Das Wirken der aus dem Magdeburgischen stammenden Familie Knorre im Russischen Reich

Das Wirken der aus dem Magdeburgischen stammenden Familie Knorre im Russischen Reich

Blick auf die Türme des Domes in Magdeburg
Blick auf die Türme des Domes in Magdeburg

Der deutschstämmige Ingenieur Eugen Karlovič Knorre (1848- 1917) erarbeitete den Plan für die Moskauer Wasserleitungen. Außerdem hatte er der Moskauer Stadtverwaltung Pläne für die Metro vorgelegt, die jedoch nicht realisiert wurden.
Eugen Karlovič Knorres familiäre Wurzeln lagen im heutigen Sachsen- Anhalt. Er war der Enkel des 1759 in Neuhaldensleben bei Magdeburg geborenen Ernst Christoph Friedrich Knorre, der im Alter von 30 Jahren nach Dorpat (heute: Tartu/ Estland) ging.
An der dortigen Höheren Töchterschule wirkte Ernst Christoph Friedrich Knorre ab 1789 als Direktor und ab 1802 als außerordentlicher Professor für Mathematik und Observator der Sternwarte an der Universität Dorpat. Außerdem wirkte er von 1789- 1810 als Organist an St. Johannis in Dorpat. Verheiratet war er in erster Ehe mit Carolina Friederike Senff (1765- 1791) und in zweiter Ehe mit Carolina Henriette Sophie Senff (1771- 1850), den Schwestern des 1770 bei Merseburg geborenen und seinerzeit namhaften Künstlers Karl August Senff, der an der 1809 eingerichteten Zeichenschule der Universität in Dorpat lehrte, wo er 1838 verstarb. Ernst Christoph Friedrich Knorre hatte seinen Schwager stets finanziell unterstützt.

Knorres 1799 geborener Sohn Karl Theodor Adolph schlug die medizinische Laufbahn ein und praktizierte ab 1823 als Stadtphysikus in Pernau (heute: Pärnu / Estland). Dessen Sohn Ernst Leopold (1839- 1928) wiederum studierte Klavier zuerst bei Theodor Stein (1819- 1893), der auch am St. Petersburger Konservatorium lehrte, später setzte Ernst Leopold Knorre seine Studien in Brüssel und Paris fort. Schlussendlich ließ er sich in Dorpat nieder, woer als Klavierlehrer wirkte. Dabei assistierte ihm seine Tochter Helene (*1865), die vorwiegend die Anfänger unterrichtete.
Der zweite Sohn von Ernst Christoph Friedrich Knorre – Karl Friedrich, der 1801 das Licht der Welt erblickt hatte, wirkte als Direktor der Sternwarte Nikolaev.

Karl Friedrich Knorre
Karl Friedrich Knorre

Dessen Sohn Viktor Karlovič wiederum, der 1840 in Nikolaev das Licht der Welt erblickt hatte, Bruder des eingangs erwähnten Eugen Karlovič, setzte die Familientradition fort und studierte ab 1862 Astronomie in Berlin bei Wilhelm Foerster (1832- 1921). Fünf Jahre später begann er an der Sternwarte Pulkovo zu arbeiten. 1873 nahm der die Stelle als Obervator an der Sternwarte in Berlin an. 1892 wurde er Professor für Astronomie. Zu seinen Leistungen gehört die Entdeckung des Asteroiden Coronis im Jahr 1876 und die Entdeckung dreier weiterer kleinerer Planeten zu seinen Leistungen. Des Weiteren machte er als genialer Schachspieler seinerzeit von sich reden. Viktor Karlovič Knorre verstarb im Jahr 1919 bei Berlin. Die NASA benannte zu Ehren der drei Astronomengenerationen Knorre einen Asteroiden Knorre. Eugen Fedorovič Knorre (*1870), Enkel von Karl Friedrich, machte in Moskau Karriere als Violinenspieler. Seine ältere Schwester Adele, (1867- 1951) hatte am St. Petersburger Konservatorium Klavier und Operngesang studiert. Sie lehrte an den Musikschule in Nikolaev und Libau (heute: Liepāja/ Lettlland ). Ihre 1912 in Libau geborene Tochter Lydia, die sich nach Frankreich verheirat hatte, studierte Musik und gab Privatunterricht am Konservatorium in Toulouse.
Karl Theodor, der 1806 in Dorpat geborene Sohn von Ernst Christoph Friedrich Knorre, hatte nach dem Abitur am dortigen Gymnasium von 1823- 1827 Theologie studiert. Ab 1837 war er als wissenschaftlicher Lehrer an der Kreisschule in Pernau tätig. Er gehörte auch der studentischen Verbindung Dorpati Livonorum an. Er verstarb im Jahr 1846.
Friedrich Karl David, der Halbbruder von Ernst Christoph Friedrich Knorre, 1762 auch in Neuhaldensleben bei Magdeburg geboren, hatte ab 1778 Theologie in Halle studiert und ab 1786 mitgewirkt, die Höhere Töchterschule in Dorpat einzurichten und an selbiger die Stelle des Organisten eingenommen. 1789 ging er als Prediger an die deutsche Gemeinde nach Narwa (heute: Narva/ Estland). Er verstarb im Jahr 1805. Sein Sohn Friedrich Karl (1797- 1846), der das Gymnasium in Dorpat besucht und an der dortigen Universität von 1814- 1817 Theologie studiert hatte, wirkte später als Lehrer an den Gymnasien in Riga und Odessa.

Hundertwasserhaus - ein neues Wahrzeichen Magdeburgs
Hundertwasserhaus – ein neues Wahrzeichen Magdeburgs

Verwendete Literatur und Quellen:
1. Album Dorpati Livonorum mit Vorwort v. A. Ammon,Dorpat, 1890
2. Erik Amburger Datenbank (online)
3. Schüler- Album Dorpat (1879, 9)
4. Hasselblatt, A., Otto, G.: Album Academicum der Kaiserlichen Universität Dorpat,Dorpat,1889
5. Koch, K.-P.: Sachsen- Anhalt und das östliche Europa. Zur Migration von Musikerpersönlichkeiten in: –
Eberl- Ruf, K., Lange, C., Schneider, A. (Hg.): Musikkultur in Sachsen- Anhalt seit dem 16.    Jahrhundert:Protokoll  der wissenschaftlichen Tagung zur regionalen Musikgeschichte am 16. und 17. September 2005 in Salzwedel, Halle, 2007
6.Recke, J.F.v., Napiersky, H.E., Beise, Th.:Allgemeines Schriftsteller- und Gelehrten-Lexikon der Provinzen
Livland, Esthland, Kurland, Bd.2, Mitau, 1829
7.Uljanov, G.N.: Deutsche Ingenieure in Russland in:  Dahlmann, D., Heller, K., Petrov, J.A. (Hg.): Eisenbahnen und Motoren- Zucker und Schokolade. Deutsche im russischen Wirtschaftsleben vom 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert,
Berlin, 2005
8. Donnert, E.: Die Universität Dorpat- Jur’ev 1802- 1918, Frankfurt/ Main, 2007
9.Günther, S.: „Knorre, Ernst Christoph Friedrich“ ADB, Bd 16 (1882), S. 328
10.Baltisches Biografisches Lexikon digital
11.http://www.geni.com/people/Ernst-Christoph-Friederich-von-Knorre/4626772356160128754
12.http://dankenflex.com/kategorie/verschiedenes/viktor-knorre.php
13.http://www.plicht.de/chris/21knorre.htm

Восстановление родового замка Екатерины II в Цербсте продолжается

Восстановление родового замка Екатерины II в Цербсте продолжается

Schloss Zerbst- Замок Цербст
Schloss Zerbst- Замок Цербст

Бывший замок в восточногерманском городе Цербст/ Ангальт был построен по велению предков российской императрицы Екатерины II, урожденной принцессы Ангальт — Цербстской. Закладка замка состоялась в 1681 году. Строительство замка, где Екатерина II провела большую часть своего отрочества длилось ок.70 лет. 16 апреля 1945 г. вследсвтие англо — американских бомбардировок замок, построенный в стиле барокко, был сильно разрушен. От трехфлигельного замка остались только руины восточного флигеля замка, которые до 2003 г. были полностью не защищены ни от дождя, ни от вандализма и влачили oчeнь жалкое сyществование. Деревья и кустарники росли прямо из сильно повреждённых стен. Никто не знал, как долго руины смогли бы еще простоять.
Спасение пришло буквально в последнюю минуту со стороны жителей Цербста, которые 7 марта 2003 г. основали зарегистрированное некоммерческое общество «Замок Цербст». Главная цель его деятельности состоит в восстановлении восточного флигеля Цербстского замка. Weiterlesen

Auf den Spuren der weit verzweigten Musikerfamilie Agthe im Baltikum und in Russland

Auf den Spuren der weit verzweigten Musikerfamilie Agthe im Baltikum und in Russland 

Namhafte Komponisten und Musiker wirkten in den einstigen Fürstentümern Anhalt – Dessau, Anhalt – Zerbst, Anhalt – Köthen und Anhalt – Bernburg und prägten das dortige Musikleben. Zu ihnen gehörte zweifelsfrei Johann Friedrich Fasch (1688- 1758), der ab 1722 bis zu seinem Lebensende als Hofkapellmeister in Zerbst angestellt war. Zu nennen sind auch auf Johann Sebastian Bach (1685- 1750) und seine Tätigkeit als Kapellmeister und Director derer Cammer – Musiquen von 1717- 1723 am Hofe des Fürsten Leopold von Anhalt – Köthen (1694 – 1728). Nicht zu vergessen ist in diesem Zusammenhang der Anhalt – Dessauische Hofkapellmeister Friedrich Schneider (1786- 1853), der von 1822 – 1853 im Dienste des Herzogs Leopold IV. Friedrich von Anhalt (1794 – 1871) stand.
Ein Überblick über die aus Anhalt stammenden Komponisten und Musiker, die im Zeitraum des ausgehenden 18. bis zum beginnenden 20. Jahrhundert im Russischen Reich wirkten, ist im Zerbster Heimatkalender 2012 dargestellt. Dort fand bereits der aus Hettstedt stammende Komponist, Organist und Cembalospieler Carl Christian Agthe (1762- 1797) Erwähnung, der ab 1782 am Hofe des Fürsten Albrecht von Anhalt – Bernburg (1735- 1796) in Ballenstedt seinen Dienst als Kapellmeister und Organist versah.
Zuvor war Carl Christian Agthe in Reval (heute: Tallinn/ Estland) in Erscheinung getreten. Im Alter von 14 Jahren war er Musikdirektor und Pianist der von Nathanael Ernst Hündeberg (1743- 1793) gegründeten Theatertruppe, die nicht nur in Reval, sondern auch zeitweise in Riga gastierte. Weiterlesen