Schloss Zerbst: Eröffnung der Ausstellung “ Eremitage St. Petersburg im Zerbster Schloss“

Schloss Zerbst: Eröffnung der Ausstellung “ Eremitage St. Petersburg im Zerbster Schloss“

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Am 21. Juni d.J. wurde im Ostflügel des einstigen Zerbster Schlosses die Sonderausstellung “ Eremitage St. Petersburg im Schloss Zerbst“ eröffnet.

 памятник Екатерине II в Цербсте и вид на замок её предков

Seit 2003 bemüht sich der ehrenamtlich arbeitende Förderverein Schloss Zerbst e.V. um den Wiederaufbau des am 16. April 1945 durch Bombenhagel zerstörten Schlosses, dessen Grundsteinlegung 1681 durch die Vorfahren der russischen Zarin Katharina II. , geborene Prinzessin von Anhalt- Zerbst, erfolgte. Dabei sind nicht nur Fördergelder und Sponsoren gefragt, sondern auch Ideen für eine nachhaltige Nutzung des Wiederaufgebauten.

Kreative Ideen passen zu jungen Leuten und so befassten sich im Zuge der Fertigstellung ihrer Masterarbeiten die Architekturstudenten Manja Nöldner  und Dominik Schendel , die in Berlin studiert haben, mit dem Ostflügel des Zerbster Schlosses. Genauer gesagt arbeiten sie am Projek- eine deutsche Dependance der St. Petersburger Eremitage im Schloss Zerbst. Ich fragte die beiden inzwischen Jungarchitekten, wie sie dieses Thema gefunden hätten oder ob sie jemand auf darauf aufmerksam gemacht habe. Letzteres verneinten sie, sie hätten sich das Thema selbst gesucht, so Dominik Schendel.

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In Vorbereitung ihrer Masterarbeitenbesichtigten sie auch die schon vorhandenen Depandancen der Eremitage in London, Amsterdam und Las Vergas und nahmen natürlich die noch vorhandene Bausubstanz des Zerbster Schlosses genau unter die Lupe.

Insgesamt sieht ihr Plan vor, das nicht nur der Ostflügel, sondern auch andere Gebäude im Schlosspark mit in das Projekt einbezogen werden sollen. Nahc ihren Vorstellungen soll der Ostflügel des Schlosses ausschließlich für Ausstellungen vo historischem bis zum zeitgenössischen Coleur genutzt werden, die Zerbster Stadthalle das Festhaus bilden, das Raum für Veranstaltungen bietet und das einstige Gebäude zur Unterbringung der Pferde und Fuhrwerke soll zum Gästehaus mit Verwaltungstrakt für Mitarbeiter umfunktioniert werden.

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Interessant auch die architektonische Gestaltung der oberen Galerie, die zur Präsentation der zeitgenössischen Kunst vorgesehen ist. Hier treffen neue innovative Ideen auf alte Bausubstanz, die aber bei dieser Symbiose nicht verlorengeht.

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Sicherlich mag manch einer die euphorisch im zerbster schloss vorgetragene Idee einer Filiale der St. Petersburger Eremitage im ersten Moment belächeln und meine, das sei eine Nummer zu groß für Zerbst/ Anhalt. Jedoch diejenige, die den Grundstock für die St. Petersburger Eremitage legte, Katharina die Große, kam aus Zerbst und so pflegen die Zerbster eine enge Verbundenheit mit Russland, was sich in der schon über 20 Jahre währenden Städtepartnerschaft mit Puschkin/ St. petersburg (ehemals: Zarskoje Selo) zeigt.

Und wer nicht träumt, nicht wagt, der nicht gewinnt.

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4 Gedanken zu “Schloss Zerbst: Eröffnung der Ausstellung “ Eremitage St. Petersburg im Zerbster Schloss“

  1. Grundsätzlich begeistert mich dieses Konzept, weil es Vorteile für alle beteiligten Seiten bringen könnte. In der Eremitage verstauben Tausende von Kunstwerken in den Lagern, die von den Menschen auch gesehen werden wollen.Heute ist man wieder mehr bereit, für Geschichte und Kunst zu bezahlen. Das Stück Schloßgarten und die paar nach der Bombardierung erhaltenen Gebäude sind auf Grund der Geschichte das Kapital dieser Stadt. Es gibt nunmal nur eine Zarin Katharine II, Das, was uns geblieben ist, gilt es deswegen zu erhalten und zu fördern.
    Was mir an dieser Studienarbeit persönlich nicht gefällt, ist zum einen dieser futuristische Glasaufbau. Dieser ließe sich als Einzelgebäude zum gleichen Zweck auch auf einer der Schloßwiesen platzieren, wäre dort sicher auch preisgünstiger zu errichten. Desweiteren mag ich mich noch nicht mit dem Gedanken abfinden, das der Ostflügel in der aktuellen Form inklusive des Ruinenteils, wie er auch in der Studienarbeit verwendet wurde, als alleiniges Gebäude stehen bleibt. Die Priorität sollte auf der Wiederherstellung der kompletten Gebäudestruktur, also inkl. Mittel- und Westflügel liegen.
    Was mir im Konzept fehlt, ist das Umfeld. Denkt man an die Eremitage, muß man auch an Besucherströme denken. Ein paar Buslinien umzuleiten, wird das kleinste Problem sein, aber Parkmöglichkeiten im Nahbereich, die aktuell nur begrenzt vorhanden sind und auch ein ansprechender Bahnhof gehören dazu. Dieser hat aktuell eher abschreckende Wirkung. Damit auch die entsprechende Infrastruktur vorhanden ist, würde ich mit dem Wiederaufbau der Gebäude des Marstalls beginnen. Hier ließe sich von der Parkverwaltung bis zur Bollerwagenkolonne für Besucherkinder eine Menge unterbringen. In meinen Träumen sehe ich „Bedienstete“ in historischen Gewändern, die in der Schloßküche Brot backen, durch den Park und um die Stadtmauer führen, nach alter Methode mit Pferd die Wiesen mähen und Heu wenden, aber auch ein oder zwei Nachtwächter, die abends durch die Stadt tingeln.
    Ideen sind schon vorhanden, wenn das liebe Geld nicht wär….

    Gefällt 2 Personen

  2. Vor einigen Jahren haben wir an den Präsidenten Putin wegen des Zerbster Schlosses geschrieben und auch eine Antwort von der Russischen Botschaft bekommen; leider nichts Positives. Alexander A. Lopushinskiy, Botschaftsrat für Kultur, schrien am 12.03.2013 u.a.: „Ihr Bericht über den traurigen Zustand des Schlosses, in dem Katharina die Große aufgewachsen ist, haben wir besorgt zur Kenntnis genommen. Da es sich aber dabei um ausländische Immobiien handelt, die sich außerhalbRusslands befinden, kann der Wiederaufbau aus staatlichen Mitteln der Russischen Föderation nicht erfolgen.“ Darum ging es uns aber auch gar nicht, unser Anliegen war, russische Sponsoren zu finden.
    Horst König

    Gefällt 1 Person

  3. In das Projekt „Wiederaufbau des Ostflügels des Zerbster Schlosses“ muss man nicht nur viel Herzblut, Idealismus, Energie und Freizeit investieren, auch viel Geduld haben. Und so manche Vorstellung unsererseits lässt sich nicht so ohne Weiteres realisieren. Aber es gibt erste Erfolge zu vermelden: Erstens ist seit 2014 der Botschafter der Russischen Föderation in Deutschland offiziell Schirmherr des Wiederaufbaus des Zerbster Schlosses und zweitens intensiviert die Stadt Zerbst/ Anhalt im Zusammenschluss mit ihren Vereinen permanent ihre vielfältigen Beziehungen zu Russland – trotz Sanktionen und Gegensanktionen. Annegret Mainzer

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