Kiel/Zerbst: Festakt und Zerbster Gratulation zum 10. Geburtstag des Kieler Zarenvereins

Kiel/Zerbst: Festakt und Zerbster Gratulation zum 10. Geburtstag des Kieler Zarenvereins

Annegret Mainzer, Zerbst

Am 15. Dezember 2008 gründete sich in Kiel der Verein Ein Denkmal in Kiel für Herzog Carl Peter Ulrich von Holstein-Gottorf zugleich als Peter III. Zar und Kaiser des Russischen Reiches mit dem Ziel, das Leben und Wirken seines Namensgebers tiefgründiger zu hinterfragen, dessen bis dato negatives Bild in der Geschichtsschreibung aufgrund aktueller Forschungen richtigzustellen. Auf den Tag genau zehn Jahre später lud besagter Verein, der sich jetzt einprägsamer Kieler Zarenverein nennt, zum Festakt in die Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek Kiel ein, um sein zehnjähriges Bestehen zu begehen.

Nicht wenig Prominenz folgte dieser Einladung des Kieler Zarenvereins, so konnte der Vereinsvorsitzende Jörg Ulrich Stange unter den Gästen Hans-Werner Tovar, den Stadtpräsidenten der Landeshauptstadt Kiel, Andrei Sharashkin, den Generalkonsul der Russischen Förderation in Hamburg, Vizekonsul Mikhail Marin, Herzog Huno von Oldenburg mit seiner Gattin sowie Annegret Mainzer, Vorstandsmitglied des seit 1992 agierenden Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V., aber auch weitere Vertreter deutsch-russischer Organisationen begrüßen.

Vereinsvorsitzender Jörg Ulrich Stange

Der Festakt, ein niveauvoller Mix aus Retrospektive und Perspektive bezüglich des Wirkens des Kieler Zarenvereins, wurde musikalisch umrahmt von der deutsch-russischen Musikerfamilie Schallhorn-Torianik: Oxana Torianik (Flügel), Adelia Schallhorn (Flöte) und Benjamin Schallhorn (Violine). Ein Hochgenuss für die Gäste des Abends – die professionelle Darbietung von Stücken durch die Familie Schallhorn-Torianik, die unter anderem aus der Feder von Tschaikowski und Händel stammen. Die Künstler wurden für ihre Auftritte mit langanhaltendem Beifall und Bravorufen belohnt.

Auftritt der Familie Schallhorn-Torianik

Hans-Werner Tovar, Stadtpräsident der Landeshauptstadt Kiel, würdigte in seinem Grußwort insbesondere die Bemühungen des Kieler Zarenvereins um die Aufstellung eines Denkmals für Zar Peter III. am Kieler Schloss, die im Jahr 2014 erfolgte.

https://russianhalthistory.wordpress.com/2014/08/17/ein-kieler-junge-kehrt-zuruck-enthullung-des-denkmals-fur-zar-peter-iii-%d0%b2%d0%be%d0%b7%d0%b2%d1%80%d0%b0%d1%89%d0%b5%d0%bd%d0%b8%d0%b5-%d0%bc%d0%b0%d0%bb%d1%8c%d1%87%d0%b8%d0%ba%d0%b0/

Ein Verdienst des Kieler Zarenvereins sei es auch, so Stadtpräsident Tovar, das Jahrhunderte in der Geschichtsschreibung gepflegte negative Bild von Zar Peter III., dem Kieler Jung´, auf der Grundlage ernsthafter Forschungen und Archivrecherche zu verändern. Zwar habe der aus Kiel stammende Zar Peter III. lediglich 186 Tage regieren dürfen, aber diese kurze Zeit habe er genutzt, um über 200 Gesetze und Verordnungen zu initiieren. Diese seien größtenteils im Sinne der Aufklärung und Modernisierung Russlands gewesen, wie auch der Vereinsvorsitzende Jörg Ulrich Stange in seiner Festrede anmerkte.

Generalkonsul Andrei Sharashkin u. Vizekonsul Mikhail Marin

Andrei Sharashkin, Generalkonsul der Russischen Förderation in Hamburg, gratulierte nicht nur zum Vereinsjubiläum, er dankte in seinem Grußwort den Mitgliedern des Kieler Zarenvereins für ihre Aktivitäten um die Festigung der deutsch-russischen Beziehungen sozusagen „von unten“ her. Zudem betonte Generalkonsul Sharashkin auch die nicht unwichtige Rolle der Deutschen wie Zar Peter III. und Zarin Katharina II. und unzähliger ihrer Landsleute für die Entwicklung bzw. Modernisierung Russlands in den vergangenen Jahrhunderten.

Glückwünsche und die Gratulation zum 10. Geburtstag des Kieler Zarenvereins überbrachte ebenfalls Annegret Mainzer vom Vorstand des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e. V. sowie vom Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann. An zahlreiche gemeinsame Veranstaltungen des Kieler Zarenvereins und des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“Zerbst e. V.,- Ausstellungen, Vorträge, Spielszenen, die in Zerbst, Kiel und Berlin stattfanden,auch an gemeinsame Exkursionen u.a. im Sommer 2018 nach Sankt Petersburg erinnerte Annegret Mainzer.

Grußwort: Annegret Mainzer aus Zerbst

Sie überreichte dem Vereinsvorsitzenden Stange sozusagen als Geburtstagsgeschenk eine „Zerbster Pressemappe“ mit „Kieler Inhalt“, das heißt eine Sammlung von Artikeln über die gemeinsamen Aktivitäten von Katharina- und Zarenverein und forderte auf, gemeinsam neue Kapitel hinzuzufügen.

Auch Vereinsvorsitzender Jörg Ulrich Stange würdigte die Zusammenarbeit mit dem Internationalen Förderverein „Katharina II.“ Zerbst e. V. und sowohl Mainzer wie auch Stange waren sich darin einig, dass es nicht an ihnen sei, die Ehezwistigkeiten von Katharina und Peter fortzusetzen.

In seinen weiteren Ausführungen hielt der Vereinsvorsitzende Stange nicht nur Rückschau auf das erste Jahrzehnt des Kieler Zarenvereins, er erinnerte nochmals an des Zustandekommen des Kontakts zum international tätigen russischen Bildhauer Alexander Taratynov, der das Denkmal für Zar Peter III. in Kiel geschaffen hatte. „Es sei ein Denkmal für einen Sozialreformer und Friedenstifter, der aber ungeschickterweise seine neue Politik mit Hast und Ungeduld durchsetzen wollte und dabei daran scheiterte, ja scheitern musste, angesichts der Gegenpartei am Hofe, bestehend aus Klerus und Adel, die jene Reformen als Bedrohung sahen, die dem russischen Volk die Befreiung vom Joch gebracht hätten“, führte Stange weiter aus.

Trotz der Aufstellung des Denkmals für Zar Peter III. in Kiel und seines Pendants in Oranienbaum (heute: Lomonossow/ Russland) habe der Kieler Zarenverein noch 2-3 ambitionierte Pläne, so Stange. In Planung sei unter anderem ein deutsch-russisches Symposium, auf dem deutsche und russische Historiker den neuesten Forschungsstand zu diesem Thema vortragen und austauschen. Es könnte daraus eine Tagungsreihe im Wechsel zwischen Kiel und St. Petersburg bzw. auch Oranienbaum/Lomonossow geben, an der sich auch der Internationale Förderverein „Katharina II.“ aus Zerbst beteiligen könnte.

Der Festakt endete mit dem Singen des Schleswig-Holstein-Liedes und der Nationalhymne der Russischen Förderation.

Annegret Mainzer (l.) mit Mitgliedern des Zarenvereins u. Gästen des Festaktes

Während eines Umtrunks im Anschluss an den Festakt machten die zahlreich erschienenen Gäste rege davon Gebrauch, miteinander ins Gespräch zu kommen, manche neue Idee zu entwickeln und auf das Erreichte mit einem Glas Sekt anzustoßen.

Zerbst, den 18. Dezember 2018

Fotos: Kieler Zarenverein

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Федеральная награда за концепцию будущего развития замка в г. Цербст/Ангальт

Федеральная награда за концепцию будущего развития замка в г. Цербст/Ангальт

Аннегрет Майнцер, Цербст

текущие строительные работы в Цербстском замке

Федеральное министерство внутренних дел Германии объявило 2018-й год Годом культурного наследия. В связи с этим был открыт всегерманский конкурс «Европейский город: измение и превращение — успешное развитие на основе существующего».

Конкурс проводился в четырех номинациях: городские здания, городская площадь, городская жизнь и граждане города.

Задача перед членами жюри стояла нелегкая, потому что всего на конкурс было представлено 210 проектов. Конкуренция была достаточно высокой! Среди всех заявленных предложений была также концепция будущего развития замка в г. Цербст/Ангальт.

памятник Екатерине II и замок ее предков в Цербсте

Недавно Андреас Диттманн, мэр г. Цербст/Ангальт, получил письмо из Федерального министерства внутренних дел Германии, в котором он был информирован о том, что заявленная концепция будущего развития Цербстского замка входила в список тех проектов, которые достойны получать награду в категории «городские здания». Вручение награды состоится 8 ноября в Лейпциге.

24 октября с.г на официальном открытии актуальных строительных работ в Цербстском замке мэр Андреас Диттманн передал эту новость членам общества «Замок Цербст» и поздравил их с этим успехом.

официальный старт актуальных строительных работ

25 октября 2018 г.

В замке Дорнбург прошел премьерный показ фрагментов из оперы «Екатерина — немецкая императрица»

В замке Дорнбург прошел премьерный показ фрагментов из оперы «Екатерина — немецкая императрица»

Аннегрет Майнцер, Цербст

Уже в 2010 г. немецкому оперному певцу и композитору Стефан Винцберг пришло в голову написать оперу под названием «Екатерина — немецкая императрица». В опере рассказывается о жизни и правлении российской императрицы Екатерины Великой, урожденной принцессы Ангальт-Цербстской. Стефан Винцберг сочиняет музыку этой оперы и пишет либретто к ней.

https://www.stiftung-vinzberg.berlin/

Для того, чтобы осуществить свой оперный проект, Стефан Винцберг в 2017 г. основал не только культурный фонд, он также установил контакт с мэрией г. Цербст/Ангальт, с правлениями действующих в городе некоммерческих организаций, как Международное историческое общество «Екатерина II» и общество «Замок Цербст».И он постоянно старается найти партнеры в России.

Когда Стефан Винцберг неоднократно посещал родовой замок Екатерины II в г. Цербст/Ангальт, у него возникла идея проведения возможного замкого музыкального фестиваля, потому что он считает Цербстский замок уникальной сценой для постановки своей оперы.

введение в оперу С. Винцбергом

22 сентября с.г. Стефан Винцберг приглашал в расположенный на реке Эльбы замок Дорнбург на премьерный показ фрагментов из своей оперы «Екатерина — немецкая императрица». Ок. 75 заинтересованных гостей пришли на концерт. Среди них были Андреас Диттманн, мэр г. Цербст/Ангальт, Антье Ром, начальник отдела культуры Цербстской городской администрации и Иоганна Людеке и Аннегрет Майнцер, представители правления Международного исторического общества «Екатерина II, и новоизбранная принцесса Ангальт-Цербстская Фридерике Бекк.

Находясь под сильным впечатлением его посещения Большого Екатерининского Бала в Москве в прошедшие выходные, Цербстский мэр Андреас Диттманн в своем приветствии указал на то, что опера «Екатерина — немецкая императрица», принадлежащая перу Стефана Винцберга, имеет потенциал, чтобы стать новым ведущим культурным мостом между Германией и Россией.

сцена в Цербстском замке

Композитор Стефан Винцберг рассказал своей аудитории, что он сначала работал над заключительным дуэтом Екатерины II и Григории Потемкина. Хотя Потемкин умер уже в 1791 г., т. е. на 5 лет раньше, чем Екатерина II. В опере Винцберга, они встречаются опять в последний день ее жизни.

заключительный дуэт Екатерины II и Потемкина

Другие ключевые сцены оперы «Екатерина — немецкая императрица», показанные в этот вечер, происходят в Цербстском замке и в замке в Берлине, у прусского короля Фридриха II, в 1743/1744 годах.

Для участия в премьерном показе отдельных сцен оперы автору удалось привлечь первоклассных профессиональных певцов и актеров, например из Берлина, Дрездена, Магдебурга и Галле.

Завершился премьерный показ фрагментов из своей оперы «Екатерина — немецкая императрица» длительными и бурными овациями публики. Слушатели стоя аплодировали создателю оперы и всем артистам.

Цербст, 25 сентября 2018 г.

Schloss Dornburg/Elbe: Katharina-Oper als deutsch-russische Kulturbrücke

Schloss Dornburg/Elbe: Katharina-Oper als deutsch-russische Kulturbrücke

Annegret Mainzer, Zerbst

Der in Berlin lebende Sänger und Komponist Stefan Vinzberg trage sich schon seit etwa dem Jahr 2010 mit dem Gedanken, eine Oper zu schreiben, in der es um die russische Zarin Katharina II., eine geborene Prinzessin von Anhalt-Zerbst, gehe, ließ er im Gespräch mit russianhalthistory wissen. Deshalb suchte er Kontakt zur Stadtverwaltung Zerbst/Anhalt, insbesondere zum Bürgermeister Andreas Dittmann, zum dortigen Internationalen Förderverein „Katharina II.“ Zerbst e.V. und zum Förderverein Schloss Zerbst e.V., denn Stefan Vinzberg versucht, so eine Art „Zerbster Schlossfestspiele“ ins Leben zu rufen. Ein hehres Ziel, das zahlreiche helfende Partner deutschlandweit wie auch vor Ort in Anhalt braucht und vor allem eine solide finanzielle Grundlage. Außerdem sucht Vinzberg auch Partner und Unterstützung in Russland. Um sein Projekt der Oper Katharina – die deutsche Zarin zu realisieren, gründete Stefan Vinzberg im Jahr 2017 auch eine Stiftung.

Am 22. September d.J. war es dann soweit, Stefan Vinzberg und seine Mitstreiter luden ins Schloss Dornburg/Elbe zur Präsentation der ersten Sequenzen der Oper Katharina – die deutsche Zarin ein. Das in der Mitte des 18. Jahrhunderts nach Plänen des Baumeisters Friedrich Joachim Michael Stengel (1694-1787) errichtete Schloss Dornburg sollte einst der Witwensitz der Fürstin Johanna Elisabeth von Anhalt-Zerbst, der Mutter von Zarin Katharina II. werden. Zudem war Dornburg der Geburtsort des Fürsten Christian August von Anhalt-Zerbst, des Vaters der Zarin. Somit bildete Schloss Dornburg an der Elbe eine gute Wahl, um erste Szenen aus der Oper Katharina – die deutsche Zarin zu präsentieren.

Einführung durch Stefan Vinzberg

Gut 70 Interessierte waren der Einladung von Stefan Vinzberg auf Schloss Dornburg gefolgt. Unter ihnen Andreas Dittmann, Bürgermeister in Zerbst/Anhalt, und seine Kulturamtsleiterin Antje Rohm, Johanna Lüdecke und Annegret Mainzer vom Vorstand des Internationalen Förderverein „Katharina II.“ Zerbst e.V., Egbert Platte und Stefan Schüler vom Vorstand des Stengel- und Heimatvereins Dornburg/Elbe e.V. sowie die im Mai d.J. gewählte Prinzessin von Anhalt-Zerbst alias Friederike Beck. Auch Gäste aus Eutin, Berlin und Potsdam waren angereist. Ein weiterer Gast war Prinz Karl-Emich zu Leiningen, ein Nachfahre der Romanows.

Ein Grußwort des Abends kam vom Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann, der eine Woche zuvor noch am 4. Großen Katharinaball in Moskau teilgenommen hatte und unter diesem Eindruck stehend, davon sprach, dass die Oper Katharina – die deutsche Zarin durchaus ein wichtiges Bindeglied zwischen Deutschland und Russland seien könne und insbesondere für Anhalt eine enorme Chance darstelle.

Im ersten Teil des Abends gab der Komponist und Texter Stefan Vinzberg einige Fakten aus seinem Schaffen preis, so fühlte er sich bereits seit 1991 mehr als Produzent denn als Reproduzent. „Als Sänger singt man meist das, was schon da ist. Es ist auch wichtig, neue Musik zu schaffen“, so Vinzberg. Des Weiteren berichtete er von den „offenen Türen“, auf die er mit seiner Idee in Zerbst/Anhalt traf, obwohl der „große Investor“ fehle. Inspiriert wurde Vinzberg auch durch den noch vorhandenen Ostflügel des Zerbster Schlosses und den Schlosshof, was er als „unglaubliche Kulisse“ für eventuelle künftige Schlossfestspiele bezeichnete.

Musikalischer Leiter udn Chor

Der zweite Teil des Abends war geprägt von der Präsentation einzelner Szenen aus der Oper Katharina – die deutsche Zarin. Szenen, die im Schloss Zerbst, bei Friedrich II. in Berlin und im Sterbezimmer Katharinas II. spielen, wurden gelesen und gesungen. Um diese Szenen dem interessierten Publikum vorzustellen, hatten Stefan Vinzberg und sein musikalischer Leiter, der Dirigent und Opernregisseur Jan Michael Horstmann aus Wuppertal, ausschließlich professionelle und bühnenerfahrene Sänger- und SchauspielerkollegInnen gewinnen können.

Mitwirkende:

Guido Kunze (Bariton, Berlin) – Christian August von Anhalt-Zerbst u. Heinrich von Podewils

Jennifer Riedel (Koloratursopran, Dresden) – Johanna Elisabeth von Anhalt-Zerbst

Julia Danz (Lyrischer Sopran,Dresden)- Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst

Kathrin Duschek (Sopran, Dresden) – Friedrich August von Anhalt-Zerbst

Undine Dreißig (Mezzosopran, Magdeburg)- Mamsell Cardel

Anna Erxleben (Sopran, Dresden) – Katharina II. von Russland.

Stefan Vinzberg (Tenor, Berlin) – Grigori A. Potjomkin u. Hans G. Wenzeslaus vonKnobelsdorff

Joachim Assböck (Schauspieler, Berlin) – Friedrich II. von Preußen

Jan Michael, Horstmann (Dirigent, Regisseur,Wuppertal)- musikalische Leitung u. Marschall Graf Heinrich IX. v. Reuß-Köstritz

Mitglieder des Extrachores der Oper Halle (Organisation Astrid Weiske)

gesungenes Familientreffen im Schloss Zerbst, 1743

Die kraftvollen und teilweise fast düsteren Anfangstöne der Ouvertüre ließen gleich zu Anfang erahnen, dass hier ein sehr konfliktgeladener Stoff musikalisch umgesetzt wird. Die gesungenen Szenen im Schloss Zerbst 1743, in denen sich die Zerbster Fürstenfamilie trifft, bringen durch Text und Musik sehr deutlich zum Ausdruck, dass die Zerbster Fürstin Johann Elisabeth stets ihre Söhne bevorzugte und ihre Tochter Sophie, die spätere Zarin, sich  zurückgesetzt fühlte. „Nie hast du mich zu Bett gebracht, nie ein Gedicht gelesen ..- der Grund dafür blieb mir stets verborgen… .“, beklagt sich Sophie. Ihr Kindermädchen Cardel mahnt die junge Zerbster Prinzessin stets zu „Sanftmut und Demut“, woraufhin diese mit der Frage „ Wie überwindet man die Natur?“ pariert.

gesungener Wortwechsel zwischen Sophie und ihrer Mutter

Die Szenen mit Preußenkönig wurden ausschließlich gesprochen. In seinen möglichen Texten, die Vinzberg zufolge die Chance haben, in der Endfassung der Oper wegzufallen, gekürzt oder vertont zu werden, zeigen sehr deutlich, wie der Preußenkönig über die Zerbster Fürstin Johanna Elisabeth dachte, nennt sie unverblümt eine „ehrgeizige Zicke“ und „putzsüchtiges Weib“.

Das Finale der Oper Katharina – die deutsche Zarin gipfelt in einem Duett von Katharina II. und ihrer großen Liebe Grigori Alexandrowitsch Potjomkin, der jedoch schon fünf Jahre vor ihr starb. Doch mit dem Recht auf künstlerische Freiheit bringt Vinzberg in seiner Schlussszene Katharina II. und Potjomkin an ihrem Sterbetag noch einmal zusammen. „Die Masken fallen im Novembernebel …“ singen beide und entrücken zusehends der realen Welt. „Jetzt bleibst du hier, ich schicke dich nicht mehr fort“ – mit diesen Worten entschläft die große Zarin in der Gewissheit, nun ihrer Lebensliebe nah zu sein. Im Vorfeld hatte Stefan Vinzebrg bekannt, dass diese finale Szene, die er als „Wahnsinnsszene“ in aller Zweideutigkeit des Wortes bezeichnete, der Teil der Oper war, den er zuerst bearbeitete.

Schlussszene Duett Katharina und Potjomkin

Nicht nur der Urheber der Oper Katharina – die deutsche ZarinStefan Vinzberg – auch alle Mitwirkenden erfuhren an diesem Abend im Dornburger Schloss langanhaltenden Beifall, sofortige Bravo-Rufe und standing ovation.

Nach dieser ersten Präsentation, so Vinzberg, sei geplant, diese Szenen mit orchestraler Begleitung einzuspielen., jedoch sei man dabei auch auf Sponsoren angewiesen.

https://www.stiftung-vinzberg.berlin/

Musik verbinde die Menschen, Musik bringe auch Frieden – mit diesen Worte verabschiedete Stefan Vinzberg seine Gäste und gab gleichzeitig einen hoffnungsvollen Ausblick, dass zurzeit die Chancen nicht schlecht stünden, im Schloss Dornburg eine hochschulmusikalische Ausbildungsstätte zu etablieren, was auch Wolfgang Keilholz, einer der neuen Besitzer von Schloss Dornburg, in seinen Begrüßungsworten anklingen ließ.

Zerbst, 23. September 2018

Большой Екатерининский Бал 2018 г. ждет гостей из г. Цербст/Ангальт

Большой Екатерининский Бал 2018 г. ждет гостей из г. Цербст/Ангальт

Аннегрет Майнцер, Цербст

«Как только родилась идея Большого Екатерининского Бала, нам сразу стало ясно, что его должно отличать от других балов: место проведения исключительно в местах, где ступала нога императрицы и где есть связь с жизнью её семьи, а также его просвещенческая миссия, как это было в эпоху Екатерины Второй. Мировосприятие российских немцев настроено именно в духе наследия Екатерины Второй и на российскую, и на немецкую волну. Поэтому и взор наш после запуска первого бала в Москве сразу обратился в Германию, в Цербст – город, который отождествляет себя с этим именем. Я лично считаю выдающимся достижением, что такой маленький город как Цербст, благодаря своим инициативам в российско-германском сотрудничестве, известен далеко за пределами Германии в России. К счастью, и наши российско-германские инициативы были приняты с открытым сердцем и душой и лично бургомистром города и его активными жителями. Нам важно показать жителям Москвы и России, что „их великую Екатерину“ чтят и в Германии. Участие в бале делегации из Цербста во главе с бургомистром – это знак уважения к нашим традициям. А мы, естественно, рады развитию нашего сотрудничества в дальнейших проектах!» – с таким искренним энтузиазмом Ольга Мартенс, директор Большого Екатерининского Бала, первый заместитель председателя Международного союза немецкой культуры в России и издатель Московской немецкой газеты, говорила о важности участия представителей г. Цербст/Ангальт в Большом Екатерининском Балу.

Ольга Мартенс и Аннегрет Майнцер на Екатерининском Форуме в Цербсте

15 сентября с.г. в музее-заповеднике «Царицыно» состоятся Фестиваль бальных традиций и Большой Екатерининский Бал, уже четвертый год подряд. В Балу также принимает участие делегация из г. Цербст/Ангальт, исторической родины Екатерины Великой.

Цербстская делегация 2016 г.

В состав Цербстской делегации входят Андреас Диттманн, мэр города, юная Фридерике Бек, избранная в мае принцесса Ангальт-Цербстская, Аннегрет Майнцер как представитель Международного исторического общества «Екатерина II» и общества «Замок Цербст» и в качестве переводчика, и семья принцессы Фридерики.

Цербстская делегация 2017 г.

Об участии Цербстской делегации в Балу мэр Андреас Диттманн сказал следующее: «Как раз в наши дни необходимо использовать и поддержать всякую возможность коммуникации и сотрудничества между Германией и Россией. И город Цербст/Ангальт хочет сделать свой вклад в этот процесс. Нам нужно помнить личность Екатерины II. Я уверен, что у нас, т. е. у русских и немцев, есть больше общего, чем различий. Поэтому я с удовольствием принял приглашение на Большой Екатерининский Бал. Думаю, он для нашей юной принцессы станет особым опытом. Я очень рад, что ее родители оказывают поддержку нашей поездке в Россию.»

мэр Андреас Диттманн и новоизбранная принцесса Фридерика

Цербст, 11 сентября 2018 г.

Sprachcampteilnehmer aus Russland an Studium in Deutschland interessiert

Sprachcampteilnehmer aus Russland an Studium in Deutschland interessiert

Visite bei der Fachhochschule Magdeburg-Stendal

Annegret Mainzer, Zerbst

Während des I. Deutsch-Russischen Katharina-Forums, das am 31. Mai/01. Juni d.J. in Zerbst/Anhalt stattfand, planten der Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann, seine Amtsleiterin Antje Rohm, Annegret Mainzer vom Vorstand des Internationalen Fördervereins Katharina II. Zerbst e.V. und Olga Martens, erste Stellvertretende des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur in Russland (IVDK), eine Reihe von Programmpunkten des IVDK-Sprachcamps, das vom 17.- 31. August 2018 in der Zerbster Region stattfindet.

Einer dieser Programmpunkte, ein Informationsbesuch der Fachhochschule Magdeburg-Stendal (FH MD-SDL), ist einerseits einer der bereits erwähnten gemeinsam besprochenen Programmpunkten, aber andererseits auch ein konkretes Resultat der Gespräche, die die Teilnehmer während des I. DeutschRussischen Katharina-Forums in Zerbst/Anhalt führten.

Am I. Deutsch-Russischen Katharina-Forum in Zerbst/Anhalt nahm ebenfalls Dr.-Ing. Sven Schwerdt von der FH MDSDL teil. Er war bestrebt, mit vielen russischen Partnern ins Gespräch zu kommen, da die FH MD-SDL stets auf der Suche nach Studierenden, auch aus Russland, ist. Uns so wurde vereinbart, dass die Teilnehmer des eingangs erwähnten Sprachcamps, sich in der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt über Studienmöglichkeiten informieren.

Gespannt lauschen alle den Infos über die FH

Am 21. August stand der Besuch der FH MD-SDL auf dem Programm der Sprachcampteilnehmer, begleitet wurden sie von Annegret Mainzer vom Internationalen Fördervereins Katharina II. Zerbst e.V..

Empfangen wurden die russischen Jugendlichen von Franziska Buddy, vom dortigen International Office, sowie von Jana Schieweck von der Studienberatung der FH MD-SDL und von der ukrainischen Studentin Marina begrüßt.

Über das Studium informieren Vertreter des Int. Office, der Studienberatung und Studenten

Während Franziska Buddy und Jana Schieweck die Gäste aus Russland über die FH MD-SDL und die dortigen Studiengänge im allgemeinen sowie über das Prozedere einer Bewerbung und über Zulassungsvoraussetzungen zum Studium, auch über die Studien- und Lebensbedingungen in Magdeburg informierten, erzählte Marina über ihren Studienalltag in Magdeburg aus der Sicht einer ausländischen Studierenden. Außerdem nutzten die jungen Gäste die Chance, sie interessierende Frage zu stellen und Antworten aus erster Hand zu bekommen.

Geschenke zur Erinnerung an die FH gab es auch

Im Anschluss an die Informations- und Fragerunde zeigten Marina und ihre deutsche Kommilitonin Dana den Sprachcampteilnehmern den Hochschulcampus, inklusive Studentenwohnungen, Mensa und Bibliothek.

Campusrundgang

Überrascht waren die Besucher über das viele Grün auf dem Campus, aber die FH MD-SDL wirbt auch mit dem Slogan Studieren im Grünen. Vielleicht wird einer der künftigen Studierenden an der FH MD-SDL einer diesjährigen Sprachcampteilnehmer sein.

Campusrundgang

Zerbst, den 21. August 2018

Russische Freunde der deutschen Sprache in Zerbst/Anhalt

Junge russische Freunde der deutschen Sprache in Zerbst/Anhalt

Annegret Mainzer, Zerbst

Die 50 Teilnehmer des diesjährigen Sprachcamps des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur in Russland (IDVK) – Freunde der deutschen Sprache- begeben sich auf Spurensuche in die Vergangenheit, konkret sie wandeln auf den Spuren von Zarin Katharina der Großen.

Was liegt da näher, als das Sprachcamp, an dem Jugendliche aus fast allen Ecken Russlands kommend, teilnehmen, in der Stadt Zerbst/Anhalt durchzuführen? Schließlich war Zarin Katharina II. eine geborene Prinzessin von Anhalt-Zerbst.

Bereits im Vorfeld des Sprachcamps, während des Ende Mai/Anfang Juni 2018 in Zerbst/Anhalt durchgeführten I. Deutsch-Russischen Katharina-Forums, hatten Olga Martens vom IDVK, der Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann, seine Amtsleiterin Antje Rohm und Annegret Mainzer vom Internationalen Förderverein „Katharina II.“ Zerbst e.V. einzelne Programmpunkte besprochen.

Ihr Quartier haben die Sprachcampteilnehmer auf dem Europa-Jugend-Bauernhof in Deetz bezogen, wo sie eine Reihe von Diskussions- und Sprachveranstaltungen durchführen werden. Geplant sind auch Exkursionen nach Magdeburg, Lutherstadt-Wittenberg und Berlin.

Den ersten Höhepunkt des vom IDVK organisierten Sprachcamps bildete am heutigen Sonntagnachmittag ein erster Besuch der Stadt Zerbst/Anhalt, wo sie vom Bürgermeister Andreas Dittmann im Fasch-Saal aufs Herzlichste begrüßt wurden. Das Zerbster Stadtoberhaupt hieß die Gäste aus Russland nicht nur mit leckerer Torte und Zerbster Souvenirs willkommen, sondern Bürgermeister Dittmann informierte auch über interessante Fakten aus der Zerbster Stadtgeschichte und überreichte eine historische Ansicht von Zerbst. Zudem erläuterte er den russischen Gästen die besondere Beziehung der Stadt Zerbst/Anhalt zu Russland.

Begrüßung durch Bürgermeister Andreas Dittmann

Larissa Schmidt, Leiterin dieses Sprachcamps, dankte dem Bürgermeister für den herzlichen Empfang und band ihm im Gegenzug das Halstuch der Sprachcampteilnehmer um, das ihn nun als Mitglied des Camps ausweist.

Ein Teilnehmerhalstuch für den Bürgermeister

Nach Kaffee und Kuchen erfolgte ein kleines Fotoshooting mit dem Bürgermeister vor der Stadthalle und vor dem Denkmal für Katharina die Große. Letzteres avancierte heute bei den Campteilnehmern zum wohl beliebtesten Fotomotiv.

Im Anschluss daran hatten Ursula Böttge und Annegret Mainzer vom Vorstand des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V. gemeinsam mit den in historischen Kostümen gekleideten „Zerbster Prinzessinnen“ – alias Friederike Beck, Cherine Boutaba und Nina Dolezal – weitere Programmpunkte vorbereitet.

Während Ursula Böttge und die drei jungen Prinzessinnen den Gästen ausgewählte Stationen der 2012 eingeweihten touristischen Route Katharina die Große zeigten und erklärten, führte Annegret Mainzer durch die 1995 eröffnete Sammlung Katharina II..

Die Teilnehmer des Sprachcamps werden bis zum 31. August d.J. noch weitere Programmpunkte in der Stadt Zerbst/Anhalt durchführen, darüber wird Sie, werte Leserin oder werter Leser, russianhalthistory auf dem Laufenden halten.

Zerbst, den 19. August 2018