwies Katharina Martynova auf die in diesem Frühjahr erfolgte Eröffnung des DeutschRussischen Hauses mit Kultur- und Geschäftszentrum in Omsk sowie auf das Deutsch-Russische Jahr des Jugendaustausches 2016/17. Nach Meinung von Katharina Martynova setze zwar jede mitwirkende Partnerorganisation ihre speziellen Prioritäten, doch die Zusammenarbeit sei für alle unerlässlich.

Julia Iwakin
Julia Iwakin
Katharina Martynova
Katharina Martynova

Danach berichtete Irina Pintschuk, die Koordinatorin der Sprach- und Bildungsprogramme des IDVK, über die Durchführung von Sprachcamps für Kinder und Jugendliche. Die Vorbereitung, Organisation und Durchführung der ethnokulturellen Sprachlager bedeute für die ca. 170 Mitarbeiter Arbeit rund um das ganze Jahr., ist nicht nur auf den Zeitraum ihrer Durchführung begrenzt. Sie stellte auch den typischen Tagesablauf eines Sprachcamps vor und betonte, dass alle sehr darum bemüht seien, Sprache und Kultur anders als im schulischen Unterricht zu vermitteln. Sport und Kreativität sowie Neugier der Teilnehmer finden hier Eingang bzw. Berücksichtigung im pädagogischen Konzept. Des weiteren zeichnete Irina Pintschuk die verschiedenen Möglichkeiten auf, um am Sprachcamp teilnehmen zu können. Viele langjährige Freundschaften zwischen den Campteilnehmern aus Russland und Deutschland seien auch schon entstanden, so Irina Pintschuk. Videosequenzen mit Aussagen der Campteilnehmer bestätigten das Gesagte.

Gala-Konzert im Katharina-Saal der Zerbster Stadthalle

Am späteren Nachmittag füllte sich der Katharina-Saal der Zerbster Stadthalle, gekommen waren auch Andreas Dittmann, der Zerbster Bürgermesiter, sowie Vorstandsmitglieder des seit 1992 in Zerbst agierenden Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V.

Begrüßt wurden die Gäste von Olga Ebert, der Vorsitzenden der Fördervereins der Deutschen aus Russland in Sachsen-Anhalt e.V. sowie vom Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann, der sich mit einem Grußwort an die Anwesenden wandte. Er nannte Zerbst/ Anhalt den idealen Kreuzungspunkt für deutsch- russische Begegnungen, gerade in einer Zeit, in der die Regierenden unserer beiden Länder sich sprachlos gegenüberstehen. Des Weiteren nahm er Bezug auf das Motto der Jugendkonferenz „20 Jahre Jugendarbeit- 20 Jahre Brückenbau“ ,denn das Brückenbauen solle doch dazu beitragen, die diesen Zustand der Sprachlosigkeit so schnell wie möglich zu beenden, so das Zerbster Stadtoberhaupt. Viel mehr, mahnte Andreas Dittmann, solle man sich auf das konzentrieren, was Deutsche und Russen jahrhundertelang verband und verbindet, ohne jedoch die Zeit, in der sie sich nicht verstanden, zu vergessen.

Olga Ebert und Andreas Dittmann
Olga Ebert und Andreas Dittmann

Im Anschluss entboten noch Katharina Martynova vom IVDK, Russische Förderation, und Julia Iwakin vom JSDR ihre Grußworte und dankten für die Möglichkeit, im Katharina-Saal der Zerbster Stadthalle diese Veranstaltung durchführen zu können.

Genug der Reden und Konferenzen!“, appellierte Zarin Katharina II., dargestellt von Olga Tidde, Vorstandsmitglied des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V. und übernahm souverän die Moderation des angekündigten und lang erwarteten Gala-Konzertes.

Olga Tidde als Katharina II.
Olga Tidde als Katharina II.

Feuerwerk künstlerischer Talente

Das zweistündige Gala-Konzert erwies sich als eine qualitativ hochwertiges Feuerwerk künstlerischer, vorwiegend gesanglicher und tänzerischer Talente, wobei es nicht immer leicht fiel, Profis und Hobbykünstler zu unterscheiden. Deutsches und russisches Kulturgut in Form von Liedern, Tänzen und Märchen von Künstlerinnen und Künstlern jeglichen Alters wurde dargeboten.

Tanzgruppe "Saltatio Burgus"
Tanzgruppe „Saltatio Burgus“
Nathalia Kraubner aus St. Petersburg
Nathalia Kraubner aus St. Petersburg

Die Sängerinnen und Sänger, die Tänzerinnen und Tänzer, die auftraten, leben und arbeiten zurzeit zum größten Teil in Sachsen-Anhalt, u.a. in Magdeburg, Weißenfels, Hettstedt und Halle. Angereist waren aber auch eine Tanzgruppe aus Waren/ Müritz sowie die Sängerin Nathalia Kraubner aus Sankt Petersburg.

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Zu Gehör bekam das Publikum u.a. Ich bete an die Macht der Liebe von D. Bortnjansky, Evergreens wie In der Nacht ist der Mensch nicht gern allein aus dem Film Die Frau meiner Träume sowie bekannte deutsche und russische Volkslieder und auch Songs, von den Sängern selbst geschrieben.

Während die Dessauer Tanzgruppe Saltatio Burgus höfische Tänze der Renaissance und des Frühbarock darbot, zeigte die Tanzgruppe aus Mecklenburg, dass ihr Repertoire Walzer, Reigen und flottere Tänze jüngerer Zeitrechnung umfasst.

Ein Highlight des Gala-Konzertes stellte die Erzählung des von Zarin Katharina II. selbst verfassten Märchens vom Zarejewitsch Chlor dar. Mit angenehmer Stimme und in sicherer freier Rede erzählte die professionell ausgebildete und derzeit in Leipzig lebende Schauspielerin und Tänzerin Mareike Greb von den möglichen Irrwegen im Leben. Mareike Greb präsentierte trotz einiger technischer Probleme ihre Liebe zum historischen Tanz. Auch die elfjährige Sängerin Daniela begeisterte das Publikum mit ihrer Natürlichkeit und ihren Liedern, in denen u.a. die für den kalten russischen Winter unerlässlichen Walenki, d.h. Filzstiefel besungen werden.

Daniela
Daniela
Mareike Greb
Mareike Greb

Des Weiteren präsentierte eine einst in Magadan und Minsk engagierte Sopranistin, die zurzeit in Magdeburg beheimatet ist, musikalische Perlen aus der Welt der leichten Operette, so u.a. die bekannte Arie Mein Herr Marquis der Adele aus Die Fledermaus.

Nach dem zweistündigen Kulturmarathon bekamen alle teilnehmenden Künstler eine Dankesurkunde aus den Händen von Olga Ebert und natürlich fast nicht enden wollenden Applaus sowie Bravo- Rufe aus dem Publikum.

Das Publikum war noch nicht müde und nahm das Angebot der Tanzgruppe Saltatio Burgus wahr, die einen Crash- Workshop in Sachsen Barocktanz anbot. Moderiert wurde dieser eloquent von der Tanz-Expertin Mareike Greb.

Fazit des Tages:

Der erste Julisonnabend 2016 rund um Zerbster Schloss und Zerbster Stadthalle bewies wieder einmal mehr: Deutsche aus Russland sind auf der einen Seite eine wahre Bereicherung für Deutschland und auf der anderen Seite wirkliche Brückenbauer in der Verbesserung des gegenseitigen Verständnisses zwischen Deutschen und Russen. Und gerade deshalb hätte ich mir gewünscht, dass mehr einheimische Deutsche im Vorfeld von diesen Veranstaltungen erfahren und somit die Möglichkeit erhalten hätten, diese zu besuchen, gemeinsam mit den Deutschen aus Russland, die vielleicht ganz in ihrer Nachbarschaft wohnen, ins Gespräch zu kommen. Vielleicht ist es den Organisatoren bei einer ihrer kommenden Events möglich, diese offener zu bewerben.

zerbstergazette traf in der Stadthalle die russische Historikerin und Katharina-Biografin Olga Eliseeva
zerbstergazette traf in der Stadthalle die russische Historikerin und Katharina-Biografin Olga Eliseeva

Zerbst, den 03. Juli 2016

 

Василий Кандинский: Картинки с выставки – Кусочек ангальтско- русской истории

Василий Кандинский: Картинки с выставки – Кусочек ангальтско- русской истории

В 2006 г. было основано некоммерческое объединение «Дома-мастреские преподавателей» в ангальтском городе Дессау. В 2016 г. это объеденение отметит своё 10 летие и в том же году отметят 150 летие со дня рождения русского живописца и теоретика изобразительного искусства Василия В. Кандинского.

Василий Кандинский с 1925/26 по 1932 гг. жил и работал в Дессау, где он работал преподавателем Высшей школы строительства и художественного конструирования.

В Дессау Кандинский вместе со своей супругой Ниной жил в одном из домов- мастреских, которые в наши дни входят в состав Всемирного культурного наследия ЮНЕСКО.

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                       дома- мастерские перподавателей в Дессау

Рядом со своей преподавательской деятельностью Кандинский в Дессау ещё занимался особым театральным проектом. Его попросили сделать эскизы сценических декораций для концерта с музыкой «Картинки с выставки» Модеста Мусоргского, котрый был одним из любимых композиторов Кандинского.

Работая над этим проектом, Кандинский стремился объединить разные виды искусства: музыкальное и изобразительное искусства, световые проекции и искусство хореографии.

По мнению г-на Харальд Ветцель, который является председателем уже упомянутого объединения «Дома-мастерские преподавателей», Кандинский выступал в качестве переводчика, т. е. он должен был перевести языки музыки Мусоргского на язык абстрактной живописи.

Аннегрет Майнцер и Харальд Ветцель
Аннегрет Майнцер и Харальд Ветцель

Харальд Ветцель из Дессау является также организатором выставки «Василий Кандинский: Картинки с выставки», которая отрыта до 22 мая в доме- мастреской Кандинского в Дессау. На этой выставке заинтересованные в творчестве Кандинского посетители могут осмотреть подлинные эскизы Кандинского, которые он в 1927 г. сделал в своем ателье в Дессау. В другое время эти эскизы хранят в коллекции Кельнского университета.

Цербст, 11. апреля 2016 г. Аннегрет Майнцер

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Professor Hermann Schmalz aus dem heutigen Zerbst/ Anhalt lehrte im einstigen Dorpat

Professor Hermann Schmalz aus dem heutigen Zerbst/ Anhalt lehrte im einstigen Dorpat

Hermann Schmalz, geboren 1807 in Bonitz bei Zerbst in Anhalt hatte in Königsberg (heute: Kaliningrad/ Russland) studiert, wo er nachweislich des 1829 gegründeten Corps Littuania Königsberg, einer Burschenschaftsvereinigung, angehörte.

Herrmann Schmalz hatte das Gut Kassen bei Pillkallen (heute: Dobrowolsk/ Russland)) im damaligen Regierungsbezirk Gumbinnen (heute: Gussew/ Russland) geerbt.

Er lehrte von 1834- 37 an der Universität Dorpat (heute: Tartu/ Estland) Landwirtschaftslehre, befasste sich neben seiner Lehr- und Forschungstätigkeit auch mit journalistischen und schriftstellerischen Arbeiten. So erschien 1837 in Dorpat seine Schrift Die Zuckerfabrication aus Runkelrüben in besonderer Erwägung für Russland als Einladungsschrift zur Stiftungsfeier der Landwirtschaftlichen Lehranstalt zu Altkusthof, an der Schmalz lehrte und den Posten des Inspektors bekleidete.

Universitätsgebäude_-_Louis_Höflinger,_1860

Hermann Schmalz betätigte sich ebenfalls politisch. Er war Landrat des Kreises Pillkallen in Ostpreußen. Zudem war Hermann Schmalz von 1867- 1870 Mitglied des Norddeutschen Reichstages und bis 1879 Mitglied des Deutschen Reichstages. Dabei vertrat er den von 1808- 1945 existierenden ostpreußischen Wahlkreis Regierungsbezirk Gumbinnen 2. Heutzutage gehört der größte Teil dieses ehemaligen Wahlkreises zum heutigen Kalinigrader Gebiet (Russland) und der südliche Teil zur heutigen polnischen Wojewodschaft Ermland-Masuren. Einzug in den Deutschen Reichstag hielt Hermann Schmalz mit 62,17 % der Wählerstimmen und vertrat stets die Konservativen.

Nach seinem Tode im Jahre 1879 übernahm der Rittergutsbesitzer Albert von Sperber (1836- 1889) das Abgeordnetenmandat.

Das Interesse von Hermann Schmalz an journalistischer Tätigkeit äußerte sich in seiner Mitarbeit an der Herausgabe einer kulturell geprägten Zeitschrift Der Refraktor. Ein Centralblatt Deutschen Lebens in Russland. In der ersten Ausgabe, die am 2 Mai des Jahres 1836 erschien, wandte sich Schmalz in seinem Leitartikel An das Publikum und legte auf Seite 3 die Idee seines Blattes wie folgt dar:

Keine Anarchie, keine Gesetzlosigkeit wird der Refraktor sich zu Schulden kommen lassen. Die drei Kepplerschen Regeln des Universums, die Regeln der Wahrheit, des Rechtes und des Schönen werden ihm immer heilig sein (…) nie zum Persönlichen hinabsteigen, nie Partei nehmen, verletzen oder kränken, sondern überall will er aufbauen (…) anregen und erhalten …“

An dieser Zeitschrift arbeitete Schmalz gemeinsam mit dem deutsch- baltischen Dichter Carl Friedrich von der Borg (1794- 1848), der als Jurist und Kanzleidirektor der Universität Dorpat seinen Lebensunterhalt bestritt, aber auch russische Literatur übersetzte.

Ab 1846 war Hermann Schmalz Herausgeber der 1727 gegründeten St. Petersburger Zeitung. Dort führte Schmalz  während seiner Amtszeit das ständige Feuilleton ein.

Verwendete Literatur und Quellen

Eichhorn, C.: Die Geschichte der „St. Petersburger Zeitung“ 1727- 1902, St. Petersburg, 1902

erb.nlib.ee 26.08.2013

www.reichstag-abgeordnetendatenbank.de 26.08.2013

www.utlib.ee 26.08.2013