Zerbst/Bitterfeld: Friedenslauf 2020: Zerbst/Anhalt – St. Petersburg

Zerbst/Bitterfeld: Friedenslauf 2020: Zerbst/Anhalt – St. Petersburg

Es gibt in Europa keine Stabilität und Sicherheit ohne Russland und schon gar nicht gegen Russland“ – darin waren sich die beiden Grandseigneurs der bundesdeutschen Politik einig, nämlich – Egon Bahr (1922-2015), SPD-Politiker und Mitgestalter der ab 1969 von Willy Brandt praktizierten Ost- und Deutschlandpolitik, und Hans-Dietrich Genscher (1927-2016), FDP-Politiker und von 1974-1992 Bundesaußenminister und Vizekanzler.

Dass ohne gute und freundschaftliche Beziehungen zu Russland der Friede nicht nur in Europa, auch auf der Welt am seidenen Faden hängt, dies haben die Mitglieder des 2019 gegründeten gemeinnützigen Vereins „Zukunft-Frieden“ Bitterfeld e. V. ebenfalls verinnerlicht und deshalb initiieren sie einen „Friedenslauf 2020: Zerbst/Anhalt – Sankt-Petersburg“, der am 5. September 2020 am Fuße des Denkmals für die russische Zarin Katharina II., eine geborene Prinzessin von Anhalt-Zerbst, im Zerbster Schlossgarten starten soll.

Katharina-Denkmal in Zerbst

Laufen für Stabilität in Europa und Freundschaft zu Russland

Die Stadt Zerbst/Anhalt und der Internationale Förderverein „Katharina II.“ Zerbst e. V. unterstützen dieses ambitionierte Vorhaben der engagierten Läufer. So erfolgten bereits Zusammenkünfte von Peter Junge, dem Vorsitzenden des Vereins „Zukunft-Frieden“ Bitterfeld e. V., und seinen Mitstreitern mit dem Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann und seiner Kulturamtsleiterin Antje Rohm sowie mit Annegret Mainzer und Ursula Böttge vom Vorstand des gemeinnützig tätigen Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e. V. .

Mitglieder des Biterfelder Sportvereins und des Katharina-Vereins in Zerbst

Wir als Sportler bilden weltweit die größte Interessengemeinschaft, die Menschen unterschiedlicher Weltanschauungen zusammenbringt, tragen eine große Verantwortung für die künftigen Generationen. Uns ist bewusst, dass Russland stets ein wichtiger Partner ist und bleiben wird, wollen wir in Frieden leben. Deshalb laufen wir in diesem Jahr gut 2600 km, sozusagen auf den Spuren Katharinas der Großen, von Zerbst nach St. Petersburg“, argumentiert Vereinsvorsitzender Peter Junge.

2600 km- Strecke von Zerbst bis St. Petersburg

Streckenverantwortlicher Wolfgang Nadler und seine Mannschaft sind die Strecke bis zur russischen Grenze bereits im Vorfeld abgefahren und haben Absprachen getroffen, Unterkünfte klar gemacht usw. .

Start wird in Zerbst/Anhalt sein, dann geht es über Halle, Magdeburg, Schwerin, Stralsund, weiter entlang der polnischen Ostseeküste bis nach Kaliningrad. Bei der Planung des weiteren Streckenverlaufs von Kaliningrad über Klaipeda, Riga, Tallinn bis nach Puschkin/St. Petersburg rechnen die Läufer auf die Unterstützung durch den Internationalen Förderverein „Katharina II.“ Zerbst e. V., der langjährige Kontakte ins Baltikum und nach Russland pflegt. „Zum anderen“, so Katharina-Vereinvorstandsmitglied Annegret Mainzer, „stehen wir derzeit in Verhandlungen mit der russischen Sängerin Lydia Nebaba und deren Tochter Lidia Valenta, ebenfalls Sängerin, die kürzlich sehr erfolgreich mit Tino Eisbrenner ein Konzert im Russischen Hau der Wissenschaften und Kultur in Berlin gab. Denn wir beabsichtigen am Vorabend des Starts zum Friedenslauf, also am 4. September 2020, in Zerbst ein Konzert mit russischem Kolorit zu organisieren.“

Übergabe der „Friedensglocke“ geplant

Des Weiteren möchten die engagierten Sportler um Peter Junge am 9. Mai anlässlich des 75. Jahrestages des Sieges über Hitlerdeutschland Sergej Netschajew, dem Botschafter der Russischen Förderation in Deutschland, ein Modell der „Friedensglocke“ überreichen, die die Läufer beim Zieleinlauf in Puschkin/St. Petersburg den offiziellen Vertretern der Stadt übergeben werden. Diese „Friedensglocke“ wird aus Patronenhülsen und Sportmedaillen in Lauchhammer gegossen werden. Außerdem ist geplant, an jedem größeren Etappenziel einen Apfelbaum zu pflanzen.

Läufer vor dem Training

Dass der Start des „Friedenslaufes 2020: Zerbst/Anhalt – Sankt-Petersburg“ am 5. September 2020 in Zerbst/Anhalt erfolgen solle, sei eine gute Sache, denn in diesem Jahr begehe die Stadt zwei eng mit der Historie der deutsch-russischen Beziehungen verbundene Jubiläen: 25-Jahre Sammlung Katharina II. und 10 Jahre Denkmal für Katharina II. in Zerbst/Anhalt, darin sind sich Bürgermeister Andreas Dittmann und die Damen vom Vorstand des Katharina-Vereins einig.

Wer Interesse hat, mit dem Verein „Zukunft-Frieden“ Bitterfeld e. V. zusammenzuarbeiten, den „Friedenslaufes 2020: Zerbst/Anhalt – Sankt-Petersburg“ auf die eine oder andere Weise zu unterstützen, der wende sich per E-Mail bitte an:

mspjunge@googlemail.com

oder

anne.mainzer@googlemail.com

oder über

https://www.facebook.com/Zukunftfrieden/

Zerbst, 28.01.2020

Musiker aus Anhalt in der Stadtkapelle von Reval in der Mitte des 19. Jahrhunderts – Музыканты, родом из Ангальта, в городском оркестре в Ревеле в середине 19 века

Musiker aus Anhalt in der Stadtkapelle von Reval in der Mitte des 19. Jahrhunderts – Музыканты, родом из Ангальта, в городском оркестре в Ревеле в середине 19 века

 

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Denkmale für Friedrich Schneider und Wilhem Müller in Dessau

Der bei Zittau geborene deutsche Komponist und Organist Johann Christian Friedrich Schneider (1756- 1853) war von 1822- 1853 Herzoglich- Anhaltisch- Dessauischer Hofkapellmeister. Sein Bruder Johann Gottlob Schneider (1789- 1864) war ab 1825 Organist an der von 1739 bis 1755 erbauten barocken Katholischen Hofkirche in Dresden. Diese Stelle hatte er bis zu seinem Tode inne.

Родившийся недалеко от города Циттау немецкий комрозитор и органист Иоганн Христиан Фридрих Шнайдер (1756- 1853) был с 1822 по 1853 гг. придворным капельмейстером у герцога Ангальт- Дессауского. Его брат Иоганн Готтлоб Шнайдер (1789- 1864) с 1825 г. был органистом в католическом замковом соборе в Дрездене, который был построен с 1739 по 1755 гг. в стиле барокко. Он занимал этот пост до самой смерти.

Katholische Schloss- und Hofkirche Dresden
Katholische Schloss- und Hofkirche Dresden

Zudem leitete Johann Gottlob Schneider die vom aus Böhmen stammenden Königlich- sächsischen Hoforganisten Franz Anton Dreyssig (1774- 1815) im Jahr 1807 ins Lebens gerufene ins Leben gerufene Dreyssig´sche Singakademie. Unter Johann Gottlob Schneiders Leitung erlebte die Dreyssig´sche Singakademie zu Dresden ihre Blütezeit.

Кроме того Иоганн Готтлоб Шнайдер руководил Дрезденской певческой академией, которая в 1807 г. была основана придворным органистом Франц Антон Дрейссиг (1774- 1815), который был родом из Богемии. Те годы, стоявшие под руководством Иоганна Готтлоба Шнайдера, были расцвет Дрезденской певческой академии.

Grabstätte Dreyssigs in Dresden
Grabstätte Dreyssigs in Dresden

Gemeinsam mit dem seinerzeit bekannten Dessauer Dichter Wilhelm Müller (1797- 1827) begründete Johann Christian Friedrich Schneider die Dessauer Liedertafel. Schneider führte in Dessau auch Abonnementkonzerte ein. Außerdem versuchte Schneider Musikfeste zu etablieren, z.B. 1825 in Magdeburg, 1827 in Zerbst und 1838 in Wittenberg.

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Вместе с известным в то время поэтом Вильгельм Мюллер (1797- 1827) из г. Дессау Иоганн Христиан Фридрих Шнайдер оновал Дессауский Лидертафель (немецкое мужское хоровое любительское сообщество). В г. Дессау Шнайдер учредил концерты по абонементу и кроме того, Шнайдер организовал музыкальные фестивали, напр. в 1825 г. а Магдебурге, в 1827 г. в Цербсте и в 1838 г. в Виттенберге.

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Aus Schneiders zweiter Ehe gingen acht Kinder hervor, unter ihnen war sein in Leipzig geborener Sohn Bernhard Schneider (1819- 1898). Vor seiner Anstellung in Dessau war Schneider sen. in Leipzig tätig, u.a. am dortigen Stadttheater und als Organist an der Thomaskirche.

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                                                                    Grabstätte von Wilhelm Müller in Dessau

От второго брака у Шнайдера родилось восемь детей, среди них был его родившийся в Лейпциге сын Бернард Шнайдер (1819- 1898). До его переезда в Дессау Шнайдер Старший жил в Лейпциге, где он работал в театре и органистом в соборе Св. Томаса.

Bernhard Schneider kehrte der anhaltischen Wirkungsstätte seines Vaters den Rücken und wanderte 1848 ins Russische Reich aus, wo er sich zunächst als Musiklehrer bei einem russischen Fürsten seinen Lebensunterhalt verdiente.
Außerdem gehörte Bernhard Schneider zu den zehn Musikern aus Mitteldeutschland, d.h. aus den heutigen Bundesländern Sachsen- Anhalt, Sachsen und Thüringen, die Mitte des 19. Jahrhunderts in die Stadtkapelle von Reval (heute: Tallinn/ Estland) aufgenommen wurden.

Бернард Шнайдер покинул Ангальт и в 1848 г. он переехал в Российскую Империю, где он работал репетитором и учителем в семье русского князья.
Кроме того он принадлежал к числу тех музыкантов, которые были из Средней Германии, т. е. из нынешних федеральных земель Саксония- Ангальт, Саксонии и Тюрингии и которые в середине 19 века входили в состав городского оркестра Ревеля (ныне: Таллин/ Эстония).

Im Jahr 1851 wurde diese Stadtkapelle von August Friedrich Krüger (1810- 1883), seinerzeit Stadtmusikdirektor von Reval, ausschließlich mit gut ausgebildeten professionellen Musikern aus dem heutigen Mitteldeutschland besetzt.

В 1851 г. Август Фридрих Крюгер (1810- 1883), музыкальный директор г. Ревеля, выбрал для этого городского оркестра исключительно хорошо обученных профессиональных музыкантов из Средней Германии.

Zu diesen Auserwählten gehörte nicht nur Bernhard Schneider, sondern auch der ebenfalls aus Dessau stammende Bernhard Lorenz, vermutlich ein Nachfahre einer der im 1851 herausgegebenen Staats- und Adreßhandbuch für die Herzogthümer Anhalt- Dessau und Anhalt- Köthen aufgeführten Kammermusiker Adolf Lorenz, Gustav Lorenz, Johann Karl Lorenz und Friedrich August Lorenz. Die beiden Letztgenannten waren sogar Inhaber der Kaiserlich- königlichen Russischen Kriegsgedenkmünze für 1812.
In dieser Stadtkapelle von Reval spielte außer Schneider und Lorenz auch ihr Landsmann Wilhelm Leps, ein aus Coswig in Anhalt stammender Posaunist.

К этим избранным принадлежал не только Бернард Шнайдер, но и его соотетчественник Бернард Лоренц из Дессау, который, наверное, был потомком одного из следующих придворных камерных музыкантов Адольф Лоренц, Густав Лоренц, Иоганн Карл Лоренц и Фридрих Август Лоренц, которые перечислены в адресной книге герцогств Ангальт- Дессау и Ангальт- Кётен для 1851 года.
Тромбонист Вильгельм Лепс, родом из ангальтского города Косвиг, был также членом уже упомянутого оркестра г. Ревеля.

Zuletzt war Bernhard Schneider Musikdirektor in Paluev. Wenig ist über sein Privatleben in Erfahrung zu bringen. Im Jahr 1860 ehelichte er in Smolensk nach evangelisch- lutherischem Ritus die damals neunzehnjährige Bertha Emilie Wohtzech, gebürtig aus Riga, wo er zeitweise tätig war. Seine Frau verdiente sich ihren Lebensunterhalt als Gouvernante. Bernhard Schneider verstarb in Riga.

Берард Шнайдер работал также музыкальным директором в Палуеве. До сих пор мало известно об его личной жизни. В 1860 г. он в Смоленске женился на 19- летней Эимлии Берте Вотцех, родом из Риги, которая работала гувернанткой. Бернард Шнайдер умер в Риге.

Verwendete Literatur:
Erik Amburger Datenbank (online)
forum.ahnenforschung.net 08.04.2013
Koch; K.-P.: Deutsche Musiker in Estland einschließlich dem nördlichen Livland https://www.gko.uni-leipzig.de/fileadmin/user_upload/musikwissenschaft/pdf_allgemein/arbeitsgemeinschaft/Heft15/Heft_15_Koch1Estland.pdf 06.02.2016
Lenz, W.v.: Beethoven eine Kunststudie, Cassel, 1855
Melchert, J.F. (Hg.): Staats- und Adreßhandbuch für die Herzogthümer Anhalt- Dessau und Anhalt- Köthen, Dessau, 1851
Schüler- Verzeichnis des Revalschen Gouvernements- Gymnasiums bearb. v. H. Hradetzky, Reval, 1931
Seemann, Th. (Hg.): Geschichte der Dreyssig´schen Singakademie in Dresden, Dresden, 1882
Vallaste, T.: Die maßgeblichen Musikdirektoren und Musiklehrer in Reval (Tallinn) im 19. Jahrhundert http://www.dspace.utlib.ee 30.08.2011
http://www.findcity.de 06.01.2015

Handwerker und Unternehmer aus Anhalt im Zarenreich

Handwerker und Unternehmer aus Anhalt im Zarenreich

Seit eh und je steht deutsche Handwerksarbeit in aller Welt hoch im Kurs und gilt als Garant für eine hohe Qualität der Produkte. Im Ausland assoziiert man den Begriff des deutschen Handwerks mit Attributen wie Fleiß, Zuverlässigkeit und Solidität.
Solides Handwerk wussten bereits Zar Peter I. und Zarin Katharina II. zu schätzen und holten deshalb niederländische und vor allem deutsche Handwerker ins Russische Reich. Schon 1790 hatten sich in St. Petersburg 210 Schneider, 77 Bäcker, 59 Sattler, 13 Dreher, 17 Uhrmacher und 19 Schornsteinfeger deutscher Herkunft niedergelassen. Im Jahr 1868 waren 25 % aller Petersburger Bäcker deutschsprachig.
Unter ihnen war auch der 1799 in Bernburg geborene Bäckermeister Johann Andreas Erfurt, der ab 1856 sogar Hofbäcker war.

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                             Innungszeichen der Bäcker, die bis heute noch in Zerbst/ Anhalt erhalten

Nicht nur in urbanen Zentren wie St. Petersburg und Moskau waren deutsche Handwerker ansässig, auch in großer Anzahl im Baltikum. So habe ich mich entschlossen, der Frage nachzugehen, welche Handwerker und Unternehmer aus Anhalt im Zarenreich tätig waren.

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Carl G. A. Eckers: Jüterborg- Zerbst- Wittenberg- Berlin- Mitau- Dorpat- Goldingen- Riga

Carl G. A. Eckers: Jüterborg- Zerbst- Wittenberg- Berlin- Mitau- Dorpat- Goldingen- Riga

Der Pädagoge und Schriftsteller Carl Gustav Alexander Eckers, 1811 im Kloster Zinna bei Jüterborg geboren, hatte das Gymnasium in Zerbst besucht und Theologie in Wittenberg sowie Philosophie bei Hegel in Berlin studiert, bevor er 1836 nach Mitau ging, um dort als Hauslehrer zu arbeiten.

Gymnasium Francisceum in Zerbst/ Anhalt
Gymnasium Francisceum in Zerbst/ Anhalt

 

Schlosskirche mit Luther- Thesen in Wittenberg
Schlosskirche mit Luther- Thesen in Wittenberg

Sein Lehrerexamen legte er an der Universität in Dorpat ab. Im Jahr 1839 war er wissenschaftlicher Lehrer an der Kreisschule in Goldingen.

Von 1841 bis 1864 lehrte er die deutsche Sprache und Literatur am Gouvernements Gymnasium in Riga. Später gründete und leitete er noch eine Höhere Töchterschule in Riga. Zwischen 1854- 1873 unternahm er etliche Europareisen, die ihn nicht nur nach Deutschland, sondern auch nach London, Paris und Wien führten. Außerdem war Eckers Mitbegründer des Rigaer Naturforschervereins, des Rigaer Tierschutzvereins, dem er auch zeitweilig vorstand und dessen Jahrbücher er herausgab. Zudem begründete er den Rigaer Dichterverein mit. Im Jahr 1889 verstarb er in Riga.

Seine dort im Jahre 1846 geborene Tochter Olga Elisabeth (†1890) heiratete den Chemiker Carl Nicolai Seuberlich (1847- 1924) aus Riga.

Verwendete Literatur:
1. Beiträge zur Geschichte der Esthländischen Ritter- und Domschule:Einladungsschrift zu der 550jährigen
Jubelfeier der Domschule zu Reval am 19. und 20. Juni1869, Reval, 1869; S. 91
2. Zur Geschichte des Gouvernements- Gymnasiums in Riga, Riga,1888; S. 7
3. Woldemar, C.: Zur Geschichte und Statistik der Gelehrten- und Schulanstalten des Kaiserlich Russischen
Ministeriums der Volksaufklärung, St. Petersburg, 1865; S. 136
4. Baltisches Biographisches Lexikon digital
5. Gottzmann, C.L., Hörner, P.: Lexikon der deutschsprachigen Literatur des Baltikums und St. Petersburg, Berlin,
2007; S. 387
6. http://www.mocavo.com/Archiv-F-R-Stamm-Und-Wappenkunde-Volume-7/613889/233 19.04.2015

Musiker und Theaterschaffende aus Mitteldeutschland im Russischen Reich- музыканты и артисты из Средней Германии в Российской Империи

Musiker und Theaterschaffende aus Mitteldeutschland im Russischen Reich- музыканты и артисты из Средней Германии в Российской Империи

Semperoper in Dresden- Dresden als Wirkungsstätte mitteldeutscher Komponisten
Semperoper in Dresden- Dresden als Wirkungsstätte mitteldeutscher Komponisten

Wer kennt nicht solche Aussagen wie „Musik verbindet“ oder „Musik überwindet Grenzen“? Implizieren diese Worte doch auch, dass Menschen, die sich der Musik verschreiben, überall auf der Welt willkommen sind und schnell auf Gleichgesinnte treffen.
Denkt man an den Berufsstand der Musiker, entstehen Bilder von „durch die Lande ziehenden Spielleuten“ vor unseren Augen. Das kommt daher, dass Musikanten vor allem in früheren Zeiten mobil sein mussten, was auch in unseren Tagen für diesen Berufsstand von Vorteil ist.
Ihr Heimatland verlassend, zogen nicht wenige von ihnen in eine ungewisse Fremde, wo meist ihre jeweilige Muttersprache nicht gesprochen wurde, dennoch bedurften diese ausgewanderten Musiker nicht der Hilfe von Übersetzern. Meinte doch der deutsche Schriftsteller Berthold Auerbach (1812- 1882): „ Musik allein ist Weltsprache und braucht nicht übersetzt werden.“- ein Fakt, der die Arbeitssuche von Musikern im Ausland stets erleichtert. So hat denn auch eine Reihe von deutschen Musikern im europäischen Ausland Karriere gemacht, unter denen viele professionelle Musiker aus dem heutigen Mitteldeutschland (Sachsen, Sachsen- Anhalt, Thüringen) zu finden sind. Von denjenigen, die im Baltikum und im Russischen Reich versuchten, sich zu etablieren, soll hier die Rede sein.

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Die Deutschen, die Russen, die deutsche Sprache und Russland

Die Deutschen, die Russen, die deutsche Sprache und Russland

Sprachenzentrum der Otto - von - Guericke Universität Magdeburg
Sprachenzentrum der Otto – von – Guericke Universität Magdeburg

Spricht man von den engen Beziehungen zwischen Deutschen und Russen, so denkt man an Zar Peter I.(1672- 1725), der deutsche und niederländische Fachleute ins Russische Reich holte, um sein Land an die wirtschaftlichen, technischen, wissenschaftlichen und kulturellen Entwicklungen Westeuropas anzupassen. Im gleichen Atemzug wird die aus dem Fürstentum Anhalt – Zerbst stammende Zarin Katharina II. (1729- 1796) genannt, denn kurze Zeit nach ihrer Thronbesteigung erließ sie ein Manifest, dass die Menschen in Westeuropa dazu aufforderte, sich im Russischen Reich niederzulassen. Vor allem auf ihre deutschen Landsleute hoffend, wollte die Zarin Russland europäisieren, dabei die von Russland eroberten, jedoch bis dato unwirtlichen Gebiete im Süden des Landes bewirtschaften, urbanisieren und nach außen absichern lassen. Weiterlesen