23. Mai 2017: Zerbster Katharinaverein in Bayreuth und Peißen gefragt

23. Mai 2017: Zerbster Katharinaverein in Bayreuth und Peißen gefragt

Annegret Mainzer, Zerbst

  1. In Bayreuth

Das Vorstandsmitglied des Internationalen Fördervereins „Katharina II.“ Zerbst e.V. und Mitglied des Fördervereins Schloss Zerbst e.V. Annegret Mainzer, nahm am 23. Mai d.J. am II. Kultur- und Geschäftsforum „Made by Deutschen aus Russland. Partnerschaft.Verantwortung. Erfolg“ in Bayreuth teil.

Organisiert wurde das Forum vom Internationalen Verband der deutschen Kultur (IDVK), dem Unternehmen „MaWiGroup“, dem Jugend-und Studentenring der Deutschen aus Russland, dem Unternehmerverband der Deutschen aus Russland, der Moskauer Deutschen Zeitung und dem Informationsportal RusDeutsch. Weitere Unternehmen, Organisationen und Institutionen unterstützten die Durchführung des Forum, so auch der 1992 in Zerbst/Anhalt gegründete und ehrenamtlich wirkende Internationale Förderverein „Katharina II.“ Zerbst e.V.. Sein Mitglied Jurij Korolkov aus Moskau stellte für die Forumsteilnehmer Kühlschrankmagneten mit dem Bildns von Zarin Katharina II., einer geborenen Prinzessin von Anhalt-Zerbst, und eine spezielle Ansichtskarte von Bayreuth zur Verfügung.

 

Grußworte an die Teilnehmer des Forums in Bayreuth richteten Hartmut Koschyk, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, sowie Igor Barinov, Vorsitzender der Förderalen Agentur für Nationalitätenfragen der Russischen Förderation. Koschyk und Barinov leiteten die zeitgleich zum Forum stattfindende 22. Sitzung der deutsch-russischen Regierungskommission.

Hartmut Koschyk
Igor Barinov

Im Fokus des II. Kultur- und Geschäftsforums „Made by Deutschen aus Russland. Partnerschaft. Verantwortung. Erfolg“ in Bayreuth standen kleinere und mittelständische Unternehmen, gegründet von Deutschen aus Russland, von Deutschen, von Russen, und tätig sowohl in Deutschland wie in Russland. „Ich bin sehr froh, dass die kleineren und mittelständischen Unternehmen auf unserem Forum eine Plattform gefunden haben“, heißt es im Grußwort von Olga Martens, stellvertretende Vorsitzende des IDVK und Herausgeberin des Moskauer Deutschen Zeitung in Personalunion.

Olga Martens

Mit großem Interesse verfolgten die Forumsteilnehmer den Ausführungen von Dr. habil.oec. Ruslan Grinberg, dem wissenschaftlichen Leiter des Wirtschaftsinstituts an der Russischen Akademie der Wissenschaften, über die neuen Entwicklungsimpulse in den deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen für Klein-und mittelständische Unternehmen. Grinberg sprach von einer derzeitigen totalen Unsicherheit und äußerte sich vorsichtig skeptisch zu einer Überwindung der Entfremdung zwischen Deutschland und Russland. Vielmehr sprach sich der Wirtschaftswissenschaftler Grinberg für eine Vereinigung des wissenschaftlichen Potenzials Russlands mit dem technischen Know-how Europas aus, sozusagen als Gegenpol zu den Wirtschaftsmächten USA und China. Provozierend stellte er die Frage, ob wir in Europa zu lebensfremd geworden seien. Grinberg plädiert für public private partnership und setzt dabei hoffnungsvoll auf die Jugend.

Am Rednerpult: Ruslan Grinberg

Nach seiner Meinung bezüglich der Feststellung, die deutsche Wirtschaft habe sich mit den Sanktionen arrangiert, befragt, antwortete Grinberg, dass Sanktionen ja nicht zwangläufig schaden, in Russland, zum Beispiel, führten sie zu neuen Entwicklungen in der Landwirtschaft. Was ihm aber nicht gefalle, sei, dass die Kaufkraft der Menschen sinke. Er sprach von Sünden des westlichen Europas und Russlands, die unter anderem einer Annäherung von Deutschland und Russland im Wege stünden: Einerseits sei es der westliche Triumphalismus und der oft zitierte belehrende „Oberlehrerton“ des Westens, der Russland als Juniorpartner sieht. Andererseits bestehe die Sünde Russlands darin, sich gegenüber den jetzigen selbstständigen Staaten der ehemaligen Sowjetunion immer noch wie der große Bruder verhalten zu wollen. Um das zu überwinden, so Grinberg, brauche es wahrscheinlich eine neue Generation.

Drei thematisch verschiedene Podiumsdiskussionen wurden auf dem Forum ebenfalls durchgeführt. Während sich eine Podumsdiskussion dem Thema Klein- und mittelständischen Unternehmen, Investitionsprojekten und Start-ups widmete, befasste sich eine andere mit Frauen in Führungspositionen in Russland und Deutschland.

Die Zerbsterin Annegret Mainzer nahm an der Podiumsdiskussion zum Thema „Soziales Engagement von Unternehmen“ teil. Annegret Mainzer berichtete dabei von der seit 1994 bestehenden Städtepartnerschaft zwischen Zerbst/Anhalt und Puschkin/ St. Petersburg, die auf den historischen Bindungen zwischen Anhalt und Russland beruhen und mit dem Namen Katharina II. eng verknüpft sind. Dabei verwies die Zerbsterin darauf, dass die Städtepartnerschaft breit geschultert ist und illustrierte das Gesagte anhand von verschiedenen Beispielen: Dabei sind zu nennen die Partnerschaft des Albert-Schweitzer-Familienwerks Sachsen-Anhalt mit dem Albert-Schweitzer-Fond in Puschkin, die Kooperation des Zerbster Schlossvereins mit dem Museumsreservat „Zarskoje Selo“, die Zusammenarbeit des Katharinavereins mit den Künstlern aus St.Petersburg und Moskau, mit dem Moskauer Staalichen Historischen Museum und der Kunstgalerie fabra ars mit Atelier in Zerbst/Anhalt und Galerie in Magdeburg.

Annegret Mainzer

Nicht zuletzt führte sie die Schulpartnerschaft zwischen dem Zerbster Gymnasium Francisceum und dem Puschkiner Gymnasium Nr.406 ins Felde. „Die Schüler, die sich durch diese Schulpartnerschaft kennen lernen, die durch den Fremdsprachenunterricht die Sprache und Kultur der anderen kennen lernen, sind vielleicht die Unternehmer und Politiker von morgen und die sind hoffentlich schlauer als wir heute und verzichten auf so etwas wie Sanktionen.“, so Annegret Mainzer. Ihre Worte fanden bei den Anwesenden Zustimmung.

2. In Peißen

Auch am 23. Mai d.J. wurde in Peißen bei Bernburg der Untergrunderdgasspeicher namens Katharina festlich in Betrieb genommen. Dazu war viel Prominenz aus Wirtschaft und Politik angereist. Das Bundesland Sachsen-Anhalt war durch seinen obersten Repräsentanten, durch den Ministerpräsdenten Dr. Reiner Haseloff vertreten. Gekommen waren ebenfalls Ulf Heitmüller, der Aufsichtsratsvorsitzende der Verbundnetz Gas AG, Alexander Iwanowitsch Medwedew, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des russischen Energiekonzerns Gazprom sowie Elena Burmistrova, die Chefin von GAZPROM Export.

Olga Tidde als Katharina II.

Natürlich war auch Zarin Katharina II. von Russland, geborene Prinzessin von Zerbst-Anhalt, eingeladen. Die einstige deutschstämmige Monarchin wurde verkörpert von Olga Tidde, Mitglied des Internationalen Fördervereins Katharina II. Zerbst e.V., begleitet wurde sie von der Vereinsvorsitzenden Tatyana Nindel und dem Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann.

In ihrem offiziellen Grußwort erinnerte Katharina II. alias Olga Tidde daran, dass sie vor mehr als 250 Jahren in ihren Instruktionen schrieb: „Geschickte Ackerbauern und Handwerker sollen belohnt werden.“ – In Peißen variierte sie ihre Aussage: „Geschickte international agierende Unternehmungen müssen belohnt werden.“

Des Weiteren erinnerte sie daran, dass vom 18.- Beginn des 20. Jahrhunderts Zentren wie Moskau und St. Petersburg Russen wie Deutsche die dortige Wirtschaft bestimmten.

Sie mahnte auch, nicht zu vergessen, dass durch dieses gemeinsame deutsch-russische Projekt des Untergrundspeichers „Katharina II.“ die Menschen sowohl in Russland wie auch in Deutschland einerseits nicht vergessen werden, dass Zarin Katharina die Große aus dem Fürstenhaus Anhalt-Zerbst stamme, und dass andererseits immer wenn Russen und Deutschen friedlich zusammenarbeiteten, es ihren Ländern und ganz Europa gut gegangen sei.

Tatyana Nindel und Olga Tidde überreichen den Druck

Als Zeichen der engen Verbundenheit mit dieser deutsch-russischen Wirtschaftskooperation in Sachsen-Anhalt überreichte Vereinsvorsitzende Tatyana Nindel den Verantwortlichen einen hochwertigen Druck des von der russischen Malerin Elena Orlova-Afinogenova gefertigten Porträts des jungen Fieke mit folgenden Worten: „Damit Sie in Gestalt dieser bewunderswerten Frau jeden Tag eine Motivation vor Augen haben.“

Auch die vom Katharinaverein erarbeiteten Roll-ups zum Leben und Werk von Katharina II. stellten während der Eröffnungszeremonie in Peißen das informative Rahmenprogramm dar.

Zerbst, den 27.05.2017

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