Поздравляем новоизбранную «Принцессу Ангальт-Цербстскую»

Поздравляем новоизбранную «Принцессу Ангальт-Цербстскую»

О 2 Цербстском празднике принцесс

Аннегрет Майнцер, Цербст

26 мая с.г. в замковом парке г. Цербст/Ангальт состоялся 2 Цербстский праздник принцесс. Его главные организаторы — Международное историческое общество «Екатерина II» г. Цербст/Ангальт и городская администрация — пригласили девушек из Цербстских школ к участию в конкурсе принцесс за почетный титул «Принцесса Ангальт-Цербстская». В конкурсе приняли участие 5 девушек из Цербстских школ.

5 кандидаток у Цербстского памятника Екатерине II

Одетые в роскошные барочные платья и причесанные по барочной моде, 5 претенденток в первом туре конкурса были приглашены на сцену, где они кратко представились. Во втором туре конкурса принцесс они должны были ответить на вопросы, относящиеся к городской истории и жизни российской императрицы Екатерины Великой.

Перед жюри, состоявшим из представителей действующих в Цербсте/Ангальт исторических обществ, предстала сложная задача выбрать новую «Принцессу Ангальт-Цербстскую», которая в следующие два года будет сопровождать выступления Цербстского мэра.

мэр Андреас Диттманн поздравляет новоизбранную принцессу Фридерику

Победительницей конкурса принцесс стала Фридерике Бек, из Цербстской гимназии Франсисеум, которая имеет побратимские отношения с гимназией №406 в Пушкине/ Санкт-Петебурге.

Фридерику поздравили мэр Андреас Диттманн и Татьяна Ниндель, председатель Международного исторического общества «Екатерина II» г. Цербст/Ангальт.

Мэр Андреас Диттманн сразу пригласил новоизбранную принцессу Фридерику сопровождать его на Большой Екатерининский Бал, который состоится 15 сентября с.г. в Царицыно под Москвой. Этот бал будет организован членами действующего в России Международного союза немецкой культуры. София Эстер Энке, которая была избрана «Принцессой Ангальт-Цербстской» в 2015 г., посетила Большой Екатерининский Бал в Царицыно уже в 2016 году.

Цербст, 28 мая 2018 г.

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Der Roßlauer Ingenieur Johann Siegismund Gottfried Huth in Charkov und Dorpat

Der Roßlauer Ingenieur Johann Siegismund Gottfried Huth in Charkov und Dorpat

Annegret Mainzer, Zerbst

Im Jahr 2008 wurden an der 1804 eröffneten Universität Charkov „200 Jahre Astronomie in Charkov“ begangen. Derjenige Professor, der dafür die Grundlagen gelegt hatte, war Johann Siegismund Gottfried Huth, geboren am 02. Mai 1763 in Roßlau/ Elbe, seinerzeit zugehörig zum Fürstentum Anhalt–Zerbst.

Das Studium der Theologie und Naturwissenschaften an der Universität Halle schloss er 1787 mit seiner Promotion erfolgreich ab. Nach seinem Studium lehrte Huth zunächst am Königlichen Pädagogikum Halle. In Halle war er auch Mitglied der Hallenser Naturforschenden Gesellschaft. Ebenfalls wirkte er an der Herausgabe des Allgemeinen Magazins für bürgerliche Baukunst mit.
Im Anschluss daran ging Huth an die Universität Frankfurt/ Oder, wo er als Professor für Physik und Mathematik wirkte. Im Jahr 1799 wurde Huth zum Direktor der Universität in Frankfurt/Oder gewählt. Dort richtete er auf eigene Kosten ein astronomisches Observatorium ein.
Der bekannte deutsche Dichter und Dramatiker Heinrich von Kleist (1747-1811) gehörte wohl zu den prominentesten Schülern von Huth. Huth, so Kleist, „habe ihn in die gelehrte Welt eingeführt“.

1. Universitätsgebäude Charkov

Huth in Charkov

Infolge des durch den Einfall napoleonischer Truppen bedingten Zusammenbruchs Preußens erfolgte die Schließung der Frankfurter Universität. Kein Geringerer als Johann Wolfgang von Goethe vermittelte Huth an die Universität Charkov. Dort lehrte Huth bis 1811 Angewandte Mathematik, Geometrie, Mechanik, Optik und Hydraulik. Bei klarem Nachthimmel führte Huth Lehrveranstaltungen für astronomische Beobachtungen im Freien durch. Da Huth seine schon in Frankfurt/ Oder erworbenen Apparaturen mit nach Charkov gebracht hatte, richtete er dort das erste astronomische Kabinett ein, das erst 1883 in ein Observatorium umgestaltet wurde. Die astronomischen Instrumente von Huth werden noch bis zum heutigen Tage an der Universität Charkov aufbewahrt. Die Vorlesungen, die er dort zur Astronomie hielt, waren die ersten dieser Art in Charkov überhaupt. Da er seinerzeit auch in Westeuropa und in Nordamerika über seine Forschungen in Charkov publizierte, machte er auf diese Weise die Charkover Universität über ihre Landesgrenzen hinweg bekannt. Zudem hatte Huth die Schüler der umliegenden Gymnasien dazu animiert, meteorologische und astronomische Beobachtungen durchzuführen. Im Oktober 1811 wurde Huth Ehrenmitglied der Universität Charkov.

Huth in Dorpat

Universität Dorpat

Im Jahr 1811 übersiedelte Professor Huth nach Dorpat (heute: Tartu/Estland). An der dortigen Universität lehrte er als ordentlicher Professor für Angewandte Mathematik und Astronomie. Bis 1818 war Huth der 1. Direktor des Dorpater Observatoriums.

Eine Reihe von Meldungen in der Dörptschen Zeitung spiegelt Huths Leben und Tätigkeit in Dorpat wider. Es gibt Meldungen über sein Ableben im Jahr 1818, über von ihm gemachte astronomische Beobachtungen, aber auch über den vom Dorpater Universitätsgericht angeordneten Verkauf seines Hab und Guts, was darauf schließen lässt, dass Professor Huth zwar ein wissenschaftliches Genie, jedoch kein finanzielles war.

Ebenso ist der Dörptschen Zeitung vom 17.03.1812 zu entnehmen, dass Prof. Huth die Ehre zuteil wurde, anlässlich der „Feier des Allehöchsten Thronbesteigungfestes Sr. Majestät (…) …“ eine Rede zu halten, „an welcher die höhern Stände des Publikums sehr zahlreichen Antheil nahmen.“

Astronom. Station am Gropius-Gymnasium Roßlau-Dessau, Heimat von Huth


Der Roßlauer Johann Siegismund Gottfried Huth war der erste Naturwissenschaftler, der den Begriff telephon verwendete, noch lange Zeit, bevor im Jahr 1861 Philip Reis den Vorgänger des Telefonapparates vorgestellt hatte. Schon 1796 findet man den Begriff telephon im Traktat über einige akustische Instrumente des Schweizers Johann Heinrich Lambert (1728-1777), das Huth vom Französischen ins Deutsche übersetzt hatte. Seine Übersetzung hatte Huth aber auch mit eigenen Vermerken versehen. Er war Mitglied der Berliner Gesellschaft der Naturfreunde und ab 1812 Korrespondierendes Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften und der St. Petersburger Mineralogischen Gesellschaft. Allerdings schlugen seine Bemühungen, korrespondierendes Mitglied der St. Petersburger Akademie der Wissenschaften zu werden, fehl.

Zu den Verdiensten von Johann Siegismund Gottfried Huth zählte auch, dass er im Zeitraum von 1804-1807 vier Kometen entdeckte und beschrieb. Sein in Frankfurt/Oder geborener Sohn Wilhelm Heinrich besuchte das Gymnasium in Dorpat.

Auszug aus Dörptscher Zeitung vom 06. März 1818:

Unsere Universität hat einen großen Verlust erlitten. Hofrath Huth, Prof. der Mathematik und insbesondere der Astronomie, ist an der Brustwassersucht gestorben. Eh es gestern wurde, nachdem die Leiche in der Kapelle schon beigesetzt war, im großen Hörsaale der Kaiserlichen Universität von dem Herrn Rector magnif. Giese und von dem Herren Prof. extraord. Struve Reden gehalten. Der vorangehenden Trauermusik folgten die Studierenden der Universität, die Herren Professoren und Universitätsbeamten im Geleite nach dem Kirchhofe zum Einsenken der Leiche in die Gruft.“

Wer an Informationen über Prof. Huth bezüglich seiner Tätigkeit in Deutschland interessiert ist, dem ist die Lektüre der Mitteilungen des Historischen Vereins zu Frankfurt/Oder 1/2018 zu empfehlen.

Quellen:
1. Erik Amburger Datenbank (online)
2.
http://www.ajaloomuuseu.ut.ee 06.01.2013
3. Philipp. K.J.: Um 1800 Architekturtheorien und Architekturkritik in Deutschland zwischen 1790- 1810,
Stuttgart, London, 1997, S. 222;
4. Recke, J. F. v., Napiersky, H.E., Beise, Th.: Allgemeines Schriftsteller-
und Gelehrten-Lexikon der Provinzen Livland, Esthland, Kurland, B.2, Mitau, 1829, S. 369 ff.
5. Вечерний Харковь v. 25.02.2011
6. Schulze, G.: Kleist- eine Biographie,München, 2007, S. 200
7. Kucilova, N.N., Popova, L.N.: История кафедры теоритической механики dspace.univer.kharkov.ua
12.01.2013
8. Beckh,J.: Blitz & Anker, Bd.1, Informationstechnik, Geschichte & Hintergründe, Norderstedt, 2005
9. Ullmann, D.: Chladni und die Entwicklung der Akustik von 1750- 1860, Basel, Boston, Berlin
10. Hartkopf: Die Berliner Akademie der Wissenschaften: Ihre Mitglieder und Preisträger 1700- 1990,1992,
11. Schüler-Album des Dorpatschen Gymnasiums von 1804- 1879, Dorpat, 1879, S. 22

12. Dörptsche Zeitung 1811-1818

Zerbst, den 13.05.2018