Zum 291. Geburtstag von Zarin Katharina II. aus dem Hause Anhalt-Zerbst-Denkmale für eine deutsche Zarin

Zum 291. Geburtstag von Zarin Katharina II. aus dem Hause Anhalt-Zerbst

Denkmale für eine deutsche Zarin

Annegret Mainzer, Zerbst

Am 02. Mai vor 291 Jahren (lt. Gregorianischem Kalender) erblickte Prinzessin Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst im einstigen preußischen Garnisonsstädtchen Stettin (heute: Szczecin/Polen) das Licht der Welt.

In den Grundschulen unserer Einheitsgemeinde Zerbst/Anhalt lernt heutzutage jedes Kind, dass Prinzessin Sophie im Jahr 1744 ins Russische Reich reiste, um im Jahr darauf den russischen Thronfolger zu heiraten.

Prinzessin Sophie im dem Gemälde „Erste Begegnung auf Schloss Eutin“ v. E. Orlowa-Afinogenewa

Jede/r der an dem Arrangement dieser Ehe Beteiligten versprach sich ihrer/seinerzeit davon politische, dynastische und persönliche Vorteile: Preußenkönig Friedrich II. strebte größere Einflussnahme auf das politische Geschehen am Zarenhof an, Zarin Elisabeth Petrowna erwartete von der jungen Prinzessin Sophie zahlreiche Nachkommen, um die Dynastie der Romanows auf lange Zeit in Russland zu sichern und Fürstin Johanna Elisabeth von Anhalt-Zerbst, die Brautmutter, sah ihre Chance, aus dem provinziellen Leben in Stettin und Zerbst auszubrechen, um in der internationalen Politik mitmischen zu können, was ihr aber letztendlich misslang. Jedoch hatte niemand mit dem eigenen Willen, mit den persönlichen Zielvorstellungen von Prinzessin Sophie gerechnet. So kam es anders als gedacht.

Von der Zerbster Prinzessin Sophie zur Zarin Katharina II.

Gestählt durch die harte Schule der Intrigen, Machtspiele und Demütigungen am Zarenhof, die Prinzessin Sophie, nunmehr Großfürstin Katharina Alexejewna, 18 Jahre lang zu erdulden hatte, und mithilfe der Truppen der Grafen Orlow konnte sie im Jahre 1762 den russischen Thron besteigen und sich in der Himmelfahrtskirche im Moskauer Kreml zur Zarin Katharina II. krönen lassen.

Peter I. und Katharina II. – Leuchttürme der russischen Geschichte

Bereits kurze Zeit danach begann Katharina II. ihr lange Zeit im Voraus geplantes Reformwerk in die Tat umzusetzen. So wurden besser handhabbare Verwaltungsstrukturen geschaffen, ein staatliches Schule- und Gesundheitswesen eingerichtet, zahlreiche neue Städte entstanden nach westeuropäischem Vorbild, das Unternehmertum wurde gefördert. Mit ihren Reformen setzte Katharina II. das fort, was ihr Vorbild Zar Peter I. (1672-1725) vor ihr begonnen hatte.

Zar Peter I. und Zarin Katharina II. waren und sind die zwei Leuchttürme der russischen Geschichte, die auch von der sowjetischen Historiografie nicht totgeschwiegen werden konnten. Die Reformen Katharinas II., die nahezu alle Sphären des gesellschaftlichen Lebens berührten, haben Russland bis heute geprägt, sodass die Russen ihre Regierungszeit das Goldene Zeitalter nennen.

Dass Zarin Katharina II. als historische Persönlichkeit die Russen, insbesondere die Historiker und Künstler auch in unseren Tagen beschäftigt, davon zeugte 2019 die Ausstrahlung des Mehrteilers Katharina- der Aufstieg mit Marina Alexandrowa in der Hauptrolle im Fernsehkanal Rossija-1.

Katharina II. als mehrfache Stadtgründerin

In vielen Städten des einstigen Russischen Reiches gilt Zarin Katharina II. als Stadtgründerin. Unter ihr erhielten zahlreiche bis dato wenig entwickelte Landstriche eine Infrastruktur, die ein wirtschaftliches Aufblühen dieser Regionen ermöglichte. Der Bau von Kirchen, gleich ob orthodoxe oder lutherische wurde oft von Katharina II. bezuschusst. So entwickelte sich mit der Zeit unter den Einwohnern dieser neu gebauten Städte eine gewisse Dankbarkeit gegenüber Katharina II., die sich darin äußerte, dass vielerorts Denkmale für sie errichtet wurden.

In den Ausgaben der Zerbster Volksstimme ab 1999 sowie im Zerbster Heimatkalender 2011 wurde zumeist von Annegret Mainzer sporadisch über die im ehemaligen Russischen Reich errichteten Denkmale für Katharina II. berichtet.

Berichte in der Zerbster Volksstimmeüber Denkmale für Katharina II. und Diskussionen darüber

15.10.1999 Dnjepropetrowsk (früher: Jekatherinoslaw)

23.10.1999 Krasnodar (früher: Jekatherinodar)

30.10.1999 St. Petersburg

14.11.2002 Noworschew

Katharina-Denkmal in Noworschew

24.11.2005 Irbit, Vilnius

einstiges Katharina-Denkmal in Vilnius

25.01.2006

21.06.2007} Simferopol

Katharina-Denkmal in Simferopol

12.06.2015

04.01.2008 Tiraspol, Odessa, Rostow a. Don, Wyschni Wolotschek

18.08.2008 Sewastopol

10.11.2010 Kropotkina, Krementschug, Syktywkar

09.09.2014 Iribit, Puschkin, Zarizyno

2014 Bogorodizk (früher: Baronsk)

Zerbster Heimatkalender 2011: Archangelskoje, Dnepropetrowsk, Irbit, Krasnodar, Marx, Morschansk, Moskau, Mytitschi, Bogorodizk, Noworschew, Odessa, Podolsk, Puschkin, Rostow a. Don, Sewastopol, Simferopol, Tiraspol, Twer, Vilnius, Wyschni Wolotschek, Wallhalla, Zerbst.

Annegret Mainzer am Katharina-Denkmal in Puschkin/ St. Petersburg

Aus gegebenen Anlass, nämlich des 291. Geburtstages von Zarin Katharina II. sollen an dieser Stelle weitere Denkmale, die ihr zu Ehren errichtet wurden, vorgestellt werden.

Wladikawkas

Im Jahr 2005 wurde in Wladikawkas ein Denkmal für Katharina II. aufgestellt. Warum in der Hauptstadt der russischen Republik Nordossetien-Alanien?

Wladikawkas (in deutscher Übersetzung: Beherrsche den Kaukasus) wurde 1784 per Ukas durch Katharina II. gegründet. Der Ausbau der Stadt erfolgte unter Leitung von Fürst Grigori Potjomkin, denn Wladikawkas sollte als Festung zum Schutz gegen die Überfälle kriegerischer kaukasischer Stämme dienen. 1799 wurde die bei Wladikawkas beginnende und nach Tblissi führende Georgische Heerstraße eröffnet. Nach der Angliederung Georgiens an das Russische Reich im jahr 1801 entstanden in Wladikawkas neue Stadtviertel, Kosaken wurden angesiedelt. Kurz gesagt: Handel und Wirtschaften gediehen. Wladikawkas entwickelte sich zu einer blühenden multikulturellen Stadt, in der Russen, Osseten, Armenier, Georgier und andere ethnische Gruppen lebten. Der Bau einer Sunnitischen Moschee (1908) in Wladikawkas ist beredtes Zeugnis der im Zarenreich praktizierten religiösen Toleranz.

Im Mai 2005 wurde am südlichen Stadtrand von Wladikawkas eine Allee des Ruhmes geschaffen. Bestandteil dieser Allee des Ruhmes ist eine Skulpturenkomposition mit dem Titel Katharina empfängt die Gesandten Ossetiens. Vor einem halbrunden Basrelief steht die Bronzeskulptur von Zarin Katharina II., ihr gegenüber – die ossetischen Gesandten, ihre Akkreditierungsurkunde überreichend. Auf dem Basrelief ist der Weg dargestellt, den die Gesandten von Ossetien nach St. Petersburg zurückgelegt hatten. Geschaffen wurde die Rotunde vom Bildhauer Sergei Pawlowitsch Sanakojew, der 1920 in Wladikawkas geboren wurde und dort 2002 verstarb.

Luga

Im Jahr 1777 wurde durch Katharina II. die Gründung der Stadt Luga bestimmt, gelegen im heutigen Leningrader Oblast (Gebiet). Den Bebauungsplan von Luga hatte Katharina II. ebenfalls persönlich abgesegnet. So gilt Katharina II. auch in Luga als Stadtgründerin.

Am 12. August 2017 wurde in Luga ein Denkmal für Zarin Katharina II. eingeweiht. Anlass dafür war der 240. Stadtgeburtstag.

Die bronzene Statue der Zarin steht auf einem achteckigen Podest. Die Zarin trägt den Krönungsmantel und hält in ihrer rechten Hand den Erlass zur Gründung von Luga. Dieses Denkmal für Katharina II. ist ein Werk des 1979 in Luga geborenen Bildhauers Artjom Wladimirowitsch Rytschkow und des Architekten Jewgeni Mironow. Rytschkow ist Absolvent der Kunstgewerbeakademie A.L. Stieglitz in St. Petersburg.

Võru in Estland

Über ein Denkmal für Katharina II. in der estnischen Stadt Võru (deutsch: Werro) können Sie sich informieren, wenn Sie den folgenden Link öffnen:

https://russianhalthistory.wordpress.com/2020/04/30/was-verbindet-anhalt-und-die-estnische-stadt-voru/

Weitere interessante Informationen über Denkmale, Büsten bzw. Statuen zu ehren von Zarin Katharina II. erhalten Sie auf folgenden Links:

Archangelskoje

Katharina-Tempel in Archangelskoje

https://russianhalthistory.wordpress.com/2015/02/22/archangelskoe-das-versaille-bei-moskau-%d0%b0%d1%80%d1%85%d0%b0%d0%bd%d0%b3%d0%b5%d0%bb%d1%8c%d1%81%d0%ba%d0%be%d0%b5-%d0%bf%d0%be%d0%b4%d0%bc%d0%be%d1%81%d0%ba%d0%be/

Wallhalla

Katharina II.- Büste in der Wallhalla

https://russianhalthistory.wordpress.com/2015/02/22/katharina-ii-unter-mannern-%d0%b5%d0%ba%d0%b0%d1%82%d0%b5%d1%80%d0%b8%d0%bd%d0%b0-ii-c%d1%80%d0%b5%d0%b4%d0%b8-%d0%bc%d1%83%d0%b6%d1%87%d0%b8%d0%bd-walhalla-in-regensburg-%d0%b2%d0%b0%d0%bb%d1%8c/

Bogorodizk

https://russianhalthistory.wordpress.com/2015/09/02/anhaltisch-russische-schnittpunkte-durch-katharina-ii-in-bogorodizk-wiederbelebt/

Zarizyno bei Moskau

Annegret Mainzer vor der Katharina-Statue in Zarizyno

https://russianhalthistory.wordpress.com/2016/11/16/die-ungewoehnliche-reise-einer-katharina-statue-moskau-jerewan-moskau/

Zerbst/Anhalt

https://russianhalthistory.wordpress.com/2014/07/27/%d0%bf%d0%b0%d0%bc%d1%8f%d1%82%d0%bd%d0%b8%d0%ba-%d0%b5%d0%ba%d0%b0%d1%82%d0%b5%d1%80%d0%b8%d0%bd%d0%b5-ii-denkmal-fur-katharina-ii/

Denkmal für Katharina II. in Zerbst/Anhalt

Zerbst, 01.05.2020

Zerbst/Anhalt: Regionale Geschichte aus weiblicher Sicht präsentiert

Zerbst/Anhalt: Regionale Geschichte aus weiblicher Sicht präsentiert

 Annegret Mainzer, Zerbst

Etwa 260 Gäste konnten die Mitglieder des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.v. am Nachmittag des 01. März im Katharina-Saal der Stadthalle Zerbst begrüßen. Im Rahmen der derzeit laufenden 55. Zerbster Kulturfesttage hatte der Internationale Förderverein „Katharina II.“ Zerbst e.v. zur Veranstaltung „Regionale Geschichte aus weiblicher Sicht – Frauenpersönlichkeiten aus verschiedenen Jahrhunderten stellen sich vor“ geladen, wobei der Fokus auf den aus Anhalt-Zerbst stammenden Frauen lag.

Alle vorgestellten Frauenpersönlichkeiten auf einen Blick

Dieser Nachmittag mit den historischen Frauenpersönlichkeiten aus Zerbst und Umgebung war eine sehr prägnante und volkstümliche Darbietung unserer regionalen Geschichte, eine andere Art informativer Geschichtsdarstellung“, fasste die Zerbster Besucherin Marlies Kellpinski ihre Eindrücke zusammen, nachdem sich 15 Frauen, die einst in Anhalt-Zerbst lebten und wirkten, vorgestellt hatten. Die Geschichte unserer Region werde unter anderem auf verschiedenen Plattformen im Internet dargestellt, aber Frauen stünden bisher dabei selten im Mittelpunkt, so hätten die Besucherinnen und Besucher viel Neues erfahren, fuhr Kellpinski fort.

Der Nachmittag mit vielem Neuen rund um Anhalt-Zerbster Frauen stellte das Resultat der Zusammenarbeit des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V. mit Frauen verschiedenen Alters, die zurzeit in der Region Anhalt-Zerbst lernen oder ihrer beruflichen Tätigkeit nachgehen und nicht unbedingt Vereinsmitglied sind.

Annegret Mainzer in der Rolle einer nach Russland ausgewanderten Zerbsterin begrüßt die Gäste

Wir sind erfreut und überwältigt zugleich von solch regem Interesse an diesem Thema“, begrüßte Annegret Mainzer vom Vorstand des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V. die zahlreich erschienen Gäste. Dafür war sie in die Rolle der Zerbsterin Friederika Augusta Winter geschlüpft, die 1767 an die Wolga ausgewandert war, wie ein Blick in die Erstsiedlerliste von Katharinastadt (heute: Marx/ Russland)belegt.

ABM-Maßnahmen befassten sich mit Zerbster Frauengeschichte

Die ehemalige Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Anhalt-Bitterfeld Ursula Böttge, ebenfalls vom Vorstand des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V. hatte an diesem Nachmittag die Funktion der Regisseurin übernommen. Sie informierte die Besucherinnen und Besucher im Vorfeld der Präsentation über die Entstehung dieses Projektes. „Im Jahr 1995 habe ich mich gefragt, wie viele Straßen in Zerbst nach Frauenpersönlichkeiten benannt sind. Das Resultat war sehr ernüchternd“, gestand Böttge.

Uta Böttge berichtet über die Entstehung des Projektes

Deshalb habe sie vor Jahren ABM-Projekte mit dem Ziel ins Leben gerufen, Näheres über Frauen in Anhalt-Zerbst zu erfahren. Ausstellungen seien organisiert worden, ein Geburtstagskalender und eine Broschüre herausgegeben, berichtete sie weiter. Und sie erinnerte daran, dass seit dem Jahr 2000 zur EXPO die Stadt Zerbst/Anhalt offiziell zu den „FrauenOrten“ Sachsen-Anhalts gehört. Für Schulklassen haben Böttge und ihre damaligen Mitstreiterinnen Spaziergänge rund um die Zerbster Stadtmauer organisiert, auf denen sich die historischen Frauenpersönlichkeiten zumeist an ihren Wirkungsstätten vorstellten.

Vielfalt an Anhalt-Zerbster Frauenpersönlichkeiten

So machten die Gäste am Sonntagnachmittag in der Stadthalle Zerbst Bekanntschaft mit einer lebensfrohen und naturverbundenen Nonne aus dem hiesigen Frauenkloster, dargestellt von Kerstin Bette. „Nein, immer mehr Abgaben. Diese Gier stets zu Lasten der Schwächeren…“, klagte die allen Zerbster Kindern bekannte Butterjungfer, alias Uta Thiele, und brandmarkte somit die Gier der Mächtigen an. Barbara Lamottke beschrieb eindrucksvoll das einerseits turbulente und andererseits leidvolle Leben der europaweit im 18. Jahrhundert bekannten Theaterprinzipalin Caroline Neuber, die mehrmals mit ihrer Truppe in Zerbst und sogar in St. Petersburg gastierte.

eine naturverbundene Zerbster Nonne                                                      
Zerbster Butterjungfer

Schauspielerin der Neuberschen Truppe

 

Zerbster Prinzessin und russische Zarin „angereist“

Besuch aus dem Zerbster Schloss und Russland war auch angereist. Während Prinzessin Friederike Auguste Sophie von Anhalt-Zerbst, dargestellt von Friederike Beck, mit ihrer jüngeren Schwester Elisabeth (Greta Mattke) gekommen war und von einem mysteriösen Brief der Zarin Elisabeth Petrowna aus Russland berichtete, bekannte die selbstbewusste Zarin Katharina II., alias Tatyana Nindel, dass sie unter einer liebenswürdigen Hülle gleichermaßen als Diplomatin, Heuchlerin und Erpresserin agiere, um sich gegen die täglichen Intrigen durchsetzen zu können.

 

Die Frauenfrage ist eine Erwerbsfrage

Die Frauenfrage ist eine Erwerbsfrage“, meinte die vielseitig gebildete Frauenrechtlerin Jenny Hirsch, gespielt von Manuela Schätzchen. Zu den Frauen, die sich wie Jenny Hirsch ihren Lebensunterhalt selbst verdienten, gehörten auch die auch wissenschaftlich tätige Zerbster Handelsgärtnerin Luise Corthum, dargestellt von Silke Beck, sowie die Zerbster Wasserjette, alias Anika Johannes. Die Wasserjette, ein echtes Zerbster Kind, zog mit ihrem Handwagen und Wasserkannen vor und erzählte salopp nach Zerbster Mundart von ihren Ärgernissen mit den Zerbster „Jören und Kerls“. Vom gelegentlichen Ärger mit den Jungen in ihrer Klasse wusste ebenfalls Ida Möhring zu erzählen, denn einige Male steckten ihre Zöpfe im Tintenfass. Ida Möhring, gespielt von Cherine Boutaba, besuchte als erstes Mädchen am Zerbster Gymnasium Francisceum.

Handelsgärtnerin Luise Corthum
Frauenrechtlerin Jenny Hirsch

Erinnerung an die Zerbster Trümmerfrauen

Astrid und Paula Klausnitzer erinnerten in ihrer dialogischen Szene an die körperlich schwere Arbeit der Zerbster Trümmerfrauen nach 1945, eine Zeit, die durch Zerstörung, Hunger, Krankheit und dem Mangel an zupackenden männlichen Arbeitskräften charakterisiert war.

Zerbster Wasserjette
Francisceerin Ida Möhring
Zerbster Trümmerfrau
Zerbster Trümmerfrau

Avantgardistinnen in ihren Berufen waren Dr. Berta von Scheven, die erste Ärztin im Landkreis, dargestellt von Ursula Böttge. Die Rolle der ersten in Anhalt ordinierten Pastorin Anneliese Salm übernahm Sabine Brauns und die von Dr. Käthe Lüderitz, der ersten Chirurgin im Zerbster Krankenhaus, – Silke Hoffmann.

erste Chirurgin im Zerbster Krankenhaus

erste in Anhalt ordinierte Pastorin

Dr. Inge Werner, die erste Direktorin am Zerbster Gymnasium Francisceum, berichtete selbst über ihren beruflichen Werdegang.

Dr. Inge Werner

Die musikalische Umrahmung der Spielszenen lag nach wohl bewährter Art in den Händen von Marina Drobyshevskaya.

Mit lang anhaltendem Applaus und viel Zustimmung dankte das Publikum den Darstellerinnen. Bei anschließender Kaffeetafel konnten die Gäste mit den Mitwirkenden und den Mitgliedern des des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V. ins Gespräch kommen und sich an einem Quiz rund um die vorgestellten Frauenpersönlichkeiten beteiligen.

Freude über Gewinn

Viele Gäste folgten aufmerksam den Spielszenen und konnten somit alle zehn Quizfragen richtig beantworten, sodass schlussendlich das Los entscheiden musste. Als Glücksfeen fungierten dabei Friedrike Beck, Cherine Butaba und Greta Mattke.

Gewinnerin Sigrid Wörlitz (li)

Über den Hauptpreis, einen Gutschein für zwei Personen für den Russischen Abend am 07. August im Zerbster Hotel-Restaurant von Rephuns Garten konnte sich Sigrid Wörlitz freuen. Herzlichen Glückwunsch!

Dank des des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V. an folgende Sponsoren und Unterstützer:

– Kreissparkasse Anhalt-Bitterfeld

– Stadtverwaltung Zerbst/Anhalt

– Team der Stadthalle Zerbst/Anhalt

– Team des Hotel-Restaurant von Rephuns Garten in Zerbst/Anhalt

– Katharina-Apotheke, Zerbst/Anhalt

– Schlosskonditorei Zerbst/Anhalt

– Musikschule „J.F. Fasch“ Zerbst/Anhalt

Zerbst, 04.03.2020

Екатерининский Год 2019 в Цербсте/Ангальт

Екатерининский Год 2019 в Цербсте/Ангальт

Аннегрет Майнцер, Цербст

2019 год стремительно подходит к концу. В восточногерманском городе Цербст/Ангальт, в сущности, его можно назвать Екатерининским Годом, в ходе которого там, на родине российской императрицы Екатерины Великой, урожденной принцессы Ангальт-Цербстской, неоднократно собирались россияне и немцы, выступающие за дальнейшее укрепление и развитие отношений между Россией и Германией. Кроме того, 17 ноября с. г. отметили 223-летие со дня смерти императрицы Екатерины Великой, поэтому пора подвести итоги о проведении Екатерининского Года в Цербсте.

По поводу 290-летия со дня рождения императрицы Екатерины Великой и 25-летия установления побратимских отношений между городами Цербст/Ангальт и Пушкин/Санкт-Петербург именно в Цербсте состоялся ряд германо-российских встреч и мероприятий разного характера. Их главными инициаторами и организаторами были в первую очередь Цербстский мэр Андреас Диттманн, Министерство экономики, науки и дигитализации федеральной земли Саксония-Ангальт, Международное историческое общество «Екатерина II» и Общество «Замок Цербст» в тесном сотрудничестве с Цербстским предпринимательством.

Члены действующего с 1992 г. в Цербсте Международного исторического общества «Екатерина II» уже 9 января с. г. открыли Цербстский Екатерининский Год в честь 275-летия отъезда юной Цербстской принцессы в Россию, показав выставку, посвященную заслугам Екатерины Великой перед Россией. Об этой странице российской истории мало знают в Германии.

Помимо того, этой весной члены Екатерининского общества провели масштабную просветительскую работу в Цербстских детских садах и начальных школах, где они вместе с детьми отметили день рождения Екатерины Великой. Одетых как принцессы и принцы детей научили танцам эпохи барокко. Цербстские третьеклассники были приглашены на экскурсии по родовому замку Екатерины Великой, где им дали представление о жизни в XVIII веке.

В тесной кооперации с Государственным музеем-заповедником «Царское Село» члены основанного в 2003 г. Общества «Замок Цербст» организовали германо-российскую тематическую выставку под названием «По следам Екатерины», представленную с июня по конец сентября в Цербстском замке. По словам Дирка Херрманна, председателя Общества «Замок Цербст», выставка использовалась большой популярностью среди посетителей замка.

В сентябре в Цербстской церкви Св. Варфоломея открыли выставку под названием «Немецкое Поволжье. Неоконченная фотолетопись.». Ее инициаторами являются Международный союз немецкой культурой и Московская Немецкая Газета, издатель которой – Ольга Мартенс – в Цербсте выступала с докладом о нынешней немецкой жизни в России.

Осенью с. г. в Цербстском замке прошел концерт под названием «Петербургская серенада — концерт для императрицы Екатерины», в ходе которого прошла долгожданная премьера новых фрагментов из оперы «Екатерина — немецкая императрица», принадлежащей перу Берлинского композитора Штефана Винцберга. Впервые прозвучала ария юной Цербстской принцессы Софии «До конца моей жизни» и большая бальная музыка.

Stefan Vinzberg zur Zerbster Schlossserenade

29 сентября впервые в Цербсте прошел Большой Екатерининский Бал в нынешнем Екатерининском зале городского холла, в том построенном в стиле барокко здании, где в XVIII веке юную Цербстскую принцессу, позже Екатерину Великую, научили ездить верхом. Более аутентичного места для проведения Большого Екатерининского Бала невозможно представить!

Он был организован мэрией города Цербст/Ангальт и действующим с 1991 г. в России Международным союзом немецкой культуры. Почетным гостем Бала был Владимир Владимирович Омельницкий, глава администрации Пушкинского района Санкт-Петербурга, который в своем приветствии подчеркнул, что города Цербст и Пушкин связаны не только прошлым, не только именем Екатерины Великой, он также указал на 25-летнюю хронику их побратимства. По его мнению, одной из самых важных страниц их совместной истории является постоянный обмен школьниками. В связи с этим Омельницкий сказал: «Наши дети — они наши самые лучшие дипломаты». В июне с. г. Цербстский мэр Андреас Диттманн прилетел с рабочим визитом в Пушкин, где он принял участие в празновании Дня города.

По инициативе Министерства экономики, науки и дигитализации Саксонии-Ангальт и мэрии города Цербст/Ангальт 30 сентября и 1 октября с. г. в Цербсте состоялся 2ой германо-российский экономический Екатерининский форум, в котором приняли участие ок. 160 представителей экономики, политики, науки, культуры и образования России и Германии. Цель двустороннего форума состояла в установлении прямых контактов, несмотря на нынешние сложности в отношениях между Евросоюзом и Россией.

Не только мэрия и жители города Цербст/Ангальт в уходящем Екатерининском Году пригласили в свой город, также политики, дипломаты и ученые из России считали Цербст достойным местом для проведения своих мероприятий. Таким образом, 3 июня в замке-резиденции князей Ангальт-Цербстских был открыт Международный дипломатический форум под названием «Россия и Германия: историко-дипломатическое наследие обеих стран», на котором выступал Владимир В. Гринин, бывший посол Российской Федерации в Германии.

В августе 40 членов действующего в России Общества изучения русской усадьбы в рамках своей так называемой экспедиционной поездки по Германии посетили город Цербст/Ангальт. Кульминацией их поездки по связанным с Екатериной Великой и Романовыми местам Германии, несомненно, были посещения родового замка Екатерины Великой и основанного в 1995 г. в Цербсте Екатерининский музей.

Что осталось в памяти жителей и гостей города Цербста от уходящего Екатерининского Года?

Андреас Диттманн, мэр г. Цербст/Ангальт

«В этом году мы в Цербсте проводили целый ряд мероприятий, приуроченных юбилейным датам Екатерины Великой и 25-летию установления побратимских отношений с городом Пушкин/СанктПетербург. Особую роль для нашего города играл 2ой Екатерининский форум, потому что все его участники согласились, что Цербст/Ангальт, из-за его исторических связей с Россией, является предопределенным мостом между Россией и Германией, особенно в дипломатически трудные времена.

Кульминацией для меня лично была германо-российская выставка о жизни Екатерины Великой в только что восстановленных помещениях главного корпуса нашего замка и мой визит в Пушкин. Я очень радовался тому, что мог вперые в Цербсте приветствовать Владимира В. Омельницкого, главу администрации Пушкинского района Санкт-Петербурга.

Множество хороших бесед и положительных ответных реакций на Екатерининский форум доказали, что выбранный нами путь был правильным. То, что мы можем начать здесь, выходит далеко за рамки того, что можно ожидать от такого маленького города, как наш Цербст.

Прежде всего, я мог чувствовать, что люди заинтересованы в дальнейшем развитии отношений между Россией и Германией, независимо от того, как ЕС и НАТО официально их ценят.»

Яна Рейфарт, член правления Общество «Замок Цербст»

«В июне в Цербстском замке состоялся воркшоп для учителей русского языка, работающих в Саксонии-Ангальт. В сентября они вместе со своими школьниками посетили нашу германо-российскую выставку «По следам Екатерины». В связи с выставкой я для школьников разработала викторину, вопросы которой Аннегрет Майнцер перевела на русский язык. Таким образом, школьники могли использовать свои знания русского языка на практике.»

Мартин Шульц, член правления Кильского царского общества

«Международное историческое общество «Екатерина II» и Кильское царское общество в последние годы дружески сотрудничают. Беседы и дискуссии, проведенные на Екатерининском форуме в Цербсте, с участием высокопоставленных гостей, доказали, что Цербст является лучшим местом для углубления дружеских связей между Россией и Германией

По словам уже упомянутого в данной статье композитора Штефана Винцберга, он в 2019 г. в Цербсте нашел потенциальных партнеров для осуществления своего оперного проекта. Вместе с дизайнером Иннессой Королевой, которая работает в Калининграде и в Москве, Винцберг трудится над новым проектом, связанным с внутренним развитием Екатерины Великой: От Цербстской принцессы до Екатерины Великой. Результаты они хотят показать на 3ем Екатерининском форуме.

«Уходящий 2019 год для нас был очень насыщен многими яркими юбилейными событиями, связанными с именем Екатерины Великой. Но наша работа еще не закончена. В 2020 г. нас будет ждать еще много юбилеев: 275-летие свадьбы Екатерины II и Петра III; 30-летие установления побратимских отношений с городом Йевер; 25-летие открытия Екатерининского музея и 10-летия установления памятника Екатерине Великой в Цербсте, и возможно состоится 3ий Екатерининский форум.

2020 год будет не менее интересным и насыщенным, чем 2019 год», единогласно подчеркнули Татьяна Ниндель и Аннегрет Майнцер, члены правления Екатерининского общества.

Цербст, 16 ноября 2019 г.

Eine Retrospektive: Das Zerbster Katharina-Jahr 2019

Eine Retrospektive: Das Zerbster Katharina-Jahr 2019

Annegret Mainzer, Zerbst

Das Jahr 2019 neigt sich unaufhaltsam seinem Ende zu. Mit Fug und Recht kann es als Katharina-Jahr in Zerbst/Anhalt bezeichnet werden, in dem sich Russen und Deutsche in der Heimatstadt Katharinas der Großen, nämlich in Zerbst/Anhalt, trafen und für die Festigung und den künftigen Ausbau der deutsch-russischen Beziehungen votierten. Außerdem jährt sich am 17. November der Todestag von Katharina II., einer geborenen Prinzessin von Anhalt-Zerbst,, zum 223. Male, es ist also an der Zeit, das Zerbster Katharina-Jahr 2019 Revue passieren zu lassen.

Aus Anlass des diesjährigen 290. Geburtstages von Katharina II. und des 25-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft zwischen Zerbst/Anhalt und Puschkin/ St. Petersburg wurde in Zerbst unter der Federführung von Bürgermeister Andreas Dittmann, des Ministeriums für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung Sachsen-Anhalts sowie auf Initiativen des Internationalen Fördervereines „Katharina II.“ Zerbst e.V. und des Fördervereins Schloss Zerbst e.V. und bei aktiver Mitwirkung von Anhalt-Zerbster Unternehmen eine Vielzahl von deutsch-russischen Begegnungen unterschiedlichen Formats ins Leben gerufen.

Das Zerbster Katharina-Jahr startete am 09. Januar, als sich die Abreise der jungen Prinzessin von Zerbst nach Russland zum 275. Male jährte. Deshalb zeigte der Katharina-Verein in der Zerbster Filiale der Sparkasse Anhalt-Bitterfeld eine Ausstellung über die Leistungen Katharinas der Großen in Russland. Die Mitglieder des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e. V. leisteten 2019 eine intensive aufklärerische, wertvolle pädagogische Arbeit in den hiesigen Grundschulen und Kitas. Somit stand die frühzeitige Nachwuchsgewinnung im Fokus ihrer diesjährigen Tätigkeit. Kostümiert als Prinzessin oder Prinz konnten die Jüngsten auf ihren Geburtstagspartys für Katharina II. erste barocke Tanzschritte erlernen und so manches Wissenswerte aus dem Leben einer Prinzessin erfahren. Den Zerbster Drittklässlern wurden im Rahmen ihres Sachunterrichts informative Führungen durch das Zerbster Schloss geboten.

In Kooperation mit dem Staatlichen Museumsreservat „Zarskoje Selo“ in unserer Partnerstadt Puschkin eröffnete der Schlossverein am 01. Juni im Zerbster Schloss die russisch-deutsche Sonderausstellung „Auf den Spuren Katharinas“. Anwesend waren auch Vertreter von Zarskoje Selo sowie der Botschaft der Russlands in Deutschland. In Vorbereitung dieser Ausstellung arbeiteten Schloss- und Katharina-Verein eng zusammen, vor allem die Übersetzungsarbeiten betreffend. Ende Juni hatte der Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann an den Feierlichkeiten anlässlich des Stadtgeburtstages von Puschkin/St. Petersburg teilgenommen. „Die Aufführung der Carmina Burana im Mariinsky Konzerthaus in St. Petersburg war dabei etwas ganz Besonderes“, erinnerte Dittmann sich.

Im September wurde in der Hof- und Stiftskirche St. Bartholomäi zu Zerbst die Fotoausstellung „Das deutsche Wolgagebiet. Eine unvollendete Fotogeschichte.“ eröffnet. Ihre Initiatoren sind der seit 1991 in und außerhalb von Russland agierende Internationale Verband der deutschen Kultur (IDVK) und die Moskauer Deutsche Zeitung, deren Herausgeberin Olga Martens zur Eröffnung in Zerbst sprach. Am Abend des 21. Septembers lud der Förderverein Schloss Zerbst e.V. zur 13. Schlossserenade unter dem Motto „Petersburger Serenade – ein Konzert für Katharina“ ein. Höhepunkte des Abends stellten zweifelsohne die Uraufführungen der Arie der Zerbster Prinzessin Sophie und der Ballmusik aus der Oper „Katharina- eine deutsche Zarin“ dar, an deren Vollendung zurzeit noch der Berliner Komponist Stefan Vinzberg arbeitet.

Stefan Vinzberg zur Zerbster Schlossserenade

Zum Großen Katharina-Ball luden am 29. Oktober die Stadt Zerbst und der IDVK erstmals nach Zerbst ein. Ein Ehrengast des Balls war Wladimir W. Omelnitzky, Chef der Verwaltung des Puschkiner Bezirks von St. Petersburg. Anlässlich unserer 25-jährigen Städtepartnerschaft überbrachte er die Grüße aus unserer Partnerstadt Puschkin und verwies auf den langjährigen Schüleraustausch zwischen dem Zerbster Gymnasium Francisceum und dem Gymnasium Nr. 406 in Puschkin: „Dieser Austausch bringt unsere Menschen näher und die Kinder sind unsere besten Diplomaten.“

Volksdiplomatie oder ziviler Ungehorsam – was ist das 2. Deutsch-Russische Katharina-Forum?“ – diese Frage stellte am Tag nach dem Katharina-Ball Bürgermeister Andreas Dittmann den Forumsteilnehmern. Etwa 160 Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Kultur, Wissenschaft Russlands und Deutschlands tauschten sich zwei Tage lang in Zerbst/Anhalt aus, um trotz bestehender Unstimmigkeiten zwischen der Europäischen Union und Russland bestehende Kooperationen zu intensivieren, neue zu starten.

Nicht nur die Zerbster luden in ihrem Katharina-Jahr in ihre Stadt ein, auch von außerhalb wurde Zerbst für würdig befunden, Austragungsort für verschiedene Veranstaltungen zu sein. So fand Anfang Juni die Eröffnung des Internationalen Diplomatenforums „Russland und Deutschland: Ein historisch-diplomatisches Erbe beider Länder“ im Schloss zu Zerbst/Anhalt, statt. Ende August konnte in Zerbst der Katharina-Verein 40 Mitglieder der „Gesellschaft zur Erforschung der russischen Villa“ mit Sitz in Moskau begrüßen. Die dort tätigen russischen Historiker, Kunsthistoriker, Museumsdirektoren, Archivare usw. hatten sich ganz bewusst für eine Reise nach Anhalt entschieden.

russische Historiker am Zerbster Denkmal für Katharina II.

Zahlreiche Zerbster und auch auswärtige Gäste konnten an den erwähnten Veranstaltungen teilnehmen. Welche Eindrücke haben sie aus Zerbst mitgenommen? Woran denken sie gern zurück?

russianhalthistory fragte nach:

Die vielen Katharina-Projekte in diesem Jahr in Zerbst hatten neben den Jubiläumsdaten Katharinas auch lokale Gründe- so die 25-jährige Städtepartnerschaft mit Puschkin/St.Petersburg. Für die Stadt selbst ist das 2. Katharina-Forum von herausragender Bedeutung, denn alle Teilnehmer waren sich darin einig, dass unsere Stadt aufgrund ihrer historischen Beziehungen über Katharina zu Russland ein prädestinierter Brückenschlag ist, gerade in diplomatisch schwierigen Zeiten“, blickt Bürgermeister Andreas Dittmann zurück. „Die vielen guten Gespräche und die tolle Resonanz zum Katharina-Forum haben Mut gemacht, diesen Weg weiter zu gehen. Was wir hier bewegen können, geht weit über das hinaus, was man gemeinhin einer kleinen Stadt wie unserer zutraut. Für mich ist das praktische Arbeit zur Verbesserung der bilateralen Beziehungen. Ich habe vor allem spüren können, dass es den Menschen egal ist, wie man offiziell in der EU oder in der NATO die Beziehungen zu Russland bewertet. Vor allem habe ich den Wunsch und den Willen für mehr Verständigung gespürt und das ist gut so“, resümiert er weiter. Des Weiteren stellten seine Reise nach Puschkin, die Ausstellung „Auf den Spuren Katharinas“ im gerade sanierten Corps de Logis des Schlosses sowie der Besuch seines Puschkiner Amtskollegen Wladimir Omelnitzky in Zerbst für ihn persönliche Höhepunkte des Zerbster Katharina-Jahres dar.

W. Omelnitzky (3.v.l.) zur Balleröffnung in Zerbst

Jana Reifarth vom Vorstand des Schlossvereins resümiert wie folgt: „Neben Katharina-Forum mit Ball und deutsch-russischer Sonderausstellung erinnere ich mich nachhaltig an eine Fortbildung für Russischlehrer/innen aus Sachsen-Anhalt, die ich im Juni mitgestaltete. Im September besuchten Russischklassen aus Calbe, Tangermünde und Genthin unsere zweisprachige Sonderausstellung im Schloss. Ausstellungsbegleitend hatte ich ein Quiz für sie vorbereitet, das Annegret Mainzer ins Russische übersetzte. So konnten die Klassen ihre Fremdsprachenkenntnisse praxisorientiert anwenden“.

Am Katharina-Ball und ~-Forum nahmen auch Mitglieder des Kieler Zarenvereins, der mit dem Katharina-Verein freundschaftlich zusammenarbeitet, teil. Darüber schreibt der Kieler Martin Schulz: „Geboten wurden zahlreiche Vorträge und Diskussionen mit regem Gedankenaustausch zwischen hochkarätigen Gästen. Gesellschaftlicher Höhepunkt war der Katharina-Ball, der beredtes Zeugnis von der Gastfreundschaft der Zerbster ablegte“. Zu den Baufortschritten im Zerbster Schloss meint Martin Schult: „Nicht zu Unrecht stand auch das Zerbster Schloss im Mittelpunkt, durch kluge vorläufige Renovierungsmaßnahmen als solches wieder erlebbar gemacht und die Ausstellungen zur Historie von hohem Informationswert. Gleiches gilt für die Hof- und Stiftskirche St. Bartholomäi mit der beeindruckenden Fotoausstellung über die Geschichte der Wolgadeutschen“.

Stefan Vinzberg, Komponist der bereits erwähnten Katharina-Oper und Teilnehmer sowohl am 1. wie auch am 2. Katharina-Forum, hat durch die deutsch-russischen Begegnungen in Zerbst Partner für sein musikalisches Katharina-Projekt gefunden. Gemeinsam mit der in Kaliningrad und Moskau arbeitenden russischen Designerin Inessa Koroleva wird Vinzberg ein Projekt erarbeiten, das uns den inneren Weg der Zerbster Prinzessin von Zerbst nach Moskau auf den Thron Russlands nachvollziehen lässt und es auf dem nächsten Forum präsentieren.

In den sozialen Netzwerken waren noch mehr derartige positive Äußerungen über die Katharina-Aktivitäten in Zerbst zu lesen. „Wir haben bald das Jahr 2019 hinter uns gebracht, jedoch keine Zeit zum Ausruhen, denn 2020 stehen wieder Jubiläen, die uns fordern, auf der Agenda, zum Beispiel, 275 Jahre Heirat von Katharina II. und Peter III., 25 Jahre Sammlung Katharina II. und 10 Jahre Katharina-Denkmal in Zerbst, 30 Jahre Städtepartnerschaft mit Jever und vielleicht ein 3. Katharina-Forum?“, blicken Tatyana Nindel und Annegret Mainzer vom Vorstand des Katharina-Vereins voraus.

Zerbst, den 15.11.2019

Впервые прошел Большой Екатерининский Бал в Цербсте/Ангальт

Впервые прошел Большой Екатерининский Бал в Цербсте/Ангальт

Директор Бала Ольга Мартенс: «Екатерина Великая была бы довольна этим Балом»

Аннегрет Майнцер, Цербст

29 сентября в стенах Екатерининского зала городского холла в Цербсте/Ангальт с успехом прошел Большой Екатерининский Бал.

Спустя 5 лет родилась идея проведения Большого Екатерининского Бала у членов действующего с 1991 г. в России Международного союза немецкой культурой (МСНК), являющегося крупнейшей общественной организацией немцев России.

По словам Ольги Мартенс, директора Бала и первого заместителя председателя МСНК, Большой Екатерининский Бал является масштабным культурно-просветительским проектом, поддержку которому оказывает Правительство Москвы.

Большой Екатерининский Бал проводится ежегодно с 2015 г. в залах Большого дворца музея-заповедника Царицыно под Москвой. Делегации мэрии города Цербста/Ангальт приняли участие в Больших Екатеринински Балах, проведенных в 2016, 2017 и 2018 годах.

Цербстская делегация в 2016 г. на Балу в Москве

В восточногерманском городе Цербсте/Ангальт, на Родине российской императрицы Екатерины Великой, в последние годы по инициативе основанного в 1992 г. Международного исторического общества Екатерина II развивалась традиция выбрать среди Цербстских учениц в возрасте 13 -16 лет принцессу Ангальт-Цербстскую. Уже две избранные принцессы Ангальт-Цербстские — Эстер Энке и Фридерике Бек — посетили Большой Екатерининский Бал в Москве – в 2016 и 2018 годах.

Большой Екатерининский Бал в конце сентября впервые прошел в Цербсте/Ангальт. Он был организован членами МСНК и Цербстской мэрией в тесном сотрудничестве с Международным историческим обществом Екатерина II.

В здании Цербстского городского холла, которое было построено в стиле барокко, в XVIII веке разместили манеж князей Ангальт-Цербстских, в котором молодую Цербстскую принцессу, позжую российскую императрицу, научили ездить верхом. Место для проведения Большого Екатерининского Бала в Цербсте не могло быть более аутентичным.

«290-летие со дня рождения Екаетрины Великой и 25-летие установления побратимских отношений между городами Цербст/Ангальт и Пушкин/Санкт-Петербург — это прекрасные причины для проведения Большого Екатерининского Бала в Цербсте», такими словами Андреас Диттманн, мэр Цербста/Ангальт, приветствовал гостей Бала.

мэр А. Диттманн и делегации из городов-побратимов Пушкина и Йевера

 

Среди почетных гостей Бала были его директор Ольга Мартенс, Генрих Мартенс, председатель МСНК и член Совета при Президенте Российской Федерации по межнациональным отношениям, Владимир Владимирович Омельницкий, глава администрации Пушкинского района Санкт-Петербурга, Андрей Леонидович Вертлужских, депутат Государственной Думы Российской Федерации и Ян Эдо Альберс, мэр города Йевера, явяющегося с 1990 г. городом-побратимым Цербста.

Ольга и Генрих Мартенс среди юных принцесс

На открытии Большого Екатерининского Бала в Цербсте Андреас Диттманн подчеркнул: «Мы очень рады тому, что в этом юбилейном году нам удалось привезти Большой Екатерининский Бал в Цербст».

официальное открытие

В церемонии открытия Бала приняла участие его директор Ольга Мартенс. По ее словам, маленькая Цербстская принцесса, которая совершила это длительное путешествие в Россию, была бы довольна этим Балом и этим пратнерством в Цербсте.

С приветственным словам к собравшимся гостям Бала обратился Владимир В. Омельницкий, глава администрации Пушкинского района Санкт-Петербурга. По его мнению, Цербст и Пушкин объединяет не только прошлое, не только история Екатерины Великой, но и нынешнее сотрудничество в сферах культуры и образования. Он в связи с этим указал на сотрудничество между Цербстской гимназией Франсисеум в Цербсте и гимназией № 406 в Пушкине. Школьники из Цербста приезжают в Пушкин, а из Пушкина — в Цербст. «Дети — это наши лучшие дипломаты», отметил Омельницкий.

В программу Большого Екатерининского Бала в Цербсте были включены выступления танцевальных коллективов: Дрезденский придворный танец (Dresdner Hoftanz e.V.), Танцевальный клуб г.Цербста (Tanzklub Zerbst e.V.). Белинская сопранистка Нателья Нежинская исполнила песню Джудитты из одноименной оперетты.

полонез

Под руководством танцмейстеров Анны Николаевной и Сергея Сосницкого из Москвы гости Бала исполнили вальс, полонез, аллеманду и другие танцы. Бал открылся торжественным полонезом с участием всех почетных гостей вечера.

На Балу в Цербсте прошла благотворительная лотерея. Все собранные средства были направлены на продолжение восстановления разрушенного 16 апреля 1945 г. Цербстский замок. Дирк Херрманн, председатель основанного в 2003 г. некоммерческого Общества Замок Цербст, поблагодарил организотороа лотереи за эту помощь.

Большой Екатерининский Бал — 2020 года ждет гостей в Москве 12 сентября!

Большой Екатерининский Бал в Цербсте прошел накануне 2 Германо-российского экономического Екатерининского Форума, который начал свою работу 30 сентября, в том же зале, где вечером 29 сентября прозвучали вальсы и польки.

Цербст, 03 октября 2019 г.

Триумфальное музыкальное возвращение Екатерины Великой на немецкую Родину

Триумфальное музыкальное возвращение Екатерины Великой на немецкую Родину

 

Аннегрет Майнцер, Цербст

21 сентября с. г. в родовом замке российской императрицы Екатерины Великой в г. Цербст/Ангальт прошел грандиозный концерт-бенефис под названием Петербургская серенада — концерт для императрицы Екатерины, приуроченный к 290-летию со дня рождения Екатерины Великой.

В связи с этим концертом собранные средства передали некоммерческому Обществу «Замок Цербст», чья цель состоится в восстановлении разрушенного в апреле 1945 г. Цербстского замка.

Гостей и музыкантов-художников приветствовал Дирк Херрманн, председатель Общества Замок Цербст. Среди гостей были Андреас Диттманн, мэр г. Цербст/Ангальт, и композитор Штефан Винцберг, который написал оперу Екатерина- немецкая императрица.

приветствие гостей

Ян Михаэль Хорстманн в этот вечер был не только главным дирижером Среднегерманского камерного оркестра г. Шенебек, он также выступил ведущим вечера.

Первое отделение концерта под названием Цербст началось с Йоганна Штрауса-сына, короля вальсов. Прозвучал его почти забытый в наши дни вальс У Эльбы, чья премьера прошла 28 ноября 1897 г. в Вене.

Была исполнена увертюра к сюиту, написанная немецким композитором Йоганном Фридрихом Фашом (1688-1758), который в 1722 г. был назначен придворным капельмейстером князя Ангальт-Цербстского.

Также прозвучала увертюра к оркестровому сюиту Москвичи, принадлежажая перу композитора Георга Филиппа Телеманна, родившегося в 1681 г. в Магдебурге. Кстати, его внук — Георг Михаэль Телеманн (*1748 г.) в 1773 г. был назначен музыкальным дирктором и кантором главного собора в Риге, где он умер в 1831 году.

Вернемся к концерту в Цербстском замке: Вне сомнения — одной из кульминаций концерта была премьера арии Цербстской принцессы Софии До конца моей жизни из оперы Екатерина- немецкая императрица Берлинского композитора Штефана Винцберга. Арию исполнила немецко-марроканская сопранистка Мириам Сабба. Она восхитила слушателей своим мастерством вокала.

сопранистка Мириам Сабба

Второе отделение вечернего концерта было посвящено городу Санкт-Петербургу. Прозвучали музыкальные шедевры итальянского оперного композитора Франческо Доменико Арайя (1709-1767/1771?), который был придворным капельмейстером при Елизавете Петровне (1709-1761). Арию из его оперы Сила любви и ненависти пела сопранистка Мириам Сабба.

Слушатели концерта в этот вечер пережили минуты волнения и радости — премьеру бальной музыки из опера Винцберга. Сочиняя бальную музыку, он подумал о бальном вечере в Цербстском замке, рассказал композитор Штефан Винцберг.

композитор Штефан Винцберг

Из оперы Антигона итальянского композитора Томмазо Траэтта (1727-1779) прозвучала ария Закончились мои мучения. Траэтта с 1769-1775 гг. был придворным капельмейстером при Екатерине Великой в Санкт-Петербурге.

Достойным завершением концерта в Цербстском замке стал известный вальс Прощание с Санкт-Петербургом, который Йоганн Штраус-сын написал в память о своих неоднократных гастролях в России. В связи с этим нельзя забыть о том, что он был дирижером известных в то время Павловских летних концертов на протяжении десять лет.

Все выбранные дирижером Я. М. Хорстманн музыкальные произведения для концерта в Цербстском замке были связаны с жизнью Екатерины Великой, с ее немецкой и русской родиной.

Мысль о долголетних мирных отношениях между немцами и русскими, вообще, прошла красной нитью через весь концерт.

Все — сопранистка, дирижер и ведущий и оркестр -, несомненно, на высоте. Время для слушателей пролетело незаметно, это объясняется не только великолепным исполнением описанных в статье музыкальных шедевров, но также живым красноречием ведущего.

Аннегрет Майнцер, автор данной статьи, и Штефан Винцберг

Цербст, 27 сентября 2019 г.

 

21 сентября: Концерт-Бенефис в Цербстском замке посвящен Екатерине Великой

21 сентября: Концерт-Бенефис в Цербстском замке посвящен Екатерине Великой

 

Аннегрет Майнцер, Цербст

Это стало традицией- раз в году в Цербстском замке проходит концерт-бенефис. Доход от него полностью поступает в пользу деятельности членов основанного в марте 2003 года общества «Замок Цербст». Его члены постоянно заботятся о восстановлении разрушенного в апреле 1945 года Цербстского замка, родового замка российской императрицы Екатерины Великой, урожденной принцессы Ангальт-Цербстской.

Denkmal für Katharina II. mit Blick auf Schloss Zerbst

В этом году в городе Цербст/Ангальт отмечают два юбилея: 290 летие со дня рождения Екатерины Великой и 25 летие установления дружеских побратимских отношений между городами Цербст/Ангальт и Пушкин/Санкт-Петербург.

Концерт под названием «Петербургская серенада — концерт для императрицы Екатерины» состоится 21 сентября с.г. в замке Цербст.

В концертную программу будут включены фрагменты из оперы «Екатерина — немецкая императрица», которая принадлежит перу Берлинского композитора Штефана Винцберга.

Будут исполнены увертюра, ария Цербстской принцессы Софии и бальная музыка. Арию принцессы «До конца моей жизни» исполнит немецко-марокканская  сопранистка Мириам Сабба.

Премьера первых фрагментов из оперы Винцберга состоялась осенью прошлого года в замке Дорнбург, где родился князь Христиан Август Ангальт-Цербстский, отец Екатерины Великой.

https://russianhalthistory.wordpress.com/2018/09/25/katharina-oper-dornburg/

В начале концерта в Цербстском замке прозвучит вальс «У реки Эльбы» композитора Йоганна Штрауса-сына, вошедшего в историю как «король вальсов». Концерт завершится его известным вальсом «Прощание с Санкт-Петербургом», который Штраус написал в память о своем пребывании в России.

Прозвучат также произведения Йоганна Фридриха Фаша и Франческо Арайя в исполнении Среднегераманского камерного филармонического оркестра под руководством дирижера Ян Михаэль Хорстманн.

1 августа с.г. начинается продажа билетов на концерт в бюро туризма города Цербст/Ангальт. Тел. 03923 23 51

Цербст, 25 июля 2019 г.

Katharinaverein sagt „Dankeschön“ den Sponsoren

Katharinaverein sagt „Dankeschön“ den Sponsoren

Annegret Mainzer, Zerbst

Am 25. Juni begrüßten im Schloss Zerbst die Vereinsmitglieder des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V. und Mandy Baum, Inhaberin der Zerbster Firma ASKOM, Vertreterinnen und Vertreter der Firmen, die auf der diesjährigen Gewerbefachausstellung die 15. Münzprägeaktion tatkräftig unterstützt hatten.

Aufgrund des 290. Geburtstages von Zarin Katharina II. und der 25-jährigen Städtepartnerschaft zwischen Zerbst/Anhalt und Puschkin/St. Petersburg kommt der Erlös der Münzprägeaktion in diesem Jahr dem Internationalen Förderverein „Katharina II.“ Zerbst e.V. zugute.

Da der Katharinaverein die Firma ASKOM an den Ausstellungstagen personell sehr intensiv unterstützt hatte – stets waren mindestens ein Vereinsmitglied und eine Prinzessin vor Ort – sei die stattliche Summe von 1820 Euro zusammengekommen, die bisher bei dieser Aktion erzielte Höchstsumme, so Mandy Baum.

Die symbolische Scheckübergabe erfolgte auch im Beisein jener Zerbster Prinzessinnen, d.h. jener Zerbster Schülerinnen, die sich im Mai vorigen Jahres im Rahmen des 2. Zerbster Prinzessinnenfestes um den Titel „Prinzessin von Anhalt-Zerbst“ beworben hatten. Inzwischen sind die fünf Mädchen keine Konkurrentinnen mehr, sondern unterstützen im Team die vielseitigen, manchmal auch zeitraubenden Aktivitäten des Katharinavereins, bei Bedarf auch die des Schlossvereins.

Im Anschluss an die Scheckübergabe präsentierten die Vereinsmitglieder des Katharinavereins gemeinsam mit den Prinzessinnen den Gästen aus der Anhalt-Zerbster Wirtschaft ihre Ausstellungsräume im Zerbster Schloss. So bekamen diese nicht nur einen Einblick in die Familiengeschichte Katharinas II.und in die Wirtschaft Russlands zur Zeit Katharinas II., sie wurden auch über die ehrenamtlichen Aktivitäten des Katharinavereins informiert.

Die erhaltenen Gelder nutze der Katharinaverein vor allem dafür, seinen Fundus an barocken Kleidern aufzustocken und die Roll ups der mobilen Ausstellung über die Leistungen Katharinas II. zu ergänzen, teilt Vereinsmitglied Johanna Lüdecke mit.

Zerbst, den 28.06.2019

Fotos: Johanna Lüdecke, Annegret Mainzer

Russisch-deutsche Sonderausstellung „Auf den Spuren Katharinas“ im Schloss Zerbst eröffnet

Russisch-deutsche Sonderausstellung „Auf den Spuren Katharinas“ im Schloss Zerbst eröffnet

Annegret Mainzer, Zerbst

Im November 2018 reisten Dirk Herrmann, Vorsitzender des seit dem Jahr 2003 in Zerbst/Anhalt agierenden Fördervereins Schloss Zerbst e.V., und Vereinsmitglied Annegret Mainzer nach Puschkin/St. Petersburg, um dort bei einem Arbeitstreffen mit Olga Taratynova,  Direktorin des Staatlichen Museumsreservats „Zarskoje Selo“, Einzelheiten der gemeinsamen Ausstellung „Auf den Spuren Katharinas“ zu erörtern. Dem folgte am 09. November 2018 die beiderseitige Vertragsunterzeichnug zur Durchführung und Präsentation der Ausstellung im Jahr 2019 im Zerbster Schloss, der einstigen Residenz der Fürsten von Anhalt-Zerbst. Aus diesem Geschlecht stammt auch die russische Zarin Katharina die Große, deren Name die Städte Zerbst/Anhalt und Puschkin/St. Petersburg verbindet. Bereits im Herbst 1994 wurde deshalb der Vertrag über die Partnerschaft zwischen den beiden Städdten unterzeichnet.

 

 

Anlässlich des diesjährigen 290. Geburtstags von Zarin Katharina der Großen, einer geborenen Prinzessin von Anhalt-Zerbst, und des 25-jährigen Städtepartnerschaftsjubiläums wurde am 01. Juni diesen Jahres die eingangs erwähnte russsich-deutsche Sonderausstellung „Auf den Spuren Katharinas“ festlich im Schloss Zerbst eröffnet und zwar in den in den unteren Etagen des Corps de logis befindlichen Gemächern, deren Sanierung im ersten Quartal 2019 abgeschlossen werden konnte. Im zweiten Obergeschoss dieses Schlosstraktes befanden sich einst die Gemächer, die die junge Zerbster Prinzessin bis zu ihrer Abreise nach Russland im Jahr 1744 bewohnt hatte. Zurzeit harren die durch anglo-amerikanisches Bombardement am 16. April 1945 zerstörten Jugendzimmer Katharinas II. noch ihrer Wiederherstellung.

Die Sonderausstellung setzt sich aus zwei Teilen zusammen: Der Eingangsteil der Ausstellung informiert über einige Aspekte der Kindheit und Jugend Katharinas II., während der zweite, der weitaus größere Ausstellungteil verschiedene Zeichnungen, Stiche und Aquarelle russischer und ausländischer Künstler des 18./ 19. Jahrhunderts, die in digitaler Form vom Staatlichen Museumsreservat „Zarskoje Selo“ zur Verfügung gestellt wurden, vor allem jene Plätze im Katharinapark in Zarskoje Selo zeigen, die auch Kaatharina II. begeisterten. Parallel dazu werden Fotos aus den Jahren 2017/2018 gezeigt, sodass die Besucher die Veränderungen, die sich im Park seit dem 18. Jahrhundert vollzogen  haben, nachvollziehen können.

 

Zur Ausstellungseröffnung, die von Schülerinnen der Zerbster Musikschule „Johann Friedrich Fasch“musikalisch umrahmt wurde, kamen gut 120 interessierte Gäste. ins Zerbster Schloss.

Unter ihnen konnte Vereinsvorsitzender Dirk Herrmann u.a. Mikhail Korolev, Attachè an der Botschaft der Russischen Förderation in Berlin, Tatyana Serpinskaya und Natalya Lancaray, die Vertreterinnen des Staatlichen Museumsreservats „Zarskoje Selo“, sowie den vor einer Woche wieder gewählten Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann begrüßen.

 

In seiner Begrüßung dankte Dirk Herrman nicht nur den Unterstüzern und Sponsoren dieser Ausstellung, auch wüdigte er die ehrenamtliche Arbeit der Übersetzerinnen Olga Tidde und Annegret Mainzer. Die Ausstellungskonzeption wurde vom Vereinsvorsitzenden selbst erstellt. Tatyana Nindel, Vorsitzende des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V., dolmetschte während de Eröffnungszeremonie.

Diesem Dank von Dirk Herrmann schloss sich Bürgermeister Andreas Dittmann in seinem Grußwort an und verwies dabei zum wiederholten Male auf das besondere Potenzial, auf die besondere Rolle von Schloss Zerbst in der Bewahrung des europäischen und Weltfriedens. Russland sei kein Feind, so Bürgermeister Dittmann, in Zerbst schätze und pflege man die freundschaftlichen Beziehungen zu russischen Partnern sehr.

In diesen Tenor stimmte das Grußwort von Direktorin Olga Taratynova, das Tatyana Serpinskaya verlas, ein. Olga Taratynova würdigte die titanische Arbeit der Mitglieder des Schlossvereins bei der Sicherung und beim Wiederaufbau des in den letzten Tagen des 2. Weltkriegs zerstörten Zerbster Schlosses. Ebenso wie ihre Vorredner ist Taratynova davon überzeugt, dass Schloss Zerbst künftig in der Vertiefung der deutsch-russischen Beziehungen einen besonderen Platz einnehmen könne.

Im Anschluss an die Eröfnungsreden lud Prinzessin Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst, dargestellt von  Svenja Reifarth, die Gäste zum Rundgang durch die Ausstellung ein. Dabei kam es auch zum regen Meinungs- und Informationsaustausch zwischen den russischen und deutschen Gästen.

Die Ausstellung ist bis zum 29. September 2019 wie folgt geöffnet:

dienstags – samstags 10.00-12.00 Uhr u. 13.00-17.00 Uhr

letzter Einlass: 11.30 Uhr bzw. 16.30 Uhr

außer an Feiertagen und nicht am 15.06. und 06.09. 2019

weitere Informationen unter: https://www.schloss-zerbst-ev.de/

Zerbst, den 02.06.2019

Kiel/Zerbst: Festakt und Zerbster Gratulation zum 10. Geburtstag des Kieler Zarenvereins

Kiel/Zerbst: Festakt und Zerbster Gratulation zum 10. Geburtstag des Kieler Zarenvereins

Annegret Mainzer, Zerbst

Am 15. Dezember 2008 gründete sich in Kiel der Verein Ein Denkmal in Kiel für Herzog Carl Peter Ulrich von Holstein-Gottorf zugleich als Peter III. Zar und Kaiser des Russischen Reiches mit dem Ziel, das Leben und Wirken seines Namensgebers tiefgründiger zu hinterfragen, dessen bis dato negatives Bild in der Geschichtsschreibung aufgrund aktueller Forschungen richtigzustellen. Auf den Tag genau zehn Jahre später lud besagter Verein, der sich jetzt einprägsamer Kieler Zarenverein nennt, zum Festakt in die Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek Kiel ein, um sein zehnjähriges Bestehen zu begehen.

Nicht wenig Prominenz folgte dieser Einladung des Kieler Zarenvereins, so konnte der Vereinsvorsitzende Jörg Ulrich Stange unter den Gästen Hans-Werner Tovar, den Stadtpräsidenten der Landeshauptstadt Kiel, Andrei Sharashkin, den Generalkonsul der Russischen Förderation in Hamburg, Vizekonsul Mikhail Marin, Herzog Huno von Oldenburg mit seiner Gattin sowie Annegret Mainzer, Vorstandsmitglied des seit 1992 agierenden Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V., aber auch weitere Vertreter deutsch-russischer Organisationen begrüßen.

Vereinsvorsitzender Jörg Ulrich Stange

Der Festakt, ein niveauvoller Mix aus Retrospektive und Perspektive bezüglich des Wirkens des Kieler Zarenvereins, wurde musikalisch umrahmt von der deutsch-russischen Musikerfamilie Schallhorn-Torianik: Oxana Torianik (Flügel), Adelia Schallhorn (Flöte) und Benjamin Schallhorn (Violine). Ein Hochgenuss für die Gäste des Abends – die professionelle Darbietung von Stücken durch die Familie Schallhorn-Torianik, die unter anderem aus der Feder von Tschaikowski und Händel stammen. Die Künstler wurden für ihre Auftritte mit langanhaltendem Beifall und Bravorufen belohnt.

Auftritt der Familie Schallhorn-Torianik

Hans-Werner Tovar, Stadtpräsident der Landeshauptstadt Kiel, würdigte in seinem Grußwort insbesondere die Bemühungen des Kieler Zarenvereins um die Aufstellung eines Denkmals für Zar Peter III. am Kieler Schloss, die im Jahr 2014 erfolgte.

https://russianhalthistory.wordpress.com/2014/08/17/ein-kieler-junge-kehrt-zuruck-enthullung-des-denkmals-fur-zar-peter-iii-%d0%b2%d0%be%d0%b7%d0%b2%d1%80%d0%b0%d1%89%d0%b5%d0%bd%d0%b8%d0%b5-%d0%bc%d0%b0%d0%bb%d1%8c%d1%87%d0%b8%d0%ba%d0%b0/

Ein Verdienst des Kieler Zarenvereins sei es auch, so Stadtpräsident Tovar, das Jahrhunderte in der Geschichtsschreibung gepflegte negative Bild von Zar Peter III., dem Kieler Jung´, auf der Grundlage ernsthafter Forschungen und Archivrecherche zu verändern. Zwar habe der aus Kiel stammende Zar Peter III. lediglich 186 Tage regieren dürfen, aber diese kurze Zeit habe er genutzt, um über 200 Gesetze und Verordnungen zu initiieren. Diese seien größtenteils im Sinne der Aufklärung und Modernisierung Russlands gewesen, wie auch der Vereinsvorsitzende Jörg Ulrich Stange in seiner Festrede anmerkte.

Generalkonsul Andrei Sharashkin u. Vizekonsul Mikhail Marin

Andrei Sharashkin, Generalkonsul der Russischen Förderation in Hamburg, gratulierte nicht nur zum Vereinsjubiläum, er dankte in seinem Grußwort den Mitgliedern des Kieler Zarenvereins für ihre Aktivitäten um die Festigung der deutsch-russischen Beziehungen sozusagen „von unten“ her. Zudem betonte Generalkonsul Sharashkin auch die nicht unwichtige Rolle der Deutschen wie Zar Peter III. und Zarin Katharina II. und unzähliger ihrer Landsleute für die Entwicklung bzw. Modernisierung Russlands in den vergangenen Jahrhunderten.

Glückwünsche und die Gratulation zum 10. Geburtstag des Kieler Zarenvereins überbrachte ebenfalls Annegret Mainzer vom Vorstand des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e. V. sowie vom Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann. An zahlreiche gemeinsame Veranstaltungen des Kieler Zarenvereins und des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“Zerbst e. V.,- Ausstellungen, Vorträge, Spielszenen, die in Zerbst, Kiel und Berlin stattfanden,auch an gemeinsame Exkursionen u.a. im Sommer 2018 nach Sankt Petersburg erinnerte Annegret Mainzer.

Grußwort: Annegret Mainzer aus Zerbst

Sie überreichte dem Vereinsvorsitzenden Stange sozusagen als Geburtstagsgeschenk eine „Zerbster Pressemappe“ mit „Kieler Inhalt“, das heißt eine Sammlung von Artikeln über die gemeinsamen Aktivitäten von Katharina- und Zarenverein und forderte auf, gemeinsam neue Kapitel hinzuzufügen.

Auch Vereinsvorsitzender Jörg Ulrich Stange würdigte die Zusammenarbeit mit dem Internationalen Förderverein „Katharina II.“ Zerbst e. V. und sowohl Mainzer wie auch Stange waren sich darin einig, dass es nicht an ihnen sei, die Ehezwistigkeiten von Katharina und Peter fortzusetzen.

In seinen weiteren Ausführungen hielt der Vereinsvorsitzende Stange nicht nur Rückschau auf das erste Jahrzehnt des Kieler Zarenvereins, er erinnerte nochmals an des Zustandekommen des Kontakts zum international tätigen russischen Bildhauer Alexander Taratynov, der das Denkmal für Zar Peter III. in Kiel geschaffen hatte. „Es sei ein Denkmal für einen Sozialreformer und Friedenstifter, der aber ungeschickterweise seine neue Politik mit Hast und Ungeduld durchsetzen wollte und dabei daran scheiterte, ja scheitern musste, angesichts der Gegenpartei am Hofe, bestehend aus Klerus und Adel, die jene Reformen als Bedrohung sahen, die dem russischen Volk die Befreiung vom Joch gebracht hätten“, führte Stange weiter aus.

Trotz der Aufstellung des Denkmals für Zar Peter III. in Kiel und seines Pendants in Oranienbaum (heute: Lomonossow/ Russland) habe der Kieler Zarenverein noch 2-3 ambitionierte Pläne, so Stange. In Planung sei unter anderem ein deutsch-russisches Symposium, auf dem deutsche und russische Historiker den neuesten Forschungsstand zu diesem Thema vortragen und austauschen. Es könnte daraus eine Tagungsreihe im Wechsel zwischen Kiel und St. Petersburg bzw. auch Oranienbaum/Lomonossow geben, an der sich auch der Internationale Förderverein „Katharina II.“ aus Zerbst beteiligen könnte.

Der Festakt endete mit dem Singen des Schleswig-Holstein-Liedes und der Nationalhymne der Russischen Förderation.

Annegret Mainzer (l.) mit Mitgliedern des Zarenvereins u. Gästen des Festaktes

Während eines Umtrunks im Anschluss an den Festakt machten die zahlreich erschienenen Gäste rege davon Gebrauch, miteinander ins Gespräch zu kommen, manche neue Idee zu entwickeln und auf das Erreichte mit einem Glas Sekt anzustoßen.

Zerbst, den 18. Dezember 2018

Fotos: Kieler Zarenverein