Der Roßlauer Ingenieur Johann Siegismund Gottfried Huth in Charkov und Dorpat

Der Roßlauer Ingenieur Johann Siegismund Gottfried Huth in Charkov und Dorpat

Annegret Mainzer, Zerbst

Im Jahr 2008 wurden an der 1804 eröffneten Universität Charkov „200 Jahre Astronomie in Charkov“ begangen. Derjenige Professor, der dafür die Grundlagen gelegt hatte, war Johann Siegismund Gottfried Huth, geboren am 02. Mai 1763 in Roßlau/ Elbe, seinerzeit zugehörig zum Fürstentum Anhalt–Zerbst.

Das Studium der Theologie und Naturwissenschaften an der Universität Halle schloss er 1787 mit seiner Promotion erfolgreich ab. Nach seinem Studium lehrte Huth zunächst am Königlichen Pädagogikum Halle. In Halle war er auch Mitglied der Hallenser Naturforschenden Gesellschaft. Ebenfalls wirkte er an der Herausgabe des Allgemeinen Magazins für bürgerliche Baukunst mit.
Im Anschluss daran ging Huth an die Universität Frankfurt/ Oder, wo er als Professor für Physik und Mathematik wirkte. Im Jahr 1799 wurde Huth zum Direktor der Universität in Frankfurt/Oder gewählt. Dort richtete er auf eigene Kosten ein astronomisches Observatorium ein.
Der bekannte deutsche Dichter und Dramatiker Heinrich von Kleist (1747-1811) gehörte wohl zu den prominentesten Schülern von Huth. Huth, so Kleist, „habe ihn in die gelehrte Welt eingeführt“.

1. Universitätsgebäude Charkov

Huth in Charkov

Infolge des durch den Einfall napoleonischer Truppen bedingten Zusammenbruchs Preußens erfolgte die Schließung der Frankfurter Universität. Kein Geringerer als Johann Wolfgang von Goethe vermittelte Huth an die Universität Charkov. Dort lehrte Huth bis 1811 Angewandte Mathematik, Geometrie, Mechanik, Optik und Hydraulik. Bei klarem Nachthimmel führte Huth Lehrveranstaltungen für astronomische Beobachtungen im Freien durch. Da Huth seine schon in Frankfurt/ Oder erworbenen Apparaturen mit nach Charkov gebracht hatte, richtete er dort das erste astronomische Kabinett ein, das erst 1883 in ein Observatorium umgestaltet wurde. Die astronomischen Instrumente von Huth werden noch bis zum heutigen Tage an der Universität Charkov aufbewahrt. Die Vorlesungen, die er dort zur Astronomie hielt, waren die ersten dieser Art in Charkov überhaupt. Da er seinerzeit auch in Westeuropa und in Nordamerika über seine Forschungen in Charkov publizierte, machte er auf diese Weise die Charkover Universität über ihre Landesgrenzen hinweg bekannt. Zudem hatte Huth die Schüler der umliegenden Gymnasien dazu animiert, meteorologische und astronomische Beobachtungen durchzuführen. Im Oktober 1811 wurde Huth Ehrenmitglied der Universität Charkov.

Huth in Dorpat

Universität Dorpat

Im Jahr 1811 übersiedelte Professor Huth nach Dorpat (heute: Tartu/Estland). An der dortigen Universität lehrte er als ordentlicher Professor für Angewandte Mathematik und Astronomie. Bis 1818 war Huth der 1. Direktor des Dorpater Observatoriums.

Eine Reihe von Meldungen in der Dörptschen Zeitung spiegelt Huths Leben und Tätigkeit in Dorpat wider. Es gibt Meldungen über sein Ableben im Jahr 1818, über von ihm gemachte astronomische Beobachtungen, aber auch über den vom Dorpater Universitätsgericht angeordneten Verkauf seines Hab und Guts, was darauf schließen lässt, dass Professor Huth zwar ein wissenschaftliches Genie, jedoch kein finanzielles war.

Ebenso ist der Dörptschen Zeitung vom 17.03.1812 zu entnehmen, dass Prof. Huth die Ehre zuteil wurde, anlässlich der „Feier des Allehöchsten Thronbesteigungfestes Sr. Majestät (…) …“ eine Rede zu halten, „an welcher die höhern Stände des Publikums sehr zahlreichen Antheil nahmen.“

Astronom. Station am Gropius-Gymnasium Roßlau-Dessau, Heimat von Huth


Der Roßlauer Johann Siegismund Gottfried Huth war der erste Naturwissenschaftler, der den Begriff telephon verwendete, noch lange Zeit, bevor im Jahr 1861 Philip Reis den Vorgänger des Telefonapparates vorgestellt hatte. Schon 1796 findet man den Begriff telephon im Traktat über einige akustische Instrumente des Schweizers Johann Heinrich Lambert (1728-1777), das Huth vom Französischen ins Deutsche übersetzt hatte. Seine Übersetzung hatte Huth aber auch mit eigenen Vermerken versehen. Er war Mitglied der Berliner Gesellschaft der Naturfreunde und ab 1812 Korrespondierendes Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften und der St. Petersburger Mineralogischen Gesellschaft. Allerdings schlugen seine Bemühungen, korrespondierendes Mitglied der St. Petersburger Akademie der Wissenschaften zu werden, fehl.

Zu den Verdiensten von Johann Siegismund Gottfried Huth zählte auch, dass er im Zeitraum von 1804-1807 vier Kometen entdeckte und beschrieb. Sein in Frankfurt/Oder geborener Sohn Wilhelm Heinrich besuchte das Gymnasium in Dorpat.

Auszug aus Dörptscher Zeitung vom 06. März 1818:

Unsere Universität hat einen großen Verlust erlitten. Hofrath Huth, Prof. der Mathematik und insbesondere der Astronomie, ist an der Brustwassersucht gestorben. Eh es gestern wurde, nachdem die Leiche in der Kapelle schon beigesetzt war, im großen Hörsaale der Kaiserlichen Universität von dem Herrn Rector magnif. Giese und von dem Herren Prof. extraord. Struve Reden gehalten. Der vorangehenden Trauermusik folgten die Studierenden der Universität, die Herren Professoren und Universitätsbeamten im Geleite nach dem Kirchhofe zum Einsenken der Leiche in die Gruft.“

Wer an Informationen über Prof. Huth bezüglich seiner Tätigkeit in Deutschland interessiert ist, dem ist die Lektüre der Mitteilungen des Historischen Vereins zu Frankfurt/Oder 1/2018 zu empfehlen.

Quellen:
1. Erik Amburger Datenbank (online)
2.
http://www.ajaloomuuseu.ut.ee 06.01.2013
3. Philipp. K.J.: Um 1800 Architekturtheorien und Architekturkritik in Deutschland zwischen 1790- 1810,
Stuttgart, London, 1997, S. 222;
4. Recke, J. F. v., Napiersky, H.E., Beise, Th.: Allgemeines Schriftsteller-
und Gelehrten-Lexikon der Provinzen Livland, Esthland, Kurland, B.2, Mitau, 1829, S. 369 ff.
5. Вечерний Харковь v. 25.02.2011
6. Schulze, G.: Kleist- eine Biographie,München, 2007, S. 200
7. Kucilova, N.N., Popova, L.N.: История кафедры теоритической механики dspace.univer.kharkov.ua
12.01.2013
8. Beckh,J.: Blitz & Anker, Bd.1, Informationstechnik, Geschichte & Hintergründe, Norderstedt, 2005
9. Ullmann, D.: Chladni und die Entwicklung der Akustik von 1750- 1860, Basel, Boston, Berlin
10. Hartkopf: Die Berliner Akademie der Wissenschaften: Ihre Mitglieder und Preisträger 1700- 1990,1992,
11. Schüler-Album des Dorpatschen Gymnasiums von 1804- 1879, Dorpat, 1879, S. 22

12. Dörptsche Zeitung 1811-1818

Zerbst, den 13.05.2018

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Дух дружбы с Россией никогда не покидает жителей города Цербст/Ангальт

Дух дружбы с Россией никогда не покидает жителей города Цербст/Ангальт

Аннегрет Майнцер, Цербст/Ангальт

В новейшей истории расположенного в федеральной земле Саксония-Ангальт города Цербст/Ангальт можно наблюдать растущий интерес к сотрудничеству с различными партнерами в России. На чем он основан?

памятник Екатерине II в Цербсте/Ангальт

Дело в том, что российская императрица Екатерина II (1729-1796), вошедшая в историю под именем Екатерины Великой, была урожденной принцессой Ангальт-Цербстской и замок, посторенный ее предками в стиле барокко, находится в городе Цербст/Ангальт.

История интенсивных отношений между бывшим княжеством Ангальт-Цербстским и Российской Империей берет своё начало в 1744 году, когда императрица Елизавета Петровна (1709-1761) пригласила принцессу Софию Августу Фридерику Ангальт-Цербстскую в Россию для бракосочетания с наследником престола Великим князем Петром Федоровичем, будущим императором Петром III.

Eщё во второй половине 18 века, и позже в 19 веке, выходцы из Ангальта сделали карьеру в Российской Империи. Среди них был один из выдающихся в то время в России детских врачей — Карл Андреас Раухфус (1835-1915), семейные корни которого находятся в Цербсте/Ангальт. Раухфуса считают основателем научной педиатрии в России. К числу этих выходцев из Ангальта принадлежал и Фердинанд Адольф Гельбке (1812-1892), родившийся в Цербсте и работавший музыкальным педагогом, писателем, переводчиком и композитором в Санкт-Петербурге. Одним из его ближайших друзей в Санкт-Петербурге был его земляк — музыкальный педагог и композитор Иоганн Леопольд Фукс (1785-1853), уроженец ангальтского города Дессау.

Стоит напомнить ещё о другой связи между Ангальтом и Россией: Граф Фридрих фон Ангальт (1732-1794), побочный сын наследнего принца Вильгельма Густава Ангальт-Дессауского (1699-1737), в 1783 году решил уехать в Россию, где его дальная родственница правила как императрица Екатерина II, которая пригласила его в свою свиту. В Санкт-Петербурге он был назначен директором Сухопутного шляхетского корпуса.

граф Фридрих фон Ангальт

Ещё другой представитель Ангальтского дома стоял на русской службе, – принц Виктор Амадей Ангальт-Бернбург-Шаумбургского (1744-1790). Он в Россию выбрал военную карьеру и был одним из героев штурма крепости Очаков. Он погиб в сражении во время русско-шведской войны.

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Dornburg a.d.Elbe – 2017: Festakt anlässlich 20 Jahre Stengel-Gesellschaft Dornburg/Elbe e.V.

Dornburg a.d.Elbe – 2017: Festakt anlässlich 20 Jahre Stengel-Gesellschaft Dornburg/Elbe e.V.

Annegret Mainzer, Zerbst

Am frühen Abend des 07. Oktober d.J. waren das Foyer sowie der Gartensaal des Schlosses Dornburg an der Elbe hell erleuchtet, wurden doch Gäste anlässlich des Festaktes zum 20-jährigen Bestehen der StengelGesellschaft Dornburg/Elbe e.V. erwartet und mit einem Glas Sekt durch den Vereinsvorsitzenden Egbert Platte persönlich begrüßt.

Gekommen waren nicht nur die lokalen VIPs wie Dr. Steffen Burchhardt, Landrat des Landkreises Jerichower Land, und Jens Hünerbein, Bürgermeister der Einheitsgemeinde Gommern. Zu den Gratulanten gehörten auch Vertreter befreundeter Vereine wie des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V. und des thüringischen Vereins „Christiane Eleonore von Zeutsch“.

Vertreter der Stengel-Gesellschaft, des Katharinavereins Zerbst und des Zeutsch-Vereins
Vereinsvorsitzender Egbert Platte hält den Rückblick

In seinem Rückblick erinnerte Vereinsvorsitzender Egbert Platte an die die Vereinsgründung und Vereinsarbeit prägenden Persönlichkeiten wie an den Nestor der Stengelfreunde, den Dornburger Lehrer, liebevoll Kantor genannt, Erhard Micklisch (†2006), auf dessen unermüdlich permanentes Insistieren so manche Maßnahme zur Erhaltung des bis heute verwaisten Schlosses Dornburg zurückgeht. „Egal, ob Dr. Wolfgang Böhmer, Dr. Rainer Höppner oder Dr. Reiner Haseloff – Erhard Micklisch schaffte es, dass fast alle Ministerpräsidenten Sachsen-Anhalts einmal nach Dornburg ins Schloss kamen,“ würdigt Egbert Platte das Wirken von Erhard Micklisch.

Vereinsnestor Erhard Micklisch

Wie das Schloss Dornburg auf eine ereignisreiche Bau- und Nutzungsgeschichte zurückblicken kann, so verhält es sich auch mit der Vereinsgeschichte der StengelGesellschaft Dornburg/Elbe e.V.. Mit vielfältigen Veranstaltungen wie Schlossfeste, Schlossöffnungen und Vorträgen versuchten die Stengelfreunde von Anbeginn ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit an, die Aufmerksamkeit auf die Probleme um die Erhaltung und künftige Nutzung des Schlosses Dornburg zu lenken. Eine wesentliche Rolle spielten dabei wissenschaftliche Symposien. In diesem Zusammenhang vergegenwärtigte Egbert Platte noch einmal die Bedeutung des Fundes der Baupläne für Schloss Dornburg, die der Moskauer Professor Georgi Smirnow in der Grafischen Sammlung der Westeuropa-Abteilung der St. Petersburger Eremitage fand und sie auf dem Symposium 2002 in Dornburg präsentierte.

Symposium 2002: Gespräch zwischen der damaligen Vereinsvorsitzenden Annegret Mainzer u. Prof. Georgi Smirnow

Auch erwarb die Stengel-Gesellschaft die Diplomarbeit von Anja Riemann zu den Dornburger Gärten, die von der Bernadotte-Stiftung auf der Insel Mainau mit einer Goldmedaille bedacht wurde.

Auch den fast nicht zu bewältigenden Strom von interessierten Besuchern im Schloss Dornburg an den ersten Tagen des offenen Denkmals führte der Vereinsvorsitzende den Anwesenden nochmals vor Augen. Mit einem Augenzwinkern berichtete er davon, dass seinerzeit angereiste Kunsthistoriker >not amused< waren, dass am Stengel-Schloss rote Werbebanner der Sparkasse, einer der ersten Förderer der Stengel-Gesellschaft, hingen. Bereits bei der ersten Schlossöffnung geriet die Dornburger Dorfjugend in Aufgregung, denn der 270 Seelen zählende Ort wurde aufgrund eines Staus zwischen Prödel und Dornburg in den SAW-Verkehrsnachrichten erwähnt, berichtete schmunzelnd der Vereinschef. 

In seiner Retrospektive verwies Egbert Platte auch darauf, dass das Vereinsleben auch das Dorfleben beeinflusste. So werden stets vom aktiven Vereinsmitglied Stefan Schüler mit sehr viel Akribie sogenannte Plauderabende vorbereitet, deren Themen sowohl die Schlossgeschichte wie auch die des Dorfes betreffen. Aber auch die Zusammenarbeit mit der Theatergrupe Bühnchen sellt eine tragende Säule der Vereinsarbeit dar, so Vereinschef Platte.

So weit es möglich sei, fuhr der Vereinsvorsitzende fort, unterstütze die Stengel-Gesellschaft stets auch andere Projekte in Dornburg, als Beispiele dafür seien die Sanierung der Kirche, Kirchturmuhr und Sperling-Orgel genannt.

Ein weiterer Schwerpunkt der Ausführungen von Egbert Platte bildete die Erinnerung an die unterschiedlichen Versuche, Schloss Dornburg einer langfristigen Nutzung zuzuführen. Auch dabei galt es, die Spreu vom Weizen zu trennen, denn nicht jeder vermeintliche Investor war seriös. In dieser Hinsicht ist zu sagen, dass Schloss Dornburg bis heute zum Verkauf steht. Egbert Plattes Informationen zufolge gebe es zurzeit einen ernstzunehmenden aussichtsreichen Kaufinteressenten, aber in solche Verhandlungen werde der Verein nicht unbedingt miteinbezogen.

Musikalisch umrahmt wurden die Ausführungen des Vereinsvorsitzenden durch Darbietungen von Gesangsstücken wie Süße Stille, sanfte Quelle und Flammende Rose, Zierde der Erden, die aus der Feder von Georg Fiedrich Händel stammen, dargeboten von der Magdeburger Opern-und Konzertsängerin Ulrike Vellmer, begleitet am E-Piano von Istvan Visontay.

Bevor sich die Gäste zu Erinnerungen und Gesprächen ans Buffet zurückzogen, gratulierte Annegret Mainzer in Personalunion, d.h. als einstige Vorsitzende der Stengel-Gesellschaft Dornburg/Elbe e.V. und heutiges Vorstandsmitglied des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V. den Stengelfreunden zu ihrem bisherigen Durchhaltevermögen und stellte wieder künftige gemeinsame Projekte in Aussicht.

Gratulation durch Annegret Mainzer

 

https://russianhalthistory.wordpress.com/2014/07/27/schloss-dornburg/

Zerbst, den 08.Oktober 2017

В Берлине открылась выставка об российской императрице из Цербста

В Берлине открылась выставка о российской императрице из Цербста

от Аннегрет Майнцер, Цербст

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На вчерашнее открытие двух интересных выставок в Русском Доме науки и культуры в Берлине приехал ряд высокопоставленных и высокородных гостей.

Открыли во-первых выставку «Императрица Екатерина II и её семья», которая была организована членами с 1992 г. в г. Цербст/ Ангальт действующего некоммерческого Международного исторического общества «Екатерина II» в тесном сотрудничестве с Государственным Историческим музеем г. Москвы и мэрией г. Цербст/ Ангальт. Высококачественные репродукции картин 18 века рассказывают о жизни и творчестве Екатерины II, урожденной принцессы Ангальт- Цербстской, Дорнбургской.

Вторая экспозиция, которая открылась в Русском Доме, является персональной выставки молодого русского живописца Сергея Онучкина с интересным названием « Русь и заповедный уголок Усть-Цильма».

Среди почётных гостей на вернисаже, которых Олег Ксенофонтов, директор Русского Дома науки и культуры в Берлине, мог приветствовать, были Владимир М. Гринин Чрезвычайный и Полномочный посол России в Германии, Андреас Диттманн, мэр города Цербст/ Ангальт, живописец Сергей Онучкин и представители Государственного Исторического музея г. Москвы, Международного исторического общества «Екатерина II» из Цербста и представители Кильского царского общества. Приехали также герцог Эдуард Ангальтский и представитель семьи фон Бисмарк.

В связи с организованной Цербстским обществом выставкой посол Владимир Гринин высоко оценил активную деятелность Цербстского мэра Андреас Диттманн в укреплении русско- немецкой дружбы. По мнению посла Владимира Гринина, работа Цербстского мэра является хорошим примером общественной «народной» дипломатии и наше сегодняшнее смутное время нуждается в таких людях. Посол также выразил свою надежду на то, что искусство помогает нам найти опять доверие друг к другу.

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Андреас Диттманн, мэр города Цербст/ Ангальт, в своем приветствии поблагодарил посла за эти теплые слова и директора Русского Дома за возможность показать выставку в Берлине. Мэр Андреас Диттманн также указал на непростое нынешнее политическое положение и сказал: «Настоящие друзья должны быть рядом и трудные моменты и в радостные моменты.» Он поблагодарил всех жителей г. Цербста, которые поддерживают процесс укрепления немецко- русской дружбы и в наши дни. Он рассказал, что каждый житель г. Цербст/ Ангальт знает, как важно мир для нас, потому что город был разрушен почти полностью в последние дни Второй мировой войны. И следы этой бомбардировки в Цербсте ещё до сегодняшнего дня видны. Мэр Андареас Диттманн считает, что эти выставки являются важным шагом в углублении дружеских отношений между Германией и Россией.

Куратор выставки Евгений А. Лукианов, представитель Государственного Исторического музея Москвы, рассказал о разных музейных проектах своего музея с немецкими партнерами. В эти дни Государственный Исторический музей Москвы вместе с Немецким Историческим музеем работает над совместным проектом по поводу 100-летия русской революции в 2017 году.

Он обратил внимание гостей на том, что в этой Берлинской выставке есть репродукция картин художника Михаида Иванова (1748- 1823) Смерть свейтлейшего князя Г.А. Потемкина-Таврического в Бессарабских степях.

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Летом 2015 г. Юрий Королков, почетный член Международного общества «Екатерина II», установил контакт с Государственным Историческим музеем в Москве и позаботился о том, что вышеупомянутые высококачественные репродукции портретов из Москвы нашли своё место в Цербстском замке. Он даже частично оказал финансовую поддержку в проведении этого проекта. В Берлине Юрий Королков подарил и послу и Цербстскому мэру ценные гравюры на меди.

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Инициатором выставок в Берлине был Владимир Тесленко, почетный член Международного исторического общества «Екатерина II». Вместе с Сергеем Онучкиным он передал послу Владимиру Гринину картину с отражением одного места в Ст. Петербурга.

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Потом сама импертрица Екатерина II, её роль играла Татьяна Ниндель, председатель Международного исторического общества «Екатерина II», и император Петр III, его роль играл Др. Гельмут Гризер от Кильского царского общества, пригласили на экскурсию по выставкам.

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https://zerbstergazette.wordpress.com/2016/04/30/ausstellungen-bieten-einladung-zum-rendevous-mit-russland-zwischenstation-zerbst-anhalt/

https://zerbstergazette.wordpress.com/2016/02/17/erstmalige-begegnung-zwischen-katharina-ii-und-peter-iii-in-zerbster-sparkasse/

моя встреча с императором Петр III
моя встреча с императором Петр III

Zerbst, den 30.April 2016 Annegret Mainzer

Das Philanthropinum Dessau und sein Einfluss auf Russland

Das Philanthropinum Dessau und sein Einfluss auf Russland

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Gut situierte russische und baltische Familien schickten im 18. und 19. Jahrhundert ihre Sprösslinge gern auf Schulen, an denen deutsch stämmige Lehrkräfte unterrichteten, aber sie entsandten sie auch nach Deutschland, so weisen die Einschreibelisten des 1744 in Dessau begründeten Philanthropinums 23 Schüler aus Livland, 7 aus Russland und 5 aus Kurland auf.

Der 1753 im vogtländischen Netzschkau geborene Friedrich Wilhelm Götze hatte sein Studium in Leipzig absolviert und als Lehrer am Dessauer Philanthropinum gewirkt, bevor er 1789 nach Riga ging. Dort leitete er von 1789- 1792 die Domschule und ab 1792 übernahm er das Rektorat des Rigaer kaiserlichen Lyzeums. Da aber Götze häufig erkrankte und aufgrund seines „heftigen Temperaments“ sehr oft im Umgang mit seinen Kollegen und Mitmenschen in Zwist geriet, seine Unterrichtsstunden nicht vollständig abhielt und den Unterricht gar zeitweise aussetzte, verstarb er im Februar 1801 als vereinsamter Mann. Seine Kollegen und Schüler begleiteten ihn auf seinem letzten Weg nur aus Pflichtgefühl. Götze hielt in Riga auch private Vorlesungen über Mechanik und die Lyrik Wielands. Götze sollte als Professor für Physik an der Universität Dorpat lehren, deren Wiedereröffnung zu jener Zeit schon abzusehen war, allerdings verstarb er kurz vorher.

Zu den Pädagogen, die am Dessauer Philanthropinum arbeiteten und sich im Russischen Reich einen Namen machten, gehört zweifelsohne auch Christian Hinrich Wolke (1741- 1825). Gebürtig ist er aus dem friesischen Jever, das seinerzeit zum Fürstentum Anhalt-Zerbst gehörte. Dank seiner schnellen Auffassungsgabe arbeitete Wolke bereits im Alter von 15 Jahren als Hauslehrer und in deutschen Klosterschulen. An der Göttinger Universität belegte er die Fächer Philosophie, Mathematik, Physik, Recht und Kunsttheorie.

1769 wurde Wolke Sekretär und Hauslehrer bei Pädagogen Johann Bernhard Basedow (1724- 1790), mit dem Wolke nach Dessau ging. Auf Anregung Wolkes und mit tatkräftiger Unterstützung des Fürsten Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau (170- 1817) begründete Basedow das Philanthropinum in Dessau, eine Bildungseinrichtung, an der die Prinzipien der Aufklärung oberste Priorität hatten.

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Für diese neu geschaffene Lehranstalt entwickelte Wolke eine Methode zum schnelleren Erlernen des Lesens. 1776 erfolgte seine Ernennung zum Professor. Die aus Anhalt stammende Zarin Katharina II. lud Wolke ein, nach St. Petersburg zu kommen. Infolge von zunehmenden Unstimmigkeiten mit Basedow, entschloss sich Wolke zur Ausreise nach Russland. Vollkommen ohne Kenntnis der russischen Sprache ging Wolke an die Newa und lehrte die deutsche Sprache am dortigen Landkadettenkorps. Die ausgezeichneten Prüfungsresultate seiner Schüler machten von sich Reden und Wolke wurde ein gefragter Sprachlehrer in den vornehmsten russischen Adelsfamilien. Er unterrichtete in den Familien Orlow, Stroganoff und Kutusow. Die Privatstunden wurden um ein Vielfaches höher honoriert als der Unterricht im Kadettenkorps. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass Wolke wohl seinerzeit der höchstbezahlte Lehrer in Petersburg war. Um von Wolke unterrichtet zu werden, schickten ihm seine Privatschüler sogar ihre Kutschen für die An-und Abreise. Von den 2000 Rubel, mit denen Zarin Katharina II. Wolke in ihr Reich gelockt hatte, bekam er schlussendlich nur 1500 ausgezahlt. Trotzdem zählte die Petersburger Zeit zu seiner schöpferischsten, denn hier verfasste er in den Jahren 1784- 1801 vier Bücher und zahlreiche Artikel, von denen die meisten am Kaiserlichen Kadettenkorps gedruckt wurden.

In Petersburg hatte Wolke gemeinsam mit seiner Ehefrau im Jahr 1786 eine private Schule eröffnet.

Noch heute bewahrt man in Petersburger Archiven sein Skizzenbuch aus den Jahren 1785/86 auf, in dem er seine Eindrücke von der Stadt niederschrieb und mit Bleistift und Tusche zeichnete. In seinen Zeichnungen hielt er nicht die architektonischen Schönheiten der Stadt fest, sondern skizzierte auch die Menschen aller sozialen Schichten, die ihm dort begegnet waren.

Als Wolke 1801 nach Deutschland zurückkehrte, setzten seine Schüler seine pädagogische Arbeit in Petersburg fort. 1825 verstarb Wolke in Berlin.

Auch Basedow war 1770 vom Fürsten Orlov nach Petersburg eingeladen worden, entschied sich aber in Dessau zu bleiben.

Ein weiterer Lehrer, der am Dessauer Philanthropinum gelehrt hatte und 1780 gen Russland ging, war der 1742 in Magdeburg geborene Johann Eberhard Friedrich Schall. Er arbeitete zeitweise an Bildungseinrichtungen in Poltava (heute:Ukraine), Pleskau (heute:Pskow/Russland), Mogilev (heute: Weißrussland) und Dorpat (heute:Tartu/Estland). Als Honorarprofessor durfte Schall sogar für kurze Zeit Probevorlesungen an der Moskauer Universität halten. Aufgrund seines starrsinnigen Charakters und seines steten Bestrebens nach Neuerungen, was sicherlich auch seinen häufigen Stellenwechsel verursacht hat, kam er schlussendlich im Jahr 1785 an das Petersburger Landkadettenkorps, wo er Unterricht in den Fächern Deutsch und Französisch erteilte und gleichzeitig als Inspektor fungierte. Im Jahr 1786 gab er das Lehrwerk Vocabulaire en trois langues heraus. Schall verstarb 1790 in Mitau.

 

Verwendete Literatur und Quellen:

Amburger, E.: Deutsche in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft Rußlands, Die Familie Amburger in St.Petersburg 1770-

1920, Wiesbaden, 1986

BBLd online

Baur, S.: Charakteristik der Erziehungsschriftsteller Deutschlands. Ein Handbuch für Erzieher, Leipzig, 1790

Bleskina, O.N.: Х.Г. Вольке в Петербурге in: Немцы и развитие образования в России, St. Petersburg,1999

Erik Amburger Datenbank (online)

Koch, K.: Deutsch als Fremdsprache im Russland des 18. Jahrhunderts, Berlin, 2002

Lausberg, M.: Basedow und das Dessauer Philanthropin in: Tabula Rasa, Ausg. 39, 01/2010

Recke, J.F.v., Napiersky, H.E., Beise, Th.: Allgemeines Schriftsteller- und Gelehrten-Lexikon der Provinzen

Livland, Esthland, Kurland, Bd.2, Mitau, 1829

Recke, J.F.v., Napiersky, H.E., Beise, Th. Allgemeines Schriftsteller- und Gelehrten-Lexikon der Provinzen

Livland, Esthland, Kurland, Bd.4, Mitau, 1832

Specht, J.: Ich, Johann Bernhard Basedow …, Dessau, 1999

Zur Geschichte des Gouvernements- Gymnasiums in Riga, Riga,1888

 

Professor Hermann Schmalz aus dem heutigen Zerbst/ Anhalt lehrte im einstigen Dorpat

Professor Hermann Schmalz aus dem heutigen Zerbst/ Anhalt lehrte im einstigen Dorpat

Hermann Schmalz, geboren 1807 in Bonitz bei Zerbst in Anhalt hatte in Königsberg (heute: Kaliningrad/ Russland) studiert, wo er nachweislich des 1829 gegründeten Corps Littuania Königsberg, einer Burschenschaftsvereinigung, angehörte.

Herrmann Schmalz hatte das Gut Kassen bei Pillkallen (heute: Dobrowolsk/ Russland)) im damaligen Regierungsbezirk Gumbinnen (heute: Gussew/ Russland) geerbt.

Er lehrte von 1834- 37 an der Universität Dorpat (heute: Tartu/ Estland) Landwirtschaftslehre, befasste sich neben seiner Lehr- und Forschungstätigkeit auch mit journalistischen und schriftstellerischen Arbeiten. So erschien 1837 in Dorpat seine Schrift Die Zuckerfabrication aus Runkelrüben in besonderer Erwägung für Russland als Einladungsschrift zur Stiftungsfeier der Landwirtschaftlichen Lehranstalt zu Altkusthof, an der Schmalz lehrte und den Posten des Inspektors bekleidete.

Universitätsgebäude_-_Louis_Höflinger,_1860

Hermann Schmalz betätigte sich ebenfalls politisch. Er war Landrat des Kreises Pillkallen in Ostpreußen. Zudem war Hermann Schmalz von 1867- 1870 Mitglied des Norddeutschen Reichstages und bis 1879 Mitglied des Deutschen Reichstages. Dabei vertrat er den von 1808- 1945 existierenden ostpreußischen Wahlkreis Regierungsbezirk Gumbinnen 2. Heutzutage gehört der größte Teil dieses ehemaligen Wahlkreises zum heutigen Kalinigrader Gebiet (Russland) und der südliche Teil zur heutigen polnischen Wojewodschaft Ermland-Masuren. Einzug in den Deutschen Reichstag hielt Hermann Schmalz mit 62,17 % der Wählerstimmen und vertrat stets die Konservativen.

Nach seinem Tode im Jahre 1879 übernahm der Rittergutsbesitzer Albert von Sperber (1836- 1889) das Abgeordnetenmandat.

Das Interesse von Hermann Schmalz an journalistischer Tätigkeit äußerte sich in seiner Mitarbeit an der Herausgabe einer kulturell geprägten Zeitschrift Der Refraktor. Ein Centralblatt Deutschen Lebens in Russland. In der ersten Ausgabe, die am 2 Mai des Jahres 1836 erschien, wandte sich Schmalz in seinem Leitartikel An das Publikum und legte auf Seite 3 die Idee seines Blattes wie folgt dar:

Keine Anarchie, keine Gesetzlosigkeit wird der Refraktor sich zu Schulden kommen lassen. Die drei Kepplerschen Regeln des Universums, die Regeln der Wahrheit, des Rechtes und des Schönen werden ihm immer heilig sein (…) nie zum Persönlichen hinabsteigen, nie Partei nehmen, verletzen oder kränken, sondern überall will er aufbauen (…) anregen und erhalten …“

An dieser Zeitschrift arbeitete Schmalz gemeinsam mit dem deutsch- baltischen Dichter Carl Friedrich von der Borg (1794- 1848), der als Jurist und Kanzleidirektor der Universität Dorpat seinen Lebensunterhalt bestritt, aber auch russische Literatur übersetzte.

Ab 1846 war Hermann Schmalz Herausgeber der 1727 gegründeten St. Petersburger Zeitung. Dort führte Schmalz  während seiner Amtszeit das ständige Feuilleton ein.

Verwendete Literatur und Quellen

Eichhorn, C.: Die Geschichte der „St. Petersburger Zeitung“ 1727- 1902, St. Petersburg, 1902

erb.nlib.ee 26.08.2013

www.reichstag-abgeordnetendatenbank.de 26.08.2013

www.utlib.ee 26.08.2013

 

Professor Bernhard Cossmann aus Dessau lehrte am Moskauer Konservatorium

Professor Bernhard Cossmann aus Dessau lehrte am Moskauer Konservatorium

Bernhard Cossmann, am 17. Mai 1822 in Dessau geboren, war ein Violoncellist und Lehrer für das Violoncellospiel. In seiner Familie wurde Hausmusik gepflegt. Seine Schwester engagierte sich für die vom Hofkapellmeister Friedrich Schneider (1786- 1853) gegründete Singakademie in Dessau.

 Denkmal für Friedrich Schneider in Dessau
Denkmal für Friedrich Schneider in Dessau

Bernhard Cossmann erhielt seine erste musikalische Ausbildung bei dem in jener Zeit namhaften Cellisten Karl Drechsler (1800- 1873) in Dessau. Zu den Schülern Drechslers gehörte auch der 1848 in Quedlinburg geborene Cellist und Komponist Carl Schroeder (1935). Schroeder war ab 1866 Solocellist in St. Petersburg.

Später vervollkommnete Bernhard Cossmann seine Ausbildung in Braunschweig und beim Cellisten Friedrich August Kummer dem Jüngeren (1797- 1879), in Dresden.

 

Semperoper in Dresden
Semperoper in Dresden

Berufliche Erfahrungen sammelte Cossmann u.a. an der Grande Opéra in Paris, in London sowie im Gewandhausorchester Leipzig, wo er auch von 1847/48 am Konservatorium lehrte. Weitere Konzertreisen führten ihn nach England und erneut nach Paris. Franz Liszt holte im Jahr 1850 Bernd Cossmann als Großherzoglichen Kammervirtuosen in die Hofkapelle nach Weimar.

Cossmann ging im Jahr 1866 auf Einladung von Nikolaj Grigorevič Rubinstein nach Moskau, um dort am neu eröffneten Konservatorium als erster Professor die Violoncello – Klasse zu unterrichten.

Cossmann wurde die Ehre zuteil, an der Eröffnungszeremonie des Moskauer Konservatoriums teilnehmen zu dürfen. In diesem Zusammenhang wird in den Annalen des Konservatoriums an den gemeinsamen Auftritt von Cossmann und Rubinstein erinnert, die zu diesem Anlass die Sonate A- Dur für Klavier und Violoncello von Ludwig van Beethoven intonierten. Am Konservatorium gehörte Cossmann zu den aktivsten Mitgliedern eines aus Musikpädagogen bestehenden Quartetts. Viele seiner Bewunderer faszinierte er durch seine Art des so genannten instrumentalen Gesangs.

Cossmann war ebenfalls Mitglied des Professorenrats des Konservatoriums. Zu seinen Schülern zählte u.a. der russische Violoncellist und Musikpädagoge Anatol A. Brandukov (1856- 1930). Vier Jahre unterrichtete Bernhard Cossmann am Konservatorium in Moskau.

In dem Musikalisches Wochenblatt Organ für Tonkünstler und Musikfreunde, erschienen in Leipzig am 01.12.1871 wurde über seinen Abschied von Moskau wie folgt berichtet: “ …. beim Abschied überreichten sie ihm einen prachtvollen silbervergoldeten Pokal und ein Diplom, in welchem er ersucht wurde, den Titel als Professor des Moskauer Conservatoriums auch ferner zu führen.”

Auch gab Bernhard Cossmann, der zum Freundeskreis von Peter Čaikovskij zählte, mehrere Konzerte in Russland. Seine Rückkehr nach Deutschland erfolgte im Jahr 1870. Bernhard Cossmann starb am 07. Mai 1910 in Frankfurt/ Main.

Über sein Spiel und sein musikalisches Talent konnte man in dem bereits erwähnten Musikalisches Wochenblatt Organ für Tonkünstler und Musikfreunde ( Leipzig, 01.12.1871) des Weiteren lesen:

Nur wenige durften eine gleiche Schönheit und Noblesse des Tones besitzen und eine gleich geistreiche Auffassung mit so gemütvoller Vertiefung des Vortrages verbunden.”

Die Universalität der Technik, des Geschmackesund der neuen Leistungen erklärt sich zum Theil durch den reichen Bildungs- und entwicklungsgang, der ihm als Kind zu Theil wurde …”

Bernhard Cossmann hatte ebenfalls als Komponist von sich reden gemacht.

Sein 1869 in Moskau geborener Sohn Paul Nikolaus wurde in Deutschland ein namhafter Publizist. Cossmann jun., bekannt als Biograf des in Moskau geborenen Komponisten Hans Erich Pfitzner (1869- 1949) und Herausgeber sowie Mitbegründer der national geprägten Süddeutschen Monatshefte, die bis 1933 erschienen, geriet aufgrund seines katholischen Glaubens in Konflikt mit den Machthabern im Dritten Reich. Verhaftet von der Gestapo, kam er ins KZ Theresienstadt, wo er 1942 verstarb. Zu ergänzen ist noch, dass Carl Robert Pfitzner (1825- 1904), Vater von Hans Erich und gebürtig aus dem sächsischen Frohberg, als Orchestergeiger in Moskau tätig war.

Verwendete Literatur und Quellen:

http://www.deutsche-biographie.de/pnd118725343.html 29.03.2016

Koch, K.-P.,:Deutsche Musiker in St. Petersburg und Moskau in: Müns, H. (Hg): Musik und Migration in Ostmitteleuropa, München, 2005

Koch, K.-P.: Sachsen- Anhalt und das östliche Europa. Zur Migration von Musikerpersönlichkeiten in: Eberl- Ruf,

K., Lange, C., Schneider, A. (Hg.): Musikkultur in Sachsen- Anhalt seit dem 16.Jahrhundert:

Protokoll der wissenschaftlichen Tagung zur regionalen Musikgeschichte am 16. und 17. September 2005 in Salzwedel, Halle, 2007

Krause, E.: Oper A-Z. Ein Opernführer, Leipzig, 1981

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Musikalisches Wochenblatt Organ für Tonkünstler und Musikfreunde, Leipzig, 01.12.1871

Noris, G.: Rakhmaninov, Dent, 1976

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Svobodov, V.: Из опыта одной дискуссии ikompozitor.ru/links/MA_2009-2_p098-101.pdf  17.04.2013

www.musicamigrans.de 08.06.2011