Professor Hermann Schmalz aus dem heutigen Zerbst/ Anhalt lehrte im einstigen Dorpat

Professor Hermann Schmalz aus dem heutigen Zerbst/ Anhalt lehrte im einstigen Dorpat

Hermann Schmalz, geboren 1807 in Bonitz bei Zerbst in Anhalt hatte in Königsberg (heute: Kaliningrad/ Russland) studiert, wo er nachweislich des 1829 gegründeten Corps Littuania Königsberg, einer Burschenschaftsvereinigung, angehörte.

Herrmann Schmalz hatte das Gut Kassen bei Pillkallen (heute: Dobrowolsk/ Russland)) im damaligen Regierungsbezirk Gumbinnen (heute: Gussew/ Russland) geerbt.

Er lehrte von 1834- 37 an der Universität Dorpat (heute: Tartu/ Estland) Landwirtschaftslehre, befasste sich neben seiner Lehr- und Forschungstätigkeit auch mit journalistischen und schriftstellerischen Arbeiten. So erschien 1837 in Dorpat seine Schrift Die Zuckerfabrication aus Runkelrüben in besonderer Erwägung für Russland als Einladungsschrift zur Stiftungsfeier der Landwirtschaftlichen Lehranstalt zu Altkusthof, an der Schmalz lehrte und den Posten des Inspektors bekleidete.

Universitätsgebäude_-_Louis_Höflinger,_1860

Hermann Schmalz betätigte sich ebenfalls politisch. Er war Landrat des Kreises Pillkallen in Ostpreußen. Zudem war Hermann Schmalz von 1867- 1870 Mitglied des Norddeutschen Reichstages und bis 1879 Mitglied des Deutschen Reichstages. Dabei vertrat er den von 1808- 1945 existierenden ostpreußischen Wahlkreis Regierungsbezirk Gumbinnen 2. Heutzutage gehört der größte Teil dieses ehemaligen Wahlkreises zum heutigen Kalinigrader Gebiet (Russland) und der südliche Teil zur heutigen polnischen Wojewodschaft Ermland-Masuren. Einzug in den Deutschen Reichstag hielt Hermann Schmalz mit 62,17 % der Wählerstimmen und vertrat stets die Konservativen.

Nach seinem Tode im Jahre 1879 übernahm der Rittergutsbesitzer Albert von Sperber (1836- 1889) das Abgeordnetenmandat.

Das Interesse von Hermann Schmalz an journalistischer Tätigkeit äußerte sich in seiner Mitarbeit an der Herausgabe einer kulturell geprägten Zeitschrift Der Refraktor. Ein Centralblatt Deutschen Lebens in Russland. In der ersten Ausgabe, die am 2 Mai des Jahres 1836 erschien, wandte sich Schmalz in seinem Leitartikel An das Publikum und legte auf Seite 3 die Idee seines Blattes wie folgt dar:

Keine Anarchie, keine Gesetzlosigkeit wird der Refraktor sich zu Schulden kommen lassen. Die drei Kepplerschen Regeln des Universums, die Regeln der Wahrheit, des Rechtes und des Schönen werden ihm immer heilig sein (…) nie zum Persönlichen hinabsteigen, nie Partei nehmen, verletzen oder kränken, sondern überall will er aufbauen (…) anregen und erhalten …“

An dieser Zeitschrift arbeitete Schmalz gemeinsam mit dem deutsch- baltischen Dichter Carl Friedrich von der Borg (1794- 1848), der als Jurist und Kanzleidirektor der Universität Dorpat seinen Lebensunterhalt bestritt, aber auch russische Literatur übersetzte.

Ab 1846 war Hermann Schmalz Herausgeber der 1727 gegründeten St. Petersburger Zeitung. Dort führte Schmalz  während seiner Amtszeit das ständige Feuilleton ein.

Verwendete Literatur und Quellen

Eichhorn, C.: Die Geschichte der „St. Petersburger Zeitung“ 1727- 1902, St. Petersburg, 1902

erb.nlib.ee 26.08.2013

www.reichstag-abgeordnetendatenbank.de 26.08.2013

www.utlib.ee 26.08.2013

 

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