Eine Retrospektive: Das Zerbster Katharina-Jahr 2019

Eine Retrospektive: Das Zerbster Katharina-Jahr 2019

Annegret Mainzer, Zerbst

Das Jahr 2019 neigt sich unaufhaltsam seinem Ende zu. Mit Fug und Recht kann es als Katharina-Jahr in Zerbst/Anhalt bezeichnet werden, in dem sich Russen und Deutsche in der Heimatstadt Katharinas der Großen, nämlich in Zerbst/Anhalt, trafen und für die Festigung und den künftigen Ausbau der deutsch-russischen Beziehungen votierten. Außerdem jährt sich am 17. November der Todestag von Katharina II., einer geborenen Prinzessin von Anhalt-Zerbst,, zum 223. Male, es ist also an der Zeit, das Zerbster Katharina-Jahr 2019 Revue passieren zu lassen.

Aus Anlass des diesjährigen 290. Geburtstages von Katharina II. und des 25-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft zwischen Zerbst/Anhalt und Puschkin/ St. Petersburg wurde in Zerbst unter der Federführung von Bürgermeister Andreas Dittmann, des Ministeriums für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung Sachsen-Anhalts sowie auf Initiativen des Internationalen Fördervereines „Katharina II.“ Zerbst e.V. und des Fördervereins Schloss Zerbst e.V. und bei aktiver Mitwirkung von Anhalt-Zerbster Unternehmen eine Vielzahl von deutsch-russischen Begegnungen unterschiedlichen Formats ins Leben gerufen.

Das Zerbster Katharina-Jahr startete am 09. Januar, als sich die Abreise der jungen Prinzessin von Zerbst nach Russland zum 275. Male jährte. Deshalb zeigte der Katharina-Verein in der Zerbster Filiale der Sparkasse Anhalt-Bitterfeld eine Ausstellung über die Leistungen Katharinas der Großen in Russland. Die Mitglieder des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e. V. leisteten 2019 eine intensive aufklärerische, wertvolle pädagogische Arbeit in den hiesigen Grundschulen und Kitas. Somit stand die frühzeitige Nachwuchsgewinnung im Fokus ihrer diesjährigen Tätigkeit. Kostümiert als Prinzessin oder Prinz konnten die Jüngsten auf ihren Geburtstagspartys für Katharina II. erste barocke Tanzschritte erlernen und so manches Wissenswerte aus dem Leben einer Prinzessin erfahren. Den Zerbster Drittklässlern wurden im Rahmen ihres Sachunterrichts informative Führungen durch das Zerbster Schloss geboten.

In Kooperation mit dem Staatlichen Museumsreservat „Zarskoje Selo“ in unserer Partnerstadt Puschkin eröffnete der Schlossverein am 01. Juni im Zerbster Schloss die russisch-deutsche Sonderausstellung „Auf den Spuren Katharinas“. Anwesend waren auch Vertreter von Zarskoje Selo sowie der Botschaft der Russlands in Deutschland. In Vorbereitung dieser Ausstellung arbeiteten Schloss- und Katharina-Verein eng zusammen, vor allem die Übersetzungsarbeiten betreffend. Ende Juni hatte der Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann an den Feierlichkeiten anlässlich des Stadtgeburtstages von Puschkin/St. Petersburg teilgenommen. „Die Aufführung der Carmina Burana im Mariinsky Konzerthaus in St. Petersburg war dabei etwas ganz Besonderes“, erinnerte Dittmann sich.

Im September wurde in der Hof- und Stiftskirche St. Bartholomäi zu Zerbst die Fotoausstellung „Das deutsche Wolgagebiet. Eine unvollendete Fotogeschichte.“ eröffnet. Ihre Initiatoren sind der seit 1991 in und außerhalb von Russland agierende Internationale Verband der deutschen Kultur (IDVK) und die Moskauer Deutsche Zeitung, deren Herausgeberin Olga Martens zur Eröffnung in Zerbst sprach. Am Abend des 21. Septembers lud der Förderverein Schloss Zerbst e.V. zur 13. Schlossserenade unter dem Motto „Petersburger Serenade – ein Konzert für Katharina“ ein. Höhepunkte des Abends stellten zweifelsohne die Uraufführungen der Arie der Zerbster Prinzessin Sophie und der Ballmusik aus der Oper „Katharina- eine deutsche Zarin“ dar, an deren Vollendung zurzeit noch der Berliner Komponist Stefan Vinzberg arbeitet.

Stefan Vinzberg zur Zerbster Schlossserenade

Zum Großen Katharina-Ball luden am 29. Oktober die Stadt Zerbst und der IDVK erstmals nach Zerbst ein. Ein Ehrengast des Balls war Wladimir W. Omelnitzky, Chef der Verwaltung des Puschkiner Bezirks von St. Petersburg. Anlässlich unserer 25-jährigen Städtepartnerschaft überbrachte er die Grüße aus unserer Partnerstadt Puschkin und verwies auf den langjährigen Schüleraustausch zwischen dem Zerbster Gymnasium Francisceum und dem Gymnasium Nr. 406 in Puschkin: „Dieser Austausch bringt unsere Menschen näher und die Kinder sind unsere besten Diplomaten.“

Volksdiplomatie oder ziviler Ungehorsam – was ist das 2. Deutsch-Russische Katharina-Forum?“ – diese Frage stellte am Tag nach dem Katharina-Ball Bürgermeister Andreas Dittmann den Forumsteilnehmern. Etwa 160 Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Kultur, Wissenschaft Russlands und Deutschlands tauschten sich zwei Tage lang in Zerbst/Anhalt aus, um trotz bestehender Unstimmigkeiten zwischen der Europäischen Union und Russland bestehende Kooperationen zu intensivieren, neue zu starten.

Nicht nur die Zerbster luden in ihrem Katharina-Jahr in ihre Stadt ein, auch von außerhalb wurde Zerbst für würdig befunden, Austragungsort für verschiedene Veranstaltungen zu sein. So fand Anfang Juni die Eröffnung des Internationalen Diplomatenforums „Russland und Deutschland: Ein historisch-diplomatisches Erbe beider Länder“ im Schloss zu Zerbst/Anhalt, statt. Ende August konnte in Zerbst der Katharina-Verein 40 Mitglieder der „Gesellschaft zur Erforschung der russischen Villa“ mit Sitz in Moskau begrüßen. Die dort tätigen russischen Historiker, Kunsthistoriker, Museumsdirektoren, Archivare usw. hatten sich ganz bewusst für eine Reise nach Anhalt entschieden.

russische Historiker am Zerbster Denkmal für Katharina II.

Zahlreiche Zerbster und auch auswärtige Gäste konnten an den erwähnten Veranstaltungen teilnehmen. Welche Eindrücke haben sie aus Zerbst mitgenommen? Woran denken sie gern zurück?

russianhalthistory fragte nach:

Die vielen Katharina-Projekte in diesem Jahr in Zerbst hatten neben den Jubiläumsdaten Katharinas auch lokale Gründe- so die 25-jährige Städtepartnerschaft mit Puschkin/St.Petersburg. Für die Stadt selbst ist das 2. Katharina-Forum von herausragender Bedeutung, denn alle Teilnehmer waren sich darin einig, dass unsere Stadt aufgrund ihrer historischen Beziehungen über Katharina zu Russland ein prädestinierter Brückenschlag ist, gerade in diplomatisch schwierigen Zeiten“, blickt Bürgermeister Andreas Dittmann zurück. „Die vielen guten Gespräche und die tolle Resonanz zum Katharina-Forum haben Mut gemacht, diesen Weg weiter zu gehen. Was wir hier bewegen können, geht weit über das hinaus, was man gemeinhin einer kleinen Stadt wie unserer zutraut. Für mich ist das praktische Arbeit zur Verbesserung der bilateralen Beziehungen. Ich habe vor allem spüren können, dass es den Menschen egal ist, wie man offiziell in der EU oder in der NATO die Beziehungen zu Russland bewertet. Vor allem habe ich den Wunsch und den Willen für mehr Verständigung gespürt und das ist gut so“, resümiert er weiter. Des Weiteren stellten seine Reise nach Puschkin, die Ausstellung „Auf den Spuren Katharinas“ im gerade sanierten Corps de Logis des Schlosses sowie der Besuch seines Puschkiner Amtskollegen Wladimir Omelnitzky in Zerbst für ihn persönliche Höhepunkte des Zerbster Katharina-Jahres dar.

W. Omelnitzky (3.v.l.) zur Balleröffnung in Zerbst

Jana Reifarth vom Vorstand des Schlossvereins resümiert wie folgt: „Neben Katharina-Forum mit Ball und deutsch-russischer Sonderausstellung erinnere ich mich nachhaltig an eine Fortbildung für Russischlehrer/innen aus Sachsen-Anhalt, die ich im Juni mitgestaltete. Im September besuchten Russischklassen aus Calbe, Tangermünde und Genthin unsere zweisprachige Sonderausstellung im Schloss. Ausstellungsbegleitend hatte ich ein Quiz für sie vorbereitet, das Annegret Mainzer ins Russische übersetzte. So konnten die Klassen ihre Fremdsprachenkenntnisse praxisorientiert anwenden“.

Am Katharina-Ball und ~-Forum nahmen auch Mitglieder des Kieler Zarenvereins, der mit dem Katharina-Verein freundschaftlich zusammenarbeitet, teil. Darüber schreibt der Kieler Martin Schulz: „Geboten wurden zahlreiche Vorträge und Diskussionen mit regem Gedankenaustausch zwischen hochkarätigen Gästen. Gesellschaftlicher Höhepunkt war der Katharina-Ball, der beredtes Zeugnis von der Gastfreundschaft der Zerbster ablegte“. Zu den Baufortschritten im Zerbster Schloss meint Martin Schult: „Nicht zu Unrecht stand auch das Zerbster Schloss im Mittelpunkt, durch kluge vorläufige Renovierungsmaßnahmen als solches wieder erlebbar gemacht und die Ausstellungen zur Historie von hohem Informationswert. Gleiches gilt für die Hof- und Stiftskirche St. Bartholomäi mit der beeindruckenden Fotoausstellung über die Geschichte der Wolgadeutschen“.

Stefan Vinzberg, Komponist der bereits erwähnten Katharina-Oper und Teilnehmer sowohl am 1. wie auch am 2. Katharina-Forum, hat durch die deutsch-russischen Begegnungen in Zerbst Partner für sein musikalisches Katharina-Projekt gefunden. Gemeinsam mit der in Kaliningrad und Moskau arbeitenden russischen Designerin Inessa Koroleva wird Vinzberg ein Projekt erarbeiten, das uns den inneren Weg der Zerbster Prinzessin von Zerbst nach Moskau auf den Thron Russlands nachvollziehen lässt und es auf dem nächsten Forum präsentieren.

In den sozialen Netzwerken waren noch mehr derartige positive Äußerungen über die Katharina-Aktivitäten in Zerbst zu lesen. „Wir haben bald das Jahr 2019 hinter uns gebracht, jedoch keine Zeit zum Ausruhen, denn 2020 stehen wieder Jubiläen, die uns fordern, auf der Agenda, zum Beispiel, 275 Jahre Heirat von Katharina II. und Peter III., 25 Jahre Sammlung Katharina II. und 10 Jahre Katharina-Denkmal in Zerbst, 30 Jahre Städtepartnerschaft mit Jever und vielleicht ein 3. Katharina-Forum?“, blicken Tatyana Nindel und Annegret Mainzer vom Vorstand des Katharina-Vereins voraus.

Zerbst, den 15.11.2019

„Россия лучше своей репутации“ – 2ой германо-российский экономический Екатерининский форум прошел в Цербсте/Ангальт

«Россия лучше своей репутации» – 2ой германо-российский экономический Екатерининский форум прошел в Цербсте/Ангальт

Аннегрет Майнцер, Цербст

После успешнего проведения Большого Екатерининского Бала вечером 29 сентября, в Цербстском городском холле утром 30 сентября на том же месте прозвучал сигнал из Цербста во второй раз. В начале лета прошлого года заслуженный немецкий политик проф. Гюнтер Верхойген назвал 1ый германо-российский экономический Екатерининский форум сигналом из Цербста.

30 сентября и 01 октября с. г. Министерство экономики, науки и дигитализации федеральной земли Саксония-Ангальт и мэрия города Цербст/Ангальт пригласили принять участие в работе 2го германо-российского экономического Екатерининского форума, который прошел в том же здании, где в XVIII веке молодую Цербстскую принцессу, будущую российскую императрицу Екатерину Великую, научили ездить верхом. Более аутентичного места проведения форума невозможно себе и представить.

Екатерина Великая — это просто мурашки по коже

Д-р Юрген Уде, государственный секретарь в министерстве экономики, науки и дигитализации Саксонии-Ангальта, в своей приветственной речи сказал: «Екатерина Великая — это просто мурашки по коже».

«Екатерина Великая объединяет наши страны», — подтвердил Александр Смекалин, председатель правительства Ульяновской области.

Екатерининский форум — это вид народной дипломатии или гражданского неповиновения?


На правах хозяина Андреас Диттманн, мэр г. Цербст/Ангальт, приветствовал участников 2го Екатерининского форума.

Среди них были:

– д-р Юрген Уде, госсекретарь Министерства экономики, науки и дигитализации Саксонии-Ангальт;

Александр Смекалин, председатель правительства Ульяновской области;

Андрей Л. Вертлужских, депутат Государственной Думы Российской Федерации;

Олег Заремба, заместитель мэра г. Омск;

Хольгер Хевельманн, депутат парламента Саксонии-Ангальт;

Ян Эдо Альберс, мэр г. Йевер;

Ольга Федулова, ТПП г. Омск;

Хансюрген Оверштольц, президент Bosch Group Russia;

Маттиас Шепп, председатель правления Российско-германской внешнеторговой палаты;

Сергей Никитин, руководитель представительства ТПП России и Германии;

Павел Рубцов, заместитель руководителя Торгово-экономического бюро Посольства России

в Германии;

д-р Ютта Фолькнер, автор и журналист.

В работе 2го Екатерининского форума принял участие также Владимир В. Омельницкий, глава администрации Пушкинского района Санкт-Петеребурга. Побратимские отношения между городами Пушкин/Санкт-Петербург и Цербст/Ангальт установились в 1994 году.

Цербстский мэр Андреас Диттманн приветствует участников форума

В своем приветственном слове Цербстский мэр Андреас Диттманн сослался на Владимира Гринина, бывшего посла Российской Федерации в Германии, который возлагает большие надежды на народную дипломатию в данном внешнеполитическом кризисе между Евросоюзом и Россией.

По словам Андреаса Диттманна, Екатерининский форум можно считать видом народной дипломатии или гражданского неповиновения. «Для меня диалоги на нашем форуме являются самым лучшим выходом из кризиса, потому что обе наши страны срочно нуждаются в стабилизационных инициативах», — продолжил Диттманн свою речь.

Мэр отметил также важность поддержки при проведения форума со стороны министерства экономики, науки и дигитализации Саксонии-Ангальт и всех сотрудников в мэрии Цербста/Ангальт. Помимо того, он поблагодарил членов действующего с 1992 г. в Цербсте Международного исторического общества Екатерины II и общества Замок Цербст, основанного в 2003 году, за оказанную ему в подготовке форума поддержку.

Госсекретарь д-р Юрген Уде в своем приветствии передал всем участникам форума привет от министра проф. Армина Виллингманна. Одновременно он говорил о готовности министерства поддерживать такие формы германо-российского экономического диалога как Екатерининский форум в будущем. От имени министра Виллингманна он предложил поставить тему науки в фокус 3го Екатерининского форума.

Екатерининский форум — уникален в своем формате

Александр Смекалин, председатель правительства Ульяновской области, в первую очередь поблагодарил Андреаса Диттманна за инициативу проведения Екатерининского форума и за возможность принять участие в нем. По его мнению, Екатерининский форум — уникален в своем формате. Александр Смекалин в своей речи неоднократно указывал на аналогичные экономические структуры Ульяновской области и города Цербст/Ангальт. «Если мы вместе двигаемся вперед, мы можем многого достичь», — такими словами он закончил своё выступление.

Работу 2го германо-российского экономического Екатерининского форума в Цербсте вступительным словом под названием Бош в России: устойчивый успех несмотря на препятствия открыл Хансюрген Оверштольц, президент Bosch Group Russia. Фирма Бош еще с 1904 г. работает в России.

Россия — страна с большим потенциалом

Хансюрген Оверштольц, президент Bosch Group Russia

Оверштольц назвал Россию страной с большим потенциалом. Об этом свидетелсьвуют также принятые правительством Российской Федерации приоритетные национальные проекты, направленные на дальнейшее развитие здравоохранения, образования, культуры и т. д.

О филисофии компании Бош в России он сказал: «Мы не идем в другую страну, чтобы производить на экспорт. Мы производим для нужд местного рынка».

Оверштольц сообщил, что доля Европы в российской торговле составила 43%, это ок. 300 миллиардов долларов США. Но доля США в российской торговле — только 20 миллиардов долларов США. Это также объясняет, почему США в дискуссиях о санкциях ведут себя безжалостно по отношению к Европе.

Оверштольц указал также на препятствия для немецких предпринимателей в России. Важнейшей проблемой для них является небольшое количество средних предприятий. «И в России куча администраций», — предупредил он. Но по его мнению, в России есть и много плюсов, например, в последние годы там создали ряд сельскохозяйственных и промышленных парков, которые предлагают много возможностей для потенциалных инвесторов.

На вопрос о секрете многолетнего успеха компании Бош в России он ответил: «Существует не единственная гениальная мера, наш успех — это сумма всего, что мы делаем. В связи с этим ряд различных факторов играeт роль, например, это качество, особый способ общения с сотрудниками, наши меры и решения в условиях кризиса.»

панельная дискуссия

После вступительного слова Хансюргена Оверштольца и деловых знакомств прошла панельная дискуссия, в которой принимали участие Маттиас Шепп, председатель правления Российско-германской внешнеторговой палаты, Александр Смекалин, председатель правительства Ульяновской области, Сергей Никитин, руководитель представительства ТПП России и Германии, и Павел Рубцов, заместитель руководителя Торгово-экономического бюро Посольства России в Германии.

Отрывки из дискуссии:

Маттиас Шепп

«Россия лучше своей репутации.»

«Нам не нужно заново изобретать историю.»

«Конкуренты из Азии выходят на рыночные пробелы.»

«Наша сеть с россиянами уникальна. Этого не существует ни с США, ни с Китаем.»

«Русские очень хорошо решают проблемы, которые кажется, никто не может решить.»

Александр Смекалин

«Если кто-то не приходит на рынок, другой приходит.»

Сергей Никитин

«Несмотря на известные Вам стереотипы о немцах, русские также выполняют свои обязательства по доставке.»

Павел Рубцов

«Новые санкции в будущем не имеют основного влияния на нашу экономику.»

Екатерина Великая была бы очень довольна этим форумом

После горячей дискуссии Владимир Омельницкий, глава администрации Пушкинского района Санкт-Петербурга, отметил, что уровень Цербстского Екатерининского форума напоминает ему о Петербургском диалоге. По его мнению, Екатерина Великая, если она присутствовала бы на форуме, была бы им очень довольна.

Вечером все участники форума собрались в Цербстском замке на совместном приеме, организованном Министерством экономики, науки и дигитализации федеральной земли Саксония-Ангальт и мэрией города Цербст/Ангальт. В своем приветствии министр Армин Виллингманн утвердил готовность своего министерства к продолжению и дальнейшему развитию Екатерининского форума в будущем.

Второй день 2го Екатерининского форума обещал стать не менее насыщенным и интересным, чем первый.

Россия хочет мира и Германия того же

В своем приветственном слове к участникам форума Андрей Леонидович Вертлужских, депутат Государственной Думы Российской Федерации из Екатеринбурга, отметил: «Россия хочет мира и Германия того же. Екатерина Великая дала нашим странам прекрасную возможность эффективного сотрудничества.»

Андрей Л. Вертлужских, депутат ГосДумы РФ

Представьте, через 10 лет в Цербсте будет открыт 10ый Екатерининский форум!

В ходе своей речи он напомнил участникам форума, что через 10 лет будет отмечаться 300-летие со дня рождения Екатерины Великой. По этому поводу уже сегодня в Санкт-Петербурге начал работать оргкомитет. В связи с этим юбилеем в будущем Андрей Вертлужских развил смелое видение: «Представьте, через 10 лет в Цербсте будет открыт 10ый германо-российский Екатерининский форум!»

По его мнению, не достаточно, если Екатерининский форум работает раз в году, он предложил расширить форум, приглашая на встречи с космонавтами, на Екатерининские чтения с писателями и т. д.

Аннегрет Майнцер, автор статьи, и Андрей Л. Вертлужских на форуме

Олег Заремба, заместитель мэра г. Омск, в своей речи рассказал о положительном опыте в сотрудничестве города Омск с городом Барлебен под Магдебургом. Олег Заремба подчеркнул, что Екатерининский форум поддреживает диалог не только между немцами и русскими, но и между поколениями.

В ходе 2го рабочего дня Екатерининского форума были представлены стартапы и участники имели возможность принять участие в различных воркшопах:

– химическая промышленность и энергетика;

– медицинская техника и биотехнологии;

– цифровая трансформация;

– аграрная и пищевая промышленность;

– мастер-класс: правовые аспекты сотрудничества с российскими предприятиями.

В завершении 2го Екатерининского форума состоялась панельная дискуссия под названием Перспективы и сотрудничество. Участники дискуссии:

д-р Ютта Фолькнер, автор и журналист;

Ольга Федулова, ТПП г. Омск;

Аилика Ангаль-Цербстская, бюро Ангальт.

Ольга Федулова, ТПП г. Омск

В своем заключении Цербстский мэр Андреас Диттманн поблагодарил всех за их мужество посетить маленький Цербст/Ангальт. И он надеется заново приветствовать всех и еще больше заинтересованных на 3ем германо-российском экономическом Екатерининскои форуме в Цербсте/Ангальт.

Итоги:

  1.  Экономические санкции против России признали безполезными в Германии.
  2.  Несмотря на различные внешнеполитические дрязги, германо-российские отношения, особенно межрегиональные в областях эконимики, культуры, образования и науки, функционируют, и даже укрепляются.
  3.  Нельзя игнорировать негативные последствия санкций и антисанкций.
  4.  3ий германо-российский экономический Екатерининский форум состоится в Цербсте/Ангальт.
  5.  В связи с проведением 2го германо-российского экономического Екатерининского форума город Цербст/Ангальт нашел ряд новых партнеров.
  6.  Первые идеи для проведения 3го германо-российского экономического Екатерининского форума уже зародились в Цербсте/Ангальт.

Цербст, 5 октября 2019 г.

Замечание

Аннегрет Майнцер, автор данной статьи, – заместитель председателя Международного исторического общества Екатерина II в г. Цербст/Ангальт. Если Вы заинтересованы в установлении контакта со мной, вот  контактные данные:

E-Mail: anne.mainzer@googlemail.com

mobil Tel.: 0159 07675 312

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Визит членов Общества изучения русской усадьбы в г. Цербст/Ангальт

Визит членов Общества изучения русской усадьбы в г. Цербст/Ангальт

Аннегрет Майнцер, Цербст

В каждом году члены основанного в 1992 году Общества изучения русской усадьбы организуют так называемую экспедиционную поездку. В состав Общества изучения русской усадьбы входят историки, искусствоведы, архитекторы, директора музеев, реставраторы и доценты МГУ, короче говоря, представители гуманитарной сферы.

Их экспедиционная поездка в 2019 году была приурочена к 290-летию со дня российской императрицы Екатерины Великой, урожденной принцессы Ангальт-Цербстской. Поэтому русские ученые посетили те места в Германии, которые связаны с Екатериной Великой и Романовыми.

Поездка началась с посещения города Штеттин (ныне: Щецин/ Польша), где в 1729 году Екатерина II родилась. Члены Общества изучения русской усадьбы посетили немецкие города Киль, Ойтин, Глюксбург, Любек, Брауншвейг итд.

Замок в Дорнбурге на реке Эльбы

Кульминацией их экспедиционной поездки 2019 года, несомненно, было посещение региона Ангальта, где Екатерина Великая провела свое детство и отрочество. 29 августа с.г. Аннегрет Майнцер, заместитель председателя основанного в 1992 году некоммерческого Международного исторического общества «Екатерина II» г. Цербст/Ангальт, и Илона Пфлуг, также член правления Екатерининского общества, встретили гостей из России перед замком в деревне Дорнбург, где в 1690 году родился князь Христиан Август Ангальт-Цербстский, отец Екатерины II.

В городе Цербст/Ангальт гости из России, во-первых, посетили родной замок Екатерины II, где Дирк Херрманн, председатель основанного в 2003 году некоммерческого Общества «Замок Цербст», их приветствовал.

Дирк Херрманн и Аннегрет Майнцер приветствовали русских гостей в Цербстском замке

Аннегрет Майнцер и Дирк Херрманн вместе показали русским гостям апартамент княгини Иоганны Елизаветы Ангальт-Цербстской, матери Екатерины II. Кроме того, гости посетили открытую 1 июня с.г. германо-российскую выставку «По следам Екатерины», которая была создана членами Общества «Замок Цербст» в тесном сотрудничестве с Государственным музеем-заповедником «Царское Село» в городе Пушкин/Ст. Петербург. Эта выставка является частью международного культурного проекта «Русские сезоны» в Германии.

экскурсия по замку

После экскурсии по Цербстскому замку гости из России посетили Екатерининский музей, который был открыт в 1995 году в здании бывшего кавалерского дома, где ныне находится ратуша города Цербст/Ангальт. В Екатерининском музее Андреас Диттманн, мэр г. Цербст/Ангальт, сердечно приветствовал гостей из России и дал краткую информацию о дружеских отношениях между городами Цербст/Ангальт и Пушкин/ Ст. Петербург, которые в текущем году отмечают 25-летие установления побратимских отношений.

В Екатерининском музее /встреча с мэром и Владимиром Тесленко

Экскурсию по Екатерининскому музею вел Владимир Тесленко, основатель и почетный член Международного исторического общества «Екатерина II» г. Цербст/Ангальт. Русские ученые очень заинтересовались его рассказом о начале деятельности Екатерининского общества и о выставленных экспонатах.

Конечно, группа русских ученых двинулась к памятнику Екатерине Великой, который был открыт и освящен летом 2010 года в Цербстском замковом парке. Памятник является работой Московского скульптора профессора Михаила Переяславца.

у памятника Екатерине Великой

После такой насыщенной программы все, гости и гиды, радовались вкусному ужину в уютном Цербстском ресторане «Морино».

Поводя итоги дня, Андрей Чекмарёв, член правления Общества изучения русской усадьбы, подчеркнул, что они в Цербсте не только были на родной земле Екатерины Второй, они здесь также встретили людей, которые из-за любви к родному городу занимаются волонтерской деятельностью в разных некоммерческих обществах. «Такие активные люди нам больше нужны в России», сказал Чекмарёв.

Уроженки города Цербст/Ангальт Аннегрет Майнцер и Дирк Херрманн единогласно уверены в том, что визит 40 членов Общества изучения русской усадьбы в Цербст был только началом для будущего плодотворного сотрудничества между своими обществами.

Цербст, 03 сентября 2019 года

Russisch-deutsche Sonderausstellung „Auf den Spuren Katharinas“ im Schloss Zerbst eröffnet

Russisch-deutsche Sonderausstellung „Auf den Spuren Katharinas“ im Schloss Zerbst eröffnet

Annegret Mainzer, Zerbst

Im November 2018 reisten Dirk Herrmann, Vorsitzender des seit dem Jahr 2003 in Zerbst/Anhalt agierenden Fördervereins Schloss Zerbst e.V., und Vereinsmitglied Annegret Mainzer nach Puschkin/St. Petersburg, um dort bei einem Arbeitstreffen mit Olga Taratynova,  Direktorin des Staatlichen Museumsreservats „Zarskoje Selo“, Einzelheiten der gemeinsamen Ausstellung „Auf den Spuren Katharinas“ zu erörtern. Dem folgte am 09. November 2018 die beiderseitige Vertragsunterzeichnug zur Durchführung und Präsentation der Ausstellung im Jahr 2019 im Zerbster Schloss, der einstigen Residenz der Fürsten von Anhalt-Zerbst. Aus diesem Geschlecht stammt auch die russische Zarin Katharina die Große, deren Name die Städte Zerbst/Anhalt und Puschkin/St. Petersburg verbindet. Bereits im Herbst 1994 wurde deshalb der Vertrag über die Partnerschaft zwischen den beiden Städdten unterzeichnet.

 

 

Anlässlich des diesjährigen 290. Geburtstags von Zarin Katharina der Großen, einer geborenen Prinzessin von Anhalt-Zerbst, und des 25-jährigen Städtepartnerschaftsjubiläums wurde am 01. Juni diesen Jahres die eingangs erwähnte russsich-deutsche Sonderausstellung „Auf den Spuren Katharinas“ festlich im Schloss Zerbst eröffnet und zwar in den in den unteren Etagen des Corps de logis befindlichen Gemächern, deren Sanierung im ersten Quartal 2019 abgeschlossen werden konnte. Im zweiten Obergeschoss dieses Schlosstraktes befanden sich einst die Gemächer, die die junge Zerbster Prinzessin bis zu ihrer Abreise nach Russland im Jahr 1744 bewohnt hatte. Zurzeit harren die durch anglo-amerikanisches Bombardement am 16. April 1945 zerstörten Jugendzimmer Katharinas II. noch ihrer Wiederherstellung.

Die Sonderausstellung setzt sich aus zwei Teilen zusammen: Der Eingangsteil der Ausstellung informiert über einige Aspekte der Kindheit und Jugend Katharinas II., während der zweite, der weitaus größere Ausstellungteil verschiedene Zeichnungen, Stiche und Aquarelle russischer und ausländischer Künstler des 18./ 19. Jahrhunderts, die in digitaler Form vom Staatlichen Museumsreservat „Zarskoje Selo“ zur Verfügung gestellt wurden, vor allem jene Plätze im Katharinapark in Zarskoje Selo zeigen, die auch Kaatharina II. begeisterten. Parallel dazu werden Fotos aus den Jahren 2017/2018 gezeigt, sodass die Besucher die Veränderungen, die sich im Park seit dem 18. Jahrhundert vollzogen  haben, nachvollziehen können.

 

Zur Ausstellungseröffnung, die von Schülerinnen der Zerbster Musikschule „Johann Friedrich Fasch“musikalisch umrahmt wurde, kamen gut 120 interessierte Gäste. ins Zerbster Schloss.

Unter ihnen konnte Vereinsvorsitzender Dirk Herrmann u.a. Mikhail Korolev, Attachè an der Botschaft der Russischen Förderation in Berlin, Tatyana Serpinskaya und Natalya Lancaray, die Vertreterinnen des Staatlichen Museumsreservats „Zarskoje Selo“, sowie den vor einer Woche wieder gewählten Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann begrüßen.

 

In seiner Begrüßung dankte Dirk Herrman nicht nur den Unterstüzern und Sponsoren dieser Ausstellung, auch wüdigte er die ehrenamtliche Arbeit der Übersetzerinnen Olga Tidde und Annegret Mainzer. Die Ausstellungskonzeption wurde vom Vereinsvorsitzenden selbst erstellt. Tatyana Nindel, Vorsitzende des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V., dolmetschte während de Eröffnungszeremonie.

Diesem Dank von Dirk Herrmann schloss sich Bürgermeister Andreas Dittmann in seinem Grußwort an und verwies dabei zum wiederholten Male auf das besondere Potenzial, auf die besondere Rolle von Schloss Zerbst in der Bewahrung des europäischen und Weltfriedens. Russland sei kein Feind, so Bürgermeister Dittmann, in Zerbst schätze und pflege man die freundschaftlichen Beziehungen zu russischen Partnern sehr.

In diesen Tenor stimmte das Grußwort von Direktorin Olga Taratynova, das Tatyana Serpinskaya verlas, ein. Olga Taratynova würdigte die titanische Arbeit der Mitglieder des Schlossvereins bei der Sicherung und beim Wiederaufbau des in den letzten Tagen des 2. Weltkriegs zerstörten Zerbster Schlosses. Ebenso wie ihre Vorredner ist Taratynova davon überzeugt, dass Schloss Zerbst künftig in der Vertiefung der deutsch-russischen Beziehungen einen besonderen Platz einnehmen könne.

Im Anschluss an die Eröfnungsreden lud Prinzessin Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst, dargestellt von  Svenja Reifarth, die Gäste zum Rundgang durch die Ausstellung ein. Dabei kam es auch zum regen Meinungs- und Informationsaustausch zwischen den russischen und deutschen Gästen.

Die Ausstellung ist bis zum 29. September 2019 wie folgt geöffnet:

dienstags – samstags 10.00-12.00 Uhr u. 13.00-17.00 Uhr

letzter Einlass: 11.30 Uhr bzw. 16.30 Uhr

außer an Feiertagen und nicht am 15.06. und 06.09. 2019

weitere Informationen unter: https://www.schloss-zerbst-ev.de/

Zerbst, den 02.06.2019

Российская-германская тематическая выставка „По следам Екатерины“ открылась в Цербстском замке

Российская-германская тематическая выставка „По следам Екатерины“ открылась в Цербстском замке

Аннегрет Майнцер, Цербст

В первом квартале текущего года были завершены ремонтные работы на двух нижних этажах главного корпуса замка в городе Цербст/ Ангальт. В XVIII веке в этом корпусе располагались детские помещения российской императрицы Екатерины Великой, урождённой принцессы Ангальт-Цербстской. Её бывшие помещения находились на верхнем этаже и они ныне ждут своего восстановления.

290-летие со дня рождения российской императрицы Екатерины Великой и 25-летие установления побратимских связей между городами Цербст/Ангальт и Пушкин/ Ст. Петербург служат поводом для торжественного открытия недавно отремонтированных помещений, где 01 июня открылась российская-германская тематическая выставка под названием „По следам Екатерины“. Эта выставка была создана при тесном сотрудничестве Государственного художественно-архитектурного музея-заповедника „Царское Село“ и зарегистрированного общества „Замок Цербст“, которое было основано в 2003 году.

     
 

В ноябре прошлого года Дирк Херрманн, председатель общества „Замок Цербст“, и Аннегрет Майнцер, член общества, встретились с Ольгой Таратыновой, директором ГМЗ „Царское Село“, и обсудили подробности совместного выставочного проекта. 09 ноября 2018 года был подписан договор о проведении и презентации высмтавки „По следам Екатерины“ в Цербстском замке.

Двуязычная выставка разделена на две части: Вступительная часть посвящена детству и молодости принцессы Ангальт-Цербстской, позжей российской императрицы Екатерины Великой. Вторая, гораздо большая часть выставки, показывает изображения различных мест Екатерининского парка в Царском Селе при жизни Екатерины II. Рядом с этим фотографии 2017/2018 гг. отражают состояние парка в настоящее время. Среди них акварели, гравюры и рисунки, сделанные русскими и иностранными художниками XVIII/ XIX веков. Тексты и аннотации на немецкий язык перевела Аннегрет Майнцер и на русский – Ольга Тидде.

01 июня, в день открытия выставки, Дирк Херрманн,председатель общества „Замок Цербст“, приветствовал ок. 120 заинтересованных гостей: среди них – Михайл Королев, атташе посольства Российской Федерации в ФРГ, Татьяна Серпинская и Наталья Лансере, представители ГМЗ „Царское Село“, и Андреас Диттманн, мэр города Цербст/ Ангальт.

Татьяна Ниндель, председатель Международного исторического общества „Екатерины II“, работала переводчиком во время церемония открытия выставки.

Все докладчики единодушно подчеркнули, что замок Цербст, где Екатерина Великая провела свое отрочество, может занять особое место в укреплении дружеских отношений между Россией и Германией.

   

Выставка длится до 29 сентября 2019 года.

https://www.schloss-zerbst-ev.de/

Цербст, 01 июня 2019 г.

 

Fotoausstellung „Auf den Spuren Katharinas“ aus Puschkin 2019 im Schloss Zerbst

Fotoausstellung „Auf den Spuren Katharinas“ aus Puschkin 2019 im Schloss Zerbst

Annegret Mainzer, Zerbst

Vom 08.-12- November weilten Dirk Herrmann, Vorsitzender des Fördervereins Schloss Zerbst e.V., und Vereinsmitglied Annegret Mainzer, die als Dolmetscherin fungierte, auf Einladung von Olga Taratynova, der Direktorin des Staatlichen Museumsreservats Zarskoje Selo, zu einem Arbeitsbesuch in Puschkin/St. Petersburg, seit 1994 Partnerstadt von Zerbst/Anhalt.

alle am Ausstellungsprojekt Beteiligten

Von Anfang Juni bis zum 30. September 2019 wird in Zerbst/Anhalt, wo die russische Zarin Katharina II. einen Teil ihrer Jugend verbrachte, eine Fotoausstellung mit Ansichten von Zarskoje Selo unter dem Titel Auf den Spuren Katharinas stattfinden.

Eine entsprechende Vereinbarung darüber schlossen kürzlich das Staatliche Museumsreservat Zarskoje Selo und der Förderverein Schloss Zerbst e.V. ab. Unterzeichnet wurde sie von Museumsdirektorin Olga Taratynova und dem Vorsitzenden des Fördervereins Dirk Herrmann.

Vertragsunterzeichnung

Die geplante Ausstellung zeigt 26 Darstellungen, unterteilt in 13 Bildpaare. Jeweils zwei Fotokopien zeigen historische Aquarelle und Stiche aus dem 18. und 19. Jahrhundert sowie zum Vergleich zeitgenössische Fotografien von ein und denselben Plätzen und Gebäuden in Zarskoje Selo.

Unter den historischen Darstellungen sind Stiche von Alexey Grekov und Michail Machaev wie Die Eremitage in Zarskoje Selo (1759), von Johann Meyer Ansicht der Cameron-Galerie in Zarskoje Selo (1793), Guache von Alexander Sacharov Ansicht der Insel auf dem großen See in Zarskoje Selo (nach 1771).

Für uns ist es eine große Ehre, mit solch einem berühmten Museum wie dem Katharinapalast in Zarskoje Selo, der zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, zusammenzuarbeiten. Mit dieser Ausstellung möchten wir den Menschen zeigen, wie schön Zarskoje Selo ist, aber auch welchen hohen Stellenwert Kultur und Kunst in Petersburg und Russland einnehmen. Die Besucher können in der Ausstellung sehen, welche Veränderungen sich in Zarskoje Selo vollzogen haben“, äußerte Dirk Herrmann. Zugleich stelle die geplante Ausstellung einen guten Beitrag des Fördervereins Schloss Zerbst e.V. zum 25-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft zwischen Puschkin und Zerbst sowie zum 290. Geburtstag von Katharina II., einer geborenen Prinzessin von Anhalt-Zerbst, dar, sind sich Mainzer und Herrmann einig. Beide Jubiläen werden im Jahr 2019 begangen.

Während meines Aufenthaltes in Zerbst war ich sehr beeindruckt von der gigantischen Arbeit, die die Mitglieder des Fördervereins und die Zerbster beim Wiederaufbau des im Krieg zerstörten Flügels leisten. Das nötigt uns Respekt ab und erfordert ernsthafte wissenschaftliche Arbeit. Ich hoffe, dass nach dieser Ausstellung noch weitere gemeinsame Projekte folgen“, wertschätzte Museumsdirektorin Olga Taratynova die ehrenamtliche Arbeit der Mitglieder des Fördervereins Schloss Zerbst e.V.. Im Verlaufe des Arbeitsgespräches informierte Dirk Herrmann ebenfalls über die zurzeit am Schloss Zerbst laufende Baumaßnahme.

zurzeit laufende Bauarbeiten am Schloss Zerbst

Die Gäste aus Zerbst hatten die Möglichkeit, sich bei einer Führung durch den Katharinapalast und durch die vor Kurzem wiedererrichteten Achatzimmer davon zu überzeugen, dass es auch 74 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges keinen Stillstand bei der Wiederherstellung der einst zerstörten Räumlichkeiten gibt. Ein besonderes Erlebnis war für Annegret Mainzer und Dirk Herrmann die Besichtigung der in Restaurierung befindlichen Palastkirche. Baugerüste besteigend, konnten sie den Restauratoren vor Ort über die Schultern schauen und Erfahrungen austauschen.

Des Weiteren gab es eine Begegnung der Zerbster Delegation mit Vertretern der Puschkiner Stadtverwaltung, sie trafen Katharina Kovalenko, 1. stellvertretende Bürgermeisterin, der auch das Kulturamt untersteht, den Kulturamtsleiter Sergey Nikitin und Svetlana Tkatscheva, die Verantwortliche für internationale Beziehungen.

Treffen mit Vertretern der Puschkiner Stadtverwaltung

Während Annegret Mainzer über die für das Jahr 2019 geplanten Aktivitäten der Stadt Zerbst/Anhalt hinsichtlich des 25-jährigen Städtepartnerschaftsjubiläums informierte, berichtete Dirk Herrmann über den Fortschritt bei den am Schloss Zerbst laufenden Bau- und Sicherungsmaßnahmen sowie über die bevorstehende Zusammenarbeit mit dem Katharinapalast in Puschkin. Zudem wurden offizielle Grußadressen der sowohl des Zerbster wie auch des Puschkiner Stadtoberhauptes ausgetauscht.

Zerbst, den 19. November 2018

Fotos: Katharina Vysotzkaya, Annegret Mainzer

Vereinsakademie für russischsprachige Vereine in Sachsen-Anhalt in Heimatstadt Katharinas II.

Vereinsakademie für russischsprachige Vereine in Sachsen-Anhalt in Heimatstadt Katharinas II.

Annegret Mainzer, Zerbst

Von Diaspora zur Demokratie: Russischsprachige Community lernt Beteiligung und Toleranzunter diesem Thema stand die vom Förderverein der Deutschen aus Russland in Sachsen-Anhalt e.V. organisierte Vereinsakademie für russischsprachige Vereine, die am letzten Wochenende in der Zerbster Stadthalle, sozusagen am Fuße des Denkmals für Katharina II., stattfand. An dieser im Rahmen des Bundesprogramms Zusammenhalt durch Teilhabe durch das Bundesministerium des Innern für Bau und Heimat geförderten Vereinsakademie nahmen nicht nur gut 80 Vertreter von russischsprachigen und russlanddeutschen Vereine aus Dessau, Halle, Bernburg, Halberstadt, Weißenfels, Oschersleben teil, sondern auch Zerbster Vereine wie der Katharina– und der Schlossverein.

                         

Demokratie-Heimat-Integration-Toleranz- Teilhabe – so lauteten die Schlüsselwörter dieser ganztägigen Vereinsakademie.

Eröffnet wurde die Vereinsakademie durch das Grußwort der Zerbster Kulturamtsleiterin Antje Rohm, die darauf hinwies, dass die Stadt Zerbst/Anhalt nicht zum ersten Mal Gastgeber für die Deutschen aus Russland sei, und erinnerte an das Einladungsmanifest Katharinas II. aus dem Jahr 1763, in dem die Wurzeln der Vereinsakademie liegen. Gemeinsam hießen Tatyana Nindel, Vorsitzende des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V., und „Prinzessin“ Emily Guth die Tagungsteilnehmer willkommen.

Grußwort des Zerbster Katharinavereins

Die Grußworte der Landesregierung überbrachte Petra Herthum von der Stabsstelle: Demokratie- und Engagementförderung beim Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration. Herthum erinnerte an den „holprigen“ Start bei der Ausbildung von Demokratieberaterinnen und Demokratieberatern. „Wir brauchen eine kontinuierliche Entwicklung der Demokratieförderung,“ so Herthum. Wichtig sei, so Herthum, dass man miteinander auf Augenhöhe rede. „Je niveauloser die Anderen werden, desto niveauvoller müssen wir werden,“ appellierte sie an die Anwesenden und versicherte, dass das Ministerium sich stets als ein zuverlässiger Partner in Sachen Demokratie erweise.

Grußwort der Landesregierung überbrachte Petra Herthum

Weshalb werden Demokratieberaterinnen und Demokratieberater ausgebildet? Diese Frage beantwortete Mitorganisatorin Olga Tidde: „Wir, die Deutschen aus Russland, leben in der deutschen Gesellschaft und haben lange Zeit nicht gewusst, was in der Gesellschaft passiert, da unsere ihre Landsleute alte Denkmuster aus der Sowjetunion mitbrachten.“ Jedoch sei es jetzt an der Zeit, die Opferrolle zu verlassen, aufzustehen und sich aktiv am gesellschaftlichen Leben in der deutschen Wahlheimat zu beteiligen, so Tidde.

Vorstellung der Demokratieberaterinnen und Demokratieberater

Nach dem Grußwortmarathon gab es eine Podiumsdiskussion zur Frage „Wie viele Heimaten gibt es für Zugewanderte?“, an der Olga Ebert, Vorsitzende des Fördervereins der Deutschen aus Russland Sachsen-Anhalt e.V., Viktor Jukkert, Landeskoordinator des Programms Integration durch Sport, Hans-Ekkehard Stieglitz von der Netzwerkstelle für engagiertes Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe Bördekreis sowie Nikolas Rausch als Vertreter der Jugend und Studenten der Deutschen aus Russland teilnahmen. Im Verlaufe der Diskussion setzten sich die Teilnehmer nicht nur allgemein mit dem Begriff „Heimat“ auseinander, sie gaben auch Persönliches preis. Olga Ebert berichtete, dass in der ehemaligen Sowjetunion der Heimatbegriff sehr präsent und positiv, vor allem mit dem Gefühl des Stolzes besetzt war: „Wir glaubten wirklich, unser Land ist das beste auf der Welt.“ In der Familie hingegen sprach ihr Vater vom Wolgagebiet, in dem einst die Deutschen lebten. „Da merkte ich, dass es noch eine andere Heimat gab“, so Ebert. Dagegen vertritt Nikolas Rausch, fast im Abiturientenalter, die unbeschwerte Meinung, er komme vom Planeten Erde. Und so sollten alle Menschen, seiner Ansicht nach, die Frage nach ihrer Heimat beantworten. In der weiteren Diskussion konnte die Hauptfrage zwar nicht endgültig beantwortet werden, jedoch kam zum Ausdruck, dass die aus der ehemaligen Sowjetunion Zugewanderten fachliches Potenzial mit nach Deutschland bringen, das nicht sofort wertgeschätzt wird, was aber auch an mangelnder Sprachkenntnis und fehlendem Selbstvertrauen der Zugewanderten liege, wie die Teilnehmer selbstkritisch bemerkten.

Podiumsdiskussion

Der Tagungsnachmittag war von verschiedenen Workshops geprägt, die zum Beispiel die doppelte Staatsbürgerschaft und das Wahlrecht für nach Deutschland Zugewanderte ohne deutsche Staatsbürgerschaft zum Inhalt hatten, aber auch der Frage nachgingen: Wie kann man Freude und Interesse an Demokratie in der Community wecken? Hier zeigte sich, dass die Betroffenen viel Gesprächsbedarf hatten.

Workshop zur doppelten Staatsbürgerschaft

Insbesondere beim Workshop zur doppelten Staatsbürgerschaft war zu merken, dass selbst ein klar formuliertes Gesetz mit seinen zig Ausführungsbestimmungen nicht der Weisheit letzter Schluss darstellen kann, denn aufgrund des Zerfalls der Sowjetunion ergibt sich eine hohe Anzahl individuell zu betrachtender Fälle. Diskutiert wurden auch die Vor- und Nachteile einer doppelten Staatsbürgerschaft, so zum Beispiel: Ist es gerechtht, dass ein Russe oder Russlanddeutscher, der in Deutschland lebt, in Russland wählen darf, also die gesellschaftliche Entwicklung dort mitbestimmt? Nach gut zwei Stunden wurden die Ergebnisse und Anregungen aus den Workshops dem Plenum vorgestellt.

Den Abschluss der Vereinsakademie bildeten der Auftritt des aus Weißenfels angereisten Chores Matrjoschka und ein Tanzworkshop, bei dem die Tagungsteilnehmer sich in den in Deutschland üblichen Gesellschaftstänzen übten.

Chor „Matrjoschka“ Weißenfels

Meinungen der Tagungsteilnehmer:

Petra Herthum: „Wir brauchen Kontinuität in der Demokratieförderung.“

Nikolas Rausch (nach seiner Heimat befragt): „Ich komme vom Planeten Erde.“

Olga Ebert (in Bezug auf Zugewanderte/Flüchtlinge): „Wir dürfen unsere Menschlichkeit, Offenheit und Gastfreundlichkeit nicht vergessen.“

Tatyana Nindel: „Katharina II. ist das beste Beispiel für gelungene Integration.“

Anna Rausch (Referentin f. Jugendarbeit): „Demokratie wird nicht in Berlin gemacht. Wir gehören alle dazu.“

Zerbst, den 18.11.2018