Internationales Diplomatenforum im Zerbster Schloss eröffnet

Internationales Diplomatenforum im Zerbster Schloss eröffnet

Annegret Mainzer, Zerbst

Waren alle Festredner am 01. Juni diesen Jahres während der Eröffnung der russisch-deutschen Sonderausstellung „Auf den Spuren Katharinas“ im Zerbster Schloss einhellig der Meinung, dass selbiges in den Annalen der russisch-deutschen Beziehungen einen besonderen Stellenwert innehaben könne, so sollte diese These zwei Tage später ihren Beweis finden.

Der 290. Geburtstag von Zarin Katharina der Großen, einer geborenen Prinzessin von Anhalt-Zerbst, war Anlass für Experten führender russischer Universitäten und wissenschaftlicher Zentren, ihr diesjähriges Internationales diplomatisches Forum „Russland und Deutschland: Ein historisch-diplomatisches Erbe beider Länder“ im Schloss zu Zerbst/Anhalt, sozusagen im Elternhaus von Katharina der Großen zu starten.

Zu den Gastrednern der Forums zählte Wladimir M Grinin, ehemaliger Botschafter der Russischen Förderation in der BRD. Für ihn war es nicht die erste Visite in Zerbst/Anhalt, denn bereits im Jahr 2012 zur festlichen Eröffnung der touristischen Route „Katharina die Große“ und im Jahr 2017 anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „Ansichten Liechtensteins“ mit Werken des russischen Künstlers Alex Doll weilte Grinin in Zerbst.

Wladimir Grinin

Andreas Dittmann, Bürgermeister von Zerbst/Anhalt, wies in seiner Begrüßung darauf hin, dass es Wladimir Grinin war, der im Jahr 2014 den Wiederaufbau des Zerbster Schlosses unter seine Schirmherrschaft stellte.

Bürgermeister Andreas Dittmann

Zu den weiteren Rednern des Forums zählte Natalja Maslakowa-Klauberg, der nicht nur die Moderation des Forums oblag, sie sprach auch über das „Genie“ in der Persönlichkeit Katharinas und über die damit im Zusammenhang stehenden Phänomene ihrer Regierungszeit, die auch das „Goldene Zeitalter“ genannt wird.

Natalja Maslakowa-Klauberg

Während Wladimir Grinin und Oleg Ksenofontow, der ebenfalls auf ein erfülltes Diplomatenleben zurückblicken kann, über vergangene und heutige diplomatische Beziehungen zwischen Russland und Deutschland sowie über deren konkrete Folgen für die Wirtschaft, Kunst und Kultur sowie Bildung und Wissenschaft referierten, versuchte Professor Rolf Klauberg, der an der Diplomatenakademie des russischen Außenministeriums lehrt, warum im Kampf zwischen den USA und Russland um die Vormachtstellung auf fast allen Gebieten heutzutage China eine entscheidende Rolle spielt.

Oleg Ksenofontov
Prof. Rolf Klaubeg

Grußworte an das Forum entboten auch Prinz Eduard von Anhalt und Wladimir Teslenko, Begründer und Ehrenmitglied des 1992 gegründeten Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V.

Eduard von Anhalt
Wladimir Teslenko

Im Anschluss daran nutzten die Forumsteilnehmer die Gelegenheit, die bereits eingangs erwähnte russisch-deutsche Sonderausstellung „Auf den Spuren Katharinas“ im Schloss Zerbst zu besuchen. Diese Ausstellung, organisiert anlässlich des 290. Geburtstags von Katharina der Großen und der 25-jährigen Städtepartnerschaft der Städte Zerbst/ Anhalt und Puschkin/ St. Petersburg (ehemals Zarskoje Selo), entstand in enger Kooperation des seit 2003 in Zerbst tätigen Fördervereins Schloss Zerbst e.V. mit dem Staatlichen Museumsreservat „Zarskoje Selo“ in Puschkin.

Der erste Tag des Forums bot auch ein Konzert unter dem Motto „Russischer Barock zur Zeit Katharina der Großen“ mit dem Sänger Alexander Fedorov und der Pianistin Ksenia Fedoruk. Das Konzert wurde mit Unterstützung der Stifung „Offenes Meer“ organisiert. Das gefühlvolle Spiel von Ksenia Fedoruk und die gesangliche Darbietung von Alexander Fedorov, die sich durch ein hohes Maß von Empathie und Feinsinnigkeit, begleitet von entsprechender Mimik und Gestik, auszeichnet, beeindruckten das Publikum sehr.

Ksenia Fedoruk und Alexander Fedorov

Im Anschluss an das Konzert lud Bürgermeister Andreas Dittmann zu einem Empfang ins Rathaus, in dessen Verlauf sich zwischen den Forumsteilnehmern ein lebendiger Meinungs- und Informationsaustausch entwickelte.

Das Internationale diplomatische Forum „Russland und Deutschland: Ein historisch-diplomatisches Erbe beider Länder“ setzte seine Arbeit am 04. und 05. Juni im Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur in Berlin erfolgreich fort.

Zerbst, den 12.06. 2019

 

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